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Rezensionen zu
Vater und Sohn

James Lee Burke

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James Lee Burke – Vater und Sohn In den letzten Jahren hat sich glücklicherweise auch bei uns herumgesprochen, was für ein begnadeter Erzähler James Lee Burke ist. Dies bewies der bereits 1936 geborene Autor neben seiner Dave-Robicheaux-Reihe, die im Original mittlerweile auf 20 Bände angewachsen ist, vor allem mit seinen Büchern um die verschiedenen Mitglieder der Familie Holland. Und dabei macht er es dem geneigten Leser nicht unbedingt leicht. Und das aus mehreren Gründen. Zum einen stellt sich die Frage der Chronologie. Hier liegt das Problem aber zumindest teilweise auch an der Veröffentlichungspolitik des Heyne Verlags, der die Rechte an den Büchern hat. So wurde die Trilogie um Texasranger Hackberry Holland (der Jüngere) nicht in der richtigen Reihenfolge in Deutschland veröffentlicht. Begonnen wurde mit dem 2. Band Regengötter („Rain gods“), gefolgt vom letzten Band der Trilogie, Glut und Asche („Feast day of fools“). Und erst danach wurde der Auftakt der Reihe, der Roman Zeit der Ernte („Lay down your sword and shield“) veröffentlicht, der bereits im Jahre 1967 spielt und einen jungen, aus dem Koreakrieg zurückkehrenden Hackberry Holland präsentiert, der sich als Anwalt für einen mexikanischstämmigen Landarbeiter einsetzt. Zwar sind die einzelnen Romane in sich abgeschlossen, ich bevorzuge aufgrund der Weitewrentwicklung des Protagonisten dennoch die von Burke erdachte Reihenfolge. Daneben gibt es noch die Billy-Bob-Holland-Reihe, von der bislang drei Bände auf Deutsch erschienen sind, die allerdings nur noch antiquarisch bzw. als E-Book erhältlich sind (Dunkler Strom, Feuerregen, Die Glut des Zorns), der vierte Band „In the moon of red ponies“ harrt noch der Übersetzung . Billy Bob ist übrigens ein Cousin von Hackberry Holland dem Jüngeren. Die dritte Reihe beschäftigt sich mit verschiedenen anderen Familienmitgliedern und ist auch im Original nicht in chronologischer Reihenfolge erschienen. Der erste Band Fremdes Land („Wayfaring stranger“) spielt in den Jahren 1930 bis 1949 und verfolgt die Spuren Weldon Hollands, der auf Bonnie und Clyde trifft, die Ardennenoffensive überlebt und im Nachkriegsamerika in der Ölindustrie erfolgreich ist. Während die anderen Holland-Romane eher dem Genre dies Krimis bzw. Thrillers zuzuordnen sind, bewegt sich James Lee Burke hier auf dem Gebiet des historischen Romans Dabei legt er die gleiche Virtuosität an den Tag, die man schon von seinen anderen Romanen kennt. Der zweite Band, Vater und Sohn („House of the rising sun“) springt zurück in die Zeit von 1890 bis 1920. Hackberry Holland (der Ältere, Großvater des Jüngeren) ist als Texasranger auf der Suche nach seinem Sohn Ishmael, zu dem der Kontakt schon vor Jahren abgerissen ist. Dabei gerät der nicht wirklich sympathische Charakter in die Gewalt mexikanischer Revoltionäre, kommt knapp mit dem Leben davon und flüchtet mit einer Beute, hinter der ein skrupelloser Gegenspieler her ist, der über Leichen geht. Dabei mäandert die Geschichte von Episode zu Episode, springt vom Beginn des 20. Jahrhunderts zum Ende des 19. Jahrhunderts, von Butch Cassidy und Sundance Kid zur mexikanischen Revolution und zum Ende des 1. Weltkriegs. Dazu kommen sperrige Figuren, äußerst brutale Gewaltdarstellungen und Zeitsprünge, die es dem Leser oft nicht leicht machen, der Geschichte zu folgen. Wer es aber schafft, wird mit einem beeindruckenden Panorama belohnt, dass das romantische Bild, das man vom Ende des Wilden Westens landläufig hat, entzaubert und den Blick auf eine gewalttätige, unromantische Szenerie lenkt. Der dritte Band „The jealous kind“ ist auf deutsch noch nicht erschienen. Alles in Allem gebe ich dem Buch gute 4 von 5 blutigen Patronen. Wer sich auf die Geschichte einlässt, der wird mit einer tollen Geschichte eines großen Erzählers belohnt.

