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Rezensionen zu
Damals in Nagasaki

Kazuo Ishiguro

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Der Inhalt Ich wähle wieder die Inhaltsangabe des Verlages: „Nagasaki, Anfang der Fünfzigerjahre: Die Zerstörungen des Krieges sind der Stadt immer noch anzusehen, doch zwischen den Ruinen entstehen bereits neue, moderne Hochhäuser. In einem von diesen lebt Etsuko, zusammen mit ihrem Mann Jiro. Während dieser verbittert versucht Karriere zu machen, kümmert sich Etsuko um den Haushalt. Unterhaltung hat sie wenig, oft steht sie am Fenster und beobachtet, wie sich die Welt um sie herum verändert. Eines Tages zieht eine Frau in die Holzhütte unten am Fluss ein, zusammen mit ihrer kleinen Tochter. Etsuko freundet sich mit den beiden an und muss bald feststellen, wie ihre Nachbarin über ihrem Traum vom Glück mit einem amerikanischen Soldaten mehr und mehr und mehr ihr Kind vergisst.“ (© Heyne Verlag) Meine Meinung In einer der ganz wenigen Rezensionen, die im Netz zu finden sind, ist zu lesen, daß dieser bereits 1982 erschienene Roman von Ishiguro sein japanischster sei. Und so hatte ich eine Art Déjà-vu und erinnerte mich an den Roman von Marion Poschmann „Die Kieferninseln“, der ebenfalls in Japan spielt und mit dem ich mich schwer tat. Japan ist mir eben leider doch recht fremd und ich freute mich auf den Abend im Lesekreis, für das ich das Buch gelesen hatte, und den Austausch, von dem ich mir erhoffte, manches besser zu verstehen. So war es auch dieses Mal. Manches, was nicht nur mir rätselhaft erschien, blieb es, anderes konnten wir klären. Mit der Geschichte von Etsuko tauchen wir tief ein in die Nachkriegszeit. Noch ist Japan besetzt von den Amerikanern, die Einwohner von Nagasaki sind traumatisiert, denn es gibt kaum eine Familie, die nicht Angehörige im Bombeninferno verloren hat. Aber es gibt auch Hoffnung, die Wirtschaft boomt und die jüngere Generation begehrt auf gegen die strenge japanische Tradition. Auch in Etsukos Familie zeigt sich dieser Generationenkonflikt zwischen ihrem Mann und dessen Vater. Das Paar erwartet sein erstes Kind und während Jiro auf Arbeit ist, freundet sich Etsuko mit der Frau an, die in eine Hütte neben der Siedlung einzieht. Immer wieder passt sie auf die Tochter von Sachiko auf, während diese sich mit ihrem amerikanischen Freud trifft. Mariko ist schwierig, oft aggressiv und ganz offensichtlich traumatisiert. Als Sachiko mit ihr und dem Amerikaner in dessen Heimat gehen möchte, wehrt das Kind sich mit Händen und Füssen dagegen. Das alles erzählt Ishiguro in einer ruhigen Sprache. Vieles wird nur angedeutet, so wie in Japan vieles auch nicht offen ausgesprochen wird. Die Schachpartien, die Jiro und sein Vater während eines ausgedehnten Besuches miteinander spielen, sind nur Fassade für eine ganz andere Auseinandersetzung. Auch Etsuko zeigt sich gegen Ende des Romans von einer ganz anderen Seite, die auf das bisher Erzählte ein völlig neues Licht wirft. Eingebettet ist diese Erzählebene in eine Rahmenhandlung: Etsuko lebt in England, ihr zweiter Mann ist tot und ihre Tochter aus erster Ehe, Keiko, hat sich vor kurzem das Leben genommen. Etsuko und ihre Tochter aus zweiter Ehe, Niki, verbringen 5 Tage miteinander, in denen sich Etsuko zurückerinnert an die Zeit in Nagasaki, jedoch ohne mit Niki darüber zu sprechen. Warum Etsuko Japan verlassen hat, was mit ihrem ersten Mann geschehen ist – all das erfahren wir nicht, wir können uns lediglich aus Andeutungen Gedanken machen. Ob diese Gedankenspiele jedoch zutreffen, das erfahren wir nicht. Fazit: In der Tat – ein sehr japanischer Roman. Aber in interessantes Stück Literatur über den Bruch alter Traditionen, über traumatisierte Menschen, Trauer und Schuld. Lesenswert für alle, die bereit sind, sich auf eine ganz andere Kultur einzulassen.

