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Rezensionen zu
Schicksalsjahre

Jan Guillou

Brückenbauer-Serie (4)

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Der vierte Teil der Reihe „Die Brückenbauer“ – Großfamilie Lauritzen in den Wirren des zweiten Weltkriegs Inhalt: Während im restlichen Europa der zweite Weltkrieg tobt, lebt, die aus Norwegen stammende Familie Lauritzen recht privilegiert im neutralen Schweden. Lauritz baut wieder als Ingenieur eine Brücke und kümmert sich wenig um Politik. Allerdings stehen in der Familie nicht alle Mitglieder auf der selben Seite der Kriegsparteien. Der älteste Sohn Harald ist in Deutschland bei der SS aktiv. Die Töchter hingegen arbeiten für den schwedischen Geheimdienst bzw. die Befreiung der norwegischen Heimatfront. So hat der Krieg nach und nach immer mehr Auswirkungen auf das Schicksal der Familie. Auch sonst bleibt die Familie nicht von Krankheit und Tod verschont, doch neu geborene Familienmitglieder geben Hoffnung auf eine Zukunft.   Meine Meinung: Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive des Familienoberhaupts Lauritz Lauritzen erzählt. Dabei ist es sicherlich hilfreich, die vorherigen Bände gelesen zu haben, sonst bleibt die restliche Familie doch sehr im Nebel. Das ist dann auch das Problem des Buches. Die anderen Charaktere sind nur schwer zu fassen und man erfährt erstaunlich wenig über sie. Lauritz erlebt schwere Schicksalsschläge, aber trotzdem konnte ich mich nicht richtig mit ihm identifizieren. Seine politischen Ansichten sind dermaßen naiv und wenig reflektiert, dass es mit unserem heutigen Wissen über die damalige Zeit, schwer fällt, diesen Einstellungen zu folgen. Ja, es ist interessant die politischen Ereignisse aus skandinavischer Sicht zu erleben und das Buch ist wie die vorherigen Bände auch gut geschrieben. Aber insgesamt hätte ich mir doch etwas mehr erwartet. An die Spannung des ersten Teils kommt dieser vierte Teil leider nicht heran. Auch macht gerade der Perspektivenwechsel zwischen den Lauritzen Brüdern die Stärke des ersten Teils aus. Dies fehlt hier leider gänzlich. Insgesamt 3/5 Sternen.

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Schweden im Jahr 1940: Im vierten Band der Brückenbauer-Reihe hat soeben der Zweite Weltkrieg begonnen, in dem sich Schweden zunächst neutral verhält und die Brüder Lauritzen mit ihren Familien im vornehmen Vorort Saltjöbaden vor Stockholm das vom Kriegsgeschehen kaum berührte Leben der Oberklasse führen. Als Schweden immer stärker in den Krieg hineingezogen wird, spalten sich innerhalb der Familie die Lager, die meisten hoffen, auch mit Blick auf den Immobilienbesitz der Familie in Deutschland, auf einen deutschen Sieg, während sich Lauritz’ Tochter Johanne im Widerstand engagiert. Die Familie steht vor einer Zerreißprobe, als sich auch noch private Schicksalsschläge einstellen… Ich hatte den ersten Band „Die Brückenbauer“ mit viel Vergnügen gelesen, doch bereits Band 2 und 3 konnten mich nicht mehr begeistern. Dieser Trend setzt sich leider mit diesem vierten Teil noch weiter fort. Er ist im Gegensatz zu seinen Vorgängern bloß aus der Sicht vom ältesten Bruder Lauritz geschrieben, die beiden Brüder Oscar und Sverre kommen nur noch am Rande vor, Sverre sogar so gut wie gar nicht. Demnach liegt der Fokus auch eindeutig auf den Erlebnissen von Lauritz’ Familie. Das Verhältnis der Brüder zueinander wird nicht mehr weiterentwickelt, ebenso bleibt Oscars Ehe sehr starr. Das Buch ist für mich das schwächste der Reihe, die negativen Aspekte der Vorbände setzen sich unaufhörlich fort. So verliert man komplett den Kontakt zu und das Mitgefühl für die Figuren, obwohl diese einige private Schicksalsschläge zu verarbeiten haben. Mir war schlichtweg das Schicksal der Figuren egal, es konnte mich nicht mehr berühren, bloß minimal, als Lauritz eine sehr wichtige Person verliert. Somit musste ich mich immer stärker durchs Buch kämpfen, wobei die ewigen Schilderungen, was wann genau gegessen wurde und wie besorgt wurde angesichts des Krieges, auf Dauer tierisch nervten. Das einzige, das ich am Roman wirklich gut fand, war die Schilderung des Zweiten Weltkrieges aus der skandinavischen Sicht, die für mich ein wenig neu war. Vor allem wird der Wandel von Lauritz’ Einstellung und Bewertung des Krieges und der verschiedenen Kriegsparteien sehr gut herausgearbeitet. Zu Beginn hofft er auf einen deutschen Sieg, ist sehr kritisch gegenüber den Engländern und Russen eingestellt, wobei er die Gräueltaten letzterer betont und einen Sieg der Alliierten mit Unterstützung durch die Russen fürchtet. Die Deutschen sind in seinen Augen solcher Taten wie die der Russen gar nicht fähig, bis er zum Ende des Krieges mit den Berichten über die Zustände in den KZs und all das unbeschreibliche Morden der Deutschen schockiert feststellen muss, dass er sich die ganze Zeit in ihnen geirrt ist. Sie sind schuldig und schrecklichster Gräueltaten fähig. Man gewinnt durch diese Schilderung ein Gefühl dafür, wie es für jemanden war, der damals gelebt hat, wie dieser die Geschehnisse in seiner Gegenwart bewertete, ohne das Wissen (das wir immer haben, wenn wir uns mit Geschichte beschäftigen), wie es ausging. Das Buch endet dann mit einem Art Cliffhanger, der vielleicht auf einen fünften Band hindeuten soll. Wobei ich es ehrlich gesagt eher nicht hoffe, die Geschichte sollte endlich fertig erzählt sein, sie hat ihren Zenit schon längst überschritten. Diesen Band habe ich bereits bloß gelesen, um zu wissen, wie es mit den Brüdern endet, ich weiß nicht, ob ich mir noch einen weiteren antun würde, es sei denn, Guillou bekommt noch einmal die Kurve und lässt den Leser wieder Kontakt zu den Figuren aufnehmen. Fazit Für mich das schwächste Buch der Reihe, was nicht an der Behandlung seines historischen Kontextes liegt, der noch zu überzeugen weiß. Aber wenn einem das Schicksal der Figuren ganz egal ist und man nicht mit ihnen mitfühlen kann, kann es sich nicht um ein gutes Buch handeln. Man kann es durchaus lesen, wenn man die Vorgänger kennt, sollte aber kein Lesevergnügen erwarten.

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