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Rezensionen zu
Die Schatten von Edinburgh

Oscar de Muriel

Ein Fall für Frey und McGray (1)

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Ein Gentleman in Schottland

Von: PeWe

11.03.2022

"Die Schatten von Edinburgh" (2015) ist ein historischer Kriminalroman von Oscar de Muriel und der erste Teil der Reihe "Frey & McGray". Inspector Frey wird von London nach Edinburgh zu Inspector McGray versetzt, wo er sich nicht nur mit einem verworrenen und gruseligen Kriminalfall sondern auch mit den schottischen Eigenheiten auseinandersetzen muss. Zum Inhalt: Inspector Ian Frey, ein kultivierter englischer Gentleman, wird 1888, während Jack the Ripper in London sein Unwesen treibt, nach Edinburgh strafversetzt. Sein neuer Chef, der ungehobelte und bärbeißige Inspector McGray, bestätigt all seine Vorurteile über die Schotten. Doch der mysteriöse Fall des toten Violinisten, dessen Leichnam übel zugerichtet in einem von innen verschlossenen Raum aufgefunden wird, zwingt die ungleichen Ermittler zur Zusammenarbeit. Persönliche Einschätzung: Der Schreibstil ist flüssig, gehoben und angenehm zu lesen. Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Sicht des Protagonisten Ian Frey erzählt. Die Wortwahl und Formulierungen sind sehr ausgefeilt und passen perfekt zu einem Gentleman des 19. Jahrhunderts. Die Persönlichkeit der Protagonisten und die Hintergründe der Geschichte werden sehr gut aufgebaut, was den Einstieg in die Geschichte sehr leicht macht. Alles wird sehr eindrücklich und lebendig beschrieben. Dabei ruft Freys Sicht auf die Welt und besonders auf Schottland und seine Bewohner beim Lesen öfter mal ein Schmunzeln hervor. Die Handlung ist linear aufgebaut und man kann dem Geschehen mühelos folgen. Der historischer Krimi um die beiden ungleichen Inspectors hat mir richtig gut gefallen. Ian Freys Sicht auf Schottland hat mich zum Lachen gebracht, aber auch McGrays bärbeißige Art hat mir sehr gut gefallen. Der gehobene Schreibstil passt so gut zur Geschichte und liest sich auch sehr angenehm. Einzig die Auflösung des Falls war mir zu kurios, aber das ist wohl Geschmackssache. Ich werde sicher auch noch weitere Fälle aus der Reihe lesen! Fazit: Ein spannender historischer Krimi im Schottland des späten 19. Jahrhunderts mit einer guten Portion Humor und zwei ungleichen und sehr sympathischen Ermittlern. Klare Leseempfehlung!

