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Rezensionen zu
Die Schokoladenvilla

Maria Nikolai

Die Schokoladen-Saga (1)

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€ 11,00 [D] inkl. MwSt. | € 11,40 [A] | CHF 16,90* (* empf. VK-Preis)

ZUSAMMENFASSUNG: Beginn des 20. Jahrhunderts. Judith Rothmann, Tochter des großen Schokoladenherstellers, brennt für die Firma und sprudelt vor Ideen. Ihr Vater möchte jedoch, dass sie heiratet und Hausfrau wird - wie es sich eben gehört. Dann findet sie aber in einem Mitarbeiter der Firma einen Komplizen... . REZENSION: Die Geschichte, die in diesem Buch erzählt werden soll, hat mir von der Idee her sehr gut gefallen. Eine Frau, die für ihre Überzeugung und Leidenschaft kämpft, ist für mich immer eine interessante Protagonistin, deren Geschichte ich gerne folge. Auch die anderen Charaktere sind sympathisch und ergeben ein tolles Ensamble. Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch nicht völlig überzeugen, was am Aufbau der Handlung lag. Immer wieder wurden Szenen, die zwar wegweisend, aber in ihren Details nicht besonders wichtig waren, unnötig in die Länge gezogen. Das lag auch daran, dass viel zu viele Personen eingeführt wurden. Viele von ihnen sind nur am Rande wichtig und doch werden ihnen viele Seiten geschenkt. Hier hätte es der Handlung gut getan, sich lieber auf ein paar Hauptcharaktere zu konzentrieren und dort einen richtigen Spannungsbogen aufzubauen. Stattdessen zieht sich Geschichte über mehr als 600 Seiten und am Ende werden innerhalb eines vierseitigen Epilogs alle Handlungsstränge kurz und knapp abgeschlossen. Der Schreibstil besteht aus sehr kurzen, teilweise aneinander gereihten Sätzen, woran ich mich in den ersten Kapiteln erst gewöhnen musste. Auch über ein paar Formulierungen bin ich gestolpert, konnte dann aber recht flüssig lesen. Alles in allem ein lesenswertes Buch mit ein paar Abstrichen im Handlungsaufbau.

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Dies ist zwar ein historischer Liebesroman, aber keine seichte Trivialliteratur. In diesem Roman wird den Leser'innen die Grausamkeit des Patriarchats vor Augen geführt. Väter verfügen über ihre Töchter, als wären sie eine Ware. Zu diesem Zwecke wird eine (finanzielle) Unabhängigkeit von Mädchen vermieden. Dazu kommen allerlei Hindernisse, angefangen bei Kleidung, die die Bewegung einschränkt und das Atmen erschwert, bis hin zu Vorschriften, dass eine Dame nicht (mit einem Mann) allein unterwegs sein darf, sondern immer eine Anstandsdame braucht. This is a man's world! Ich war überrascht, dass Hermione von Preuschen so eine große Rolle in dieser Geschichte spielt. Sie ist quasi die berühmteste Frau von Berlin-Lichtenrade, wo ich wohne. Diese emanzipierte Künstlerin hat um die vorletzte Jahrhundertwende Lichtenrade zum kulturellen Mittelpunkt Berlins gemacht (obwohl es damals noch nicht einmal zu Berlin gehörte). Sie veranstaltete Ausstellungen und hielt Vorträge über ihre Weltreisen vor Gästen aus der "höheren" Gesellschaft aus Berlin, New York, Tokio, Caracas und Afrika.

