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Rezensionen zu
Die Frauen von Salaga

Ayesha Harruna Attah

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Kampf für die Freiheit

Von: Buchwoerter

12.04.2019

"Die Frauen von Salaga" ist ein ungewöhnliche und emotionale Geschichte über zwei Frauen unterschiedlichen Standes im frühen 19. Jahrhunderts in Westafrika. Die beiden Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein: Aminah lebt ein einfaches Leben in einem Dorf - Wurche hingegen ist privilegiert und Prinzessin eines Stammes. Beide Protagonistinnen kämpfen ganz unterschiedlich für ihre Wünsche, Hoffnungen und Ziele. Dabei erfährt man viel über die Handlungsbeziehung, Sklavenhandel und Lebenssituationen im heutigen Ghana. Besonders gut hat mir gefallen, dass die Autorin durch das Schicksal ihrer Großmutter inspiriert wurde. Dies ist kein Buch, welches sich so einfach weglesen lässt, sondern eines was Konzentration einfordert. Durch die zahlreichen Namen, Beziehungen und dem doch nicht ganz flüssigen Sprachstil benötigt man an einigen Stellen wahre Konzentration und Durchhaltevermögen. Doch dies schmälert den Inhalt des Buches nicht. Ich kann jedem die "Frauen von Salaga" empfehlen, die mehr über die Sklavenpolitik und das Leben in Ghana eingebettet in einer Geschichte um zwei Frauen, die für sich und ihre Überzeugungen kämpfen, erfahren möchten.

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Am Anfang ist es nicht so leicht in dieses Buch hinein zu finden. Ungewohnte Namen, schwierige Orte und eine Erzählerin die ungewohnt emotionslos berichtet. Aber es lohnt sich der Geschichte von Aminah der Schustertochter und Wurche, der Königstochter zu folgen. Es ist eine Geschichte, die gleichzeitig die Geschichte von Ghana vor der Kolonialisierung beschreibt und das Leid der Sklaverei erahnen läßt.

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Die Frauen von Salaga

Von: Jennifer

10.04.2019

*VORSICHT SPOILER* Der Roman “Die Frauen von Salaga” handelt von zwei jungen Mädchen, der Sklavin Aminah und der Königstochter Wurche, deren Leben sich kreuzen und die sich beide nach Freiheit sehnen. Ich war zu Beginn des Romans wirklich skeptisch, gerade weil ich bei den ganzen mir fremden Begriffen und Namen nicht wirklich durchgeblickt habe, und es schwer war, die Leute auseinander zu halten. Aber sehr schnell konnte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen, so sehr haben mich die Geschichten der beiden Mädchen gefesselt. Aminah zeigt unglaubliche Stärke, als sie und ihre Geschwister gefangen genommen werden, und sie versucht diese und sich selbst zu beschützen. Sie entwickelt sich leider kaum weiter, ist jedoch schon zu Beginn der Geschichte unglaublich erwachsen, und so stört ihre fehlende Entwicklung nicht. Immerhin schafft sie es mit der Zeit, ihre Angst vor Männern zu überwinden und sich sogar in einen zu verlieben. Wurche ist der vielleicht beeindruckendste Charakter, über den ich seit langem gelesen habe. Sie ist eine unglaublich kluge und fortschrittliche Frau, die sich ein Mitspracherecht in den Geschäften ihres Vaters wird, anstatt dessen aber in einer erzwungenen Ehe leben muss. Sie steht in einem ständigen Kampf mit sich selbst, in dem sie zwischen Ihrer Familie und einer möglichen Freiheit wählen muss. Im Laufe der Geschichte entscheidet sie sich für die Freiheit, um dann doch zu Ihrer Familie zurück zu kehren. Beeindruckt hat mich Attahs Roman vor allem wegen seiner Tiefsinnigkeit. Attah geht intensiv auf die Schrecklichkeit der Sklaverei ein, zeigt sowohl schlechte als auch gute Sklavenhalter und lässt Aminah einen weg von Depressionen bis hin zur Freiheit gehen. Gleichzeitig beweist sie dem Leser, dass auch mächtige Frauen Pflichten unterliegen und teilweise kaum freier sind, als ihre Sklaven. Des Weiteren bringt sie den Konflikt zwischen Afrikanern und Europäern, sowie den zwischen Europäern untereinander, ein und macht einem bewusst, wie extrem das Leben der afrikanischen Einwohner sich durch das Auftauchen der Europäischen Einwanderer veränderte. Ich hätte mir eine stärkere Auseinandersetzung mit diesem Thema gewünscht, gerade weil Wurche schließlich eine Affäre mit einem Deutschen beginnt. Doch Attah hat sich so intensiv mit dem Thema Freiheit beschäftigt, dass wenig Platz für die Auseinandersetzung mit der Kolonialisierung blieb. Attah macht einem bewusst, wie wichtig die Freiheit für die seelische Gesundheit des Menschen ist, und hat mich auf jeden Fall nachdenklich gemacht. Ich war erstaunt, wie schnell und abrupt die Geschichte endete, und hätte mich gefreut mehr über den Rest der Geschichte beider Mädchen zu erfahren, jedoch ist es Attah wunderbar gelungen, den Leser nachdenklich und mit dem Wunsch, in andere Ihrer Geschichten einzutauchen. Ich kann diesen Roman jedem, der neue Hoffnung sucht, und sich näher mit den Themen Sklaverei, Freiheit und Feminismus beschäftigen möchte, wärmstens empfehlen. Es ist eine unglaublich tiefgreifende Geschichte, voller Liebe und Hass, Hoffnung und Angst. Das Lesen lohnt sich!

