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Rezensionen zu
Der Riss

Pyun Hye-young

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Zuletzt, habe ich mich für das Buch 'Der Riss' des BTB Verlags entschieden. Eine gute Wahl, wie ich finde. Lesenswert in jedem Fall, da es spannend geschrieben ist und man schnell in die Geschichte findet. Der Klappentext gibt nicht wirklich wieder was im Buch passieren wird, das ist aber auch ganz gut so, da es so wirklich fesselt. Am Ende tippt einem ein Stück weit die Moral auf die Schulter und der Leser kann sich überlegen, auf wessen Seite er steht. Ogi wacht nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus auf. Schnell stellt sich der Umfang seiner erheblichen Verletzungen heraus. Bei dem Unfall verliert er seine Frau. Im Laufe des Buches stellt sich heraus, wie es um die Beziehung des Paares stand. Dies findet auch die Schwiegermutter heraus, die Ogi von nun an pflegt, da er ansonsten keine Familie mehr hat. Ein bisschen hat mich das Buch an Misery erinnert, auch, wenn es weit entfernt davon liegt. Ich gebe sehr gerne 4 von 5 Sternen :) Keine 5, weil ich mir noch mehr Klarheit am Ende gewünscht hätte.

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Seelenstriptease mit Gänsehautfaktor

Von: Bookerista

28.03.2020

Kann das Leben einen so tiefen Riss bekommen, dass man durch ihn hinabstürzt und darin verschwindet? 🌳 Ja! Das zeigt dieses Buch der südkoreanischen Autorin Hye-Young Pyun auf sehr eindringliche Art und Weise. Es ist eine Reise tief ins Innere eines Menschen, in seine Gedanken, in seine verborgenen Abgründe. 🌳 Ogi hat Schuld an dem Unfall, durch den seine Frau getötet wurde. Im Haus seiner Schwiegermutter vegetiert er mit schwer verletzt vor sich hin. Seine Welt schrumpft zu dem Bett, in dem er liegt. Im Inneren halten beunruhigende Gedanken an seine Frau ihn gefangen. Draußen verwandelt sich ihr üppiger Garten in einen welken Ort, entstellt von dunklen Löchern, die die Schwiegermutter wie besessen gräbt. 🌳 Ogi ist gefangen. Nicht nur in seinem Körper, sondern auch in sich selbst. Er ist in seiner Schuld und Einsamkeit gefangen. Unfähig sich zu bewegen, sich mitzuteilen. Eindringlich und sprachgewaltig schildert die Autorin diese Geschichte eines zerrissenen, entwurzelten Menschen. Ihr Schreibstil fesselt den Leser gekonnt an dies Zeilen wie die Unfallfolgen Ogi ans Bett. Als Leser ist man Ogis Schicksal und seinem Seelenleben so sehr ausgeliefert wie er selbst seinen Gedanken und seiner Schwiegermutter. Mich hat die Geschichte nicht mehr losgelassen - ein wahrhaft ergreifendes, dunkles Buch. Seelenstriptease mit Gänsehautfaktor. 5 ⭐️