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Oscar de Muriel’s Roman »Die Schatten von Edinburgh« traf mich mitten ins Herz. Der Autor nahm mich von der ersten Seite an mit. Ich fieberte mit den Figuren mit, verlor mich in der Geschichte und konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Ich liebe die Atmosphäre, das viktorianische Zeitalter, die sympathisch und authentisch dargestellten Charaktere, den flüssigen, bildlichen Schreibstil. Die Dialoge sind sehr elegant und treffend gewählt. Urig schottisch-derber Humor trifft auf unverwechselbaren britischen Humor, was mich zuweilen laut auflachen lässt. Daneben gibt es so viel Spannung und unerwartete Wendungen, dass ich förmlich an den Seiten klebte. Die Suche nach dem Mörder wurde brillant in die Geschichte verwoben, so dass ich als Krimifan voll auf meine Kosten kam. Bis auf den Prolog erzählt sich die Geschichte aus Sicht von Inspector Ian Frey. Innerhalb eines Tages wird sein bisheriges Leben auf den Kopf gestellt. Frey ist ein Snob aber er ist auch ein herzensguter Mensch. Der englische Gentleman entstammt einem alten Adelsgeschlecht, ist gebildet, wohlerzogen und sehr klug. Er glaubt nicht an Flüche oder Hexerei. Bei ihm muss alles eine wissenschaftliche, nüchterne Erklärung haben. Seine Versetzung nach Schottland bringt ihm einiges Unbill ein und er muss schmerzhaft feststellen, wie sehr er seine Haushälterin Joan und ihre Dienste in Schottland vermisst. Joan nimmt es zwar mit der Pünktlichkeit nicht so genau, zudem hat sie ein vorlautes Mundwerk ist aber was die Hausarbeit und sein persönliches Wohlergehen angeht eine absolute Perle. Frey kommt in Schottland im Haus seines neuen Vorgesetzten Inspector Adolphus McGray, genannt Nine-Nails unter. Der gestandene Schotte, der selbst kein Blatt vor den Mund nimmt ist nicht minder begeistert von seinem neuen Partner und Mitbewohner. Nach einem schweren familiären Schicksalsschlag, durch den er zu seinem Spitznahmen kam, bekämpft er Verbrechen aus einem tiefen Zwang heraus. Die Ereignisse jenes Tages prägten und formten ihn, bestärkten seinen Glauben an das Übernatürliche und machten ihn schließlich zu dem Mann der er heute war. Seine Methoden sind eher unkonventionell. So engagiert er schon mal eine Wahrsagerin wenn er bei einem Fall nicht weiterkommt oder lässt die Fäuste sprechen. Außerdem beschäftigt er sich sehr intensiv mit dem Okkulten, er ist sehr belesen weshalb unzählige Bücher über Hexerei und Teufelsanbetung seine Bibliothek zieren. Frey & McGray – es ist als würden zwei Welten aufeinanderprallen. Sie sind wie Tag und Nacht, wie Feuer und Wasser, doch zusammen sind sie ein unschlagbares Team. Frey mit seinen brillanten Schlussfolgerungen und Nine-Nails mit seinem ganz eigenen Ehrenkodex. Der Schotte würde über Leichen gehen um ans Ziel zu gelangen. Mit der Zeit wachsen sie zusammen, die anfängliche Abneigung, größtenteils hervorgerufen durch Voreingenommenheit, schwindet dahin und macht Respekt und einem Anflug von echter Freundschaft Platz. Mir sind die beiden Ermittler sehr ans Herz gewachsen und ich freue mich auf weitere Fälle mit Frey & McGray. Band 2 ist schon bestellt. Fazit: Hinter »Die Schatten von Edinburgh« verbirgt sich ein spannend, fesselnd, mitreißender historischer Krimi, mit schönem schwarzen Humor, eleganten Dialogen, ein paar außerordentlichen Morden und exzellenten Ermittlern. Ich bin total begeistert! Der Roman ist ein absolutes Lese-Highlight für mich. Klare Leseempfehlung von mir!

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Die Schatten von Edinburgh

Von: zwischenzeil.ich

06.11.2020

Ich fand den Krimi echt super. Eine tolle Mischung aus Mystik und Kriminalfall. Gerade die zwei Hauptcharaktere haben mir in ihrem Zusammenspiel sehr gut gefallen. So war es nicht nur ein spannender Krimi, sondern hatte auch humorvolle Elemente. Das Ende habe ich so nicht kommen sehen, obwohl ich viele Vermutungen hatte. Ich werde die Reihe definitiv weiter verfolgen - vier Bände gibt es insgesamt ja schon! 4/5 ⭐