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Die Frauen von Salaga erzählt lebhaft die Geschichte von Aminah und Wurche, die zwar aus komplett unterschiedlichen Lebensverhältnissen stammen, aber in ihren Schicksalen verbunden sind. Man könnte meinen, eine Königstochter und ein typisch bürgerliches Mädchen vereint in ihrem Heimatland Ghana nicht viel, doch wie die Cuts zwischen den Kapiteln kleiner werden, desto mehr erfährt der Leser von ihren Gemeinsamkeiten. Das Buch zeigt Frauen als starke Persönlichkeiten, die sich nicht durch Geschlechterrollen, Herrschaft, Religion, sexueller Belästigung oder Ehe einengen lassen, sondern aus ihren (sehr unterschiedlichen) "Sklavenlagern" ausbrechen können. Durch genaue Beschreibungen, landestypische Wörter und Gedanken der Protagonisten, versetzt das Buch den Leser in die Körper der zwei Mädchen und lässt sie ihr Schicksal miterleben. Nebenbei lernt man, durch das Kennenlernen der Frauen, auch ihre Kultur und ihre Religionen (Islam und Glaube an Otienu) kennen. Außerdem ist man dauerhaft dazu angehalten sein Leben und bestimmte Sitten und Normen (wie die Stellung der Frau) zu hinterfragen und wird von neuen Werten geprägt. Auch wenn das Leben dieser Frauen von der tragischen Geschichte Ayesha Harruna Attahs Ururgroßmutter inspiriert ist, vermittelt es schlussendlich Hoffnung und eine neue Wertschätzung des Lebens.

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Die Geschichte wird aus der Sicht von Aminah und Wurche erzählt, die sich erst später begegnen. Beide leben unterschiedliche Leben, doch träumen letztendlich vom selben: Ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Der Autorin gelingt es die Unterschiede beider Frauen nachvollziehbar darzustellen, sodass sich der Leser schnell in den Leben beider jungen Frauen zurechtfindet. Im Verlauf der Handlung passieren immer wieder überraschende Dinge, die die Geschichte spannend bleiben lassen und den Leser berühren. Beide Frauen werden vom Schicksal gezeichnet. Die verträumte Aminah verliert ihr Zuhause und wird als Sklavin verkauft. Ihre Lage wird gefühlvoll beschrieben und ich habe mit ihr gelitten, weil ihre Geschichte unter die Haut geht. Wurches Leben wirkt auf den ersten Blick perfekt, doch schnell wird dem Leser klar, dass sie es trotz ihres adligen Bluts nicht einfach hat. Sie möchte mitreden, wenn es um Politik geht, doch darf das nicht, weil sie eine Frau ist. Dann wird sie verheiratet und man merkt, wie unglücklich sie das macht. Vor allem, weil sie zuvor sehr selbstbewusst und unabhängig wirkt. Auch ihr Schicksal nimmt den Leser mit, weil sie in einen anderen Mann verliebt ist, aber keine Chance auf eine gemeinsame Zukunft hat. Die Geschichte entwickelt sich in einem guten Tempo. Nichts wird zu schnell erzählt und die Autorin lässt sich Zeit dafür, um die Entwicklungen zu beschreiben. Nicht nur vieles an den äußeren Umständen verändert sich, sondern auch im Inneren der Frauen. Man erkennt bei Aminah und Wurche eine Entwicklung, die realistisch dargestellt wird. Besonders schön finde ich, dass vor allem Aminah trotz dem Leid, das sie erfährt, niemals die Hoffnung verliert, sondern stark bleibt, ohne sich unterkriegen zu lassen. Auf jeden Fall nimmt die Geschichte den Leser mit und berührt. Der Autorin gelingt es, Gefühle zu wecken, sodass man die beiden Frauen gespannt auf ihren Weg begleitet. Während dem Lesen erfährt man auch Zahlreiches zur afrikanischen Kultur, was ich interessant finde. Man merkt hierbei, dass die Autorin weiß, worüber sie schreibt, weil alles glaubwürdig erzählt wird. Dank ihrem anschaulichen Schreibstil kann man sich auch alles gut vorstellen. Etwas, das mir an Die Frauen von Salaga ebenfalls gut gefällt ist die Vielseitigkeit des Buchs. Anfangs dachte ich, dass vielleicht eine Dreiecksgeschichte im Fokus stehen würde, aber dem ist nicht so. Die Liebe wird hier eher im Hintergrund behandelt. Stattdessen stehen die Veränderungen beider Frauen im Fokus und besonders interessant finde ich die politischen Aspekte. So wird zum Beispiel auch das Thema Kolonialisierung stark behandelt und von einer anderen Seite beleuchtet. Das Ende ist nicht vorhersehbar. Es lässt den Leser mit gemischten Gefühlen zurück, weil es kein rundes Happy End ist und eine der beiden Frauen mit Leid zurücklässt. Dennoch verspricht es Hoffnung und wirkt realistisch, weshalb ich es gut gewählt finde. Fazit: Die Geschichte zweier unterschiedlicher Frauen, die den Leser berührt und nicht mehr loslässt.

