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Rezensionen zu
Krötensex

Franka Frei

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Sprachlos in Amerika

Von: Reading.out.loud

01.01.2022

Genau so habe ich mich gefühlt in Franka Freis Roman "Krötensex"- sprachlos ob hin dieses Themen Potpuorris. Denn das ist wohl das Besondere und gleichzeitig der komplizierte Aspekt dieser wilden, teilweise ungezügelten Geschichte. Aber beginnen wir am Anfang. Amerika- das klang auf dem Papier besser, als es sich in echt entpuppt für Frieda, aber im Grunde ist es wie mit dem Beipackzettel: Man sollte ihn besser lesen, als es einfach nur zu überfliegen. So landet Frieda in Amerika in Deutschland statt Übersee und damit ist das Kind bereits in den Brunnen gefallen. Wie soll sie die Zeit in the middle of nowhere für sich nutzen können? Zum Glück kommt meistens alles anders, als man denkt und dann sowieso noch mal andersherum. Der Stil ist derb, die Sprache bedient sich zahlreicher Anglizismen und Slangs, Insidern und Metaphern, Vergleichen und Zitaten, was für mich im Grunde genommen zu viel des Guten war, zusammen mit den Dialekten. Oft wirkten die Dialoge oder Monologe mehr erzwungen als fließend, aber obwohl mich das oft nicht erreicht hat, kann ich den Zeitgeist nicht leugnen. Generell ist der Roman eher mit einem Augenzwinkern zu lesen, als Snack zwischendurch wie eine Milchschnitte, als den Anspruch einer ernsthaften Lektüre über das studentische Leben auf dem Dorf zu erheben. Generell empfinde ich den kompletten Roman auch eher als generelles Stilmittel durch diesen starken Spagat zwischen den Themen und der überspitzen Entwicklung. Ich fühlte mich jedoch größtenteils der Handlung entwachsen, den Unsicherheiten zu weit entfernt, als dass ich nah an den Protagonisten hätte bleiben können. Frieda ist für mich der Inbegriff von Berlin Mitte meets New York City, alternativ trifft auf Sex and the City reloaded. Die Handlung ist eher sprunghaft und schwankt zwischen lapidar, ernst und komplettem Nonsense. Eine Empfehlung für alle, die sehr besondere Romane mit jugendlichen Neuzeit Flair lieben, sich für Anglizismen und Co. Stark erwärmen können und generell humoristische Geschichten Geschichten genießen.

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Bei "Krötensex" handelt es sich um ein zeitgenössisches Coming-of-Age, in dem ich mich als junge Frau sehr stark wiedergefunden habe. Deswegen hat diese Geschichte für mich so gut funktioniert: Auch ich bin eine junge Frau, die sich mit dem Erwachsenwerden beschäftigt. Wer möchte ich sein? Wie sollen andere mich wahrnehmen? Welche Generationenkämpfe müssen wir heute kämpfen? Genau da hat Franka Frei eingesetzt. Sie hat mit ihrer Protagonistin genau dorthin getroffen, wo es momentan am meisten weh tut. Nämlich am Selbstwert, der nicht nur von außen bestimmt wird, sondern auch von innen. Der Selbstwert, der durch Vergleiche mit anderen leidet und der durch das Frausein in unserer Gesellschaft bestimmt wird. Frieda wird innerlich hin und her geworfen von den Anforderungen, die ihre Generation an sie stellt: Sei möglichst unabhängig, tue alles für deine Selbstverwirklichung und sei dabei möglichst schlank, feminin (was auch immer das heißt) und begehrenswert. Verhalte dich möglich frei, reise um die Welt und sammle Erfahrungen, achte aber dennoch auf deinen ökologischen Fußabtruck. Unter dieser Last schrumpft Frieda immer mehr zusammen - genau das Gegenteil von dem, was sie erreichen möchte. Selbst der Gang zur Psychotherapie wird hier als Schritt der Selbstverwirklichung und als Handlung nach außen behandelt, nach dem Motto "Ich kann meiner Instagram-Gemeinde ja nicht mit mental health kommen, wenn ich im echten Leben nicht für meine mentale Gesundheit sorge". Beim Lesen hat das immer wieder geschmerzt, weil ich aus dieser Mentalität selbst so viel habe. Ständig muss man überprüfen, ob man gerade etwas der Gesellschaft wegen tut, oder weil man es wirklich will. Wir leben momentan in einer Ratgeber-Gesellschaft: Optimiere dich und dein Leben, wo es nur geht. Einziges Ziel: Sei glücklich, optimiere dich, verwirkliche dich. Das sind alles Dinge, die ihre Berechtigung haben, aber auch Wege, die in einen Wahn des Nicht-genug-Seins führen können. Auch wenn Friedas Gedanken oftmals ernst und kritisch sind, ist das Buch dennoch locker zu lesen. Es macht Spaß, Frieda und ihre Clique zu begleiten. Ein paar Längen hatte es schon, aber so ist das ja auch beim Erwachsenwerden ;)