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Ogi ist ein absolut durchschnittlicher Mann Mitte 40. Nach dem Studium der Geografie hat er eine Fixanstellung an der Universität erhalten. Seine Frau wollte eigentlich Journalistin werden, kümmert sich nun aber immer mehr um Haus und Garten. Bei einer Fahrt in den Urlaub, von dem nur Ogis Frau das Ziel kennt, verursacht er einen Unfall, den Ogis Frau nicht überlebt. Er selbst erlitt schwere Verletzungen, wird zum Pflegefall. Ogis Schwiegermutter übernimmt die Betreuung, doch dies nicht ohne Hintergedanken. „Wie kann sich ein Leben von einer Sekunde auf die nächste so dramatisch verändern? Wie fällt es auseinander, bekommt einen Riss, wie schrumpft es einfach zusammen, bis es sich im Nichts auflöst?“ Ogis Leben erleidet einen solchen Riss. Vor dem Unfall war sein Leben nicht spektakulär. Nun als er unfähig ist, sich zu bewegen und zu artikulieren, beginnt er Resümee zu ziehen, über sein Leben, seine Ehe. Dabei ist er seiner Umwelt ausgeliefert. Die Schwiegermutter, die zunächst von der Trauer um ihre Tochter gezeichnet wird, verhält sich immer seltsamer. Die alte Frau wird übergriffig, beschämt den Patienten vor seinen seltenen Besuchern, schottet Ogi immer mehr von der Außenwelt ab. Die meiste Zeit verbringt die Schwiegermutter damit, den nach dem Tod von Ogis Frau verwilderten Garten wieder in Stand zu setzen. Die südkoreanische Autorin Pyun Hye-young beschreibt in ihrem Roman „Der Riss“ nicht nur ein aufreibendes Spiel von Macht und Ohnmacht, erzählt nicht nur vom Angriff auf die Selbstbestimmung und Würde eines Kranken, sondern da gibt es noch etwas mehr, etwas Böses und Obsessives in dieser Geschichte. Und wie so oft bei asiatischer Literatur, wirkt die Sprache und Haltung gefühlsarm und lapidar. Wie mit einer Teflonschicht bedeckt, an der alles abfließt, wirkt der Stil. Doch wenn man nur ein bisschen an dieser schützenden Oberfläche kratzt, kommt etwas ziemlich Ungesundes zum Vorschein, das ein ganz subtil ungutes, beklemmendes Gefühl hervorruft. Unter dem Riss, der sich in Ogis Leben auftut, birgt ganz viel menschlich Abgründiges, das noch eine Weile nach dem Lesen vor sich hin brodelt.

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INHALT: Ogi, 47 Jahre alt, liegt nach einem Autounfall bewegungsunfähig im Bett des Klinikums. Gefangen im eigenen Körper, kann er auch nicht mehr sprechen. Lediglich das Blinzeln ermöglicht ihm einen Hauch von Kommunikation. Seine Frau hat nicht überlebt. Ogi erinnert sich an früher. Doch was ist genau passiert? “Wie kann sich ein Leben von einer Sekunde auf die nächste so dramatisch verändern? Wie fällt es auseinander, bekommt einen Riss, wie schrumpft es einfach zusammen, bis es sich im Nichts auflöst?“ (S.29) Ab sofort ist Ogi vollkommen auf Ärzte, Therapeuten und auf seine Schwiegermutter angewiesen. Und plötzlich tun sich nicht nur im hauseigenen Garten die Abgründe auf... MEINUNG: Dies ist ein recht düsteres Buch, welches die koreanische Autorin Hye-Young Pyun hier zustande gebracht hat - doch wie der Zufall es so will, mag ich düstere Geschichten zwischendurch ganz gerne! Ogi ist nach dem Unfall absolut hilflos und ständig auf andere angewiesen. Seine Bedürfnisse werden nicht immer erfüllt, er wird missverstanden und manchmal wird mit ihm umgegangen, als bekäme er nichts mehr mit, oder als wäre er ein Kind. Diesen dabei aufkommenden Ärger, diese unglaubliche Wut, die da in ihm brodelt, die kommt beim Lesen unglaublich gut zum Ausdruck. Wie oft habe ich gedacht: „Schau doch genauer hin, er versucht dir etwas zu sagen!" Oder: „Er ist immer noch ein Mensch, der einen würde- und respektvollen Umgang verdient!" Dabei habe ich mit Ogi mitgelitten und mitgefiebert, ich war so nah an seiner Geschichte dran, welche mich ziemlich packen und emotional bewegen konnte. Jedoch gibt es da noch die Einblicke in Ogis Vergangenheit, die sich für mich ziemlich gezogen haben. Der Teil war mir leider zu distanziert erzählt und hat mich etwas gelangweilt. Hier waren mir die Figuren sehr unsympathisch und blieben mir zu fern. Trotzdem habe ich immer wieder zurück in die Geschichte gefunden, meistens dann, wenn der Gegenwartsstrang erneut einsetzte. Dieser übernahm im letzten Buchdrittel die Vorderhand und hat mir richtig gut gefallen! Sowohl die menschlichen Abgründe als auch die Entwicklung der Handlung, haben durchaus einen Touch vom Stil einer Amélie Nothomb. Es ist ein ziemlich kraftvolles Werk, welches zum Nachdenken anregt und noch eine ganze Weile in Erinnerung bleiben kann... FAZIT: Trotz dem schwächeren Vergangenheits-Strang, gibt es von mir eine Leseempfehlung. Die Schilderung der Gegenwart konnte mich sehr begeistern und ich habe Ogis bewegende Geschichte hier gespannt verfolgt. Ein kraftvolles Buch, das zum Nachdenken anregt! 4/5 Sterne!