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Intensive Einblicke in ein früheres Afrika

Von: Buchperlenblog

20.03.2019

Mit der Lektüre dieses Buches begibt man sich in das Afrika der früheren Tage. Wie auch diese Kultur der unseren fremd ist, so sind es auch die Namen. Ich gebe zu, ich hatte zu Beginn einige Schwierigkeiten, denn man folgt in diesem Buch zwei Handlungssträngen. Der eine Weg folgt Aminah, einer jungen Frau, die brutal aus ihrem Zuhause in Botu gerissen wird, von Sklavenhändlern ge- und ihrer Wurzeln beraubt. Der andere Weg zeigt uns Wurche, ebenfalls jung, ebenfalls vom Schicksal gezeichnet. Sie ist die Tochter des Königs von Salaga-Kpembe, ein mächtiger Mann seiner Zeit. Sie will bei den Verhandlungen mit den Europäern dabei sein, will ihrem Vater helfen und wird doch immer wieder in ihre Rolle als Frau zurückgedrängt. Als sie schließlich aus taktischen Gründen zwangsverheiratet wird, bricht etwas in ihr auseinander. Zu beiden Geschichten, die sich Schritt für Schritt immer weiter verweben, gehören viele Namen von Familienangehörigen, die sich für uns Europäer zuerst etwas anstrengend zuordnen lassen. Die Rede ist von Na, von Issa-Na, von Mma, Etuto und vielen mehr. Beinahe hätte ich mir zwei Familienstammbäume aufgezeichnet, um den Geschichten besser folgen zu können. Auch werden afrikanische Gerichte oder Traditionen mit Namen bezeichnet, die man zu gern direkt nachschlagen würde. Hier wäre es wirklich schön gewesen, wäre ein kleines Glossar an das Buch angeschlossen gewesen. Nichtsdestotrotz hatte ich mich irgendwann häuslich niedergelassen in dieser Geschichte und folgte mit Staunen, wie zwei junge Frauen ihrem Licabili – Schicksal – zustrebten. Im Grunde genommen wollen beide dasselbe: Ihr Leben selbst in die Hand nehmen, und beiden werden von außen Steine in den Weg geworfen,die sie zwar behindern, aber nicht beirren. Die Erzählstruktur ist dabei ein Auf und Ab. Mal vergehen innerhalb weniger Zeilen viele Wochen, mal verweilt man lange in einem einzigen Augenblick. Das Schicksal der beiden, sowie auch das weitere Schicksal Afrikas berührte mich und jagte mir am Ende einen kleiner Schauer über den Rücken. Ayesha Harruna Attah wurde zu dieser Geschichte von dem Leben ihrer Urgroßmutter inspiriert und man hört ihr an, dass sie weiß, von was sie erzählt. Fazit Hat man sich einmal mit den vielen Namen angefreundet, die auf einen einprasseln, erlebt man Teile zweier Leben, die unterschiedlicher und zugleich identischer nicht sein könnten. Und die einen in eine fremde Welt entführen, die man viel zu selten betritt.

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