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Rezensionen zu
Die Zerbrechlichkeit der Welt

Kees van Beijnum

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Wir schreiben das Jahr 1946 in Tokio. Die Nachkriegszeit hat das Land im festen Griff - Armut hat Einzug in Japan gehalten, die Leute leben unter ärmlichen Verhältnissen. In dieser Zeit wird Richter Brink nach Tokio geschickt, um an den Tokioter Prozessen beizuwohnen als Abgesandter von Holand. Er ist sich der Verantwortung bezüglich den japanischen Kriegsverbrechern bewusst, aber die Situation belastet ihn immer mehr. Brink trifft auf die junge Sängerin Michiko und ist sofort von ihr fasziniert. Von ihr lernt er die japanische Kultur näher kennen, bekommt die Ablenkung von den Prozessen, die er dringen braucht. Doch die Beziehung hat auch ihre Tücken und plötzlich sieht er sich vor eine Entscheidung gestellt, die allen politischen und moralischen Grundsätzen Brinks widerspricht. Wird die Beziehung halten? Bücher, die während oder kurz nach den Weltkriegen spielen, ziehen mich ja magisch an. Ich kann nur schwer an ihnen vorbei gehen. Nachdem ich meine Leseflaute mehr oder weniger besiegt habe, konnte ich endlich 'Die Zerbrechlichkeit der Welt' in Angriff nehmen. Ich bin ehrlich: Ich habe viel von dem Buch erwartet und bin leider enttäuscht worden. Mir ist durchaus bewusst, dass die Geschichte von Michiko und Brink einen Teil des Buches einnehmen würde, was auf dem Klappentext ersichtlich ist. Jedoch hätte ich mir aufgrund der Nachkriegszeit und der Erwähnung der Tokioter Prozesse einen Einblick in diese Gewünscht. Es gab zwar ein paar Abschnitte, die im Gericht spielten und es wurden auch ein paar Gespräche der Richter beleuchet... aber das war es auch schon! Mir fehlte Gefühl für diese Prozesse, mir fehlte der richtig Input. Man hätte das Buch sicherlich sehr gut so gestalten können, dass diesem Teil mehr Bedeutung zugedacht wird. Ich kenne nur wenige Bücher, die während dieser Zeit in Japan spielen und genau aus diesem Grund wäre es sehr interessant gewesen, tiefer in die Prozesse einzutauchen. Der Schreibstil von Kees van Beijnum hätte hierfür das Potential gehabt. Denn das Buch liest sich flüssig und angenehm. Oft hat man ja, dass sich historische Romane etwas schwerfälliger lesen lassen, was an der Thematik bzw. der jeweiligen Zeit liegt. Hier war das nicht der Fall. Die Geschichte kann man durchaus in einem Rutsch lesen. Ich persönlich habe aber immer wieder ein Stück gelesen und dieses Revue passieren lassen, ehe ich den nächsten Abschnitt gelesen habe. Es bietet sich durchaus an, da das Buch in 3 Teile gesplittet ist und die 2 Jahre, die Brink in Tokio verbringt, zusammen fasst. Vielleicht hätte man den mittleren Teil dafür nützen können, die Kriegsverbrecher zu beleuchten? Die Gefühle, Emotionen, Gedanken dieser Männer... Die waren in dem Buch nicht zu spüren. Das war generell ein weiteres Problem. Mich hat das Schicksal der Protagonisten nicht so berührt, wie ich es mir gewünscht hätte. Es passieren so viele Dinge ausserhalb des Gerichtsaales, die alle im Laufe des Buches zusammenlaufen, dass ich mehr mit den Personen fühlen wollte. Die Charaktere haben mir soweit gut gefallen. Man hat einiges über die Vergangenheit der jeweiligen Personen erfahren, ihre Denkweisen, ihre Ansichten. Das fand ich gut gemacht. Wie oben schon erwähnt, haben mir jedoch die Emotionen gefehlt. Das Cover finde ich sehr schlicht und es passt sehr gut zur Geschichte. Fazit Da es mich leider nicht überzeugen konnte, bekommt das Buch von mir 3 Sterne

