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Rezensionen zu
Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile

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„Es ist verrückt, alle Rosen zu hassen, nur weil eine Rose dich gestochen hat, alle Träume aufzugeben, nur weil einer sich nicht erfüllt hat.“ Diesen Spruch von Antoine de Saint-Exupéry stellt Salvatore Basile seinem Buch „Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands“ vorweg und gibt damit schon den roten Faden seines Romans, den er 2016 in der Verlagsgruppe Random House GmbH veröffentlichte, vor. Was würdest du tun, wenn der Mensch, den du am meisten liebst, dich im Stich lässt? Wenn deine Mutter dich schon als Kind verlässt, dein Vater zu trinken beginnt, dein bester Freund wegzieht? Michele Airone, dem italienischen Protagonisten des Werkes ist genau das geschehen. Im Epilog wird beschrieben, wie er das letzte Mal seine Mutter sieht, bevor sie sich mitsamt seinem Tagebuch in einen Zug setzt und für immer verschwindet. Er ist zu diesem Zeitpunkt 9 Jahre alt und hat sie bis zu seinem 30. Lebensjahr, in dem die eigentliche Handlung startet, nie wieder gesehen. Die Verletzung sitzt tief. Sein Vater ist ihm keine große Stütze, er ist verbittert und zerbricht an dem Verlust, trinkt immer mehr und vergnügt sich regelmäßig mit Prostituierten. Das Einzige, was ihm Sicherheit gibt, ist die tägliche Routine und die ihn umgebenden Gegenstände. Als Micheles Vater stirbt, erbt er den Beruf des Zug- und Bahnhofwarts von Miniera di Mare sowie die Wohnung, die ihm deshalb zur Verfügung gestellt wird und kommuniziert schlussendlich so gut wie gar nicht mehr mit anderen Menschen. Er sammelt die Gegenstände, die Menschen im Zug vergessen haben in seiner Stube, sortiert sie säuberlich und erfreut sich an ihnen. Diese Sachen können Michele nicht verletzen, sie geben ihm das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Er unterhält sich mit ihnen und lebt mit ihnen zusammen. Sie werden schon zu Beginn der Handlung personalisiert, denn sie warten auch auf ihn, wenn er von der Arbeit kommt. Diese Routine würde wohl bis an Micheles Lebensende so weitergehen… Bis eines Tages Elena in Micheles Lebens tritt. Sie hat im Zug einen Gegenstand verloren, eine Puppe mit Namen Milú, die sie eines abends wieder abholen möchte. Michele ist zunächst vollkommen überfordert, noch nie wurde etwas wieder von ihm abgeholt und zudem hat Elena eine sehr offene fast schon übergriffige Art, sich in sein Leben zu drängen. Er verletzt sich an seinem in der Zwischenzeit verbrannten heißen Essen und Elena verarztet ihn. Am nächsten Morgen scheint er sie zu vermissen und auch sie möchte sich mit ihm wiedertreffen. Zunächst um ihn darüber zu befragen, warum er die Gegenstände nicht im Fundbüro abgibt aber auch, um mit ihm zu essen. Michele jedoch bekommt Panik, zu groß ist seine Angst davor, wieder verletzt zu werden und schließt sie aus. Und plötzlich findet er sein altes Tagebuch in einem seiner Züge wieder. Noch ein Punkt, der sein routiniertes eingeigeltes Weltbild erschüttert und eine massive Veränderung herbeiruft. So nimmt Michele doch wieder Kontakt zu Elena auf, um sie zu dem Tagebuch zu befragen. Sie ist zwar zunächst enttäuscht, weil sie sich mehr erhofft hat, unterstützt ihn jedoch und schlägt vor, dass Michele anfängt, seine Mutter zu suchen. Stück für Stück beschleicht dem aufmerksamen Leser auch das Gefühl, dass auch mit Elena etwas nicht stimmt, dass auch sie ein Geheimnis mit sich herum trägt, dass es zu lüften gilt. Und so macht sich Michele entgegen seines jahrelang eingeübten normalen abweisenden Verhaltens auf den Weg, um seine Mutter zu finden. Auf seiner Reise begegnen ihm die verschiedensten Menschen. So begegnet er wunderbar netten Menschen, die ihn einladen, sich seine Geschichte anhören und ihn unterstützen