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Ha! Ich wette, auch dir ging es so wie mir. Du hast diesen Titel und das Cover gesehen und konntest einfach nicht weiterscrollen bzw. weitergehen, falls dir das Buch zum ersten Mal ganz analog in der Buchhandlung in die Quere gekommen ist. Selbst, wenn man nicht auf Anhieb denkt Wow, das muss ich lesen! Will man doch zumindest wissen, worum es in diesem Buch mit dem sonderbaren Cover und verrückten Titel geht. Oder? ODER? Worum geht’s? Es geht um Frieda, Studentin, Anfang 20, die es versäumt hat beim Einschreiben an ihrer privaten Hochschule das Kleingedruckte zu lesen. Diese wirbt nämlich ganz großspurig mit Studieren in Berlin und Amerika, gemeint sind aber nicht die USA sondern ein kleines Kaff in Ostdeutschland, das aus nicht viel mehr als ein paar Häusern, der Privathochschule und einem Studiklub besteht. Dorthin verschlägt es nun also Frieda und zwei ihrer Freunde. Ein kleiner Kulturschock für die Berliner Großstadtkids und speziell für Frieda, deren Ziel es eigentlich ist, möglichst wie ihre Zwillingsschwester Freia zu sein: cool, interessant, mühelos attraktiv, immer in der Weltgeschichte unterwegs und dabei die Welt verbessernd durch hippen Aktivismus. Von sich selbst hat Frieda leider ein ganz anderes Bild, sie hält sich immer für zu viel: zu laut, zu groß, zu viel Make-Up und trotz teurem Privathochschulstudium malt sie sich nichtmal beruflich gute Chancen aus, wenn sie nicht bald einen halbwegs interessanten Praktikumsplatz findet. Meine Meinung Ich denke, mit Frieda können sich sehr viele junge Frauen identifizieren. Nach dem Abi ist sie erstmal ein wenig gereist, dann hat die angefangen, irgendwas mit Business zu studieren, weiß aber eigentlich gar nicht so genau was sie will, wohnt in Berlin in einer ranzigen aber hippen WG, ist unsicher, hat ein geringes Selbstwertgefühl und ihr Leben bisher im Schatten ihrer Zwillingsschwester verbracht. Sie denkt, wenn sie nur ein bisschen mehr wie Freia sein könnte, wäre alles besser. Freia ist durch ihren Aktivismus und ihre Social-Media-Kanäle eine kleine Berühmtheit. Sie pendelt durch die Weltgeschichte und die Männer liegen ihr zu Füßen. Natürlich ist sie viel zu freiheitsliebend, um sich je wirklich auf einen von ihnen einzulassen. Von sich selbst hält Frieda hingegen so wenig, dass sie das Gefühl hat für jeden, der sich nur halbwegs für sie interessiert, dankbar sein zu müssen und da sie sowieso nicht weiß, was genau sie mit ihrem Leben anfangen will, lässt sie sich auch bei vielen anderen Dingen eher von außen beeinflussen. Und so lässt sie sich irgendwie treiben, allerdings nicht im positiven Sinne. Eigentlich ist sie ziemlich unglücklich dabei. Eher dümpelt sie so vor sich hin. Gerät in Bettgeschichten und Beziehungen, die ihr eigentlich nicht gut tun, landet auf Partys, auf denen sie nicht sein will, lässt sich von Freia zum Social-Media-Sternchen machen und nimmt Jobs an, die sie nicht machen möchte. Nun ist sie selbst nicht mehr die Einzige, die ständig an sich selbst herumkritisiert. In dieser Welt aus Likes und Kooperationen, bemerkt sie immer mehr die Heuchlerei, die hinter angeblichem Aktivismus für Klimaschutz, Feminismus, Body-Positivity etc. steckt. Leider hat sie aber weder den Mut und vor allem immer weniger die Energie, sich wirklich dagegen zu wehren. Dieser Roman hat so eine starke Message und ist dabei trotzdem so lustig und leicht zu lesen. Ich habe ihn verschlungen und möchte ihn wärmstens empfehlen. Während der erste Teil in Amerika eine lustige, feierwütige, wenn auch etwas planlose Episode in Friedas Leben zeigt, die ein bisschen an amerikanische College-Filme erinnert, zeigen sich auch hier schon immer wieder Friedas Unsicherheiten und ihr fehlendes Selbstwertgefühl. Zurück in Berlin, in ihrem wahren Leben sozusagen, werden diese Probleme plötzlich drängender und obwohl der Stil weiterhin locker und amüsant bleibt, bekommt die Story nun eine ganz andere Ernsthaftigkeit. Auch wenn mein Studentenleben ganz anders aussah als Friedas, kann ich ihre Gefühle und Probleme doch zu gut verstehen. Man ist in einer Phase, in der man sich selbst noch nicht so wirklich kennt, lässt sich bei dieser Selbstfindung allzu oft von anderen beeinflussen und macht Dinge, die einem einfach so zufallen, da man ja auch gar nicht wirklich weiß, was man eigentlich wirklich will oder keinen Mut hat, dafür einzustehen. Dieser Roman ist perfekt für junge Frauen, die sich unsicher fühlen, sich ständig mit anderen vergleichen und immer das Gefühl haben nicht genug zu sein. Für alle, die sich von Models in Kleidergröße S, die Body-Positivity propagieren und Klimaaktivist*innen, die mal eben für eine Demo in einen Kurzstreckenflieger steigen und Blogger*innen, die einem weißmachen wollen, wie wichtig Selfcare ist, während sie selbst den ganzen Tag Storys über ihr perfektes total beschäftigtes Leben posten, hinters Licht geführt fühlen. Ihr wollt etwas über Body-Positivity und Selbstfürsorge lesen? Ich wette aus diesem Roman könnte ihr mehr lernen, als von den meisten Selbsthilferatgebern und er ist dazu auch noch absolut unterhaltsam! Große Leseempfehlung!

