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Rezensionen zu
Die Schokoladenvilla

Maria Nikolai

Die Schokoladen-Saga (1)

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Stuttgart war in der Tat um die Jahrhundertwende eine Schokoladenhochburg bevor es eine Automobilstadt wurde. So beginnt auch Maria Nikolais 1. Band ihrer Trilogie rund um die Stuttgarter Fabrikantenfamilie Rothmann im Jahr 1903. Die Handlung dreht sich zum einen um die Protagonistin Judith Rothmann, Tochter des Schokoladenfabrikanten, die sich gegen die von ihrem Vater arrangierte Heirat mit dem Bankierssohn Albrecht von Braun und gegen gesellschaftliche und soziale Zwänge wehrt. Zum anderen erzählt der zweite Handlungsstrang das Leben ihrer Mutter, die sich durch lange Kuraufenthalte am Gardasee, der unglücklichen Ehe entzieht. Als Schokoladenliebhaberin und Schwäbin, die viele Jahre in Stuttgart lebte, haben mich die detaillierten Beschreibungen div. Stuttgarter Stadtteile und Dialektausdrücke besonders angesprochen. Ich kann mit Judith Rothmann mitfühlen und bin immer wieder überrascht, wie stark Frauen während dieser Zeit unterdrückt wurden und Zwängen unterlagen. Dabei nimmt Nikolai nicht nur Bezug auf das privilegierte Leben höherer Töchter, die Vätern und Ehemännern Gehorsam schuldeten, sondern auch auf das armer Frauen und Mädchen, die einen großen Teil der Bevölkerung Stuttgarts ausmachten und in furchtbaren Verhältnissen und ohne Rechte leben mussten. Dabei fliegen die Hörminuten nur so dahin und der Hörer brennt förmlich darauf, wie die Geschichte weitergeht. Das Hörbuch wird von Beate Himmel sehr gut gelesen, dabei macht sie jedoch einen großen Fehler: Sie lässt manche Personen im Dialekt sprechen, vor allem schwäbisch, aber auch rheinisch und das ging gehörig daneben. Das Schwäbische zeichnet sich eben nicht dadurch aus, dass alle S grundsätzlich als Sch gesprochen werden, um nur ein Beispiel zu nennen. Dieser Versuch hat mein Hörvergnügen eingeschränkt und deshalb ziehe ich einen Stern in meiner Bewertung ab. Ich bin schon sehr auf den zweiten Band gespannt, der glücklicherweise in der Zwischenzeit erschienen ist.

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Dies ist zwar ein historischer Liebesroman, aber keine seichte Trivialliteratur. In diesem Roman wird den Leser'innen die Grausamkeit des Patriarchats vor Augen geführt. Väter verfügen über ihre Töchter, als wären sie eine Ware. Zu diesem Zwecke wird eine (finanzielle) Unabhängigkeit von Mädchen vermieden. Dazu kommen allerlei Hindernisse, angefangen bei Kleidung, die die Bewegung einschränkt und das Atmen erschwert, bis hin zu Vorschriften, dass eine Dame nicht (mit einem Mann) allein unterwegs sein darf, sondern immer eine Anstandsdame braucht. This is a man's world! Ich war überrascht, dass Hermione von Preuschen so eine große Rolle in dieser Geschichte spielt. Sie ist quasi die berühmteste Frau von Berlin-Lichtenrade, wo ich wohne. Diese emanzipierte Künstlerin hat um die vorletzte Jahrhundertwende Lichtenrade zum kulturellen Mittelpunkt Berlins gemacht (obwohl es damals noch nicht einmal zu Berlin gehörte). Sie veranstaltete Ausstellungen und hielt Vorträge über ihre Weltreisen vor Gästen aus der "höheren" Gesellschaft aus Berlin, New York, Tokio, Caracas und Afrika.