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Kazuo Ishiguros Debütroman, der bereits 1982 erschien, hat mich wirklich sehr berührt – und ich hab mich gleichzeitig geärgert, dass ich diesen wundervollen Autor so spät erst für mich entdeckt habe. 2015 habe ich Ishiguro auf dem Internationalen Literaturfestival gelauscht, also er über seinen neusten Roman Der begrabene Riese sprach. Das war bisher auch das einzige Buch, das ich von ihm kannte. Danach hatte ich oft gehört, dass Ishiguros vorherige Romane ganz anders seien. Jetzt endlich habe ich es geschafft, mir mit Damals in Nagasaki selbst ein Bild zu machen. Und ich kann nur zustimmen: Dieses Buch war ganz anders, wunderschön und traurig zugleich, scheint einfach geschrieben, ist aber unheimlich subtil und arbeitet viel mit Atmosphäre und Nuancen. Das schmale Buch erzählt die Lebensgeschichte von Etsuko, die schon vor langer Zeit von Japan nach England ausgewandert ist. Aus Japan mitgebracht hat sie ihre Tochter Keiko, die aus ihrer ersten Ehe stammt. In England bekommt sie eine weitere Tochter, Nicki, von ihrem zweiten Ehemann. Das Buch setze ein, als Nicki ihre Mutter in ihrem Haus auf dem Land besucht. Etsukos zweiter Mann ist tot und auch Keiko ist zu der Zeit schon verstorben. Sie hat Selbstmord begangen. Und Nicki ist nicht zur Beerdigung erschienen. Nun sind beide Frauen alleine in dem großen Haus, schleichen um Keikos Zimmer, dass bei beiden ein mulmiges Gefühl heraufbeschwört. Damals in Nagasaki Neben dem Tod ihres Kindes wird Etsuko auch immer wieder von den Erinnerungen an ihre Vergangenheit in Japan heimgesucht. Der Abwurf der Atombombe war noch nicht lange her – die das ganze Leben in Japan verändern sollte. Etsuko lebt zu dieser Zeit mit ihrem ersten Mann zusammen und ist mit Keiko schwanger. Ihre eigene Familie hat sie verloren. Um sie herum versuchen die Menschen sich wieder ein Leben aufzubauen unter dem Einfluss der Amerikanisierung. Etsukos Mann kämpft um eine Beförderung auf der Arbeit und um die Rettung seiner Ehre, ihr Schwiegervater lebt nicht – wie sonst üblich – bei ihnen im Haushalt, sondern kommt nur zu Besuch, weil er sich mit den ganzen Neuerungen nicht abfinden kann. Außer ihrer Familie hat Etsuko nicht wirklich viele Kontakte. Bis eines Tages eine Frau, Sachiko, mit ihrer kleinen Tochter in die Hütte am Fluss einzieht… Etsuko ist fasziniert von Sachiko. Besucht sie oft, macht Ausflüge mit ihr. Dabei scheinen die Frauen so unterschiedlich: Sachiko schert sich nicht um Konventionen, darüber, was die Leute von ihr denken. Ihre Tochter wirkt schlecht erzogen, rennt ständig Weg, hört nicht auf das, was die Mutter ihr sagt – und die kümmert sich eh sehr wenig um das Kind. Stattdessen will sie lieber mit ihrem amerikanischen Lover treffen, mit dem sie hofft auszuwandern. Wie sollen diese beiden zusammenpassen? Puzzleteile zusammenfügen Erst am Ende des Romans ergibt die ganze Geschichte einen Sinn. Davor muss der Leser vorsichtig alle Puzzleteile finden und behutsam zusammenfügen. Denn vieles passiert zwischen den Zeilen, muss erahnt werden und kann von Schnelllesern leicht übersehen werden. Es ist keine historische Geschichte um das Schicksal Japans, auch wenn das natürlich am Rand etwas mitspielt. Sondern es ist ein feinfühliger psychologischer Roman, der Tief in die Seelen der Figuren schaut – und dabei ziemlich beklemmend ist. Es geht um Zwiespalt, Zweifel, darum, was man hätte besser oder anders machen können in seinem Leben. Ob man Dinge hätte verhindern können. Und dabei ist der Erzählstil dennoch sehr japanisch angehaucht: Die wiederholenden Phrasen der Dialoge, die bloß nicht zu viel verraten sollen und immer nur an der Oberfläche bleiben, sind unheimlich typisch für japanische Literatur. Und als ich dann die letzte Seite gelesen hatte, lies der Roman mich ganz fassungslos zurück, sodass ich am liebsten noch einmal von vorne angefangen hätte zu lesen. Ich denke, dass diese Geschichte bei wiederholter Lektüre immer mehr Schichten freilegt und Geheimnisse preisgibt. Für mich wird es sicherlich nicht die letzte Lektüre gewesen sein.

