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Rezensionen zu
Alles Licht, das wir nicht sehen

Anthony Doerr

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€ 11,00 [D] inkl. MwSt. | € 11,40 [A] | CHF 16,90* (* empf. VK-Preis)

Ein Krieg fordert Opfer. Bringt Menschen dazu an ihre Grenzen zu gehen und darüber hinaus. Eröffnet Sehnsüchte, die vorher nicht bekannt waren. Verlangt alles von dir. Und legt deine Seele frei. All diese Dinge haben sowohl die blinde Marie-Laure, als auch der Waisenjunge Werner durchlebt. Jedes Kind auf seine Weise. Ja, sie sind noch Kinder, als sie mitten hinein gerissen werden. Als sie vom Monster Krieg verschlungen werden. Marie-Laure muss ihre Heimat verlassen. Flieht mit dem Vater zum Onkel, der den ersten Krieg nicht gut überstanden hat. Man sagt ihm nach, dass er nun nicht mehr er selbst ist, aber wie soll man auch "er selbst" bleiben, wenn man all diese Gewalt gesehen und in Not gelebt hat. In Paris war sie Zuhause, kannte jeden Winkel, obwohl sie schon seit einiger Zeit nichts mehr sehen kann. Plötzlich dieser Wechsel. Die Heimat, die gewohnte Umgebung, Sicherheit und Geborgenheit verlassen, und vom recht angesehenen Vater-Tochter-Gespann zu Menschen zu werden, denen Misstrauen und Verachtung entgegengebracht wird. Letztendlich ist aber auch das nicht mehr wichtig, denn am Ende geht es nur ums Überleben. Werners Werdegang verläuft anders. Vom Waisen ohne Perspektiven, wird er zum jungen Mann, dessen Träume erfüllt werden sollen. Den Weg dorthin hat er sich jedoch anders vorgestellt. Unbeschwerter, erfüllter, ohne Gewalt, Hass und den Wahnsinn, der den Menschen im zweiten Weltkrieg eingetrichtert wird. In den tiefen seiner Seele ist er ein Guter. Gutmenschen sind verpönt. Einzig der Gemeinschaftssinn, der Kampf fürs Volk, fürs Land, zählt. Koste es, was es wolle. Anthony Doerr hat einen ganz besonderen Roman geschrieben, der schon nach wenigen Seiten ein unerwartetes Eigenleben entwickelt. Voller Kraft ziehen mich die sanften Worte des preisgekrönten Autors in ihren Bann. Lassen mich Gefühle, Ängste, Nöte der Protagonisten spüren. Ich bin begeistert davon, wie der Roman aufgebaut ist. In verschiedenen Ebenen nähern sich die Ereignisse einander an, bis sie ganz fein miteinander verwoben sind, immer stärker werden und am Ende zu einer Geschichte werden, die ausdrucksstark und beeindruckend ist. "Alles Licht, das wir nicht sehen" bekommt von mir eine ganz große Leseempfehlung.

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"In seinem Roman erzählt Anthony Doerr kenntnisreich und in einer wunderschönen Sprache, kunstvoll miteinander verwoben, die Geschichte zweier Jugendlicher im Zweiten Weltkrieg, der blinden Marie-Laure, die mit ihrem Vater aus dem besetzten Paris nach Saint-Malo flieht, und des jungen Waisen Werner, der in der Wehrmacht eingesetzt wird. Unaufhaltsam treibt die Geschichte sie aufeinander zu, spannend, labyrinthisch und atemlos." Im Alter von sechs Jahren erblindet das Mädchen Marie-Laure. Mit ihrem Vater, der im Pariser Naturmuseum arbeitet, flieht sie nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges nach St. Malo, einer Stadt an der Küste der Bretagne. Marie-Laures Vater kümmert sich liebevoll um seine Tochter. Er kauft ihr Blindenbücher, in denen sie völlig versinken kann. Eines Tages wird er nach Paris zurückbeordert. Marie-Laure gibt die Hoffnung zwar nie auf, aber sie wird ihren Vater nie wiedersehen... Fortan kümmert sich ihr Großonkel Etienne um sie. Werner und seine Schwester Jutta leben in Deutschland. Sie sind Waisen und in einem Heim untergebracht. Werner interessiert sich sehr für Funk und Radiotechnik und bringt sich selbst das Reparieren alter Radios bei. Aufgrund seines Talents wird er schließlich auf eine Schule berufen, die Soldaten für die Wehrmacht ausbildet. Er wird in St. Malo stationiert. Neben Marie-Laures und Werners Leben, bekommt der Leser auch einen Einblick in das Leben anderer. Marie-Laures Großonkel Etienne, Madame Manec oder Harvé Bazin, der Marie-Laure eine Grotte am Meer zeigt, die noch eine Rolle in der Geschichte spielen wird. Und auch in das Leben von Werners Schwester Jutta und Werners Soldaten-Kollegen bekommt man einen Einblick. Die geheimnisvolle Suche nach einem Diamanten rundet die Geschichte ab. Marie-Laures und Werners Geschichte sind miteinander verwoben, dies hat der Autor kunstvoll vollbracht. Die Schrecken des Krieges, seine Entbehrungen, die Angst, das Schicksal und Leid der Menschen sind allgegenwärtig. Trotzdem hat die Geschichte etwas poetisches, hoffnungsvolles. Die Sprache des Autors ist einzigartig. Man versinkt tief in diese anrührende und bewegende Geschichte. Man fühlt, was Marie-Laure und Werner fühlen. Der Ort des Geschehens ist wunderschön. Ich war mehrmals in St. Malo und so konnte ich mich beim Lesen in die typischen Häuser und engen Straßen und Gassen des Stadtkerns (der 1944 nach den Bombardierungen der Alliierten fast vollständig zerstört wurde, dann aber wieder nahezu originalgetreu aufgebaut wurde) reinfühlen. Das kann man aber auch wunderbar, ohne je da gewesen zu sein. Ein absolut intelligenter und inspirierender Roman, der seinesgleichen sucht. Einfach ein wundervolles Buch, in meinen Augen ein Meisterwerk. Aufgrund meiner Empfehlung hat es auch schon Einzug in das ein oder andere Regal von Freunden und Familienmitgliedern gefunden. Sehr empfehlenswert!