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Der Virtuose

Von: wal.li

11.10.2020

Inspector Ian Frey kommt aus gutem Haus. Zwar hat er weder das Medizin- noch das Jurastudium beendet, aber bei der Polizei will er es schaffen und seine Vorbildung kommt ihm zugute. Doch plötzlich fällt sein Leben auseinander, seine Verlobte macht mit ihm Schluss und sein Vorgesetzter will ihn loswerden. Freys einzige Chance ist die Versetzung nach Schottland, um dem dortigen Leiter der Ermittlung McGray zur Hand zu gehen. Welch ein Abstieg. Der angesehene und feine Londoner bei den Rüpeln aus dem Norden. Dass er den Rüpeln als verweichlichtes Mädel aus der Stadt könnte, kommt ihm nicht in den Sinn. Im ersten Fall von Frey und McGray wird ein Geigenvirtuose grausam ermordet. Weil der Fall irgendwie mystisch anmutet, wurde er McGray übergeben. Und der Chef will Antworten sehen. Frey und McGray sind sich zunächst nicht grün. Dazu muss McGray den feinen Londoner auch noch beherbergen, was ihm nicht passt. Ebenso wenig passt es ihm, wenn Frey sich über das Essen beklagt. Zumindest für ihre Nachforschungen raufen sie sich zusammen. Man schreibt das Jahr 1888 und in London treibt der Ripper sein Unwesen. Hat er sein Revier etwa nach Edinburgh verlegt? Eine Krimihandlung im viktorianischen England anzusiedeln ist vielleicht keine ganz neue Idee, doch ein so ungleiches Ermittlerpaar bestehend aus einen feingeistigen Londoner und einem etwas unzivilisierten Schotten hat schon was. Dazu noch der rätselhafte Mord an dem Geiger, der wertvolle Instrumente zu vererben hat. Die Einzelteile bilden einen vielversprechenden Ansatzpunkt. Doch die Entwicklung der Handlung und der Aufbau erfolgen doch ein wenig zu langsam. Einige Nebenfiguren wirken zu exzentrisch. Zum Glück ist der Fall um den toten Geiger wirklich interessant und die Lösung unvorhersehbar. Das spannende Finale trägt ein Übriges dazu bei, dass dieser Kriminalroman doch bis zum Ende fesselt. Die skurrilen Ermittler machen durchaus neugierig, wie sie sich als Team weiterentwickeln werden.