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Das Buch spielt größtenteils im Jahr 1903 in Stuttgart. Im Fokus des Buches steht die fünfköpfige Familie Rothmann. Der Vater ist Inhaber einer angesehenen Schokoladenfabrik, die Mutter hat sich in den Süden abgesetzt, da sie ein Nervenleiden hat, und die 21-jährige Judith führt an ihrer Stelle den Haushalt und kümmert sich um ihre achtjährigen Brüder Karl und Anton, die genau so sind, wie man sich freche Achtjährige im 20. Jahrhundert so vorstellt. Genau, sie machen jede Menge Mist. Hauptfigur ist aber eigentlich größtenteils Judith, die davon träumt, die Fabrik zu übernehmen. Doch statt in der Fabrik ihres Vaters helfen zu dürfen, eröffnet ihr Vater ihr, dass sie heiraten muss. Aber da ist Victor Rheinberger (den sie nicht heiraten darf), den sie irgendwie sehr anziehend findet, und das ist nicht alles. Ein Stein gerät ins Rollen, der nicht so einfach zu stoppen ist… Okay, vielleicht merkt man ein bisschen, wie ich mich in dieses Buch verliebt habe. Auch wenn ich ein paar Kritikpunkte habe, hat es mir alles in allem wirklich, wirklich gut gefallen und ich bin meeega gespannt auf den zweiten Band der Familiensaga. 😀 Der Schreibstil ist zu ungefähr 90% an das Jahrhundert angepasst, allerdings bin ich mir nicht so sicher, ob die High Society in Stuttgart in 1903 schon „äh…“ gesagt hat. Sehr amüsant. ^^ Ansonsten passte es aber wirklich gut, es war weder zu langatmig, noch zu knapp. Apropos langatmig: Das war es zwar nicht, aber es hatte zwischendurch seine Längen – auch der Grund dafür, dass ich das Buch nicht innerhalb eines Tages beendet habe. *lach* Dafür am übernächsten. xD Die Figuren zu beurteilen, ist ziemlich kompliziert, deshalb dazu nur ganz kurz etwas: Ich mochte Judith als mehr oder weniger Protagonistin sehr gerne, sie denkt ziemlich fortschrittlich und findet schließlich auch einen Gleichgesinnten, was ich auch wirklich gut finde. Anton und Karl, die vermutlich nächsten Protagonisten – zumindest Anton ist einer -, sind aktuell noch ziemlich jung und ja … was soll ich da sagen? Irgendwie sind sie liebenswert, aber machen halt es viel Mist. Hélène und Wilhelm – die Eltern – sind irgendwie der Inbegriff der „alten Ordnung“, die scheitert. Aber dazu könnt ihr im Buch mehr nachlesen. Und zu den anderen Charakteren – Victor, Dorathea, Pauline, Max, Edgar, Alois, Albrecht, … Zu denen sage ich jetzt mal nichts, das würde den Rahmen sprengen. xD Zuletzt ein kleiner Kritikpunkt: Das Ende hat mir zu viel offengelassen. Insgeheim hatte ich mich schon auf eine Szene à la „The great Reveal“ gefreut, aber nein… Da war einfach nichts. Ich hoffe, die Autorin hat einfach beschlossen, dieses Thema – das ich jetzt nicht spoilere – mit in das nächste Buch zu nehmen. Mein Fazit: „Die Schokoladenvilla“ ist definitiv ein vielversprechender Auftakt einer Familiensaga, zu der hoffentlich auch bald Band 3 erscheint. xD Das Buch war wirklich toll und die Thematiken rund um Frauen, die ihren Weg finden und historisch aktuelle Ereignisse wurden wirklich gut dargestellt. 😀

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𝐒𝐜𝐡𝐫𝐞𝐢𝐛𝐬𝐭𝐢𝐥: Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Das Buch lässt sich flüssig und locker lesen. Die einzelnen Kapitel haben eine sehr gute Länge, sodass man immer wieder stressfrei beim Lesen pausieren kann ohne aus der Handlung geworfen zu werden. 𝐂𝐡𝐚𝐫𝐚𝐤𝐭𝐞𝐫𝐞: Sowohl die Protagonisten als auch die Nebencharaktere haben mir sehr gut gefallen. Doch vor allem Judith war mir mit ihrer liebenswürdigen Art von Anfang an sehr sympathisch. 𝐒𝐭𝐨𝐫𝐲: Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und mir einige sehr schöne Lesestunden bereitet. Die Story war unterhaltsam, spannend und liebevoll ausgearbeitet im Detail. 𝐖𝐞𝐢𝐭𝐞𝐫𝐞𝐬: Die Leidenschaft der Autorin war beim Lesen förmlich greifbar. Die Aufmachung des Buches mit einem Schokoladenrezept rundet das Ganze im Schönen ab. Wer historische Romane und Schokolade mag, wird sich mit diesem Auftakt einer schönen Romanreihe wohlfühlen.