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An 'Krötensex' habe ich über zwei Wochen gelesen. In der ersten Hälfte kam ich kaum voran und musste mich quasi aufraffen weiterzulesen. Die zweite Hälfte des Buchs habe ich dann gestern fast in einem Stück gelesen und wirklich sehr gemocht. Der Schreibstil von Franka Frei ist in meinen Augen nicht immer einfach zu lesen und ich glaube man braucht auch etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen. Abgesehen von den eingebauten Dialekten, Jugendsprache oder ganzen Gesprächen auf englisch, fand ich vor allem am Anfang auch Dinge wie Doppelmoral, Sarkasmus oder auch fast satirische Darstellungen sehr gewöhnungsbedürftig. Ich glaube gerade in der ersten Hälfte der Geschichte, fehlte mir persönlich auch die Lebens- oder Realistätsnähe und Authentizität, um richtig ins Buch eintauchen zu können. In Amerika wurde ich mit Frieda und ihrer Art noch nicht ganz so warm und zurück in Berlin ereilte mich als (im Vergleich dazu "braves") Dorfkind quasi ein Kulturschock. Trotzdem gab es auch hier schon einige Denkanstöße und viele humorvolle Szenen. Der Umschwung kam bei mir in etwa mit dem Start des Praktikums. Mir persönlich erschienen die Probleme von Frieda ab da greifbarer und ich fand ich mich oft in der Situation, wo ich mir dachte "Ja, genau! Ich weis was du meinst". Generell konnte ich Frieda in vielen Punkten absolut nachvollziehen und würde dabei auch sagen, dass die Mehrheit unserer Generation auch schon die selben Gedanken hatte. Manches konnte ich nicht verstehen, aber solche Aspekte waren eher in der Minderheit. Frieda durchläuft in der Zeit, in der man sie begleitet eine enorme Entwicklung, die ich gerne verfolgt habe und die am Ende des Buchs logischerweise noch nicht abgeschlossen ist. Meine Charakter-Lieblinge waren Miro und Culita, bei denen ich mich bei jedem Wiedersehen gefreut habe. Man könnte garnicht alle Themen, die Franka Frei versucht in ihrem Roman anzusprechen, auflisten, solch eine Vielfalt ist geboten. Und ich finde das auch nicht verkehrt, denn alle Themen sind aktuell und im realen Alltag kann man sich auch nicht nur auf eine Auswahl davon beschränken. Sowohl Rassismus als auch Nachhaltigkeit, psychiche Krankheiten oder Body Shaming uvm. sind allgegenwärtig! Franka Frei spielt dabei nicht mit Klischees oder gesellschaftlichen Problemen, sondern stellt eben diese direkt ins Scheinwerferlicht. Neben dem Unterhaltungsaspekt ist das Buch also auch (für mich vor allem im Bereich hormonelle Verhütung) sehr informativ! Das Ende hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn einiges nicht richtig abgeschlossen wurde. Für mich passte es perfekt, war rund und harmonisch. Ich hab mich mit Frieda gefreut und konnte das Buch mit einem zufriedenen Lächeln schließen. Ich glaube aber auch, dass mich viele Gedanken aus 'Krötensex' noch für einige Zeit beschäftigen werden. Fazit: Trotz für mich schwierigem Einstieg, wobei die Geschehnisse oder die Ausdrucksweise mir persönlich zu realitätsfremd waren, ist 'Krötensex' ein humorvoller Coming-of-age Roman über eine 20-Jährige, die sich mit unzähligen aktuellen Theman auseinandersetzen muss. 4/5 ⭐