aber auch Gaunern, die es nur auf sein Geld abgesehen hat. Er trifft einen ein blindes Mädchen, dass ihn ganz genau mustert, einen griechischen Ganoven, mit dem er ein Autoabenteuer unternimmt und schließlich einen alten Bekannten, der ihm eine ganz neue Sicht auf das Leben zeigt. Schlussendlich bekommt er einen entscheidenden Hinweis von Elena und macht sich in ein entlegenes Dorf auf, um seine Mutter zu finden. Was er dort findet, überrascht ihn jedoch enorm und lässt sein bisheriges Leben in einem ganz neuem Licht erscheinen. Zum Autor Salvatore Basile ist ein 1955 in Neapel geborener Drehbuchautor und Regisseur, der heute in Rom lebt und arbeitet. Das vorgestellte Buch ist sein erster Roman, den er mit 59 Jahren zu schreiben begann. In einem Interview mit ihm erfährt man, dass der Anlass zum Werk keine autobiografische Elemente enthält, Basile selber hatte eine sehr glückliche Kindheit, seine Inspiration war ein Artikel über einen im Zug vergessenen Gegenstand. Lediglich Pepe, Micheles Schulfreund wurde von einem der Schulfreunde Basiles inspiriert und die Tatsache, dass Michele erst sehr spät loszieht, seine Mutter zu suchen und sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Es wird daher nicht weiter überraschen, dass ich die Geschichte eines Mannes erzähle, der mit seinem Leben spät dran ist, verlorene Gegenstände sammelt und endlich beschließt, auf die Reise zu gehen, um seine Mutter zu suchen, die zwanzig Jahre vorher verschwunden ist. Basile ist großer Fan des Autors Haruki Murakami, von dem ich auch schon einige Bücher gelesen habe. Hierbei wurde mir klar, woher Basiles Interesse für idyllische, märchenhafte Elemente und die Suche des Einzelnen nach dem Inhalt des Lebens, herkomm könnte. Jedoch ist der Inhalt des hier vorgestellten Romans nicht so fantastisch und absurd wie der beispielsweise in „Kafka am Strand“, ganz im Gegenteil die Gedankengänge sind logisch und nachvollziehbar, lediglich das Ende mutet dann doch etwas zu blumig an. Mein Fazit Dieses Buch hat mich sehr schnell in seinen Bann gezogen. Nicht nur das Cover ist dezent und farblich sehr ansprechend gestaltet. Und auch der Autor malt sprachlich wunderbare Bilder, so wird die Verletzung Micheles mit der eines Kriegers oder das erste Eintretens Micheles in die Welt der anderen Menschen mit dem Bau eines Mosaiks verglichen. An einigen Stellen stoppt er die Handlung und erzeugt Atmosphäre, je nachdem wie sich Michele führt extreme Einsamkeit und Eintönigkeit oder Zugehörigkeit. Auch durch die Synästhetik, die Elena in Micheles Welt bringt, erweckt der Autor eine sinnliche Vorstellung im Leser. So hat mich Micheles Schicksal Stück für Stück immer mehr berührt. Ich fieberte mit und fragte mich, wie ich wohl mit solchen Verlusten umgehen würde, was aus mir werden würde. Auch wenn Elena anfangs etwas aufdringlich und aufgedreht erscheint, schließt man ihre offene Art Stück für Stück immer mehr ins Herz und scheint fast die gleichen Fragen zu stellen wie ihre Schwester Milu, mit der sie regelmäßig Dialoge führt. Interessant sind auch die eingeschobenen Tagebuchzitate des jungen Micheles in sehr kindlicher Sprache, die zeigen, wie naiv und verletzlich Micheles Welt war aber auch, mit welchen Dämonen seine Mutter wohl gekämpft hat. Innerlich scheint er ihren Abschied schon geahnt zu haben aber äußerlich wehrt er sich mit allen Mitteln dagegen. Und obwohl die eigentliche Romanhandlung nur 10 Tage dauert, scheint man am Ende Micheles ganzes Leben zusammengefasst zu haben. Am Ende bleibt dem Leser nun, ihm fortan ein glückliches weiteres Leben zu wünschen und das von ganzem Herzen. Fazit Ich kann für das Buch eine absolute Kaufempfehlung geben für Leser, die sich gerne in romantisierte Welten träumen und es mögen die Geheimnisse und Hintergründe der Menschen für Handlungen und Entscheidungen zu ergründen.