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In dem Buch geht es um die Geschichte zweier Frauen nach dem Krieg in Nagaski. Die eine Frau ist Etsuko, die gerade schwanger geworden ist und hofft ein gesundes Kind zur Welt zu bringen und die andere ist Sachiko, die schon eine Tochter hat und davon träumt mit ihrem neuen Freund Frank nach Amerika auszuwandern. Da ich erst vor kurzem ein gutes Buch von einem japanischen Autor gelesen habe und generell auch ein großer Fan von der japanischen Mentalität bin, war ich schon sehr gespannt darauf die Geschichte von Ishiguro zu lesen. Es ist das erste Mal das ich ein Werk von ihm in der Hand hatte, allerdings habe ich in anderen Rezensionen schon gelesen das viele sehr begeistert von seiner Art Geschichten zu erzählen sind. Anfangs beginnt die Geschichte sehr ruhig, doch man merkt schon bald das ein dunkler, zuerst undefinierbarer Schatten über die Erzählung. Zu Beginn fand ich das überaus interessant und aufregend, aber im Laufe der Geschichte hatte ich immer wieder das Gefühl ich würde nur lesen um endlich anzukommen. Um endlich den Höhepunkt der Geschichte zu erleben, doch dieser lies auf sich warten. Leider hat dies meine Lesefreude etwas gedämpft. Darüber hinaus konnte mich die Geschichte jedoch sehr fesseln. Denn obwohl man, durch den Klappentext, denken könnte der Schwerpunkt des Buches liegt auf der Nachkriegszeit, stellt man schnell fest das es um einen Selbstmord geht, der im Laufe des Buches zu verarbeiten versucht wird. Hierzu hat Kazou Ishiguro hat interessante Charaktere erstellt, welche die perfekten Figuren für die Handlung darstellen. Besonders die, man könnte fast sagen, gleichgültige Mutter fand ich sehr spannend. Auch der Schreibstil von Ishiguro konnte mich überzeugen. Auf den ersten Blick merkt man, dass er sehr einfache Worte benutzt aber gleichzeitig schafft er es mit ihnen eine Atmosphäre aufzubauen, die mich als Leser das ganze Buch über umhüllt hat. FAZIT: Die Geschichte konnte mich zwar in ihren Bann ziehen und las ich das Buch in einem Zug durch aber leider wurde meine Lesefreude durch eine seltsame Unruhe ein wenig getrübt.

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