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Rezensionen zu
Heimat

Nora Krug

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€ 28,00 [D] inkl. MwSt. | € 28,80 [A] | CHF 38,90* (* empf. VK-Preis)

Nina Krug hat sich auf die Suche und Recherche ihrer eigenen Familiengeschichte begeben. Diese ist geprägt von vielen ungesagten und ungefragten Dingen. Im Fokus stehen ihre Großeltern und Eltern und deren Positionen und Handlungen im zweiten Weltkrieg. Sie selbst ist mit starken Schuldgefühlen als Deutsche aufgewachsen und seit sie ihr Leben in den USA lebt pendelt sie zwischen Heimweh und Scham. Sie berichtet von der Geschichte Deutschlands, den Städten Kühlsheim und Karlsruhe und besonders den menschlichen Schicksalen die ihre Familie begleitet haben. Viele Familienmitglieder hat sie erst durch diese Recherchen kennengelernt, manche blieben ein Mysterium von Fotos und Erzählungen. Sie begleitet dabei der Zwiespalt zwischen Neugier und dem Drang alles zu erfahren, aber auch der Angst davor, welche Informationen damit ans Licht kommen könnten. Waren ihre Vorfahren Opfer oder Täter? Aufbereitet hat die Illustratorin diese Geschichten sehr ansprechend und abwechslungsreich mit Hilfe von Fotografien, Collagen, alten Dokumenten, Briefen, Comics und Illustrationen. Dies lässt das Ganze weniger als Sachbuch voller bitterer Fakten wirken, sondern mehr als eine spannende Entdeckungsreise. Nicht nur für Deutsche eine absolute Empfehlung zur Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und Schuldfrage, sondern auch visuell ein Erlebnis.

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TW: Holocaust, Antisemitismus, 2. Weltkrieg … „Wie kann man begreifen, wer man ist, wenn man nicht versteht, woher man kommt?“ Wow. Einfach nur Wow, denn mir fehlen ehrlicherweise die Worte, um all das zu beschreiben, was in diesem Buch steckt und was es mit mir gemacht hat. Ein Text allein hätte das niemals geschafft und das macht es nur umso schwieriger für mich, nun in dieser Rezension die passenden Worte zu finden. Doch ich versuche es: Die deutsche Künstlerin Nora Krug lebt in Brooklyn, ist verheiratet mit einem Juden und hat Heimweh. Mit dem geographischen Abstand beginnt sie sich zu fragen, was Heimat für sie (und auch für andere) eigentlich bedeutet, wie sich die Bedeutung dieses Begriffs wandelt, was man damit verbindet und sie wiederum mit ihren Familienangehörigen, was Deutschsein eigentlich bedeutet … Sie begibt sich auf die Reise: auf der Suche nach ihren Wurzeln und der ungeschminkten Wahrheit fliegt sie zurück nach Karlsruhe und Külsheim, wo sie und ihre Familie herstammen, wälzt etliche Dokumente in Archiven, schreibt Briefe, telefoniert und trifft Verwandte, zu denen sie nie Kontakt hatte, und andere Leute, die mit ihrer Familiengeschichte in Zusammenhang stehen, kauft alte Zeitungen im Internet und und und. Man kann sich vorstellen, was für Berge von Dokumenten und unsortierten Informationen sie da zusammengetragen hat … All dies schafft sie in diesem Buch auf einzigartige Weise zu ordnen und für sich und uns Leser*innen verständlich zu veranschaulichen und festzuhalten. Das Besondere: Wie es ihrer Natur als Künstlerin entspricht, bedient sie sich hierbei nicht nur Texten, sondern stellt mithilfe von Collagen, Fotos, eingescannten Dokumenten, Erinnerungsstücken wie Schulheften und vielen eigenen Illustrationen auf eine unfassbar kluge Weise Bezüge zwischen den Generationen und Personen sowie Orten her, visuell wie inhaltlich. Immer wieder schließt sich der Kreis in jedem noch so kleinen Detail. Die Lektüre ließ mich schnell alles um mich herum vergessen; man wird eingesogen in die Gestaltung und Aufarbeitung dieser Familiengeschichte und unser aller Geschichte als Deutsche. Somit ist es auch ein bisschen so, als würde man seiner eigenen Familiengeschichte auf den Grund gehen. Ich habe den allergrößten Respekt vor dieser ehrlichen, verletzlichen Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte und war stellenweise zu Tränen gerührt. Eine ganz ganz große Leseempfehlung!!! Danke an das Bloggerportal und den Penguin Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

