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Rezensionen zu
Oh, William!

Elizabeth Strout

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ein wunderschönes Buch, das tief berührt

Von: Eva Junker

14.12.2021

Mit diesem Buch hat es Elisabeth Strout geschafft mich komplett davon zu überzeugen, dass sie eine der ganz großen Autoren der Gegenwartsliteratur ist. Sie schafft es so prägnant und geschickt perfekt geschliffene Charaktere zu schaffen, dass sie einem regelrecht ans Herz wachsen. Ein wunderbarer Roman über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten im menschlichen Miteinander. Man muss ihre früheren Romane über Lucy Barton nicht kennen um sich in diesem Buch zurechtzufinden, dennoch schafft es eine angenehme Atmosphäre für den Leser, der Lucy bereits kennt. Sie ist eine Meisterin darin präzise mit wenigen Worten eine große Geschichte zu erzählen. Oh Elizabeth! she did it again

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Berührt das Herz

Von: Blondy67

14.12.2021

Der Roman um Lucy und William ist die Geschichte einer vergangenen Liebe, aber sie ist gleichzeitig ein Suchen nach sich selbst. Beide Protagonisten haben nach der Scheidung die Verbindung nie ganz abgebrochen. William ist ein eher anstrengender Zeitgenosse, der durch seine Eskapaden eine feste Beziehung fast unmöglich macht. Lucy hingegen, die eine erfolgreiche Autorin ist, hat ihre schwere und leidvolle Kindheit nie hinter sich lassen können und fühlt sich immer noch minderwertig. Dies macht sich William immer wieder zunutze. Das Buch ist in einem anspruchsvollen Schreibstil verfasst, der sich durch viele Absätze auszeichnet. Sowohl Lucy, als auch William sind hervorragend charakterisiert. Die emotionalen Zusammenhänge nehmen den Leser mit. Die Geschichte, um die Wechselwirkung von Beziehungen ist eindrucksvoll festgehalten. Ein starkes Buch, das lange nachwirkt.

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Entspannt, tiefgründig und sanft

Von: Claudia Grothus

10.12.2021

Elizabeth Strout erzählt - in aller Ruhe. Man weiß eigentlich gar nicht so genau, warum man immer weiterliest. Da ist kein so viel zitierter Spannungsbogen. Aber dennoch möchte man ihr weiter zuhören. Denn genau dieses Gefühl entsteht beim Lesen: Ihr zuzuhören, wie sie erzählt. Aus ihrem Leben. Von ihrem Exmann William. Liebevoll und mit so viel Behutsamkeit und Respekt. Sie bewegt sich mit Leichtigkeit von Thema zu Thema, ergänzt etwas, schiebt eine bestimmte Erinnerung dazwischen, oder es kommt ihr ein Gedanke, der unbedingt auch noch erwähnt werden muss. Man hat das Gefühl, ihren Gedanken zu folgen, die nicht linear sind. Trotzdem baut sich die Geschichte im Zusammenhang auf, gewinnt an Tiefe und zieht in den Bann. Wir erfahren von kleinen, alltäglichen Geheimnissen, die es in jedem Leben, jedem Alltag und jeder Ehe gibt. Wir erleben tiefe Vertrautheit und auch dieses Augenverdrehen, weil man die Schwächen des anderen so gut kennt und sich nie etwas daran geändert hat. Auch bei Lucy und William scheint es, als hätte sich nichts geändert. Als würden sie ihre Ehe nach dem Verlust ihrer beiden neuen Partner einfach fortführen. Manchmal hat man das Gefühl, die beiden kennen sich zu gut. Dann wieder wird eine Verlorenheit fühlbar, aus der sie fast nicht wieder zusammenfinden. Hinter allem die vordergründig geliebte Mutter von William, die hintergründig sein Leben dominiert hat und auf deren Spuren sich beide in einer Art Roadtrip bewegen. Ein Buch zu dem man jederzeit zurückkehren und das man jederzeit verlassen kann, denn es erzählt in leicht aneinandergereihten Erinnerungs-Episoden. Es fühlt sich an, wie ein nachdenkliches Gespräch zwischen guten Freunden, das hier und da davon unterbrochen wird, dass man sich noch ein Glas Wein oder eine Schale Oliven holt. Ein Buch voller schnörkelloser Menschlichkeit.