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Der Inhalt hat sich für mich sehr gut angehört und auch das Cover fand ich sehr ansprechend mit den in Pastell gehaltenen Gegenständen, welche Hinweise auf den Inhalt des Buches geben. Kommen wir zur Geschichte. Anfangs war ich mir sehr unsicher über dieses Buch. Manche Stellen fand ich wirklich sehr spannend, andere wiederum haben sich etwas hingezogen. Viele Wendungen, die überraschend kommen sollte, konnte ich leider schon erraten. Die Geschichte beginnt mit Micheles eintönigem Leben, das sich schlagartig ändert, als er das Tagebuch findet. Auf der Suche nach seiner Mutter, begegnet er vielen verschiedenen Personen. Gute sowie Böse. Stellen, an denen er mit den Leuten geredet hat, fand ich immer besonders interessant. Es zeigte, dass jede Person mit den Dingen, die ihr widerfahren waren zurechtkommen muss und, dass jeder irgendwie versuchte das Beste aus seiner Situation zu machen. Was mich auch voll und ganz überzeugen konnte, war das Ende bzw das ganze letzte Viertel des Buches. Es hatte so viele unglaublich gute Wendungen! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, sondern wollte unbedingt wissen wie es weitergeht. Außerdem werden immer wieder gute Anstöße zum Nachdenken gegeben. Ist es fair den Sonnenuntergang anzuschauen, auch wenn diesen Sonnenuntergang auch jemand anderes hätte ansehen können, der aber nicht mehr da ist, um es zu tun? Oder sollte man genau für diese Person den Sonnenuntergang anschauen und weiterleben? Der Schreibstil war angenehm zu lesen. Es gab gute Umschreibungen, viele Gedankengänge von Michele und schöne Konversationen der Leute. Die Charaktere waren alle sehr gut ausgearbeitet. Michele fand ich am Anfang sehr komisch. Er war verschlossen und mit den Schmerzen des Verlustes seiner Mutter allein. Kontakt zur Außenwelt hatte er kaum, denn seit Jahren verließ er den Bahnhof nicht mehr. Dass er verlorene Gegenstände sammelt, bestärkte dies noch. Als er sich entschließt seine Mutter zu suchen, erlebt er sehr viele schöne Sachen - Sachen, die für jeden von uns selbstverständlich wären. Aber durch seine Isolation und seinen Schmerz hatte er komplett vergessen, wie toll das Leben sein konnte. Er muss Rückschläge und weitere Enttäuschungen erfahren. Aber er wächst an all' den Dingen, die er macht und an allen Personen, denen er (wieder)begegnet. Eine unglaubliche gute Figur, die lernt zu leben. Auch Elena war so toll dargestellt. Anfangs mochte ich sie nicht wirklich, sie war sehr stürmisch und zu gesprächig. Mit der Zeit habe ich sie immer mehr gemocht. Sie war immer zu den Menschen, die sie liebte loyal und musste schon schlimme Sachen in ihrem Leben ertragen, die sie schließlich zu der Person machten, die sie ist und auch ihre Handlungen verständlich machten. Fazit Eine tolle Geschichte, über Verlust, den Mut etwas zu tun, was man sich eigentlich nie getraut hätte und, dass man die Dinge nicht ändern kann, sondern, dass sie nun mal sind, wie sie sind. Es zeigt auf, was die wichtigen Dinge des Lebens sind und, dass man nicht die einzige Person ist, der Schmerz widerfahren ist.