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Hallo zusammen, diese Rezension ist seit Monaten in Planung. Ich gebe zu, ich wollte sie nicht schreiben. Es gibt keinen bestimmten Grund, es ist nur so ein Gefühl, ganz tief in mir versteckt. Dieser Roman hat mich bewegt. Er hat mir geholfen, die Welt, mich und das Leben besser zu verstehen. Ich möchte ihn gar nicht teilen. Aber er ist zu schön, um ihn euch vorzuenthalten. Jetzt sitze ich hier. Finde nicht die richtigen Worte. Nun ja, ich möchte euch alle auffordern, ihn zu lesen – Die Zerbrechlichkeit der Welt von Kees van Beijnum. Die Perspektiven Wir sind im Jahre 1946 in Tokio – Nachkriegszeit. Ein für mich und viele anderen kaum bekannter Teil des zweiten Weltkrieges. Japan war beteiligt, aber mehr wissen wir oft nicht. Somit ist es bereits aufgrund der historischen Wissens eine Empfehlung. Kees van Beijnum ist ein nüchterner Beschreiber. Er nimmt uns mit auf die Reise dreier Individuen, deren Wege sich kreuzen werden. Rem Brink ist ein niederländischer Anwalt, wird nach Tokio entsandt um über Japans Kriegsverbrechen zu urteilen. Er nimmt uns mit in seine Gedanken über Moral und Recht. Wir werden herausgefordert, selbst zu urteilen und finden vermutlich nie die richtige Antwort. Michiko, eine japanische Sängerin, nimmt den zweiten Strang der Geschichte auf. Durch die Romanze zwischen ihr und Rem lernen wir die japanische Kultur auf einer sehr intimen Art und Weise kennen. Diese Liebesgeschichte der beiden ist nicht nur rosarot, sondern auch oftmals traurig und düster. Liegt es nur am Krieg oder an den beiden unterschiedlichen Kulturen? Es ist eine wunderbare Liebe, welche uns fühlen und erleben lässt, was es bedeutet in solchen Umständen zueinander zu finden. Michikos Cousin, Hideki, nimmt die dritte Perspektive mit auf. Neben der Verurteilung der Kriegsverbrechen, einer romantischen Liebe, entführt er uns in die Welt eines Soldaten des zweiten Weltkrieges. Wir erfahren, was es bedeutet nach dem Krieg zurückzukehren. Wie reagiert die Gesellschaft, wie wird sich sein Leben entwickeln, und noch viel spannender, was fühlt er und was möchte er erreichen? Es wird Momente geben, in denen sich alle drei Perspektiven treffen. Momente, die uns erschaudern lassen. Eine wunderbare Verstrickung der verschiedenen Charaktere. Inspiration Dieser Roman behandelt in allen drei Perspektiven Dilemma, welche wir nicht lösen können. Es gibt kein Falsch oder Richtig. Genau dieser Punkt macht „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ zu einem Schatz. can Beijnum lässt uns fühlen, denken, und verarbeiten. Selbst nach 2 Monaten denke ich noch oft über diesen Roman nach. Er hat mich bewegt und mich hinterfragen lassen. Wir sollten alle ein wenig mehr hinterfragen. Bitte lest dieses wundervolle Buch und lasst euch inspirieren. Diana.

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„Sie denken, dass wir dumm sind, Vater. Und wahrscheinlich haben sie recht“ Die Welt, in der sich der niederländische Richter Rem Brink befindet, ist tatsächlich zerbrochen. Wir schreiben das Jahr 1946, und er wird in das vom Krieg zerstörte Japan geschickt, als Teil des internationalen Tribunals, das über die japanischen Kriegsverbrecher urteilen soll. Obwohl er in den Niederlanden eine Frau und drei Kinder hat und weiß, dass er wohl jahrelang nicht nachhause kommen wird, ergreift Brink diese einmalige berufliche Chance. In Japan merkt er schnell, wie unglaublich fremd die Kultur und die Menschen ihm sind. Und dass es sehr schwer ist, allein zu sein: Als er die hübsche Sängerin Michiko kennenlernt, trifft er sich so oft wie möglich mit ihr – weil er ihre Gesellschaft und ihre Nähe genießt. Das Problem ist nur: Er zerstört dadurch ihr Leben. Im Zuge der Frankfurter Buchmesse mit dem Gastland Niederlande bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Kees van Beijnum hat bereits elf erfolgreiche Romane veröffentlicht, von denen einige verfilmt wurden, hat zahlreiche Preise eingeheimst und gehört zu den bekanntesten Autoren seiner Heimat. Mit Die Zerbrechlichkeit der Welt hat er dort 2014 einen literarischen Skandal ausgelöst, in dem es um die Verwendung von Material ging, das dem Autor angeblich für ein Drehbuch anvertraut worden war – und zwar vom Sohn jenes Richters, auf dem die Figur des Rem Brink beruht. Unklar ist, was Fiktion ist und wo Kees van Beijnum sich tatsächlich an den Tagebüchern bedient hat. Der Richterssohn hat ebenfalls 2014 eine Biografie über seinen Vater veröffentlicht. Der Roman an sich spielt nicht in den Niederlanden, sondern