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Insgesamt hat mir der Auftakt zur Krimireihe wirklich gut gefallen. Manchmal fand ich den Schreibstil zwar etwas unbeholfen, was aber vielleicht auch an der Übersetzung liegt. Dass einer der Inspektoren z. B. ständig "gackernd lacht" finde ich ziemlich unpassend, keine Ahnung was hierfür das englische Pendant war ... Auch fand ich es teilweise etwas übertrieben, wie oft hier geflucht wird oder auch das gereizte Verhalten sprengte etwas den Rahmen und machte die beiden Protagonisten nicht unbedingt sympathisch. Ian Frey ist einer davon. Er ist 31 und arbeitet durch Beziehungen bei New Scotland Yard in London und hat auch schon einige Erfolge zu verbuchen. Allerdings ist er sehr unausgeglichen, auch weil er noch nicht zu sich selbst gefunden hat. Sein bisheriger Weg war unstet und als jetzt über Nacht seine gesamte Lebenssituation über den Haufen geworfen wird, sind das keine guten Vorraussetzungen, um in Schottland Fuß zu fassen. Dort soll er zusammen mit Inspector McGray einen Mörder fassen, der evtl. die Taten des berüchtigten Jack the Ripper nachahmt. Mit McGray hat er allerdings einen harten Brocken erwischt, denn sein Benehmen zeugt meist nicht von einem Gentleman und ist rau und ungehobelt. Sein spöttischer Humor und die unorthodoxe Herangehensweise an die Aufklärung, sowie das Herabschauen auf den "englischen Dandy" gestaltet das Zusammenraufen der beiden als recht schwierig. Es macht teilweise Spaß das zu beobachten, war aber eben auch, wie oben erwähnt, manchmal etwas übertrieben vor allem in der groben Aussprache. Ansonsten war es von der Atmopshäre her eher nüchtern und ich hab schon ein bisschen den angepriesenen Gruselfaktor vermisst. Dafür hat mir der solide aber ungewöhnliche Eindruck gut gefallen und es war auch von den historischen Begebenenheiten passend veranschaulicht. Der Fall selbst ist sehr verstrickt und gut aufgebaut. Der Autor versteht es, die Spannung aufrecht zu erhalten und hab jeden Moment mitgefiebert. Interessant fand ich auch den Zusammenhang mit der "Teufelstrillersonate" von Giuseppe Tartini, die hier eine wichtige Rolle spielt. Da ein Geiger ermordert wurde, verfangen sich die Ermittlungen in der Welt der Musiker und zusammenhängenden Mysterien. Was auch daran liegt, das Insp. McGray eine Sonderabteilung für okkulte Vorfälle hat und er dadurch übersinnliche Verknüpfungen sieht, wo vielleicht gar keine sind ... aber wer weiß? Die Aufklärung selbst war überraschend, auch wenn ich gewisse Details geahnt habe.