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Das Cover finde ich sehr ansprechend mit den in Pastell gehaltenen Gegenständen, welche Hinweise auf den Inhalt des Buches geben. Kommen wir zur Geschichte. Anfangs war ich mir sehr unsicher über dieses Buch. Manche Stellen fand ich wirklich sehr spannend, andere wiederum haben sich etwas hingezogen. Viele Wendungen, die überraschend kommen sollte, konnte ich leider schon erraten. Die Geschichte beginnt mit Micheles eintönigem Leben, das sich schlagartig ändert, als er das Tagebuch findet. Auf der Suche nach seiner Mutter, begegnet er vielen verschiedenen Personen. Gute sowie Böse. Stellen, an denen er mit den Leuten geredet hat, fand ich immer besonders interessant. Es zeigte, dass jede Person mit den Dingen, die ihr widerfahren waren zurechtkommen muss und, dass jeder irgendwie versuchte das Beste aus seiner Situation zu machen. Was mich auch voll und ganz überzeugen konnte, war das Ende bzw das ganze letzte Viertel des Buches. Es hatte so viele unglaublich gute Wendungen! Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, sondern wollte unbedingt wissen wie es weitergeht. Außerdem werden immer wieder gute Anstöße zum Nachdenken gegeben. Ist es fair den Sonnenuntergang anzuschauen, auch wenn diesen Sonnenuntergang auch jemand anderes hätte ansehen können, der aber nicht mehr da ist, um es zu tun? Oder sollte man genau für diese Person den Sonnenuntergang anschauen und weiterleben? Der Schreibstil war angenehm zu lesen. Es gab gute Umschreibungen, viele Gedankengänge von Michele und schöne Konversationen der Leute. Die Charaktere waren alle sehr gut ausgearbeitet. Michele fand ich am Anfang sehr komisch. Er war verschlossen und mit den Schmerzen des Verlustes seiner Mutter allein. Kontakt zur Außenwelt hatte er kaum, denn seit Jahren verließ er den Bahnhof nicht mehr. Dass er verlorene Gegenstände sammelt, bestärkte dies noch. Als er sich entschließt seine Mutter zu suchen, erlebt er sehr viele schöne Sachen - Sachen, die für jeden von uns selbstverständlich wären. Aber durch seine Isolation und seinen Schmerz hatte er komplett vergessen, wie toll das Leben sein konnte. Er muss Rückschläge und weitere Enttäuschungen erfahren. Aber er wächst an all' den Dingen, die er macht und an allen Personen, denen er (wieder)begegnet. Eine unglaubliche gute Figur, die lernt zu leben. Auch Elena war so toll dargestellt. Anfangs mochte ich sie nicht wirklich, sie war sehr stürmisch und zu gesprächig. Mit der Zeit habe ich sie immer mehr gemocht. Sie war immer zu den Menschen, die sie liebte loyal und musste schon schlimme Sachen in ihrem Leben ertragen, die sie schließlich zu der Person machten, die sie ist und auch ihre Handlungen verständlich machten. Fazit Eine tolle Geschichte, über Verlust, den Mut etwas zu tun, was man sich eigentlich nie getraut hätte und, dass man die Dinge nicht ändern kann, sondern, dass sie nun mal sind, wie sie sind. Es zeigt auf, was die wichtigen Dinge des Lebens sind und, dass man nicht die einzige Person ist, der Schmerz widerfahren ist.

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Als Michele noch ein Kind war verließ ihn seine Mutter und kam nie mehr wieder. Seit diesem traumatischen Erlebnis lebt der nun 30 jährige Michele immer noch im Bahnhofshäuschen, wie auch vorher schon sein Vater. Michele schottet sich vor der Welt ab. Jeden Tag kontrolliert er den einfahrenden Zug und die darin liegengebliebenen Gegenstände sammelt - nein hortet er. Diese Gegenstände sind seine einzige Gesellschaft! Doch als er eines Tages eine Puppe findet ändert sich sein Leben.... denn mit ihr taucht auch Elena in seinem Leben auf und lässt sich nicht so leicht abwimmeln! Als er dann auch noch ein paar Tage später sein altes Tagebuch im Zug findet, steht sein Leben Kopf...! Michele ist schon eine außergewöhnliche Romanfigur. Er lebt so in seiner eigenen Welt... Als Kind von der Mutter verlassen und vom Vater wenig beachtet aber dessen Launen und Lebensweisheiten ausgesetzt. So wächst Michele in der festen Überzeugung auf, niemandem trauen oder gar vertrauen zu dürfen / können. So lebt er wie ein Eremit in seinem Bahnhofshäuschen und spricht nur mit seiner Sammlung der gefundenen Dinge. Dagegen steht Elena mit all ihrer Impulsität und Lebensfreude. Sie lässt sich von Michele nicht einfach abwimmeln und lässt nicht locker... So beginnt für beide eine Reise. Die Geschichte ist in einem sehr ruhigen Tempo erzählt, was auch zu ihr passt. Die Erzählform und Schreibart gefiel mir auch gut und so grüble ich selber, warum mich das Hörbuch doch nicht so ganz überzeugt hat. Ich denke, eine andere Sprecherin/Sprecher wäre passender gewesen, Annina Braunmiller-Jest war mit teilweise zu weiblich und zu "jammerig" für die Gedankengänge von Michele. Vielleicht wäre eine männliche Stimme da besser gewesen? Und die Geschichte wurde zum Ende hin für mich ein bisschen klischeehaft. Schade eigentlich! Aber an für sich ist es eine schöne Geschichte!