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Krötensex – wenn man den Titel liest, geht gleich ein Kopfkino los und was für eines! Genau das hat wohl Franka Frei im Sinn gehabt bei dem Titel kombiniert mit dem abstrakten Bild auf dem Cover. Wer kennt sie nicht, die Perioden-Expertin durch Zufall: Franka Frei, die nun einen Roman veröffentlicht hat. Sie bleibt ihren Themen treu und spielt eine kreative Coming-of-Age Geschichte durch die offener ist als Bekanntes und sehr im Hier und Jetzt verortet ist. Frisch, aber unfrei. So könnte man auch die Protagonistin vorstellen: Frieda. Eine junge Frau, Single, studiert in Berlin „Business“ an einer teuren Privatuni. Sie ist im Bachelorstudium und steht kurz vor einem Auslandsstudium in Amerika. Tja, hätte sie mal das Kleingedruckte gelesen. Denn die Reise ist nicht weit, denn es geht nach Sachsen, dort gibt es ein kleines Kaff das eben auch Amerika heißt. Dumm gelaufen. Es ist kein Satire-Roman oder ein witziges Feel-good-Buch. Dieser Roman über Frieda ist eine Reflektion der Generation Y, den sogenannten Millennials. Wir als Leser begleiten sie in ihrem Veränderungsprozess, ihrem anfänglichen Erwachsen werden. Es geht viel um Ideale und Erwartungshaltungen an sich selbst und denen der eigenen Umwelt, sei es die Familie oder die Freunde. Frieda vergleicht sich viel und oft mit ihrer Zwillingsschwester Freia. Frieda sieht sie als die coolere, die Feministin, „grün“ und unabhängig. Frieda ist zerrissen zwischen den sich widersprechenden Idealen und Anforderungen an sie und arbeitet sich durch den Sumpf um sich selbst zu finden, sich selbst zu definieren. Dabei ist es vielleicht nicht schlecht statt in einer Metropole in den USA in einem kleingeistigen Dorf in der Provinz gelandet zu sein. Das hört sich jetzt allerdings tiefgreifender an als es dann ist. Denn der Roman ist trotzdem oder gerade wegen dieser Auseinandersetzung gut zum Weglesen und macht viel Spaß! Aufgelockert durch einige Dialekte, die aus meiner Sicht gut getroffen sind und die mit voller Absicht sehr stereotypischen Darstellungen unterstützen. Ein unterhaltsamer Roman mit viel Metaebene, der an Fahrt aufnimmt und zum Schluss ein wenig ins Rasen kommt, aber es sind ja schon knapp 450 Seiten, mehr hätte es auch nicht werden dürfen, daher auch ok, dass im letzten Drittel das Tempo anzieht. Und warum heißt dieses Buch jetzt Krötensex? Eine Kindererinnerung der Protagonistin spielt hier eine Rolle. Lese, dann findest du es heraus!