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Heimat

Von: Booksfortea

17.12.2020

{Hei·mat} Substantiv, feminin [die] “Land, Landesteil oder Ort, in dem man [geboren und] aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt (oft als gefühlsbetonter Ausdruck enger Verbundenheit gegenüber einer bestimmten Gegend)” . Nora Krug lebt in New York und ist mit einem jüdischen Mann verheiratet. Immer wieder trifft sie in aller Welt Menschen, die sich über ihre deutsche Herkunft lustig machen und zB Hitler-Witze reißen. Nora fühlt eine Schuld, die mit ihrer Herkunft einhergeht und will wissen, welche Rolle ihre Familie im 2. Weltkrieg und am Holocaust gespielt hat. „Heimat“ ist wie der Name sagt „ein deutsches Familienalbum“. Nora Krug versucht alles, um die Geschichte ihres Onkels, der jung im Krieg fiel und ihrer Groß- und Urgroßeltern ans Licht zu bringen. Was sie dabei findet ist teilweise herzerweichend, teilweise schockierend. Es ist in einem wundervollen Format ausgearbeitet, mit Fotos, Dokumenten, Interviews und Comics versehen und lässt sich dadurch total schnell, spannend und kurzweilig lesen. „Heimat“ kann ich jeder (deutschen) Person nur ans Herz legen. Es erinnert uns, dass die Ermordung von Millionen Menschen gar nicht so weit hinter uns liegt und dass sie immer noch wichtig ist und es wert ist dadrüber zu reden - auch in der eigenen Familie. Gleichzeitig zeigt es nicht mit dem Finger auf andere und schwingt keine Moralkeule. Es ist einfach ein toll gemachtes Buch, das zum nachdenken anregt. Ich vergebe 4.5 von 5 Sternen ⭐️⭐️⭐️⭐️✨

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Es ist ein schwerer, ein wuchtiger Band. Aber schwer und wuchtig sind auch die Fragen, mit denen Nora Krug loszieht auf eine Spurensuche. Fernab der Heimat, ausgewandert in die USA, beginnt sie sich zu fragen, was das eigentlich ist. Heimat. Und vor allem, wie sie als Deutsche sich zur deutschen Vergangenheit verhalten soll. Sie merkt, dass sie – wie so viele von uns – kaum etwas über ihre Vorfahren weiß. „Heimat“ erzählt daher die Geschichte einer akribischen Recherche. Und der großen Frage nach Schuld und Unschuld. Denn natürlich geht es – wie kann es im deutschen Kontext anders sein – auch um die Frage der Verstrickung der eigenen Familie in den Nationalsozialismus. Wie viel ist dran an familieninternen Legenden von jüdischen Verwandten, die gewissermaßen von der eigenen Schuld entlasten sollen? Hatte der Großvater wirklich so ein gutes Verhältnis zu seinem Chef, einem jüdischen Unternehmer, dass der ihm das Startkapital für eine eigene Fahrschule schenkte? Was sagen die Hakenkreuz-Verzierungen in den Schulheften des gefallenen Onkels über seine Gesinnung aus? Und dürfen wir uns nach diesem Land sehnen? Nach Brot, nach Wärmebeutelwärme? Nora Krug gelingt es, durch Collagen von Fotos und Zeichnungen, durch die durchgängig in Handschrift gesetzte Erzählung, durch die Abbildung von Originalunterlagen, eine Unmittelbarkeit herzustellen, die berührt. Die eigentliche Recherche wird regelmäßig von Notizen „einer heimwehkranken Auswanderin“ unterbrochen, in denen sie Gegenstände und Produkte portraitiert, die ihr in den USA besonders fehlen. Und dann folgt wieder ein Besuch in Deutschland, bei lokalen Geschichtsexperten, im Archiv. Es ist diese akribische Nachzeichnung des Rechercheweges, die das Buch auch und gerade für junge Geschichtsinteressierte besonders lesenswert macht. Hier wird deutlich, wie historische Recherche funktionieren kann. Zugleich bleibt natürlich der Punkt persönlicher Befangenheit, es bleibt eine Familien-, keine Gesellschaftsgeschichte. Trotzdem ist „Heimat“ ein beeindruckendes, absolut empfehlenswertes Buch, gerade weil es die Subjektivität immer wieder klar in den Vordergrund stellt und die Frage nach der Erreichbarkeit historischer Wahrheit damit in jedem Satz mit reflektiert. Gestaltung 5/5 Sprache 5/5 weiterführende Tipps 5/5 Handlung 5/5

