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Rezensionen zu
Achtzehn Hiebe

Assaf Gavron

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Eitan Einoch war schon die Hauptfigur in „Ein schönes Attentat“, dem 2008 veröffentlichten Debütroman des inzwischen als Bestseller-Autor gerühmten israelischen Schriftstellers Assaf Gavron (50). Zehn Jahre später spielt Eitan Einoch wieder die Hauptrolle in Gavrons neuem Roman „Achtzehn Hiebe“, im Februar beim Luchterhand-Verlag erschienen. Auch wenn auf die Ereignisse des Debütromans stellenweise Bezug genommen wird, ist der neue Roman keine Fortsetzung. Es ist ein im heutigen Tel Aviv spielender, unterhaltsamer Krimi, dessen Vorgeschichte sich 1946 vor der Staatsgründung Israels zugetragen hat, als die Briten noch das Mandat über Palästina hatten. Inzwischen ist Eitan Einoch selbständiger Taxifahrer, der seine Fahrgäste mit Anekdoten zur Geschichte Israels unterhält. Er ist geschieden, Vater einer kleinen Tochter, um die er sich liebevoll an zwei Wochentagen kümmert. Eines Tages erhält er den Auftrag, eine liebenswerte 85-jährige Dame, die sich ihm als Lotta Perl vorstellt, täglich zum Friedhof zu fahren, wo ihr kürzlich verstorbener Jugendfreund begraben liegt. Eitan erfährt ihre Lebens- und Liebesgeschichte: Als 17-Jährige hatte sich das jüdische Mädchen verbotenerweise in einen britischen Soldaten verliebt, ebenso ihre Freundin. Nach 66 Jahren hatte sich das Quartett nun wiedergetroffen. Lotta ist überzeugt, ihr Jugendfreund sei ermordet worden. Als Eitan Einoch beginnt, gemeinsam mit seinem Freund Bar diesem Verdacht nachzugehen, finden sie Lotta Perl tot im Bett. War es Mord? Im Laufe der locker und durchaus humorig erzählten Kriminalhandlung erfahren wir in mehreren Rückblicken Atmosphärisches und Wissenswertes aus der Zeit des Mandats: Die Briten waren bei den Juden verhasst und wurden von zionistischen Untergrundorganisationen bekämpft. Neben der Todesstrafe gab es bei den Briten auch die Prügelstrafe, die dem Roman seinen Titel gibt. Die Untergrundkämpfer revanchieren sich auf dieselbe Art, nehmen britische Soldaten gefangen und rächen sich an ihnen mit der Lederpeitsche. Eines Abends trifft es auch Lottas Freunde. Bedauerlicherweise verzettelt sich Assaf Gavron in seinem Roman, der eigentlich interessante Ansätze hat. Doch wird in den Rückblicken ins Jahr 1946 das Alltagsleben der Juden unter britischer Verwaltung recht oberflächlich behandelt, auch kommen die mit ihnen verfeindeten Palästinenser überhaupt nicht vor. Es stimmt sicher, was Lotta Perl sagt, dass sich die Liebenden nicht um Politik gekümmert haben. Dennoch hätte der israelische Autor in seinem Roman auf die Historie seines Heimatstaates intensiver eingehen müssen. Auch die Handlung in heutiger Zeit wird bei Gavron nicht wirklich zum richtigen Krimi, sondern plätschert seitenweise fröhlich und in manchen Absätzen sogar trivial vor sich hin. „Achtzehn Hiebe“, vom Thema her ein passender Roman zum 70.Jahrestag der Staatsgründung Israels, verspielt diese Chance. Es hätte ein spannender Krimi vor historischem Hintergrund werden können. So bleibt es ein austauschbarer Unterhaltungsroman, eine bunte Mischung aus Liebe, Enttäuschung und Verrat, Schuld und Verbrechen. Die anfängliche Spannung und Erwartung, aufgelockert durch eine Prise Humor, verflacht mit zunehmender Seitenzahl. Und: Wozu braucht es eigentlich die in Einzelheiten geschilderten Bettszenen? Sie tragen nichts zur Sache bei, sondern mindern noch das Niveau dieses Romans. Schade! Ich hatte vom neuen Buch des mehrfach ausgezeichneten Bestseller-Autor mehr erwartet.

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