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Wer James Lee Burke noch nicht für sich entdeckt hat, der sollte nicht allzu lange zögern. Seine Robicheaux Reihe ist schon Grund genug, aber auch dieses Buch steht den Krimis in und um New Orleans in nichts nach. Die Geschichte eines Vaters auf der Suche nach seinem Sohn, eine Odysee tief in den eigenen Schmerz. Amerikanische Erzählkunst vom Feinsten. Für Fans von Cormac McCarthy ein absolutes Muss!

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Spannende Wendungen

Von: Charly aus München

01.02.2017

Ich finde, dass dieses Buch gut geschrieben ist. Man sollte beim lesen auf jeden Fall gut aufpassen, denn manchmal kann es dann doch verwirrend sein. Der Autor hat es geschafft, dass man sich gut in diese Zeit zurück versetzen kann und manchmal habe ich mich gefühlt als wäre ich grade tatsächlich dabei. Was ich schade fand ist, dass das Buch sich leider etwas hinzieht und es erst gefühlt 100 Seiten vor Ende extrem spannend wird und dann passiert alles auf einmal. Aber ansonsten finde ich es ein sehr gutes Buch und es regt zum denken an, denn man möchte verstehe warum manche Charaktere so handeln wie sie handeln. Ich kann dieses Buch nur weiter empfehlen.

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Tolles Buch

Von: Eta aus Bochum

10.01.2017

Das Buch hat mir gut gefallen, die Geschichte ist rund geschrieben, von Allem ist etwas dabei (Spannung, Liebe, Krimi). Der Schreibstill ist angenehm, man kann sich leicht in die Zeit, Umstände und die Figuren des Romans hineinversetzen. Bis zum Ende blieb der Ausgang des Romans offen, man hoffte und bangte mit. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und kann es nur weiter empfehlen.

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In seinem neuesten Buch schreibt James Lee Burke die Geschichte des Holland-Clans fort. Und wieder einmal steht, nach „Lay down my sword and shield“ (Auftaktband der Reihe , aber leider noch immer nicht in der deutschen Übersetzung erhältlich), „Regengötter“ und „Glut und Asche“ der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland im Zentrum dieses epischen Romans, der seine Leser nicht nur auf eine Reise in die Tage der mexikanischen Revolution, sondern auch auf die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs mitnimmt, der zeitliche Rahmen liegt zwischen 1890 und 1920. Aber für Holland gilt es auch Schlachten zu schlagen, die ihm das Leben abverlangt. „Vater und Sohn“ ist die Geschichte von zerbrochenen Beziehungen, von Schuld, von Missverständnissen, von zerstörtem Vertrauen, aber auch von der Liebe, die nach Versöhnung und Vergebung sucht. Fast schon ein klassisches Drama, in dem sich der Held auf eine Reise begeben muss, in deren Verlauf es kritische Situationen zu bestehen gilt und an deren Ende die Erlösung wartet. Es ist die Sehnsucht nach seinem Sohn Ishmael, die Holland vorantreibt, der Wunsch, sich mit diesem zu versöhnen, was in mitten in die Wirren des mexikanischen Bürgerkriegs verschlägt. Revolutionäre und Zivilisten werden getötet, wofür man ihn zur Verantwortung ziehen will. Mit der Hilfe einer Prostituierten gelingt ihm die Flucht, wobei er auch noch das Versteck eines Österreichers entdeckt, in dem dieser jede Menge Waffen und eine Reliquie lagert. Ist das der sagenumwobene Gralsbecher? Natürlich will der Waffenhändler das Artefakt zurückhaben und schreckt deshalb nicht davor zurück, Hollands Sohn Ishmael in Geiselhaft zu nehmen. Es entbrennt ein Kampf auf Leben und Tod. Burke erzählt Hollands Odyssee nicht streng linear, er springt zwischen Zeiten und Handlungsorten hin und her. Wer hier einen Kriminalroman erwartet, wird enttäuscht sein. Zwar ist findet man jede Menge Action, aber neben der Familiengeschichte beschreibt Burke hier auch den Aufbruch eines Landes, das sich von alten Werten verabschiedet und in ein neues Zeitalter startet. Und dennoch, es ist die Gewalt, die die amerikanische Historie in allen Epochen geprägt hat, und Burke zeigt, dass Amerika dieses Erbe bis heute in sich trägt.