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Den Schreibstil muss man mögen

Von: Bine

09.12.2021

Die Autorin schreibt den Roman aus ihrer Perspektive. Leider kommt es häufig vor, dass die Handlungsstränge abgebrochen werden und sie darauf hinweist, noch kurz etwas zu erklären. Vieles wird nur angedeutet und nicht näher darauf eingegangen, weil es in früheren Büchern bereits beschrieben wurde. Ich habe mich durch die knapp 140 Seiten kämpfen müssen. Mit dem Schreibstil konnte ich bis zum Schluss nicht viel abgewinnen. Der Inhalt war ziemlich nichts-sagend. Ich musste mich überwinden das Buch bis zum Schluss zu lesen.

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Elizabeth Strout gehört zu meinen liebsten Autorinnen. Sie schreib so natürlich, frisch und ansprechend, dass jedes Buch wie ein kleines Geschenk ist. Dieses Buch ist wie ein Treffen mit einer alten Freundin, die man längere Zeit nicht gesehen hat und sie bei Kaffee und Kuchen trifft. Es werden Geschichten aus dem Leben erzählt, die sehr beschäftigen. Einfach schön!

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Wer schon einmal ein Buch von Bestseller-Autorin Elizabeth Strout gelesen hat, weiß, dass ihre Protagonisten meistens alte Bekannte sind. Nebenfiguren werden zu Hauptfiguren und umgekehrt. So auch in Strouts neuestem Werk „Oh William!“. Die Protagonistin Lucy Barton kennt man als Strout-Leser bereits aus 2 älteren Romanen, man erfuhr bereits einiges über ihre schreckliche Kindheit in einer bitterarmen Familie und ihr ambivalentes Verhältnis zu ihrer Mutter. In besagten Romanen nur ein Nebencharakter, steigt Lucys (Ex-)Ehemann in „Oh William!“ zum Hauptcharakter auf. Auch wenn die beiden nicht mehr ein Paar sind, herrscht eine verlässliche und sehr vertraute Freundschaft zwischen ihnen. William wird in seinen 70ern immer mehr von seiner Vergangenheit eingeholt, Schlafprobleme und Panikattacken setzen dem alten Herren zu. Er sucht Halt und Verständnis bei seiner Exfrau und sie begeben sich gemeinsam auf einen Roadtrip, auf dem sich William Antworten auf einige offene Fragen bezüglich seiner Herkunft erhofft. Lucy schreibt als Autorin dieses Buch und spricht den Leser direkt an. Sie erzählt sprunghaft aus ihrem Leben, aus ihrer Ehe, ihrer Kindheit und eben von diesem Roadtrip. Oft kratzt sie Themen nur an, ohne wirklich in die Tiefe zu gehen, da sie beim Erzählen zu viel Schmerz empfindet. Strouts Erzählton ist ruhig, plaudernd und unterhaltsam. Es geht wie immer um die großen Dinge im Leben, wie wurde man zu dem Menschen, der man heute ist und wie viel Einfluss hatten daran Beziehungen und Begegnungen zu anderen Menschen. Strouts Charaktere sind fehlbar, absolut menschlich und liebenswert. Wer dem Figuren-Kosmos von Strout bereits in vorigen Romanen verfallen ist, der wird hier erneut seinen Spaß haben. Für mich persönlich gehört Oh William! eher zu Strouts schwächeren Romanen, nichtsdestotrotz werde ich mich mit Freude den von mir bisher ungelesenen Romanen von ihr widmen. Wer noch nichts von Strout gelesen hat, dem lege ich auf jeden Fall Die langen Abende und Mit Blick aufs Meer ans Herz. Olive Kitteridge is the queen!