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Stuttgart Anfang 1903. Judith, die Tochter des Schokoladenfabrikanten Rothmann, wünscht sich nichts mehr, als einmal die Firma ihres Vaters zu leiten. Jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik, um neue Kreationen zu entwickeln. Doch ihr Vater hat andere Pläne mit ihr. Heimlich fädelt er eine Hochzeit ein. Als er auf einem Fest ohne ihr Wissen die Verlobung verkündet, ist Judith entsetzt. Sie lässt ihren zukünftigen Ehemann stehen und rennt davon. Kann sie einer Heirat noch entgehen? Außerdem findet sie immer mehr gefallen an Victor, der seit kurzem für ihren Vater arbeitet....... "Die Schokoladenvilla" ist der erste Band einer Trilogie. Der Erzählstil ist lebendig und unterhaltsam. Lässt sich flüssig lesen. So habe ich die über 600 Seiten in kürzester Zeit verschlungen und mitgefiebert. An einigen Stellen musste ich Schmunzeln. Wozu Judiths Zwillingsbrüder Anton und Karl wesentlich beigetragen haben. Durch ihre Lausbubenstreiche gab es einige schicksalhafte Begegnungen und Situationen. Im Gegensatz zu anderen historischen Romanen, ist der Aufbau der Geschichte nicht allzu komplex. Die handelnden Personen überschaubar. Im Vordergrund steht der Erzählstrang um Judith. Es gibt aber auch noch zwei Kleinere über ihre Mutter und Victor. Das Ende ist in sich abgeschlossen. Was ich persönlich lieber mag als einen Cliffhanger. Fazit: Ein unterhaltsamer historischer Roman, der nicht so komplex geschrieben ist, als in diesem Genre üblich. Ich durch die übersichtliche Personenzahl sofort in einen Lesefluss gekommen bin. Sehr zu empfehlen.

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allgemeine Informationen Titel: Die Schokoladenvilla Autorin: Maria Nikolai Seiten Anzahl: 649 Seiten ISBN: 978-3-328-10322-6 Preis: 10,00 € Klappentext: Das Schicksal zweier Frauen Das Erbe einer Familie Die Geschichte einer Leidenschaft Stuttgart, Anfang des 20. Jahrhunderts: Als Tochter eines Schokoladenfabrikanten führt Judith Rothmann ein privilegiertes Leben im Degerlocher Villenviertel. Doch eigentlich gehört Judiths Leidenschaft der Herstellung von Schokolade. Jede freie Minute verbringt sie in der Fabrik und entwickelt neue Ideen für neue Leckereien. Denn sie möchte unbedingt einmal das Unternehmen leiten. Aber ihr Vater hat andere Pläne und fädelt eine vorteilhafte Heirat für sie ein – mit einem Mann, den Judith niemals lieben könnte. Da kreuzt der charismatische Victor Rheinberger, der sich in Stuttgart eine neue Existenz aufbauen will ihren Weg… wichtige Figuren: Victor Rheinberger: Ehemaliger Strafgefangener, er arbeitet bei der Schokoladenfabrik Rothmann und lernt dort die Tochter des Chefs Judith Rothmann kennen Familie Rothmann Judith: Eine starke Frau, die für ihre Freiheit kämpft und es schafft ihre Zwangshochzeit zu verhindern . Die Zwillinge Karl und Anton: Die beiden sind für jeden Unsinn bereit und bringen einen mit ihren Streichen immer wieder zum lachen Helene: Ehefrau von Wilhelm, ist wegen einer psychischen Krankheit in einem Sanatorium in Riva, am Gardersee Wilhelm: Vater von Karl, Anton und Judith, außerdem Geschäftsführer der Schokoladenfabrik Die drei Freunde: Max Ebinger, Albrecht von Braun und Edgar Nold Freundinnen von Judith: Charlotte Wenninger und Dorothea von Braun Schreibstil: Der Schreibstil ermöglichte es locker flockig durch die Seiten zu fliegen, obwohl das Buch Themen wie Zwangsheirat und die eingeschränkten Rechte der Frauen zu der damaligen Zeit (1903 bis 1904) behandelt. Bewertung: Das Buch hat mich in seiner Fülle total begeistert. Es ist ein perfekt ausgeklügelter und durchdachter Roman, der es möglich macht den Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen und abzutauchen. ☆☆☆☆☆