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Das Buch erzählt nicht nur Judiths Geschichte, sondern auch die ihrer Mutter, die in Italien ein neues Leben beginnen will und die von Victor, der vor seinem alten Leben flieht und die Geschichte mehrerer Dienstboten, die von einem besseren Leben träumen. Und auch Judiths jüngere Brüder, die ständig neuen Unfug aushecken kommen auch zu Wort. Gerade das mochte ich an diesem Buch sehr. Es erzählt nicht nur von Menschen mit Geld und Namen sondern auch von den einfachen Leuten. Von den Dienstboten. Dadurch erinnerte es mich ein bisschen an Downton Abbey. An manchen Stellen war mir das Buch jedoch etwas zu kitschig und einige Szenen fand ich auch sehr klischeehaft. Andere wiederrum trugen wenig zur Handlung bei. Das fand ich etwas schade. Man hätte das Buch meiner Meinung nach noch ein wenig komprimieren und die Szenen besser verbinden können. Mit den Charakteren dagegen wurde ich schnell warm. Gerade Victor und Robert waren sehr interessante Charaktere mit starken Motiven und interessanten Hintergrundgeschichten. Judiths Zwillingsbrüder haben mich nach einer gewissen Zeit etwas genervt, denn sie stiften wirklich immer Chaos, wo sie nur können. Judith selbst ist eine sehr starke Persönlichkeit, die genau weiß was sie will und ihre Interessen durch die gesamte Geschichte hindurch wahrt. Auch die Auflösung der Geschichte hat mir gut gefallen. Zwischendurch war ich nicht sicher, wie die Autorin das alles glaubhaft zum Guten wenden will, doch es gelang ihr ohne gestellt oder gezwungen zu wirken. PS: Legt euch vor dem Lesen unbedingt Schokolade bereit, denn dieses Buch ist nicht nur unterhaltsam sondern macht auch Appetit auf Süßes!

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Mein Buchtipp

Von: get lucky

31.01.2019

Nebenher habe ich noch diesen gut unterhaltenden Roman gelesen: Ich liebe Bücher, bei denen man flüssig vorankommt und die mich sofort in den Bann ziehen. Ja, junge Menschen müssen ihren Weg suchen, finden und manchmal auch kämpfen, um den eigenen zu gehen. Judith ist da schon ganz schön stur und hartnäckig in ihrer Art, hat mir aber sehr gefallen. Ganz entzückend fand ich auch ihre zwei kleineren Brüder (der Vater wohl eher weniger) die dauernd zu Streichen und Unfug aufgelegt waren. Ich denke die Geschichte ist gut recherchiert, ich liebe das Schwäbische und so war es für mich eine runde Sache.

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Der Roman "Die Schokoladenvilla", geschrieben von Maria Nikolai, umfasst 656 Seiten und erschien am 08.10.2018. Es ist der erste Band einer neuen Familiensaga. Meine Meinung: Also wer an diesem Glitzer - Winter-Cover vorbei geht ohne nicht zumindest einmal den Klappentext gelesen zu haben, den verstehe ich nicht ;-) Auch ich konnte an diesem Cover einfach nicht vorbei gehen. Als ich dann noch las, dass es der Auftakt einer neuen Saga ist, war ich direkt begeistert und neugierig auf die Geschichte hinter diesem tollen Einband. Im Jahr 1903 erleben wir die Geschichte der Judith Rothmann. Ihr Vater ist Schokoladenfabrikant und Judith möchte unbedingt in der Fabrik mitwirken und kann sich sogar vorstellen diese eines Tages zu übernehmen. Ihr Vater hingegen hat für Judith ganz andere Pläne: schnell hat er eine Verlobung arrangiert mit einem jungen Mann, welcher ganz und gar nicht für Judith in Betracht kommt. Zeitgleich tritt Viktor Rheinberger in das Leben der Familie Rothmann. Aufgrund einer Rettungsaktion, in der er einen der Rothmann Söhne rettet, stellt Herr Rothmann Viktor in der Fabrik ein. Viktor und Judith lernen sich kennen und schnell entwickelt sich mehr zwischen den beiden.. Ich liebe Geschichten aus dieser Zeit sehr. So gefiel es mir außerordentlich, dass die Autorin dem Leser so detaillierte Einblicke in das Leben um 1900 und in die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten bietet. Um das Schokoladeessen kommt man beim Lesen des Buches gar nicht drumherum :-) Die Charaktere sind der Autorin sehr gut gelungen, meines Erachtens ist jeder Einzelne Charakter toll ausgearbeitet. Der flüssige Schreibstil ließ mich das Buch, trotz seiner hohen Seitenanzahl, zügig lesen. Einzig und allein der Part um Judiths Mutter in Italien gefiel mir weniger. Ich hätte diese Kapitel nicht gebraucht - sie waren nett zu lesen, jedoch habe ich bis zum Schluss den Sinn zum Ganzen nicht ganz verstanden.   Ich bin sehr gespannt wie es mit Familie Rothmann weiter geht.