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Um es kurz zu machen, dieses Buch hat alle meine Erwartungen übertroffen. Die Geschichten von Werner Hausner, einem jungen deutschen Soldaten und Genie, und Marie-Laure einem blinden, französischen Mädchen werden wunderschön miteinander verwoben und zeigen beide Seiten des 2. Weltkrieges ohne altbekannte Geschichten über KZs zu wiederholen. Diese schrecklichen Ereignisse schwingen immer mit, aber sie werden nur angedeutet, denn wir alle wissen bereits um die Schrecken dieses Krieges. Stattdessen zeigt dieses Buch die Wichtigkeit von Freundschaft und Familie. Ich war 500 Seiten lang gefangen von dieser wunderschönen Atmosphäre, die Doerr schafft, mit wenigen Mitteln, denn es werden nicht seht viele Figuren und nur etwa 4 Schauplätze eingeführt, aber deren Wirkung wurde voll ausgeschöpft. Ich werde noch lange über diese Buch nachdenken und ich kann es nur weiterempfehlen.

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Licht und Farben sind für Marie-Laure nur mehr Erinnerungen. Mit sechs Jahren wurde sie blind und trotzdem schafft sie es mit ihrem liebevollen Vater zu einer lebensfrohen und mutigen Frau heranzuwachsen. Der 2. Weltkrieg stellt sich den beiden jedoch in den Weg und sie müssen beide mit ihren besonderen Lebensumständen in Frankreich das Beste daraus machen. Werner wächst als Waise zusammen mit seiner Schwester in einem Heim in Deutschland auf. Er Entwickelt eine Leidenschaft für Radio und Funk und schafft es als einer der besten in eine Schule, die Soldaten für die Wehrmacht ausbildet. Anthony Doerr schafft es auf beeindruckende Weise die beiden unterschiedlichen Leben unaufhaltsam aufeinanderzuzutreiben und es doch wie Zufall aussehen zu lassen. Der Autor liebt die Details und versteht es, diese gekonnt in die Geschichte miteinfließen zu lassen, ohne dass es irgendwann langweilig wird. Die Sprache des Autors ist außergewöhnlich, poetisch und gleichzeitig schonungslos. Die kurzen Kapitel verleiten zum Immer-weiter-lesen und sind trotz der Kürze äußerst spannend und vollgepackt mit Informationen, Ideen, Gedanken und Gefühlen. Die Geschichte hat mich tief in meinem Inneren berührt und zu Tränen gerührt. Der Autor schaffte es, mir die Figuren so nahe wie möglich zu bringen und diese außergewöhnlichen Protagonisten mit inspirierenden Ideen zu vervollständigen. Der Autor erzählt einerseits eine Geschichte, die einerseits liebevoll, andererseits grausam während des 2. Weltkrieges spielt. Die Perspektiven sind die zwei junger Teenager, die versuchen trotz Krieg ihren Platz in der Welt zu finden und selbst zu bestimmen. Die Perspektive wechselt zwischen Marie-Laure und Werner abwechselnd. Vereinzelt wird auch zu anderen Personen geschwenkt, die das Gesamtwerk komplett machen. Fazit Anthony Doerr ist mit seinem Roman ein Meisterwerk gelungen. Außergewöhnliche Figuren, eine detailreiche und poetische Sprache sowie eine berührende und eindringliche Geschichte verbinden sich zu einem großartigen Gesamtwerk. Lesen! Lesen! Lesen!