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Eine junge Frau auf der Suche nach sich und ihrem „Lifegoal“. Franka Frei bringt mir Krötensex ihren ersten Roman heraus! Bekannt ist vielen die Autorin Franka Frei durch ihr Buch „Periode ist politisch“. Frei setzt sich in ihrem Manifest gegen das Menstruationstabu mit vielen wichtigen Themen auseinander. Umso gespannter war ich, wie Freis erster Roman „Krötensex“ ist. Die Geschichte Protagonistin Frieda ist mitten im Studium. Anstatt in einer hippen Stadt zu studieren, hat es sie für ein Semester nach Amerika verschlagen – in die ostdeutsche Provinz. Während das Studium eher im Hintergrund steht, lernt Frieda verschiedene Männer kennen. Und genau das braucht Frieda zur Zeit: Wo ich mir sonst beim Tanzen vorkam wie ein unbeholfener Bär im Tütü auf einem Jahrmarkt, gaben mir die drei das Gefühl, begehrenswert zu sein. Ich fühlte mich wie eines dieser Mädchen in Filmen. Lustig, sexy, klug und kurzweilig.(S. 89) Nachdem Frieda ihr halbes Jahr in Amerika absolviert hat, geht es für sie zurück in ihre Berliner WG, um ein Praktikum bei einem Fernsehsender zu absolvieren. Gleichzeitig startet sie mit ihrer Zwillingsschwester Freia, die bereits eine kleine Instagram-Berühmtheit ist, eine eigene Instagram-Reihe. Allerdings empfindet sich Frieda im Gegensatz zu ihrer Schwester ständig als zu viel. Ich war die „dicke Schwester.“ Unsympathisch, aufdringlich, zu viel in jeder Pore. (S. 294) Die Frage ist nur, schafft Frieda es, diese Komplexe irgendwann abzulegen und sich selbst als genug zu empfinden? Meine Meinung: Ich brauchte etwas, um in den Roman reinzukommen. Der erste Abschnitt des Buches, indem Frieda in Amerika ist, hat sich für mich etwas gezogen, auch wenn er, im Hinblick auf Friedas weitere Entwicklung, nicht unwichtig ist. Der Leser lernt eine Frieda kennen, die im Großen und Ganzen mit sich im Einklang ist. Amerika war wirklich nicht das, was man sich als Anfang Zwanzigjährige unter der großen Freiheit vorstellte. Aber es war trotzdem irgendwie … nett. Sehr nett! Niemand machte Stress, man kannte sich, bekam an jeder Ecke Tassen geliehen, und zum Studiklub waren es gerade mal fünf Minuten zu Fuß. (…) Mir fehlte Berlin nicht. Ich fühlte mich wohl mit meiner Umgebung. Und vor allem wohl mit mir selbst. (S. 151) Gerade diese Einsicht benötigt es, um den Zweiten, für mich inhaltlich stärkeren Teil, einordnen zu können. Zurück in Berlin gerät Frieda in eine Spirale aus Internetscheinwelt und Dating Dschungel. Sie versucht ihrer Zwillingsschwester Freia nachzueifern und verliert sich dabei immer mehr. Selbst ihren Praktikumsplatz hat sie nur bekommen, weil die Chefin dachte, nicht sie, sondern ihre Zwillingsschwester wäre die Praktikantin. Ich war die Schwester, die zwar immer zu viel war, aber trotzdem niemals reichte. (S. 308) Friedas Leben gerät immer mehr außer Fugen. Sie stellt sich und ihre Entscheidungen auf der einen Seite infrage, treibt sich auf der anderen Seite aber zu Höchstleistungen an. Immer schneller, besser und weiter, sodass der Leser sich nur noch fragt, wann sie zusammenbricht und nicht mehr kann. Mittlerweile war ich ziemlich routiniert darin, die Zeichen meines Körpers dauerhaft zu ignorieren. Hunger, Durst, Angst, Unsicherheit. Der Ausschlag auf meinem Rücken, die schlechte Haut im Gesicht, Durchfall und extrem unregelmäßigen Zyklen. Es war, als würde mein Organismus mit aller Kraft versuchen, mir etwas mitzuteilen. (S. 354) In einer Welt, in der Mittzwanziger im bestenfalls nicht nur ihr Studium mit Bestnoten abgeschlossen haben sollen, sondern auch schon zig Praktikumserfahrungen vorweisen müssen und gleichzeitig auf Instagram ihr tolles Leben präsentieren, trifft genau dieser Teil des Romans den Nerv der Zeit. Gerne hätte ich hier eine tiefere Auseinandersetzung mit diesen Themen gelesen, inklusive Weg aus diesem Teufelskreis. Fazit Ich hatte große Erwartungen an den Roman Krötensex von Franka Frei. Vielleicht, weil ich ihre Auseinandersetzung mit vermeintlichen Tabuthemen gut finde, vielleicht aber auch, weil der Klappentext viele aktuelle Themen verspricht. Am Ende waren mir einige Kapitel zu lang gezogen und dafür kamen einige relevante Themen zu kurz.