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Ich mag Schokolade nicht nur zum Essen, sondern auch zum Lesen - so war es keine Frage, dass ich mir "Die Schokoladenvilla" gönne. In einer Villa oberhalb von Stuttgart lebt die junge Judith zusammen mit ihrem Vater, ihren zwei kleinen Brüder und einigen Bediensteten. Ihr Vater ist streng und meistens hält er sich in seinem Büro unten in Stuttgart in der Schokoladenfabrik auf. Die beiden Lausbuben nutzen die Abwesenheit des Vaters aus und stellen so einiges an. Judith hingegen liebt es, neue Rezepte zu entwickeln und ist oft in der Fabrik und dem dazugehörigen Laden anzutreffen. Als ihr Vater eines Tages beschliesst, dass Judith heiraten muss, hat er die Rechnung ohne Judith gemacht. Ihre Mutter Helene bekommt von all dem nichts mit. Aufgrund einer Depression ist sie am Gardasee zur Kur. Sie lernt viele interessante Menschen kennen und merkt, wie unglücklich sie zuhause war und was sie stattdessen wirklich gerne machen würde. Auch Helenes Ideen passen nicht mit denen ihres Mannes überein. "Die Schokoladenvilla" erzählt von zwei Frauen, die ihren eigenen Weg gehen möchten und sich nichts mehr vorschreiben lassen wollen. Dass das viel Ärger mit sich bringt, überrascht nicht. Die spannende Geschichte um Judith und ihre Freunde nimmt einen von der ersten Seite an gefangen. In einem angenehmen Schreibstil schildert die Autorin lebendig die damalige Zeit und lässt ganz viel Historie wie nebenbei einfliessen. Nicht unbedingt geschichtliche Daten, sondern vielmehr die aktuellen Errungenschaften und Erfindungen, die teilweise erstaunen. Oder würdet ihr Ananassorbet mit dem Jahr 1903 in Verbindung bringen? So hat fast jede Figur im Roman etwas Spezielles an sich, das damals entweder typisch oder neu war. Väter, die Ehen für ihre Kinder arrangieren, um sich gesellschaftlich zu positionieren; Bedienstete, die unzufrieden waren mit Arbeitsbedingungen und damit unterschiedlich umgehen; Söhne, Töchter und Mütter, die sich nicht länger dem Diktat des Vaters oder Ehemannes unterwerfen; neue Maschinen und Apparate, neue Techniken; Gesundheitsdienste und vieles mehr. Sehr gelungen fand ich die Verbindung der beiden Schauplätze. Auf der einen Seite das geschäftige, traditionspflegende und eher trübe Stuttgart, auf der anderen Seite das sonnige, freigeistige Riva am Gardasee, wo man gesellschaftliche Konventionen den Bach runter schickt. Mir gefiel, dass nicht nur Judiths Familie, sondern auch ihre Angestellten sowie Handwerker aus der Stadt und weitere Charaktere in der Geschichte ihren Platz inne hatten. Quasi einmal quer durch die gesamte Bevölkerungsschicht, und jeder wurde von der Autorin sorgfältig mit einer glaubhaften Persönlichkeit ausgestattet. Das einzige Unglaubwürdige für mich war, dass Helene den Brief von Judith nicht sofort liest. Erst recht nicht, wenn der gleichzeitig angekommene Brief vom Ehemann Neuigkeiten über die Tochter verrät - da will man doch als Mutter wissen, wie die Tochter die Situation aus ihrer Sicht schildert. Bis auf diese Szene gefiel mir dieser historische Schmöker sehr gut und jedesmal, wenn ich nun am Bahnhof an einem Snack-Automaten vorbeikomme, denke ich an den Schokolade-Automaten in Stuttgart und wünsche, der würde stattdessen auf dem Perron stehen. Maria Nikolai hat mit der "Schokoladenvilla" einen historischen Schauplatz mit Leben gefüllt und lässt den Leser in eine facettenreiche Geschichte eintauchen. Fazit: Toller Auftakt der Trilogie - ich bin gespannt, was uns in den zwei Folgebänden erwartet. 4 Punkte.

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