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Meine Meinung Wir haben September. Herrliches Wetter lädt zum Schwimmen, Eis essen, Brotzeiten im Biergarten und Radeltouren ein. All diese Dinge genieße ich am Tag. Abends lese ich in "Alles Licht, das wir nicht sehen!" Ein paar Tage lebe ich in zwei Welten, wie sie verschiedener nicht sein könnten. Vor vielen Jahren hatte man sämtliche Menschen der Sonne beraubt. Zum Inhalt Werner und seine Schwester Jutta lebten in einem kleinen Heim in Essen. Werner war als kleiner Junge schon ein kluges Köpfchen und konnte kaputte Radios reparieren. Marie-Laure lebte mit ihrem Vater in Paris. Ihr Vater arbeitete in einem Naturmuseum. Das Verhältnis zu seiner Tochter war sehr innig. Als sie ihr Augenlicht verlor, kaufte er ihr teure Blindenbücher. Als der zweite Weltkrieg ausbrach, flüchteten Marie.Laure und ihr Vater nach Saint Malo. Dort ist auch der deutsche Werner stationiert. Meine Meinung Ich war sehr gespannt, wie sich denn die Wege von Werner und Marie-Laure kreuzen werden. Versprach es die Geschichte doch von Anfang an. Kann man über den zweiten Weltkrieg mit einer wunderschönen Sprache erzählen? Vor diesem Buch hätte ich nein gesagt. Anthony Doerr kann. Und wie er kann! Einmal wurde die Geschichte in der Vergangenheit- dann wieder in der Gegenwart erzählt. So erfuhr man viel, über die Kindheit der Protagonisten. Werner war in seiner Schulzeit manchmal ein Feigling. Sein bester Freund wurde in "Schulpforta" regelrecht fertig gemacht. Werner hätte, meiner Meinung nach, wenigstens seiner Mutter Bescheid geben müssen. Werner war sehr erfolgreich. Sein kluges Köpfchen und seine Handfertigkeiten waren ihm sehr hilfreich. Marie-Laure lebte nach ihrer Flucht mit ihrem Vater bei ihrem Großonkel Etienne. Von der der älteren, warmherzigen Madame Manec wurden sie bekocht. Nachdem Marie-Laures Vater wieder nach Paris zurückbeordert wurde, sah sie ihn nie wieder . Das Museum hatte ihn angeblich wieder gebraucht. Ich machte Bekanntschaft mit dem sonderbaren Harvé Bazin. Er zeigte Marie-Laure eine Grotte am Meer, dessen Wände mit Schnecken überzogen waren. Diese Grotte sollte in der Geschichte noch eine große Rolle spielen. Harvé Bazin war nicht unbedingt ein Glückspilz. Hatte man ihm im ersten Weltkrieg das halbe Gesicht weg geschossen, so verschwand er im zweiten spurlos. Fazit Die Suche nach einem Diamanten hauchen der Story zusätzlich etwas Geheimnisvolles ein. Die Geschichte dazu, wurde im Naturmuseum in Paris erzählt. Eigentlich ein Märchen .... Wieder eine Erzählung, bei der wir mit erleben, wie Menschen verschleppt werden. Wie Menschen zum Töten gezwungen werden. Wie Menschen nach anfänglicher Euphorie den Wahnsinn erkennen. Und trotzdem, es menschelt in dieser Geschichte. Ein verschütteter deutscher Soldat in Frankreich bekommt Kontakt mit einer blinden jungen Frau. Wie es dazu kommt ist spannend und traurig. Man fiebert dem Ende entgegen. Man will wissen ob- und wann sich Werner und Marie-Laure begegnen. Der Anfang des Buches vermittelt ein großes Gefühl der Einsamkeit. Bombenangriffe, eine blinde Frau allein in einem Mietshaus. Flyer die die Einwohner warnen und zu einem Bunker bestellen. Doch, wie soll diese eine blinde Frau lesen? Was soll die Frau machen, deren einzige Gesellschaft eine kleine Ortschaft ist, die ihr Vater gebastelt hatte. Ein kleines Häuschen, in welchem sie sich tatsächlich befand. Außerhalb des Hauses die große Gefahr "MENSCH!" >>Wenn in den Armen und Beinen der Person neben ihnen nicht ihr Blut fließt, können sie ihr nicht trauen.<< (Seite 274) Ob mir das Ende gefallen hat? Nicht ganz. Wirklich nur zum Teil! Ich habe noch nie so lange gebraucht, um über ein Buch zu sprechen. Ich werde ihm nicht gerecht. Lest es bitte selber. Ihr werdet mir Recht geben. Danke Anthony Doerr Mein Dank geht an den btb-verlag

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