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Schon der Titel dieses Buches verspricht Witz und eines kann vorweg nehmen: Den bekommt man. Gerade, weil ich mich mit humoristischen Büchern jedoch grundsätzlich eher schwer tue, war ich anfangs eher skeptisch, fand dann zu meiner Überraschung aber doch schnell in die Geschichte rein. In „Krötensex“ begleiten wir die Protagonistin Frieda durch eine Phase ihres Lebens. Eine Phase, die sehr aufregend, gleichzeitig auch unheimlich ermüdend ist - in jedem Fall aber sehr prägend. Die Autorin trifft den Nerv unserer Zeit, den Nerv einer Generation. So scheint Frieda wohl allem ausgesetzt zu sein, das eine prototypische junge Frau der Gen Y nur beschäftigen könnte - auf kleiner wie auf großer Ebene: Wer bin ich? Wer möchte ich sein? Mit wem möchte ich sein? Was möchte ich machen? … Ein konstanter Konkurrenzkampf zwischen Selbstfindung und gesellschaftlichem Leistungsdruck, den wohl viele von uns nur zu gut kennen. Eine Außenwelt, die sämtliche Erwartungen auf uns projiziert, uns den Spiegel vorhält, der im schlimmsten Fall jedoch alle Unsicherheiten sichtbar macht. Als Coming-of-Age-Roman vereint „Krötensex“ Grundsatzfragen mit aktuellen gesellschaftlichen Diskursen und Konflikten. Trotz seiner Länge empfand ich das Buch als kurzweilig, was nicht zuletzt der einfachen, humoristischen, hier und da auch derben Umgangssprache geschuldet ist. Dennoch ist mir die Geschichte von Frieda zu stark geprägt von Klischees, Offensichtlichkeiten und einer Bubble, mit der ich mich nur zu Teilen identifizieren kann - auch wenn ich mich selbst als Millenial ansehe. Insgesamt fehlten für mich Tiefgang und wahre Überraschungen, die Botschaften waren mir zu gewollt, sodass „Krötensex“ mich letztlich nicht komplett abholen konnte. Eine nette Unterhaltung, für mich aber auch nicht mehr.