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Was passiert im weiteren Leben mit einem Kind, dass verlassen wird, ohne das zu verstehen? Der Mensch beginnt, Barrieren zu bauen. Weniger gegen das „Verlassen an sich“, sondern vor allem gegen das, was den Schmerz verursacht. Überhaupt jemandem so nahe zu kommen, dass ein Verlassen überhaupt passieren könnte. Und allein schon, wenn der Leser jenen Bahnangestellten Michele, der im Haus der Eltern einfach wohnen geblieben ist, der den Job des Vaters einfach übernommen hat, dabei begleitet, wie er seine abendliche Brühe herrichtet (und ahnt, dass dies jeden Abend unverändert in gleicher Form passiert, dann entsteht ein wehmütiges Mitleid, das von der ersten Seite an den Leser gefangen nimmt in diesem Universum, in dem die Liebe außen vor bleiben soll, damit auch das ganze Leben nicht wirklich stattfindet und sich doch alles um die Liebe dreht. In ihrer schmerzlichen, aber auch in ihrer süßen Form. Denn die geregelte Einsamkeit des menschenfern lebenden Michele wird jäh unterbrochen, als es laut an der Tür klopft eines Abends. Die junge Elena sucht eine Puppe, die sie im Zug vergessen hat. Und findet diese. Und Michele dazu. Wobei, nicht nur Elena tritt in sein Leben (und wird zu einer Herzensfrau im Geheimen zunächst). Auch das Abenteuer tritt hinzu. Denn auch die zweite,eigentliche, wichtige, zentrale „Frau des Lebens“ scheint ein Zeichen gesendet zu haben. Micheles altes Tagebuch liegt einige Tage nach seiner Begegnung mit Elena verloren im Zug, als Michele seinen Feierabendkontrollgang macht. Die Haltestellen des Zuges sind überschaubar. Elena (die eine intensive Beziehung zu ihrer Schwester pflegt, was aber auch mit Hintersinn sich später erstaunlich für den Leser darstellen wird) ergreift die Initiative. Die Mutter muss gesucht und gefunden werden. Zum ersten Mal nimmt Michele Urlaub, zum ersten Mal seit Langem glimmt ein Funke Hoffnung in ihm. Was die Mutter angeht, aber auch, was die Liebe angeht. Dies ge4ht nun tatsächlich etwas schnell im Buch. Nicht der „Vollzug“, wohl aber die Intensität der Gefühle dieser „Liebe auf den ersten Blick“, die nicht ausgesprochen wird und daher beim je anderen nicht als „erwidert“ ankommt (zunächst). Das aber stört das Empfinden nur kurz, denn mit solcher emotionaler Kraft und doch wie auf Zehenspitzen sensibel erzählt Basile von der Suche nach der Mutter (und damit nach innerer Heilung) und vom Finden zueinander. Für dass sich Basile und seine Protagonisten Zeit nehmen und gründlich schauen. Auf die Welt außerhalb des Hauses am Bahnsteig. Aufeinander. Auf das, was ein Leben zum Leben macht und eben nicht nur „funktionieren“ und „sich verstecken “ vor möglichem Schmerz ist. „Ein flüchtiger Moment nur – aber es schien doch, als habe er in ihrem Blick Liebe gesehen“. Was kitschig sein könnte (und ist) und dennoch eingebunden in die feinfühlige Sprache des Buches nicht wie Zuckerwatte klebt, sondern luftig und interessant bleibt. Vor allem, weil es kein einfaches und allzu glattes Ende nehmen wird, sondern die Entwicklung des Menschen vom Kind zum Mann im Mittelpunkt steht, nicht die wundersame Erfüllung auch noch so tiefer Wünsche. Bis dahin, die Vergangenheit frei geben, „auf Reisen“ schicken zu können. Wunderschön zu lesen und emotional dicht bietet der Roman eine weitgehend hervorragende Lektüre mit leichte Längen hier und da und einigen zu konstruiert wirkenden Begebenheiten.

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Ich fand das Buch gut. Mir hat die Geschichte gefallen. Er hätte das nie ohne ihre Hilfe getan und sich nie durchgedrungen es von alleine zu tun.