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Worum es geht: Ogi wacht im Krankenhaus auf, unfähig sich zu bewegen. Erst nach und nach wird ihm klar was passiert ist. Ein Autounfall und dadurch seine Frau verstorben. Während er anfangs nur Blinzeln kann, schafft er es mit der Hilfte seiner Schwiegermutter, immer mehr aus seiner Starre zu lösen. Während er noch versucht, sein altes Leben aufzugeben und sich mit seinem Neuen anzufreunden lernt er seine Schwiegermutter besser kennen. Doch je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr kommt er ins Grübeln. Meine Meinung: Seit einer kurzen Weile bin ich fasziniert von koreanischer Literatur, und ich bilde mir ein, dass der Markt sich auch in die Richtung dreht. Oder ich bemerke einfach nur mehr Titel, weil ich danach Ausschau halte. Der Riss von Hye-Young war wohl ein Bestseller in Korea und ich sehr neugierig darauf. Zugegebenermassen konnte ich mir Anhand des deutschen Klappentextes kaum ein Bild machen. Ich bin froh, dass ich die Möglichkeit hatte das Buch zu lesen. Lasst euch nicht von dem lieblichen Cover ablenken, dieses Buch hat es in sich! "Düster" ,"Paranoid" ,"Psychothriller" ,"Horror", alles Beschreibungen die ich zum Buch gefunden haben. Wie im Fieberwahn habe ich fast das ganze Buch in einer Sitzung inhaliert. Unfähig zu irgendetwas, ausser Blinzeln, liegt der Geist ausgeliefert dar. Was tun wenn man so total abhängig ist? So abgeschottet von der Welt und in immerwährender Hoffnung, nicht vergessen zu werden. Ogi denkt viel zurück an seine Zeit mit seiner Frau, gibt dem Leser Puzzlestücke zum zusammensetzen. Je mehr man erfährt, desto düsterer scheint das Buch zu werden. Auf einmal fängt man an alles zu hinterfragen. Ging es urpsrünglich um einen Mann, der versucht seinem Schicksal zu entkommen, dreht es sich immer mehr zu düsterem Horror. Fast schon wie bei einem guten Thriller war ich die letzten Seiten gebannt. Ein Horror dargestellt, so subtil und nachvollziehbar, das es psychologisch sehr schlimm für mich war, bis zum Ende zu lesen. Definitiv eine Achterbahnfahrt der Emotionen. Neben dem Gefühl der Gefangenschaft, vor allem in sich selbst, wird auch die Trauer der Mutter um ihre Tochter sehr ausführlich beschrieben. Wie sich herausstellt braucht man nicht viel um Horror zu erschaffen. Der Mensch ist abartig, und Der Riss ist eine weitere Darstellung. Eines der Bücher die ich definitiv noch mehrere Male lesen werde. Der englische Titel des Buches ist "The Hole", welches sowohl auf ein richtiges Loch im Buch referiert, aber interessanterweise auch auf das koreanische Prefix schliesst “hole,” 홀 (hol) welche für Einsamkeit steht und öfters ( immer?) im Kontext mit "Verwitwert" verwendet wird. (habe ich irgendwo gelesen, ich garantier nicht, dass es 100% richtig ist). Starke Bilder die lange im Kopf bleiben. Ich hoffe auf weitere Titel der Autorin.