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Die Schokoladenvilla spielt im Lauf des Jahres 1903 in Stuttgart. Hauptfigur Judith Rothmann ist die älteste Tochter des patriarchischen Schokoladenfabrikanten Wilhelm Rothmann. Sie durfte zwar eine Handelsschule besuchen, soll sich aber ansonsten aus der Fabrik heraushalten und sich lediglich auf Ihre Rolle als Ehefrau eines widerlichen Bankierssohns vorbereiten. Allerdings würde sie stattdessen viel lieber nicht nur Schokoladenkreationen entwickeln, sondern auch in die Leitung der Fabrik einsteigen. Undenkbar für den herrschsüchtigen, hartherzigen Vater. Judiths Mutter Hélène hat sich aus ihrer, ebenfalls arrangierten, Ehe mit Wilhelm verabschiedet und versucht ihr Glück in Italien Abseits der Konventionen. Judith und die übermütigen achtjährigen Zwillinge Karl und Anton überlässt sie dem Vater und dem Personal, um sich selbst zu retten. Durch einen Zufall tritt Victor Rheinberg in das Leben der Familie Rothmann. Er rettet die Zwillinge aus einer misslichen Lage, lernt dabei den Vater kennen, bekommt einen Job in der Schokoladenmanufaktur und läuft Judith immer öfter über den Weg. Da ich in der Überschrift etwas von Liebe geschrieben habe, ist der Rest jetzt denkbar? Fast! Denn es gibt – siehe Bankierssohn und Vater – natürlich Hindernisse. Ja, der Roman ist ein wenig vorhersehbar. Das hat mich jedoch keinesfalls gestört. Durch die Sprünge in den Erzählsträngen zu verschiedenen Personen und Orten bleibt er spannend und berücksichtigt verschiedenen Sichtweisen. Die Rolle der Frau im Jahr 1903 ist für mich eine derart undenkbare, dass ich täglich von neuem froh bin, heute und nicht damals zu leben. Judith und Hélène auf dem ihrem Weg in eine besondere Form der Selbstständigkeit zu begleiten, hat mir gefallen. Die Schokoladenvilla ist der Auftakt einer Familiensaga mit drei Bänden. Teil zwei ist im Herbst 2019 bereits unter dem Titel Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre erschienen, Teil drei steht noch aus.