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Inhalt: Seit seine Mutter ihn als Kind verlassen hat, lebt der dreißigjährige Michele von der Außenwelt abgeschottet im Bahnhofshäuschen eines verschlafenen, idyllischen Dorfs in Italien. Seine einzige Gesellschaft sind die liegengebliebenen Gegenstände, die er im täglich ein- und ausfahrenden Zug einsammelt und in seinem Zuhause um sich schart. Doch dann begegnet ihm Elena, die sein Leben wie ein Wirbelwind auf den Kopf stellt und ihn aus seiner Einsamkeit reißt. Als er kurz darauf sein altes Tagebuch wiederfindet, das seine Mutter damals mitnahm, als sie aus seinem Leben verschwand, gibt dies den Anstoß für eine wundersame Reise quer durch Italien, die Micheles ganzes Leben verändern wird... Mein Lieblingszitat: Meine Meinung: Diesen Roman wollte ich nach dem Lesen des Klappentextes unbedingt lesen, da ich mich schlicht und ergreifend gefragt habe, ob Michele seine Mutter wiederfindet und wie er mit der ungewohnten Situation umgeht, wenn er seinen Bahnhof nach jahrzehntelanger Einsamkeit verlässt. Michele war mir direkt zu Beginn sehr sympathisch, da ich seine Abgrenzung nach dem Verschwinden seiner Mutter in der Kindheit gut nachvollziehen konnte. Zudem ist er ein von Grund auf herzensguter Mensch und versucht im Interesse seiner Mitmenschen zu handeln. Auch Elena mit ihrer aufgeweckten und ehrlichen Art und ihrem Optimismus hat mir echt zugesagt. Auf seiner Reise trifft Michele auf eine Vielzahl von ganz unterschiedlichen Menschen, die ihm jedes Mal etwas wichtiges auf den Weg geben, worauf er merkt, was er in seinem Leben alles versäumt hat. Meiner Ansicht nach hat der Autor eine interessante, teils etwas altertümliche Wortwahl, was das Buch von anderen Romanen unterscheidet. Es wird zwischen den Sichten von den zum Zeitpunkt des Geschehens am wichtigsten Protagonisten erzählt, was einen gut durchleuchtenden Überblick über die Gedanken und Gefühle der Charaktere gibt. Das Ende hat mir ziemlich gut gefallen, da es zwar in einem Punkt vorhersehbar, aber größtenteils super überraschend war und eine Art Moral beinhaltete. Mein Fazit: Ein Roman mit einem interessanten Thema, das realitätsnahe Protagonisten und ein schönes Ende bereithält. Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Buches! Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands bekommt von mir 4/5 Sterne!

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*** ZUM INHALT: *** „... Michele schlug das rote Heft zu, nachdem er es immer wieder gelesen hatte. Seine Kinderschrift, die kleinen, längst vergessenen Episoden, hatten ihn in eine von Nebeln verhangene Zeit zurückversetzt. Er hatte sich nicht wiedererkannt in diesen Seiten, die er vor mehr als zwanzig Jahren geschrieben hatte. Als hätte dieser Junge, der genauso hieß wie er selbst und im selben Haus gewohnt hatte, nie existiert. Dieser Junge hatte eine Mutter an seiner Seite gehabt. Michele hingegen hatte fast nur noch Erinnerungen an die Tage, Monate und Jahre nach ihrem Verschwinden. Er schwieg, und der Gedanke, welch vollkommenes Glück das Tagebuch ausstrahlte, grub sich als tiefer Schmerz in ihn ein.“ (Buchzitat, Seite 49/50) Als Michele sieben Jahre alt war, verschwand seine Mutter aus seinem Leben. Vor seinen Augen stieg sie eines Tages in einen Zug und kehrte nie wieder zurück. Warum nur, wie konnte sie ihm so etwas antun? Diese und ähnliche Fragen beschäftigen Michele sein ganzes Leben lang und die tiefe Wunde, die er im Herzen erlitt, wurde immer größer. Der Vater flüchtete sich in den Alkohol. Statt den Jungen in seinem Kummer aufzufangen, entfernte er sich immer mehr von ihm. Michele blieb allein mit seinem Schmerz, den offenen Fragen und seiner Sehnsucht nach der Mutter. In der Gegenwart ist Michele dreißig Jahre alt und lebt noch