in Japan. Dem Japan nach dem Krieg, ruiniert, am Boden, mit Menschen, die traumatisiert sind, Verluste erlitten haben und gegen das Verhungern kämpfen. Zu ihnen gehören die Sängerin Michiko, der nichts auf dieser Welt geblieben ist, und der Soldat Hideki, die dritte Figur im Roman, der im Krieg verwundet wurde und nun ohne Zukunftsperspektiven in seinem Elternhaus in einem kleinen Dorf in den Bergen sitzt. Dorthin flieht auch Michiko, nachdem Richter Brink sie in jene Situation gebracht hat, in die solche Männer Frauen immer bringen. Ich mag das Ruhige an diesem Roman, das Bedächtige und Überlegte. Kees van Beijnum erzählt langsam – wirklich sehr langsam. Das ist stellenweise ermüdend, und das Buch zieht sich über einen recht langen Zeitraum. Immer wieder denke ich, nun müsste es zu Ende sein, nun ist die Geschichte auserzählt, und doch ist das nicht der Fall. Inhaltlich verliert sich alles ein wenig, wird immer nichtssagender. Das hat folgenden Grund: Richter Brink hat sich in eine Ecke manövriert, ist festgefahren, kann nicht vor und nicht zurück. Er hat sich selbst schachmatt gesetzt, und das hat Auswirkungen auf die Geschichte: Wir stecken alle fest. Er ist der Moralapostel, der über andere urteilt, und doch ist es mit seiner eigenen Moral nicht weit her. So können wir nur darauf warten, dass Brinks Zeit in Japan zu Ende ist – und erleichtert aufatmen. Die Zerbrechlichkeit der Welt ist ein sehr gut recherchiertes (vermutlich wegen des oben erwähnten Materials), nüchternes und bis in seine Grundfesten doppelmoralisches Buch, das sich mit verschiedenen menschlichen Dilemmata befasst. Es ist intelligent, lesenswert und wahnsinnig deprimierend. Die Zerbrechlichkeit der Welt von Kees van Beijnum ist erschienen bei C. Bertelsmann (ISBN 978-3-570-10281-7, 480 Seiten, 22,99 Euro).

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Die Geschichte spielt zur Zeit der Tokioter Prozesse nach dem 2. Weltkrieg und verwebt das Schicksal von drei sehr unterschiedlichen Protagonisten. Darunter den niederländischen Richter Brink, der als einer der 11 Richter in den Prozessen gegen die Verantwortlichen der japanischen Armee und Regierung fungiert, Michiko eine japanische Sängerin, die im Krieg ihre Eltern verlor und nun in den Ruinen ihrer Heimat ums Überleben und eine bessere Zukunft kämpft und zuletzt den versehrten japanischen Kriegsveteran Hideki, den die traumatischen Erlebnisse an der Front stark belasten und der aufgrund seiner Verletzung nur schwer einen Weg zurück ins Leben findet. Mein Eindruck: Der Autor fängt die sehr bedrückende Stimmung der Nachkriegszeit hervorragend ein. Tokio ist in weiten Teilen zerstört, viele haben ihre Familien und all ihr Eigentum verloren, sind obdach- und arbeitslos, insbesondere in den Städten leidet die Bevölkerung Hunger. Gleichzeitig ist das Land von den Siegermächten besetzt, die zwar beim Wiederaufbau helfen, ihre Machtposition aber auch oft genug gegenüber der mittellosen Bevölkerung ausnutzen. Insbesondere die Ansichten und Sorgen der Einheimischen konnte mir der Autor verständlich näherbringen. Die Angst, dass der Wideraufbau durch westliche Besatzungsmächte auch einen Verlust an japanischer Kultur zur Folge hat, der große Stolz der Japaner, der es sehr schwer macht, die Niederlage im Krieg überhaupt zu akzeptieren. Wie der Autor so schön sagte befindet sich die Bevölkerung im Krieg, nach dem Krieg, der auf ganz andere Weise grausam ist. Es werden dabei ganz tolle Gedanken zum Krieg im Allgemeinen und zu kulturellen Unterschieden aufgeworfen, sodass ich mir während des Lesens viele Passagen markieren konnte. Die Protagonisten waren mir alle drei sehr nah und ich habe ihr Schicksal mit viel Interesse verfolgt und vor allem ihr Leid geteilt. Insbesondere kulturell bedingte Missverständnisse durch Besonderheiten in der Kommunikation oder durch völlig unterschiedliche Wertvorstellungen waren sehr gut herausgearbeitet und die daraus resultierenden Konflikte ließen sich nicht einfach aus der Welt schaffen. Entsprechend empfand ich das Buch als