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Wahrlich ich sage euch: Die Zöllner und Huren mögen wohl eher ins Himmelreich kommen denn ihr. – Matthäus 21,31 – Der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland hat den Kontakt zu seinem Sohn Ishmael seit Jahren verloren. Als er 1916 im Norden Mexikos in die Gewalt von mexikanischen Revolutionssoldaten gerät, die ihn des geduldeten Mordes an mexikanische Zivilisten beschuldigen, muss er sich mit seiner (Mit-) Schuld auseinandersetzen. Er macht sich auf den Weg, seinen Sohn Ishmael zu finden, doch dies ist erst der Beginn einer abenteuerlichen und gefährlichen Suche… Auch in Vater und Sohn verarbeitet der Autor Teile seiner eigenen Familiengeschichte. Erneut begegnen wir der Holland Familie, dem Familienzweig mütterlicherseits, den er, sogar unter Nutzung mancher realen Namen dieser Familie, in eine halbfiktionale Geschichte einbettet, die zur Zeit des amerikanischen Eintritts in das 20. Jahrhundert als Supermacht spielt. Er erweist sich erneut als wortgewaltiger düsterer Analyst, dessen Figuren in seinen Geschichten symbolisch für die Personen stehen, die, wenn man sie nicht rechtzeitig aufhält, die Menschheit ins Verderben reißen werden. Vater und Sohn stellt nach „Regengötter“ und „Glut & Asche“ den Abschluss der jüngsten Holland – Trilogie dar, dessen Figuren jedoch über Generationen sein Werk wie ein roter Faden durchziehen! Vater und Sohn (Originaltitel: House of the Rising Sun, 2015) erscheint in einer Übersetzung von Daniel Müller als Paperback mit Klappenbroschur in der gewohnt stimmigen und der Burke-Reihe angepassten Covergestaltung bei Heyne Hardcore (640 Seiten, €17,99). Mit Vater und Sohn gelingt dem mittlerweile 80 Jahre alten James Lee Burke ein Familienroman epischen Ausmaßes. Ein klassischer, sprachgewaltiger Abgesang auf den Wilden Westen und ein pessimistischer Blick auf eine ungewisse Zukunft, der sich den ursprünglichen zwischenmenschlichen Konflikten verschreibt und diese in geschliffener Sprache in Worte fasst. Ein inhaltlicher wie sprachlicher Genuss! Christian Funke