immer an dem Ort seiner Kindheit, in einem kleinen Dorf in Italien. Sein Vater ist inzwischen verstorben. Die früheren Erfahrungen haben dafür gesorgt, dass Michele niemals wieder Vertrauen zu Menschen fassen konnte. Er igelte sich in seinem Elternhaus ein und baute um sich herum einen Schutzwall aus verlorenen Gegenständen, die er im Laufe der Jahre im Zug gefunden hatte. Gegenstände können nicht lügen und verletzen, Gegenstände sind verlässlich und bleiben an dem Ort, den man für sie erwählt hat. Sie sind Micheles Burg gegen die Welt da draußen. Alles ändert sich, als die fünfundzwanzigjährige Elena in sein Leben tritt. Wie ein Wirbelwind fegt sie durch sein Haus und sein Leben, und bringt alles durcheinander. Michele spürt, wie nach und nach Zuneigung für diese Frau in sein Herz schleicht. Doch sein bisheriges Misstrauen richtet sich nicht nur gegen Andere, sondern auch gegen sich selbst. Er spürt, dass er sein Leben ändern muss, sieht sich aber nicht dazu in der Lage. Kurz nach der ersten Begegnung mit Elena taucht völlig überraschend sein Tagebuch aus Kindertagen wieder auf. Dieser Umstand ist Micheles Schlüsselerlebnis für den ersten Schritt, der ihn hinausführt in das Leben außerhalb seiner Schutzmauer der verlorenen Gegenstände. Er weiß, dass Elena recht hat. Michele muss seine Mutter finden, damit er endlich Frieden mit sich machen kann, und sein betäubtes Herz frei wird für andere Menschen und vielleicht auch für die Liebe. Auch Elena hat in ihrem jungen Leben bereits eine sehr schmerzvolle Erfahrung machen müssen und ist dadurch sehr verletzlich. Obwohl sie sich von Beginn an zu Michele hingezogen fühlt, ist sie doch manches Mal überfordert mit seinen Ängsten und Kümmernissen. Hier haben sich zwei verletzte Seelen gefunden, die einander eine Kraft geben müssen, die sie mitunter nicht aufbringen können. Werden sie es dennoch schaffen? ... „... Als sie dem wartenden Gast jetzt seinen Kaffee mit Milchschaum servierte, lächelte Elena. Vielleicht war genau dies der Grund für die Liebe, die sie für Michele empfand: Zwei mit derselben Traurigkeit, die sich begegnen, sich erkennen und gemeinsam versuchen, das Traurige in Hoffnung zu verwandeln. Zwei Spatzen mit gebrochenen Flügeln, die zum Himmel fliegen.“ (Buchzitat, Seite 115/116) *** MEIN FAZIT: *** „Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands“ von Salvatore Basile ist ein äußerst berührender und herzerwärmender Roman über Vertrauen, Hoffnung und die Kraft der Liebe. Das Handlungsgeschehen und auch die Schauplätze sind sehr detailliert beschrieben, und somit entstehen während der Lektüre jede Menge Bilder im Kopf. Die fein ausgearbeiteten Hauptprotagonisten wachsen einem schnell ans Herz und man möchte am liebsten eine schützende Hand über sie legen. Die ruhige Erzählweise mit der wunderbaren Sprache zaubert eine ganz eigene Atmosphäre beim Lesen, die noch lange nachwirkt. Der Autor versteht es ganz ausgezeichnet, die Stimmungen und Emotionen seiner Romanfiguren einzufangen und für den Leser nachspürbar zu machen. Seine feinfühligen Zeilen sind voller Melancholie und Poesie, und unterstreichen die Geschichte noch. Ich liebe es einfach, wenn Autoren derart mit Worten malen können, so wie in diesem Buch. Neben all diesen Vorzügen gab es für mich allerdings doch einen Kritikpunkt: Der Zufall wurde allzu häufig als Hilfsmittel eingesetzt. Das gilt besonders für den Schluss, der dadurch leider etwas konstruiert daherkommt. Das fand ich sehr schade, weil die so schön aufgebaute Geschichte das eigentlich gar nicht nötig hatte. Ansonsten hatte ich mit diesem Roman auf jeden Fall eine schöne Lesezeit und wäre ziemlich neugierig auf ein weiteres Werk des Autors. Sehr gerne vergebe ich für dieses Debüt vier Sterne!

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