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Der Universitätsprofessor Ogi verliert bei einem Verkehrsunfall nicht nur sein Frau, sondern auch seine Freiheit. Gelähmt und ohne Möglichkeit zu sprechen ist er seinem Vormund hilflos ausgeliefert. Es ging alles so schnell. Plötzlich tauchte der Laster wie aus dem nichts auf und dann erinnert sich Ogi nur noch an das Gefühl zu fallen. Schwerelosigkeit, bis sein Wagen auf dem Boden aufschlägt und zerschält. Tage später wacht er aus dem Koma auf um zu erfahren, dass seine Frau den Unfall nicht überlebt hat, er eventuell nie wieder laufen, seine Arme nicht benutzen und seinen Kiefer nicht benutzen kann. Aber, versichern ihm seine Ärzte, mit regelmäßigem Training und nach wenigen Operationen, sollte Ogi wieder ganz der Alte sein. Für die Zwischenzeit ist seine Schwiegermutter, seine einzige lebende Verwandte, sein gesetzlicher Vormund und damit für seine Pflege zuständig. Schnell treibt sie eine Pflegekraft auf und setzt sich dafür ein, dass Ogi wieder nach Hause kommen kann. Doch wie er schnell bemerkt scheint seine Schwiegermutter ihre eigenen Ziele zu verfolgen und diese sehen nicht vor, dass Ogi wieder das Haus verlässt. Koreanischer Roman mit düsterer Note Der Riss ist bereits Hye-Young Pyuns neunter Roman. In seinem Mittelpunkt steht Ogi, der abwechselnd davon berichtet, wie es ihm in der Gegenwart, nach seinem Unfall ergeht, und wie er vorher sein Leben gelebt hat. Dabei inszeniert Pyun die beiden Handlungsstränge parallel. Während Ogi aus dem Koma erwacht und voller Hoffnung ist, beschreibt sie gleichzeitig wie er seine Frau kennengelernt hat und die beiden ihre gemeinsame Zukunft begonnen haben. Von dort an beginnt der Roman immer mehr abzutauchen in die Geheimnisse, die Ogi und seine Frau umgeben haben. All die kleinen Probleme, über die sie nicht sprachen und die vielen unerfüllten Träume, die sie in ihrem Garten vergraben haben. Und so wie Ogis Gedanken immer düsterer werden, wird auch seine Gegenwart schleichend erfüllt von einem Gefühl der Hoffnungslosigkeit, welches durch das seltsame Verhalten der Schwiegermutter noch unterstreicht wird. Dir beiden Handlungen kommen dabei an einen Punkt, wo unklar ist ob die Vergangenheit die Gegenwart beeinflusst, oder die Gegenwart dafür sorgt, dass Ogi beginnt an die dunklen Ereignisse seines Lebens zu denken. Eindringliche Erzählung Der Roman, in seiner eindringlichen und plastischen Erzählweise, ist definitiv nichts für schwache Nerven und hinterlässt den Leser nach jedem Kapitel mit einer gewissen Rastlosigkeit und der Frage, was denn nun noch an Aufdeckungen folgen können. Dabei sind es die kleinen Gesten und Worte, die Pyuns Figuren so intensiv wirken lassen und in ihrer Erzählweise an Filme wie Requiem for a Dream erinnern. Ein wirklich gelungener Roman, das hohe Niveau der koreanischen Literatur einmal mehr beweist.