gut recherchiert und erhielt den Eindruck, dass sich der Autor mit der japanischen Kultur auskennt. Die Erzählweise ist sehr sanft und leise, was das zum Teil unerträgliche Leid der einzelnen Personen für mich noch bedrückender machte und dem Buch insgesamt eine sehr traurige Stimmung gibt, die man mögen muss. Trotz der grausamen Schicksalsschläge wird der Autor in seiner Erzählweise nie dramatisch oder effektheischend, sondern verbleibt in seiner klaren und ruhigen Sprache. Auch das Ende konnte mich überzeugen, weil es die Geschichte zu einem sehr passenden Abschluss bringt und nicht versucht den Leser glücklich zu machen. Durch dieses Buch habe ich außerdem etwas über den Japanisch-Chinesischen Krieg und die Tokioter Prozesse gelernt. Ein Thema von dem ich vorher kaum etwas wusste und mit dem ich mich nun weiter beschäftigen möchte. Eine Empfehlung an alle, die der Kriegsthematik nicht generell abgeneigt sind, ruhig erzählte Bücher mit einer traurigen Stimmung mögen und sich für die japanische Kultur interessieren.

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Der Inhalt Der niederländische Richter Rem Brink befindet sich 1946 in der japanischen Hauptstadt Tokio. Die Kriegsverbrecher des Zweiten Weltkriegs sollen verurteilt werden. Als Brink eine abweichende Meinung vertritt, hat er die meisten Kollegen gegen sich. Die junge Sängerin Michiko, die er kennenlernt, berührt ihn. Er verliebt sich. Als Brinks Frau ihn besucht, schickt er Michiko zu ihren Verwandten in die Berge, wo sie wenig Zuspruch erhält. Als sie ihm schreibt, antwortet er nicht. Dann kommt sie zurück… Meine Meinung Das Buch ist erschütternd. Brink geht fremd und lässt Michiko danach mit ihrem Kind alleine im Sumpf der Armut. Ich bin entsetzt. Menschen, die gegen den Krieg waren und versucht haben, ihn zu verhindern, werden nach dem Kriegsende enbenso angeklgt wie die verantwortlichen für das Töten. Nein, das ist nicht mein Buch, wenn ich lesen muss, wie sich Michiko für ihr Kind einsetzt, dass sie eigentlich nach der Geburt umbringen sollte, wie es Brauch ist. Wie sie sich um ihren Cousin Hideki und was sie dafür auf sich nehmen muss. Sie lebt in sehr beengten Zuständen. In den Raum passen nur ein Bett und eine Kommode. Die Zustände sind einfach nur schrecklich. Das alles lässt Brink, den Richter, der sich für „gerecht“ hält, total kalt und er hilft nicht aus aufrichtig liebendem Herzen. In meinen Augen ist er auch ein Verbrecher. Genauso wie die Amerikaner, die in das Dorf kommen und die hübschesten Frauen schänden. Interessant fand ich das Seelenbild der Japaner: Entschuldigen und verneigen, aber innerlich hassen. Für mich ist das sehr befremdlich. Ich trage meinen Hass im Gesicht und auf der Zunge. Das Buch ist keineswegs romantisch, auch wenn es in den Teilen der Affäre des Richters mit Michiko etwas ruhiger wird. Nein, dies ist kein Liebesroman. Es ist klar, dass Richter Brink zu seiner Frau zurückkehren wird, als seinichts gewesen ist. Der Einband ist passend genauso wie der Titel. Am Anfang hatte das Buch deutliche Längen. Vor allem ist alles absehbar. Dennoch malt Kees van beijnum Bilder, die ich deutlich vor mir sehe, und ich entwickle Abscheu, Mitleid, Erstaunen und Wut. Es ist ein Buch, in dem ich keine „Lieblingscharaktere“ habe, auch wenn man Michiko bewundern könnte, wie sie ihr Schicksal annimmt. Eine Szene in diesem Buch hat mich besonders entsetzt und ist immer wieder vor mir aufgetaucht: Brink hat Michiko eine Fahrkarte für die erste Klasse gekauft und ihr ein Lebensmittelpaket mitgegeben. Als der Zug anfährt, kommt sofort der Schaffner und will nur von ihr die Fahrkarte sehen. Er erklärt ihr, dass sie nicht befugt ist, alleine in der ersten Klasse zu fahren. Sie entschuldigt sich. Da der Zug keine zweite. Klasse hat, wird sie in die total überfüllte dritte Klasse abgeschoben, wo Männer sich an sie drücken und sie ausrauben. Dazu kann ich nur sagen: Danke westliche Frauenemanzipation! Mein Fazit Ich lese solche Bücher nicht gerne, trotzdem finde ich, dass man sie gelegentlich LESEN MUSS. Auch wenn ich mich manchmal überwinden musste, gibt es von mir eine Leseempfehlung. Danke für die Rezension an Sylvia F. Wagner