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Lucy erzählt

Von: RuLeka

09.12.2021

Elizabeth Strout- Lesern ist die Protagonistin aus „ Oh William“, die Ich- Erzählerin Lucy Barton, keine Unbekannte. Aus bisher zwei Romanen kennen wir sie: Wir wissen um ihre Kindheit aus prekären Verhältnissen, von ihrem Aufwachsen in einer lieblosen und gewalttätigen Familie und wir kennen ihr zwiespältiges Verhältnis zu ihrer Mutter. ( Das Buch lässt sich aber sehr gut ohne die Vorgängerromane lesen.) Mittlerweile ist sie Anfang Sechzig, eine sehr erfolgreiche Autorin und in zweiter Ehe mit David, einem Cellisten, verheiratet. Lucy Barton ist wie eine alte Freundin für uns und so werden wir auch angesprochen von ihr. „ Ich muss noch etwas über meinen ersten Mann sagen, William.“ So beginnt der Roman und in diesem Plauderton erzählt sie weiter. Mit William, inzwischen 69 Jahre alt, war sie zwanzig Jahre lang verheiratet, die beiden haben zwei Töchter großgezogen. Doch irgendwann hat sie ihn verlassen. Trotz der Scheidung haben sie aber immer noch Kontakt zueinander, mal mehr, mal weniger intensiv. Und nun braucht William sie, ihren Zuspruch und Rat. Er leidet seit einiger Zeit unter Panikattacken und seine dritte, wesentlich jüngere Ehefrau hat sich von ihm getrennt. Auch Lucy fühlt sich gerade einsam, denn David ist nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Als William noch herausfindet, dass seine verstorbene Mutter ihm ein Leben lang Wesentliches über sich verschwiegen hat, begleitet ihn Lucy auf eine Fahrt zurück zu seinen Wurzeln. Dabei kommen sie in Gesprächen sich selbst und dem anderen sehr nahe. Es ist aber nicht das Wiederaufleben einer alten Liebe, sondern eine Vertrautheit, die sich durch viele Gemeinsamkeiten ergeben hat. „ Wir sind ein gutes Gespann“, so mailt es Lucy ihrer Tochter. Elizabeth Strout lässt ihre Figur sprunghaft erzählen, immer wieder schweift sie ab; geht vom Jetzt in die Vergangenheit und reflektiert alles. Mal geht es um die Höhen und Tiefen der gemeinsamen Ehe, mal um die Töchter und deren heutiges Leben, mal um Parallelen in der Kindheit. Was macht uns aus? Wie wurden wir zu dem Menschen, der wir heute sind? Wie ist unser Blick auf uns selbst und wie sehen uns andere? Antworten auf solche Fragen versucht Elizabeth Strout in all ihren Büchern zu finden. Dabei erzählt sie leicht und schnörkellos , in einem ruhigen Ton und einer klaren Sicht auf Details. Ihren Figuren begegnet sie mit viel Empathie und Menschenkenntnis. Das liest sich unterhaltsam und hat trotzdem Tiefe. „ Wir kennen niemanden wirklich, auch nicht uns selbst….Aber im Kern bleiben wir alle Geheimnisse. Mythen. Wir sind alle gleich unerforschlich,…“ heißt es am Ende. Elizabeth Strout hat mit „ Oh William!“ wieder einen klugen und menschenfreundlichen Roman geschrieben. Gewidmet allen, „ die es vielleicht brauchen können.“ und wer bedarf nicht des Trostes? Auch wenn es nicht an ihren erfolgreichsten Roman „ Mit Blick aufs Meer“ herankommt, lohnt sich doch die Lektüre. Und für Fans der amerikanischen Autorin ein unbedingtes Muss.

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Ich verrate nicht viel

Von: Mühlenkind

09.12.2021

Ich kannte bei diesem Buch nicht die Vorgeschichte. Das störte aber kein bisschen, da die Autorin genug Informationen zur Vorgeschichte eingeflochten hat, um in die aktuelle Story einzusteigen. Grundlegend geht es um die noch bestehende Beziehung zwischen Mann und Frau, welche geschieden sind. Trotz nicht nur positiver Erfahrungen während ihrer Ehe, haben sie tiefes Vertrauen füreinander. Die neue Beziehung steht auf einer anderen Basis von Liebe würde ich sagen... Das Buch liest sich flüssig und eigentlich mochte ich es gar nicht mehr weglegen.

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