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"Das haben sie wirklich hervorragend gemacht. Jetzt heißt es, alle Kraft zusammennehmen. Haben sie mich verstanden? Der Kampf geht jetzt erst los. Dabei spielt ihre mentale Stärke die entscheidende Rolle." S.8f. Für mich hat sich die Schriftstellerin Hye-Young-Pyun mit diesem Roman definitiv einen Favoritenplatz erkämpft. Anfangs schon erschütternd, durch das einschneidende Erlebnis, das der Protagonist Ogi zu verantworten hat, steigert sich die Geschichte immer mehr zu einem packenden, sehr intensiven und sehr psychologisch fixierten Roman, der mich schlichtweg beeindruckt hat. Auf den knapp zweihundertundzwanzig Seiten durchlebt man zudem eine so facettenreiche Emotionspalette, dass man das Gefühl hat, man lese ein Familienepos. Es erdrückt einen nur so weit (und das ist recht positiv gemeint), dass man sich sehr stark in die verschiedenen Perspektiven der Figuren einfühlt, lässt einem aber dennoch genug Distanz, um nicht nur einem Charakter zu vertrauen. Hoffnung, Trauer, Wut, Gleichgültigkeit, Liebe und Rache sind dabei abwechselnd zentrale Gefühle, die einerseits die Handlung beeinflussen und andererseits die psychologischen "Spielchen" erklären. Für mich hatte der Roman zudem etwas Thriller-haftes. Die Handlung nimmt ein Ausmaß an, bei dem man förmlich die Luft anhält, weil man beginnt, einige Befürchtungen wahrzunehmen, die dem Ganzen eine Spannung entlocken. "Damals wollten sie sogar die Lampe im Schlafzimmer brennen lassen, auch wenn sie sich die ganze Nacht im Bett wälzen würden, weil sie keinen Schlaf fanden. Als Ogi mitten in der Nacht aufwachte, waren alle Lichter aus. Wann war all das Licht erloschen?“ S.28 Erstaunlich dabei ist, dass der Protagonist in seiner aktuellen Lage nicht viel macht. Er lässt sein Leben in Gedankenfetzen Revue passieren. Was wird ihm nun, nach einigen Jahren, nach begangenen Fehlern, nach eingeschlagenen Lebenswegen deutlich? Was scheint ihm immer noch belanglos? Wie steht er nun zu seiner Frau und ihren, ihm nicht immer verständlichen, Verhaltensweisen? Gezwungenermaßen wird dadurch seine Schwiegermutter zum Hauptakteur. Und diese Lenkung der Handlung durch sie ist meiner Meinung nach einfach großartig. Sie ist das Bindeglied zwischen ihm und ihrer Tochter, verkörpert die Fragen nach Familienzusammenhalt und Gerechtigkeit, aber auch der Frage nach der Seite auf welcher man als Elternteil wohl unweigerlich steht. Die emotionale und psychologische Ebene, die der Roman dabei eröffnet und anspricht ist für mich ebenfalls sehr geglückt. Nicht klischeebehaftet, tiefgründig, zwielichtig und nicht immer eindeutig werden die Charaktere vorgestellt, zwischenzeitlich muss man sich als Leser sogar fragen, in wieweit und durch welche Erzählungen der Erlebnisse sich diese Figuren wieder in eine andere Richtung entwickeln. "Egal, wie genau man die Welt darzustellen versuchte, man konnte nie ein exaktes Bild von ihr zeichnen. Das war die Erkenntnis, die Ogi aus seiner Forschung zog. Man konnte das Leben nicht mithilfe einer Karte darstellen." S.79 Fazit: Sehr lesenswert, wenn man auf der Psychologie des Menschen aufbauende Geschichten mag. Zunehmend wird sich mit Themen wie der Schuld, dem Verrat, Verständnis, der Liebe zum Partner, Enttäuschungen und auch anderen befasst. Etwa ab der Mitte nimmt die Geschichte zusätzlich einen etwas unheimlichen, aber grandios spannenden Kurs auf. Für mich ein definitiv geglückter Roman, der trotz seiner knappen Seitenzahl unheimlich viel zu bieten hat.

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