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Meine Meinung Ich muss gestehen, Titel und Cover haben mich erst mal nicht angesprochen . Zu viele Bücher sehen sich total ähnlich. Nun bin ich froh, dass diese wunderbare Geschichte den Weg zu mir gefunden hat. Die Handlung beginnt im Stuttgarter Ladengeschäft des Schokoladenfabrikanten Rothmann. Die Beschreibungen der Leckereien haben mir das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Die Verpackungen von Pralinen und Schokoladen haben mein  Kopfkino aktiviert. So muss ein Paradies für jung und alt aussehen. Judith Rothmann ist eine junge Frau, die mit großer Leidenschaft neue Schokoladensorten kreiert. Leider ist es für eine Frau, Anfang des 20. Jahrhundert, nicht so leicht möglich Karriere zu machen. Judiths Vater hat andere Pläne mit Judith. Sie soll den Bankiersohn Albrecht Braun heiraten. Judith kann nicht fassen, dass ihr Vater keine Rücksicht auf ihre Gefühle nimmt. Ihre depressive Mutter kann ihr nicht helfen. Die befindet sich seit längerer Zeit in einem Sanatorium in Riva. Judiths Zwillingsbrüder Karl und Anton sind zwei richtige Lausbuben, die mich des öfteren zum Schmunzeln gebracht haben. Ihre Streiche waren zwar nicht ungefährlich, aber sehr abenteuerlich. Die Geschichte reflektiert das Arbeiterleben Anfang des 20. Jahrhunderts. Fabrikarbeiter und Dienstmädchen verdienen nicht genügend Geld, um ein anständiges Leben zu führen. Viele landen in der Gosse. Jedoch ist auch ein Wandel zu erkennen. Manch Arbeiter begehrt gegen die Widrigkeiten auf. Die Beschreibungen Stuttgarts sind sehr detailliert. Man bekommt Lust auf einen Ausflug mit der Zacke nach Degerloch. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die verschiedenen Handlungsstränge führen den Leser auch nach Berlin und an den Gardasee. Victor Rheinberger möchte in Stuttgart ein neues Leben beginnen. Er bekommt Arbeit in der Schokoladenfabrik Rothmann. Der junge ehrgeizige Mann nimmt Judiths Ideen ernst. Die warmherzige Judith ist mit einem golden Löffel im Mund geboren. Dennoch ist sie strebsam. Sie begehrt gegen ihren Herrn Vater auf. Für mich ist es immer wieder sonderbar, dass vor einigen Jahren Kinder ihre Eltern mit SIE angesprochen haben. Judith ist zu den Bediensteten sehr freundlich. Das sollte für sie noch von besonderen Nutzen sein ...... Fazit Die Schokoladenvilla ist der 1. Teil einer Trilogie. Sie zeigt den wirtschaftlichen Aufschwung Stuttgarts. Arrangierte Ehen und wenig Rechte für Frauen. Der Schreibstil liest sich wie Butter. Ich hatte das Gefühl, Gast in der Schokoladenvilla zu sein. Stets begleitete mich der Duft von Schokolade. Die Geschichte konnte mich von Anfang an abholen. Ich habe viele liebenswerte Menschen kennengelernt. Wurde ein bisschen mit der Schokoladenherstellung vertraut gemacht. Hab so manche Intrige erlebt. Die Lausbuben Karl und Anton werde ich so schnell nicht vergessen. Die Leckerlis, die ich mir über 600 Seiten lang gegönnt habe, erwähne ich lieber nicht. Hüftgold aus Stuttgart! Eine absolute Empfehlung von mir, für diese spannende Geschichte mit Herz. Danke Maria Nikolei. ,Meine Meinung Ich muss gestehen, Titel und Cover haben mich erst mal nicht angesprochen . Zu viele Bücher sehen sich total ähnlich. Nun bin ich froh, dass diese wunderbare Geschichte den Weg zu mir gefunden hat. Die Handlung beginnt im Stuttgarter Ladengeschäft des Schokoladenfabrikanten Rothmann. Die Beschreibungen der Leckereien haben mir das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Die Verpackungen von Pralinen und Schokoladen haben mein  Kopfkino aktiviert. So muss ein Paradies für jung und alt aussehen. Judith Rothmann ist eine junge Frau, die mit großer Leidenschaft neue Schokoladensorten kreiert. Leider ist es für eine Frau, Anfang des 20. Jahrhundert, nicht so leicht möglich Karriere zu machen. Judiths Vater hat andere Pläne mit Judith. Sie soll den Bankiersohn Albrecht Braun heiraten. Judith kann nicht fassen, dass ihr Vater keine Rücksicht auf ihre Gefühle nimmt. Ihre depressive Mutter kann ihr nicht helfen. Die befindet sich seit längerer Zeit in einem Sanatorium in Riva. Judiths Zwillingsbrüder Karl und Anton sind zwei richtige Lausbuben, die mich des öfteren zum Schmunzeln gebracht haben. Ihre Streiche waren zwar nicht ungefährlich, aber sehr abenteuerlich. Die Geschichte reflektiert das Arbeiterleben Anfang des 20. Jahrhunderts. Fabrikarbeiter und Dienstmädchen verdienen nicht genügend Geld, um ein anständiges Leben zu führen. Viele landen in der Gosse. Jedoch ist auch ein Wandel zu erkennen. Manch Arbeiter begehrt gegen die Widrigkeiten auf. Die Beschreibungen Stuttgarts sind sehr detailliert. Man bekommt Lust auf einen Ausflug mit der Zacke nach Degerloch. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Die verschiedenen Handlungsstränge führen den Leser auch nach Berlin und an den Gardasee. Victor Rheinberger möchte in Stuttgart ein neues Leben beginnen. Er bekommt Arbeit in der Schokoladenfabrik Rothmann. Der junge ehrgeizige Mann nimmt Judiths Ideen ernst. Die warmherzige Judith ist mit einem golden Löffel im Mund geboren. Dennoch ist sie strebsam. Sie begehrt gegen ihren Herrn Vater auf. Für mich ist es immer wieder sonderbar, dass vor einigen Jahren Kinder ihre Eltern mit SIE angesprochen haben. Judith ist zu den Bediensteten sehr freundlich. Das sollte für sie noch von besonderen Nutzen sein ...... Fazit Die Schokoladenvilla ist der 1. Teil einer Trilogie. Sie zeigt den wirtschaftlichen Aufschwung Stuttgarts. Arrangierte Ehen und wenig Rechte für Frauen. Der Schreibstil liest sich wie Butter. Ich hatte das Gefühl, Gast in der Schokoladenvilla zu sein. Stets begleitete mich der Duft von Schokolade. Die Geschichte konnte mich von Anfang an abholen. Ich habe viele liebenswerte Menschen kennengelernt. Wurde ein bisschen mit der Schokoladenherstellung vertraut gemacht. Hab so manche Intrige erlebt. Die Lausbuben Karl und Anton werde ich so schnell nicht vergessen. Die Leckerlis, die ich mir über 600 Seiten lang gegönnt habe, erwähne ich lieber nicht. Hüftgold aus Stuttgart! Eine absolute Empfehlung von mir, für diese spannende Geschichte mit Herz. Danke Maria Nikolei