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„Die Zerbrechlichkeit der Welt“ lautet der Titel des neuesten Romans von Kees van Beijnum, welcher zu den bekanntesten Autoren der Niederlande zählt und bisher elf Romane veröffentlicht hat. Für mich war es das erste Werk von ihm, wovon ich höchst angetan bin. Mit „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ entführt uns van Beijnum ins Tokio der Nachkriegszeit, 1946. Japan ist zerrüttet, zerstört, die Menschen hungern, kämpfen um ihr Überleben und sind gleichzeitig mutig und voller Kraft und Tatendrang, ihr Land wiederaufzubauen. Mittendrin: Der Niederländer Rem Brink, der als Richter im internationalen Tribunal japanische Kriegsverbrecher verurteilen soll. Ihm geht es allerdings weniger um das Verurteilen selbst als um einen fairen Prozess, womit er bei seinen Kollegen auf Unverständnis stößt. Immer öfter sucht er Zerstreuung im Tokioter Nachtleben und trifft dort auf die junge Sängerin Michiko. Zwischen beiden entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Doch Brink befindet sich im Zwiespalt zwischen Michiko, die ihm ein völlig neues Gefühl seiner selbst gibt und seinem alten, geregelten Leben als Ehemann und Vater dreier Kinder in Europa. Er steckt in einer Art Identitätskrise zwischen den Werten seines europäischen Lebens und denen Japans fest. Auch Michiko hat zu kämpfen, denn als stolze und traditionsbewusste Japanerin fällt es ihr ebenfalls nicht leicht mit dem Widerstand, auf den ihre Affäre trifft, umzugehen. Als der Cousin Michikos, Hideki, der als Kriegsinvalide gleichermaßen eine Identitätskrise zu bewältigen hat, auf die Hilfe des Richters angewiesen ist, muss dieser eine Entscheidung zwischen seiner beruflichen Ehre und seinen Gefühlen zu Michiko treffen. In drei Teilen erzählt die „Zerbrechlichkeit der Welt“ abwechselnd aus der Perspektive der drei Hauptpersonen, Brink, Michiko und Hideki. Die Geschichte wird ruhig und sehr atmosphärisch beschrieben und manchmal ist man als Leser erstaunt, was für wunderschöne, bildhafte und gleichzeitig hauchzarte Worte der Autor für zum Teil ganz einfache Begebenheiten findet. In den einzelnen Kapiteln begleitet der Leser jeweils eine der Hauptfiguren und verfolgt so das Geschehen der Reihe nach, aber immer wieder aus einem anderen Blickwinkel heraus. Nicht allen Autoren gelingt der Übergang von einem Kapitel zum nächsten und einer Figur zur nächsten so fließend wie Kees van Beijnum. Denn auch wenn sich die Figuren an ganz anderen Orten und in ganz anderen Situationen befinden, schafft er es doch immer, eine Verbindung zwischen ihnen herzustellen und oft fügen sich der jeweils letzte und erste Satz der aufeinanderfolgenden Kapitel so zusammen, dass sie an Übergange in einem Kinofilm denken lassen. „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ erzählt keine romantische, „verzärtelte“ Liebesgeschichte, sondern vielmehr von einem Land im Umbruch, in der die Personen aufgrund unterschiedlicher Schicksale und Erfahrungen mit ihrer eigenen Identität zu kämpfen haben. Fast jeder hat etwas oder jemanden verloren, es herrscht Unverständnis, Egoismus und Korruption und inmitten all dieser Wirrnisse und Missstände schreitet das Leben unbarmherzig voran. Der Roman schildert eindrücklich, was ein Mensch zu geben bereit ist, auch wenn er am Abgrund steht. Besonders Michiko und Hideki müssen einiges erdulden und zeigen dennoch bewundernswert viel Stärke und Mut. Auch wenn „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ an ein paar Stellen Längen aufweist, in denen viel erzählt wird, was man sicher auch hätte kürzer verfassen können, hat mich das Buch sehr positiv überrascht. Besonders der Ton und die klare Eleganz mit denen der Autor auch trostlose Situationen auf wundersam schöne Art und Weise beschreibt, haben mich begeistert. „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ trägt den Leser bis zum letzten Satz durch das Japan der Nachkriegszeit und hinterlässt eine gewisse angenehme Melancholie diesen Ort und die Figuren verlassen zu müssen.