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Worum geht´s? Nora Krug wurde wurde 1977 in Deutschland geboren und verarbeitet die Suche nach ihren Wurzeln in dieser Graphic Novel. Meine Meinung: Was für ein fantastisches Buch. Ich bin sehr angetan von den liebevollen und detaillierten Zeichnungen und der Suche der Autorin nach den Wurzeln ihrer Familie. Die Frage, die sie wohl am meisten beschäftige, versuchte die Autorin Jahre nach dem Tod ihrer Großeltern zu beantworten: Waren meine Großeltern Nationalsozialisten? Wie verhielten sie sich im Krieg? Welche Meinung hatten sie? Hatten sie eine Wahl? Mit diesen und vielen anderen Fragen beschäftigt sich Krug und versucht eine Antwort zu finden. Und auch die Angst vor Wahrheit und Vergangenheit sind omnipräsent. Eine Deutsche, die nach Amerika ausgewandert ist und sich schämt, zu sagen, wo ihre Heimat ist. Begegnungen mit jüdischen Auswanderern und einer Schuld, die auf ihren Schultern lastet, nur aufgrund ihres Geburtslandes. Die Zeichnungen und Bilder sind liebevoll gestaltet und teilweise in Comicform präsentiert. Erinnerungen, Nachforschungen und Erzählungen wechseln sich mit Briefen und öffentlichen Dokumenten ab. Eine zerrüttete Familie, die nicht zuletzt durch Krugs Hartnäckigkeit wieder zueinander findet. Dieses Buch ist ein wahrer Schatz und ich konnte nicht aufhören, mich durch die Seiten zu lesen und war stellenweise richtig ergriffen. Fazit: Ein unglaublich berührendes und sehr persönliches Werk einer Deutschen, die sich mit dem Deutsch sein und der Vergangenheit auseinandersetzt.

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Belonging

Von: elena_liest

10.08.2020

"... und ich bin froh, dass ich all die Fragen gestellt habe, die ich hatte stellen müssen - dass ich zurückgekehrt bin und die Brotkrumen aufgesammelt habe, dass ich nicht aufgehört habe zu suchen, bis ich mir sicher war, dass keine mehr dort liegen, dass ich jetzt weiß, was ich zuvor nicht wusste: dass HEIMAT nur in der Erinnerung wiedergefunden werden kann, dass sie etwas ist, das erst zu existieren beginnt, wenn man es verloren hat." - Nora Krug, "Heimat: Ein deutsches Familienalbum" Nora Krug wurde 1977 in Karlsruhe geboren und wanderte vor etwa 20 Jahren nach Amerika aus. Seit 2007 lehrt sie in New York an der Parsons School of Design, ist mit einem jüdischen Kollegen verheiratet und hat eine dreijährige Tochter. Die Autorin konnte zeitlebens ein Gefühl nie wirklich abschütteln: die Schuld. Schuld vermischt mit Scham, das ist es, was sie häufig fühlt, wenn sie auf ihre deutsche Herkunft in Verbindung mit der NS-Zeit angesprochen wird. Oft versuchte sie, ihren deutschen Akzent zu verstecken, ihre Herkunft nicht preis zu geben. Aus diesen Gefühlen heraus und aus einem fehlenden Heimatgefühl begab sich Nora Krug auf Spurensuche in die Vergangenheit. Sie reiste nach Deutschland, führte etliche Interviews mit Zeitzeugen und deren Nachkommen, durchforstete Archive und alte Familienalben, stöberte durch Flohmärkte und erinnerte sich an lange zurückliegende Erlebnisse mit ihrer Familie. Aus diesem Sammelsurium an Eindrücken erschuf die Autorin über sechs Jahre hinweg diese wirklich außergewöhnliche Graphic Novel, oder, wie sie es nennt, "Graphic memoir". Auf knapp 300 Seiten gibt Nora Krug einen einzigartigen Einblick in ihre Vergangenheit. Dabei spricht sie immer von sich selbst aus der Ich-Perspektive, schildert ihren Weg durch das unwegsame Gelände der Erinnerungen und nimmt die*den Leser*in dadurch mit auf eine Reise, an deren Ende die Antwort auf die Frage steht, was Heimat eigentlich ist. Im Laufe der Graphic Novel wird die NS-Zeit beeindruckend aufgearbeitet, es wird gegen das Vergessen angekämpft und ein Bewusstsein dafür geschaffen, dass sich die Erinnerung im Laufe der Zeit gewandelt hat. Oft wird verdrängt, dass die Mehrheit der Deutschen damals eben keine Oppositionellen, sondern Mitläufer waren - auch Nora Krugs Großvater hat sich nicht aktiv gegen das NS-Regime aufgelehnt, wie sie im Laufe ihrer Recherchen erkennen musste. Das Buch kommt relativ groß und als Hardcover daher, was ich sehr gelungen fand. So wurde der Eindruck eines "Familienalbums" auch durch das Format nochmals verstärkt. In der Graphic Novel vereinen sich dann alte Fotos, Abbildungen von Flohmarktfunden, Protokolle, Briefe, Postkarten und Zeichnungen sowie Text in der Schrift der Autorin zu einem tollen Leseerlebnis. Das einzige Manko war für mich, dass der Zeichenstil der Autorin nicht zu 100 % meinen Geschmack getroffen hat. Durch die vielen Illustrationen wurde das aber fast wieder wett gemacht. Ich kann das Buch also sehr empfehlen und möchte außerdem darauf hinweisen, dass es auch demnächst im Penguin-Verlag als (günstigeres) Paperback erscheint.