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Das Cover Ist schlicht gehalten und trotzdem vermittelt es einen Hauch von Sherlock Holmes. Der Autor Oscar de Muriel wurde in Mexico City geboren und zog nach England, um dort z studieren und seinen Doktor zu machen. Heute lebt er in Cheshire und arbeitet Chemiker, Übersetzer und Violinist. Gerade mit diesem Roman aus der viktorianischen Zeit feiert er in England große Erfolge. Das brillante Ermittlerduo Frey und McGray ermitteln erfolgreich im kriminellen Milieu. Klappentext Edinburgh, 1888. Der begnadete Ermittler Ian Frey wird von London nach Schottland zwangsversetzt. Für den kultivierten Engländer eine wahre Strafe. Als er seinen neuen Vorgesetzten, Inspector McGray, kennenlernt, findet er all seine Vorurteile bestätigt: Ungehobelt, abergläubisch und bärbeißig, hat der Schotte seinen ganz eigenen Ehrenkodex. Doch dann bringt ein schier unlösbarer Fall die beiden grundverschiedenen Männer zusammen: Ein Violinist wird grausam in seinem Heim ermordet. Sein aufgelöstes Dienstmädchen schwört, dass es in der Nacht drei Geiger im Musikzimmer gehört hat. Doch in dem von innen verschlossenen, fensterlosen Raum liegt nur die Leiche der Hausherren ... Schreibstil Witzig, informativ, rasant und spannend. Eine gute Mischung! Inhalt Jack the Ripper treibt sein grausiges Unwesen und tötet erneut. Diesmal Mary Jane Kelly. Alles ist in Aufruhr und so stellt auch die Polizei alles um. Im Zuge dieser Umstellung wird Inspector Ian Frey gemeinsam mit seinem Vorgesetzten entlassen. Ein Grund ist auch der neue Commissioner. Dieser will seine eigenen Gefolgsleute fördern und hier medienwirksam einsetzten. Als ob dies nicht schon genug wäre, löst die Verlobte von Ian Frey die Verlobung und in seine Wohnung wird eingebrochen. Die Einbrecher stellen sich jedoch als alte Bekannte heraus. Darunter sein ehemaliger Chef und der Premierminister Lord Salisbury. Dieser schickt Frey nach Edinburgh, wo ein grässliches Verbrechen stattgefunden hat. Er soll der Frage nach gegen, ob dies ein Nachahmer von Jack the Ripper sein könnte? In Edinburgh angekommen bekommt Frey einen Kollegen und Vorgesetzten vor die Nase gesetzt. Die beiden Ermittler Wie Feuer und Wasser könnte man die beiden beschreiben. Gegensätzlicher könnten Partner nicht sein. Frey lebt das Leben eines gebildeten und begüterten Londoners, er mag gutes Essen, gute Musik und wissenschaftlich belegbare Beweise. Sein Partner McGray hingegen ist bodenständig und einfach, er liebt Haggis (das schottische Nationalgericht), farbenfrohe und unkonventionelle Kleidung, er ist offen und ehrlich, er glaubt an den Teufel und Wahrsagerei. Eine aufregende Zeit voller verbaler Tauschabschläge beginnt, da die beiden vorläufig zusammenwohnen müssen. Der Täter Ganz offensichtlich ist der Täter in erster Linie hinter Violinisten her. Er tötet sie nicht nur, sondern weidet sie regelrecht aus - ganz nach der Manier von Jack the Ripper. Nach und nach kommen sie dem Täter auf die Spur - nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Methoden, die die Beiden haben. Aber alle Indizien und Beweise scheinen auf einen Fluch hinzuweisen, der auf einer Geige liegen soll. Diese Geige in Verbindung mit einem bestimmten Musikstück führt zum Tod der Opfer. Mein Eindruck Die Kombination aus schlagkräftigen und humorvollen Streitereien hat mir sehr gut gefallen. Auch die Beschreibung des viktorianischen Lebens in Verbindung mit dem wirklich gut durchdachten und logisch aufgebauten Kriminalfall sorgen dafür, dass man das Buch zügig durchlesen kann. Ich liebe die Kriminalromane mit Jack the Ripper und daher gefällt mir dieser Roman auch sehr gut. Er weist viele Parallelen zu Jack the Ripper auf und erinnert mich sehr an Sherlock Holmes. Was letztendlich auch am Cover liegt. Auch sind viele Parallelen zur Partnerschaft von Holmes und Watson zu ziehen. Über dem Fall liegt ein Hauch Okkultes und das macht diesen Roman aus. Fazit Der Roman ist von der ersten Seite an so gut aufgebaut und geschrieben, dass sich die Spannung bis zur letzten Seite hält. Bis zum Schluss werden neue Rätsel aufgedeckt und der verbale Schlagabtausch zwischen den beiden Hauptpersonen sorgt für den nötigen Witz. Endlich mal ein Krimi, der mich erneut von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat!