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Wenn ein Buch gleich drei meiner liebsten Themenbereich enthält, dann kann es doch eigentlich nur gut werden, oder? „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ klang für mich extrem vielversprechend: Japan, der Zweite Weltkrieg und eine Geschichte, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird – wer mich schon länger liest, weiß, dass all das total meinem Beuteschema entspricht. Die Liebesgeschichte um den niederländischen Richter Rem Brink und die junge Japanerin Michiko wird in die Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, genauer gesagt zur Zeit der Tokioter Kriegsprozesse eingebettet – einem historischen Ereignis, das doch zu oft unbeachtet bleibt und von dem viel zu viele nur oberflächlich wissen. Im Studium musste ich mich etwas intensiver mit der Thematik auseinandersetzen und dadurch gewann „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ noch mehr an Reiz für mich, da ich bisher noch von keinem Roman gehört habe, der sich genau mit diesem Sachverhalt auseinandersetzt. Erzählt wird der Roman aus drei Perspektiven: Rem Brink ist als niederländischer Richter nach Japan berufen worden, um dort Teil der Garde an Richtern zu sein, die die Aufgabe haben, die Tokioter Kriegsprozesse abzuurteilen. Kees van Bejnum schreibt tatsächlich auch über die Kriegsprozesse, die Angeklagten und das zu erwartende Strafmaß, allerdings habe ich im voraus ehrlich gesagt erwartet, dass all das sogar einen größeren Teil des Buches ausmachen würde. Der Fokus wird aber nicht nur darauf, sondern besonders auch auf Rem Brinks moralische und persönliche Ansichten gelenkt, außerdem auch seinem Zwiespalt in Bezug auf die Romanze mit Michiko. Die zweite Perspektive ist die Michikos – sie arbeitet als Sängerin für eine europäische Dame, wird dort aber hinausgeworfen, als diese von Michikos Verhältnis mit Rem Brink erfährt. Für mich war Michiko womöglich sogar die interessanteste Person des Buches, da ich ihre Gedanken und Gefühle nie endgültig deuten konnte und ich ihren Lebensweg mitunter am spannendsten fand. Nicht weniger spannend war allerdings die Perspektive ihres Cousins Hideki, der den dritten Erzählstrang bildete. Dieser kehrt verletzt aus dem Krieg zurück und kämpft nunmehr darum, wieder eine gesellschaftliche Stellung, ja, eine Berufung im Leben zu finden, was im sich gerade wandelnden Japan und mit seinem Hintergrund nicht gerade einfach ist. Das Besondere an dem Buch war für mich vor allem, dass die Geschichte sich über den Zeitraum von zwei Jahren erstreckt, durchaus auch ihre Längen hat, in denen es weniger aufregend zugeht, man aber dennoch das Gefühl hat, unglaublich viel zu lernen und eine enge Verbindung zu den Charakteren zu entwickeln. Der ganze Roman ist in gewisser Weise traurig und tragisch aber dennoch zart und schön und eben einfach besonders. Durch die Verflechtung der Schicksale der doch sehr unterschiedlichen aber irgendwie auch ähnlichen Protagonisten, zusammen mit den Veränderungen, die Japan durch die Niederlage des Zweiten Weltkrieges erleben musste und den damit einhergehenden Kriegsverbrecherprozessen entstand ein vielschichtiger Roman, der sich nicht einfach auf eine Liebesgeschichte reduzieren lässt, weil noch so viel mehr darin steckt. Natürlich resultiert all das, was in dem Buch geschieht, aus den Folgen des Krieges, aber Kees van Bejnum gelingt es, dies auf unterschiedliche Ebenen zu übertragen und damit viele gesellschaftliche Problematiken der damaligen Zeit abzudecken und dem Leser dahingehend die Augen zu öffnen. „Die Zerbrechlichkeit der Welt“ ist ein besonderer Roman, der fesselnd geschrieben ist und von Figuren erzählt, dessen Schicksal einem nicht so schnell wieder loslässt. Der Roman scheint teilweise zwar etwas langatmig, fasziniert den Leser aber durch die fremde Kultur Japans und der Einbettung der viel zu unbekannten Tokioter Kriegsprozesse. 4.5 von 5 Sternen.