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Leseempfehlung!

Von: Igela

23.11.2019

1903: Wilhelm Rothmann führt die Familie, Bedienstete und seine Schokoladenfabrik mit eiserner Hand. Was vor allem Tochter Judith zu spüren bekommt. Obwohl sie mehr als interessiert am Geschäft und der Schokoladenherstellung ist, will ihr Vater sie verheiraten. Und das möglichst gewinnbringend. Judith ist ganz und gar nicht einverstanden, hat sie sich doch in einen Anderen als den von ihrem Vater Ausgewählten verguckt. Ich weiss gar nicht wo ich beginnen soll, zu beschreiben, was mir alles in diesem Buch gefallen hat! Erst mal empfand ich das Grundthema der einflussreichen Familie, die einen Schokoladenfabrik besitzt ungeheuer spannend. Denn die Schokoladenproduktion mit den um 1900 gängigen Maschinen und Lagerungs - und Kühlungsmöglichkeiten sind sehr gut beschrieben. Hier spürt man die hervorragenden Recherchen! Wie auch bei den beschriebenen Frisuren, Kleidern und Gepflogenheiten. Dies alles ist mit den nötigen Details versehen, dass man es bildlich vor sich sieht, ohne langatmig zu wirken. Das Geschäft in dem es allerlei Köstlichkeiten zu kaufen gibt ist sehr anschaulich erklärt. Mich hat die Angst gepackt, dass mein Schokoladenkonsum während der Lektüre in ungeahnte Höhen steigt. Sehr schnell sind mir die Figuren ans Herz gewachsen. Dies vor allem, weil sie sehr prägend und gut charakterisiert wurden. Egal ob Judith, die reiche Tochter des Hauses, die versucht ihren Weg zu finden und von ihrem Vater immer wieder in die Schranken gewiesen wird. Oder ihre Mutter, die die Flucht vor dem tyrannischen Mann ergriffen hat und so wieder neuen Lebenswillen findet. Hervorragend charakterisiert auch die Brüder von Judith, die zur Auflockerung so einige Streiche aushecken und ihren Vater an den Rand der Verzweiflung treiben. Eigentlich gibt es in diesem Buch keine Figur, die mich nicht überzeugen konnte. Ein einschneidendes Thema zu der damaligen Zeit findet ebenfalls seinen Platz. Die Rolle der Frau in der Gesellschaft, Ehe und dem Berufsleben. Mit leisen und manchmal ein wenig lauteren Zwischentönen wird die Emanzipation, die natürlich noch in den Kinderschuhen steckt, in die Geschichte eingeflochten. Mir hat ebenfalls der sozialkritische Touch sehr gefallen. Hier schlüpft vor allem Robert, der Diener des Hauses, in die Rolle des Zweiflers zu der damaligen sozialen Hirarchie. Der Schreibstil ist toll und hat mir sehr gefallen. Wechselnde Perspektiven machen das Buch vielschichtig und vielfältig. Ein schneller Erzählrythmus lässt keine Langeweile aufkommen. Und trotzdem wird sehr tiefsinnig und detailliert erzählt. Ein zweiter Teil ist geplant, darauf freue ich mich jetzt schon! Und das, obwohl ich sehr selten historische Romane lese.