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Beschreibung: London im Jahre 1888 – Jack the Ripper jagt den Einwohner große Angst ein. Die Frauen verlassen die Häuser und Wohnungen nicht mehr nach Einbruch der Dunkelheit, aus Angst, dass sie das nächste Opfer sein könnten. Währenddessen passieren noch ganz andere Dinge, wie beispielsweise die Zwangsversetzung des Ermittlers Ian Frey nach Schottland. Edinburgh, 1888 – Nach dem grausamen Tot eines Violinisten kommt Ian Frey nach Schottland, was für den Londoner eine absolute Strafe zu sein scheint, denn der kultivierte Engländer ist nicht gerade begeistert über die Art der Schotten. Dies wird ihm nur bestätigt, als er seinem neuen Vorgesetzten, Inspektor McGray, das erste Mal gegenübersteht. Nicht nur, dass McGray davon überzeugt ist, es gäbe Übernatürliches auf der Welt. Nein, er leitet auch noch eine entsprechende Abteilung darüber, in welcher nun auch Frey arbeiten soll. So widmen sich die beiden, von Grund auf verschiedenen Männern, dem geheimnisvollen Fall des Violinisten, der tot hinter der von innen abgeschlossenen Tür seines Musikzimmers gefunden wurde. Während sich die Inspektors versuchen sich nicht gegenseitig an die Gurgel zu gehen, sind sie gezwungen schnellst möglichst den Mörder zu fassen, da dieser den Anschein macht ein Nachahmungstäter des Rippers zu sein. Meinung: Ach, wo soll ich anfangen? Ich liebe ja die Engländer irgendwie und die Schotten sowieso. Diese Kombination ist einfach herrlich! Im Prolog erfährt man direkt die Vorgeschichte von McGray, was es ein klein wenig einfacher macht ihn zu verstehen. Doch was wirklich in seiner Vergangenheit passiert ist, kristallisiert sich erst im Laufe des Buchs heraus. Frey und McGray passen einfach wunderbar zusammen oder wie heißt es so schön: Wie die Faust auf’s Auge! Obwohl sie so grundverschiedene Charaktere sind, ergänzen sie sich hervorragend. Frey, der ja als Engländer, quasi einen Stock im Allerwertesten hat, versucht stets sachlich zu bleiben. Analysiert alles in seine Einzelteile. Was er außerdem sehr gut beherrscht ist die Deutung von Körpersprache. Doch auch er kommt im Laufe der Story an seine Grenzen. Absolut nachvollziehbar, bedenkt man seine vornehme sowie kultivierte englische Art. McGray hingegen scheint seinen gälischen Vorfahren in nichts etwas nachzustehen. Durch sein Auftreten macht er schon einen recht imposanten Eindruck. Öffnet er dann auch noch den Mund, sollte man sich in Acht nehmen. Wobei er gegenüber den Damen doch sehr charmant sein kann. Trotz seiner Verbissenheit einen Fall zu lösen, scheint er sich dennoch von dem Übernatürlichen leicht ablenken zu lassen. Wobei damals Geisteskrankheiten, im Vergleich zu heute, doch eher verpönt waren. Was liegt da also näher, als vom Teufel besessen zu sein?! Dieses Buch hat mich absolut überzeugt. Zwischendurch musste ich wirklich herzlich lachen. Einfach grandios. Diese Mischung aus Geisterjagd und Ermittlungsarbeit war einfach absolut erfrischend. Die Charaktere hervorragend gezeichnet und die Atmosphäre einnehmend. Oftmals wusste ich gar nicht mehr, an was ich denn nun eigentlich glauben soll. Schließlich ist es doch sehr suspekt, wenn eine Leiche hinter einer verschlossenen Tür gefunden wird. Dann kamen noch einige andere Aspekte hinzu, die das ganze seltsam aussehen ließen. Dennoch schafft es der Autor ein passendes Ende zu zaubern, sowie alle offenen Punkte – in meinen Augen – schlüssig und plausibel aufzulösen. Ebenfalls der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen. Würde man McGray fragen, was er von Frey hält, dann würde er sich einige Triaden los lassen –andersrum natürlich das Selbe, aber dennoch hat man, gerade zum Ende hin, das Gefühl, dass sich hier zwei gesucht und gefunden haben. Durch die überspitze Darstellung der englischen sowie schottischen Art, wird der Leser in meinen Augen sehr gut unterhalten – auch wenn er vielleicht mit einem Krimi nicht viel am Hut hat, also der Leser. Fazit: Ich bin durch die Bank weg begeistert von dem Buch, da zwei absolut unterschiedliche Welten aufeinander treffen, das Ganze mit einer Portion Humor versüßt wird und dennoch authentisch zu der damaligen Zeit wirkt. Der zweite Band liegt auf jeden Fall schon bereit und will gelesen werden! Reihe: Teil 1 – Die Schatten von Edingburgh Teil 2 – Der Fluch von Pendle Hill Teil 3 – Die Todesfee der Grindlay Street (Erscheint im Dezember 2018)