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Meine Zusammenfassung: Der Niederländische Richter Brink wird als Stellvertreter seines Landes nach Tokyo gesandt, um zusammen mit seinen alliierten Kollegen, bei den Tokiotern Prozessen japanische Kriegsverbrecher zu verurteilen. Um von den aufreibenden Prozessen Ablenkung zu finden, sucht er neue Kontakte in der hiesigen Gesellschaft, dabei lernt er die junge Sängerin Michiko kennen. Brink ist fasziniert von der zurückhaltenden Schönheit und verliebt sich in sie. Auch Michiko lässt sich auf den ausländischen Mann ein und verliert dadurch ihre Stellung. Als die Frau von Brink zu Besuch nach Japan anreist, müssen sich die beiden Frischverliebten trennen und Michiko reist zu ihren Verwandten in die Berge nach Nagano. Dort wohnt ihr Cousin Hideki mit seinen Eltern und seiner Schwester Sada. Unwissend, dass in dem kleinen Dorf schreckliche Dinge geschehen sind, bemerkt Michiko das Sadas Bauch immer dicker wird, obwohl sie keinen Mann hat. Ob das was mit den verschwundenen Amerikaner zu tun hat, von denen im Dorf alle reden? Auch bei Michiko machen sich bald die Folgen der Nächte mit Brink bemerkbar. Doch ein Baby von einem weißen Ausländer, ist in der japanischen Gesellschaft nicht gerne gesehen. Verzweifelt schreibt sie einen Brief an Brink, doch als dieser sich nicht meldet, beschließt sie ihr Schicksal in ihre eigenen Hände zu nehmen. Bewertung: Wer hochwertige Literatur mag, dem empfehle ich dieses Buch zu lesen. Das Buch ist sehr tiefgründig und auch die Zeit in der es handelt ist eine ganz besondere in der japanischen Gesichte. Die Inhalte und Fakten sind gut recherchiert und realistisch geschrieben. Die Figuren sind sehr detailliert ausgearbeitet und könnten wirklich so gelebt haben. Auch die japanische Gesellschaft mit ihren Regeln und Angewohnheiten ist überzeugend. Da ich schon mehrfach in Japan war kann ich das gut einschätzen :-) ~Achtung Spoiler~ Schön finde ich den Zwiespalt von Brink und seine Überzeugung, dass nicht alle angeklagten Japaner skrupellose Verbrecher sind. Schade finde ich allerdings, dass sich Michiko mit Brink einlässt, so hat sie ihre zukunftsträchtige Karriere verspielt. Aber sie lässt sich nicht unterkriegen und akzeptiert ihre Lage, sei sie noch so aussichtslos. Sie nimmt ihr Baby an und bringt es nicht um wie so viele andere japanische Mädchen. Hidekis Geschichte habe ich oben gar nicht zusammen gefasst, aber auch seine Geschichte gehört zu diesem tollen Buch. Er ist ein sehr ehrenwerter Charakter, der die japanische Mentalität sehr gut beschreibt. Ich finde das die Geschichte eine schöne und interessante Wendung am Ende nimmt, es ist zwar kein richtiges Happy End, aber damit kann man leben, es ist ein realistisches Ende was sehr gut zum Buch passt.

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