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Das Buch spielt größtenteils im Jahr 1903 in Stuttgart. Im Fokus des Buches steht die fünfköpfige Familie Rothmann. Der Vater ist Inhaber einer angesehenen Schokoladenfabrik, die Mutter hat sich in den Süden abgesetzt, da sie ein Nervenleiden hat, und die 21-jährige Judith führt an ihrer Stelle den Haushalt und kümmert sich um ihre achtjährigen Brüder Karl und Anton, die genau so sind, wie man sich freche Achtjährige im 20. Jahrhundert so vorstellt. Genau, sie machen jede Menge Mist. Hauptfigur ist aber eigentlich größtenteils Judith, die davon träumt, die Fabrik zu übernehmen. Doch statt in der Fabrik ihres Vaters helfen zu dürfen, eröffnet ihr Vater ihr, dass sie heiraten muss. Aber da ist Victor Rheinberger (den sie nicht heiraten darf), den sie irgendwie sehr anziehend findet, und das ist nicht alles. Ein Stein gerät ins Rollen, der nicht so einfach zu stoppen ist… Okay, vielleicht merkt man ein bisschen, wie ich mich in dieses Buch verliebt habe. Auch wenn ich ein paar Kritikpunkte habe, hat es mir alles in allem wirklich, wirklich gut gefallen und ich bin meeega gespannt auf den zweiten Band der Familiensaga. 😀 Der Schreibstil ist zu ungefähr 90% an das Jahrhundert angepasst, allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob die High Society in Stuttgart in 1903 schon „äh…“ gesagt hat. Sehr amüsant. ^^ Ansonsten passte es aber wirklich gut, es war weder zu langatmig, noch zu knapp. Apropos langatmig: Das war es zwar nicht, aber es hatte zwischendurch seine Längen – auch der Grund dafür, dass ich das Buch nicht innerhalb eines Tages beendet habe. *lach* Dafür am übernächsten. xD Die Figuren zu beurteilen, ist ziemlich kompliziert, deshalb dazu nur ganz kurz etwas: Ich mochte Judith als mehr oder weniger Protagonistin sehr gerne, sie denkt ziemlich fortschrittlich und findet schließlich auch einen Gleichgesinnten, was ich auch wirklich gut finde. Anton und Karl, die vermutlich nächsten Protagonisten – zumindest Anton ist einer -, sind aktuell noch ziemlich jung und ja … was soll ich da sagen? Irgendwie sind sie liebenswert, aber machen halt es viel Mist. Hélène und Wilhelm – die Eltern – sind irgendwie der Inbegriff der „alten Ordnung“, die scheitert. Aber dazu könnt ihr im Buch mehr nachlesen. Und zu den anderen Charakteren – Victor, Dorathea, Pauline, Max, Edgar, Alois, Albrecht, … Zu denen sage ich jetzt mal nichts, das würde den Rahmen sprengen. xD Zuletzt ein kleiner Kritikpunkt: Das Ende hat mir zu viel offengelassen. Insgeheim hatte ich mich schon auf eine Szene à la „The great Reveal“ gefreut, aber nein… Da war einfach nichts. Ich hoffe, die Autorin hat einfach beschlossen, dieses Thema – das ich jetzt nicht spoilere – mit in das nächste Buch zu nehmen. Mein Fazit: „Die Schokoladenvilla“ ist definitiv ein vielversprechender Auftakt einer Familiensaga, zu der hoffentlich auch bald Band 3 erscheint. xD Das Buch war wirklich toll und die Thematiken rund um Frauen, die ihren Weg finden und historisch aktuelle Ereignisse wurden wirklich gut dargestellt. 😀

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