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Auf der Suche nach seinem Sohn Ishmael, zu dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat, gerät der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland 1916 im Norden Mexikos in die Gewalt von mexikanischen Revolutionssoldaten, die ihn beschuldigen, bei einem Angriff auf einen ihrer Züge auch mexikanische Zivilisten ermordet zu haben. Hackberry kann sich weder verzeihen, tatsächlich für diese Taten mitverantwortlich gewesen zu sein, noch sich von seinem Sohn wegen seiner manipulierenden, von Neid zerfressenen Ehefrau Maggie abgewendet zu haben. Mit Hilfe der geheimnisvollen wie schönen Prostituierten Beatrice DeMolay kann Hackberry seine Suche fortsetzen und gelangt dabei in den Besitz einer Reliquie, auf die es vor allem der skrupellose österreichische Waffenhändler Arnold Beckmann abgesehen hat. Der schreckt auch nicht davor zurück, Hackberrys gerade schwer verletzt aus dem Ersten Weltkrieg in Frankreich zurückgekehrten Sohn festzuhalten. Zusammen mit dem furchtlosen Chauffeur der Prostituierten und einem befreundeten Deputy setzt Hackberry alles daran, seinen Sohn aus den Fängen des Waffenhändlers zu befreien, mit dem Maggie mittlerweile gemeinsame Sache zu machen scheint. „Welchen Wert hatte die Ehre, wenn sie verhandelbar war? Welchen Wert hatte das Leben, wenn man seine Prinzipien aufgab, um den nächsten Sonnenaufgang zu sehen? Entscheide dich endlich, Holland!, sagte er zu sich selbst. Nimm doch den einfachen Weg und sieh zu, wie du damit leben kannst!“ (S. 608) Bereits 1971 schrieb James Lee Burke mit dem bislang in deutscher Sprache nicht erhältlichen „Lay down my sword and shield“ den ersten Roman, in dem der ehemalige Texas Ranger Hackberry Holland die Hauptrolle spielte. Nachdem er anschließend mit der Reihe um den in New Iberia, Louisiana, wirkenden Detective Dave Robicheaux zu internationalem Ruhm gekommen war und 1997 eine neue Reihe um Billy Bob Holland ins Leben gerufen hatte, kehrte er erst 2009 mit „Regengötter“ zu Hackberry Holland zurück und präsentiert nun mit „Vater und Sohn“ den mittlerweile vierten, wiederum episch angelegten Roman um den charismatischen Mann mit ebenso vielen Fehlern wie Frauengeschichten. Burke entführt den Leser in die Zeit der mexikanischen Revolution, in eine Zeit, in der der amerikanische Präsident Wilson Pazifisten, Wehrdienstverweigerer und Kriegskritiker verhaften ließ und Butch Cassidy und Sundance Kid an ihrer Legende strickten. Indem Hackberry Holland sich mit seinem Sohn ebenso wie mit dessen Mutter Ruby Dansen zu versöhnen versucht, will er zumindest einen Teil der Schuld sühnen, die er im Laufe seiner Jahre angehäuft hat. Insofern kommt der gestohlenen Reliquie in der Geschichte eine besondere Bedeutung zu. Schließlich ist die Ähnlichkeit zwischen Beatrice DeMolay und dem letzten Großmeister des Templerordens, Jacques de Molay, zu frappierend, um bloßer Zufall zu sein, und so fragt sich Holland nicht von ungefähr, ob es sich bei in seinem Besitz befindlichen Reliquie tatsächlich um den Kelch handeln könnte, aus dem Jesus getrunken und an seine Jünger weitergereicht hatte. „Vater und Sohn“ ist nicht nur ein epischer Familienroman, der einen Abgesang auf den Wilden Westen darstellt und das 20. Jahrhundert mit raffinierter Waffentechnik, wachsenden Telekommunikationsmöglichkeiten und Automobilen einläutet, sondern eine Reise auf der Suche nach Vergebung, Erlösung und Wiedergutmachung, ein Roman über Ehre, Verrat und (Vater-)Liebe. Burke erweist sich dabei einmal mehr als fachkundiger Autor, der die Odyssee von Vater und Sohn Holland auch atmosphärisch stimmig zu erzählen versteht. Dass dabei auch einige Längen zu überwinden sind, lässt man Burke bei seiner geschliffenen Sprache gern durchgehen.

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