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Als ich „Die Schatten von Edinburgh“ von seiner Folie befreit, und der erste Schwall nach Lösungsmitteln und anderen Chemikalien verflogen ist, wende ich es von rechts nach links, blättere es im Schnelldurchlauf einmal durch, befühle die Seiten, nehme ihren Geruch war und lasse die Bilder die in meinem Kopf entstehen wirken, auch dieses Mal ist es das einer alten eichenvertäfelten Bibliothek, die ihre charakteristische Geruchsmischung aus Holzpolitur, Staub und einer leicht modrigen Note versprüht. Obwohl ich den Klappentext schon kenne, lese ich ihn noch einmal, bevor ich mit dem eigentlichen Buch beginne. London 1888, Jack the Ripper hält durch seine Mordserie die Bevölkerung in Atem. Ian Frey, Leitender Inspector beim CID ( Criminal investigation Department - oder einfach gesagt die Polizei im Vereinigten Königreich) wird vom Premierminister persönlich nach Edinburgh versetzt, um dort einen möglichen Ripper Nacharmer zu fassen ohne das die Presse davon Wind bekommt. Aber nicht weil er der beste ist, sondern weil er am entbehrlichsten ist. Wiederwillig zieht der aus London stammende Frey in die Schottische Hauptstadt, die in seinen Augen eine schäbige und elende Provinz ist und seine Bewohner tölpelhafte, plumpe Trampel sind, die man durch ihren lächerlichen Akzent sowieso nicht versteht. „Als ich mir die Lederhandschuhe anzog und meinen Schirm aufspannte, fühlte ich mich vollkommen fehl am Platz, so in einem makellosen schwarzen Anzug gekleidet inmitten einer Menge von Verladern und Fischweibern. Aus allen Richtungen drangen Schreie in diesem schottischem Akzent, der das R auf noch widerwärtigere Weise rollt, als es die Iren tun.“ Als er seinen neuen Vorgesetzten McGray kennenlernt sieht er all seine Vorurteile bestätigt. McGray ein Schotte durch und durch, leger, rau, chaotisch und in seinen Arbeitsmethoden recht unkonventionell, könnte dem förmlichen, immer gut gekleideten und vor stolz strotzenden Frey nicht unähnlicher sein. Doch Zwei Dinge verbindet sie miteinander, die Leidenschaft zu ihrem Beruf und die offenkundige Abneigung dem anderen gegenüber, der sie nicht müde werden bei jeder sich bietenden Gelegenheit kundzutun. Zusammen mit McGray soll er den Mord an Guilleum Fontaine einem begnateten Violinisten aufklären. Lange Zeit tappen beide völlig im Dunkeln, doch die Hinweise auf einen dämonischen Hintergrund häufen sich. Und eine Violine auf der ein Fluch lasten soll rückt in den Fokus. Als weitere Geiger, die auf dieser Violine gespielt haben sterben kann auch der rational denke Frey die Augen vor dem offenkundigen nicht mehr verschließen. Selten vereinten sich beim lesen eines Buches so viele Gemütsregungen in mir, wie bei „Die Schatten von Edinburgh“. Im Vordergrund steht ganz klar die Zwischenmenschliche Beziehung von Frey und McGray deren Dialoge so witzig, charmant und doch so feindselig geführt werden das ich stellenweise aus dem Lachen nicht mehr rauskam. Der eigentliche Fall, obwohl der in keinem Fall unspannend ist - mitunter sogar ziemlich gruselig anmutet, rückt anfangs in den Hintergrund, doch die beiden Streithähne zu begleiten hat mir auf jeden fall genügend Freude bereitet. Obwohl es ausschließlich aus der Sicht von Frey geschildert wird, schafft de Muriel es eine blumige perfekt vorstellbare Kulisse zu schaffen, auch die Nebencharaktere werden durch Frey so gut gezeichnet das ich mir ein ganz genaues Bild von ihnen machen konnte. Stilistisch schafft er eine willkommene und erfrischende Abwechslung zu den heutigen Kriminalromanen. Da es weder Handys noch schnelle Krankenwagen gibt, sondern man sich mit Telegrammen verständigt und sich mit Pferdekutschen fortbewegt, ganz zu schweigen von den medizinischen Kenntnissen die alles andere als fortschrittlich sind, wirkt der Roman völlig entschleunigt und leise, der mich das Lebensgefühl der Zeit erahnen lässt, hin und wieder gibt es ein paar Passagen die sehr modern geschrieben sind, aber auch das wirkt in keinster Weise fehl am Platz. Bis zur letzten Seite behält er die leidenschaftliche und spannende Schreibweise bei. In jedem Fall hat mir Oscar de Muriel mit seinem Erstlingswerk eine wahnsinnige Freude bereitet. Und noch mehr freue ich mich darauf den zweiten Band zu lesen.

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