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Worum geht´s? Frieda zieht nach Amerika um ihr Studium zu beenden. Amerika, Traum eines jeden jungen Menschen, um sich selbst zu finden und zu verwirklichen. Der Traum zerplatzt jedoch, als sie das Kleingedruckte liest und sich in der sächsischen Provinz wieder findet. Statt American Lifestyle gibt es Ein-Euro-Bier, sächsischen Dialekt und Nazis. Frieda ist sich selbst zu viel, aber irgendwie niemals genug, sieht sie sich selbst doch immer im Schatten ihrer Zwillingsschwester Freia… “Plötzlich schnetzelte es uns volle Kanne auf den Asphalt.” (Es ist und bleibt einfach mein liebster Satz des Romans!) Meine Meinung: Frisch, frech und ausgesprochen lustig ist der Einstieg in diesen Coming-of-Age-Roman, der mich an Superbusen von Paula Irmschler erinnert. Frieda ist anfang 20 und auf der Suche nach sich selbst, der Liebe, Unabhängigkeit und das bitte alles nachhaltig und politisch korrekt. Leichtfüßig begleitet man Frieda und ich musste doch oft schmunzeln, aufgrund der Zeichnung, welche die Autorin von der sächsischen Provinz hier ablegt. Nicht alles sollte man zu ernst nehmen und sich definitiv nicht angegriffen fühlen. Frei bedient sich typischer Vorurteile und Dialekte, spricht aber dennoch für eine Generation an jungen Menschen, die sich mit den gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen und versuchen, ihren eigenen Weg zu finden. Neben Feminismus, Rassismus, Klimakatastrophe und nachhaltigen Leben, legt Frei einen großen Augenmerk auf das Thema Bodyshaming. Frieda ist eine typische junge Frau, die sich aufgrund ihrer Sozialisierung immer mit sich und ihrem Körper unwohl fühlt. Ihre eigene Präsentation in den sozialen Netzwerken scheint hier ambivalent, ist aber ein großer Schrei nach Anerkennung und Respekt. Frieda, niemals genug, aber dennoch immer zu viel. Ein Ausspruch, der so treffend ist und wohl nicht nur auf Frieda zu trifft. Grundsätzlich hätte ich mir hier noch ein klareres Ende gewünscht, um das Thema abzurunden. Ich mochte die Geschichte um Frieda und ihre Freunde und Bekanntschaften sehr. Die Autorin schaffte es, trotz weniger Seiten eine ganze Palette an Figuren zu erschaffen, die keineswegs blass blieben. Gewürzt mit dem locker leichten Schreibstil ist dieses Buch empfehlenswert, um sich treiben zu lassen und dennoch über ernste Themen nachzudenken! Fazit: Frech, locker und dennoch mit ernstem Hintergrund! Klare Leseempfehlung!

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