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INHALT: Die Schriftstellerin und Illustratorin Nora Krug, 1977 in Karlsruhe geboren, lebt seit 17 Jahren in New York. Sie selbst tut sich schwer mit ihrer deutschen Herkunft und fühlt sich schuldig für das, was in der Geschichte Deutschlands vor und während dem zweiten Weltkrieg geschehen ist. Auch die Heirat mit ihrem jüdischen Mann, änderte nichts an ihrem Schamgefühl. Nora Krug ist stark verunsichert, wenn sie in den USA mitbekommt, wie fremde Menschen über die Deutschen reden und sie versucht ihre Herkunft zu verbergen. Doch was bedeutet eigentlich Heimat für sie? “Wie kann man begreifen, wer man ist, wenn man nicht versteht, woher man kommt?“ Nora Krug begibt sich auf Spurensuche und erkundet die Vergangenheit ihrer Familie. Haben ihre Vorfahren sich etwa schuldig gemacht? Wie haben sie die Kriegszeit und den Nationalsozialismus tatsächlich erlebt? Ihre Suche und deren Ergebnisse hält sie zusammen mit ihren Gedanken und Erlebnissen in diesem Buch fest... MEINUNG: Nora Krug hat mit diesem Buch ein großartiges autobiografisches Gesamtwerk erschaffen, in dem sie sich vor allem mit der Vergangenheit ihres Großvaters und der anderer Verwandten befasst. Der zweite Weltkrieg, der Nationalsozialismus und der Antisemitismus spielen eine tragende Rolle. Auch geht sie der Frage nach Schuld und der Bedeutung von Heimat nach. Dafür reist die Autorin nach Deutschland, führt Gespräche und forscht in Archiven. Sie fügt alles gemeinsam mit zahlreichen Comics, Briefen, Fotos, Dokumenten, Illustrationen, Erinnerungen, Fundstücken und allerlei Gedanken zu einem einzigartigen Album zusammen. Die unglaublich vielen visuellen Eindrücke und Informationen machen das Buch zu einem ungewöhnlichen und eigenwilligen Werk, für das man sich Zeit nehmen sollte. So musste ich immer wieder Pausen einlegen, um die Inhalte sacken zu lassen. Denn sie stimmen äußerst nachdenklich und an manchen Stellen auch etwas bedrückend. Es ist ein kraftvolles Werk das bewegt - mit Worten und mit Bildern. Obwohl mir der Zeichenstil eigentlich nicht so besonders zusagt, konnte mich das Buch in seiner Gesamtheit, inklusive der Illustrationen (da sie wunderbar zum Inhalt passen), sehr überzeugen. Auch die Aufmachung wirkt sehr hochwertig. Das Buch hat ein etwas größeres Format (was gut zum Album passt), ein Lesebändchen und ist relativ schwer. Anfangs hatte ich kurz die Befürchtung, dass das Buch inhaltlich keine Struktur haben könnte. Doch schon nach wenigen Seiten wurde diese erkennbar. Sehr hilfreich fand ich auch die Familienstammbäume ganz vorne und hinten im Buch, so dass man beim Lesen die Familienkonstellationen gut nachvollziehen konnte. All das ließ mich Nora Krugs bewegende Spurensuche gerne und mit großem Interesse verfolgen! FAZIT: Ein beeindruckendes & einzigartiges Gesamtwerk mit sehr vielen visuellen Eindrücken. Ich habe die Spurensuche der Autorin gerne verfolgt. Eine klare Empfehlung für das Buch und 4,5/5 Sterne!

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Nora Krug ist 1977 geboren und vor fast zwanzig Jahren nach New York ausgewandert. Sie beschäftigte sich allerdings fortwährend mit der Frage nach Heimat, Ihrer Identität und (damit einhergehend) auch mit einer Schuld, die Generationen überdauert. Ein unstetes Gefühl, ihre Familiengeschichte betreffend, war tief in ihr verwurzelt und so begab sie sich auf Spurensuche und dokumentierte ihre Reise in die, von großen Schatten überlagerte Vergangenheit mit Illustrationen, Bildgeschichten und handschriftlichen Notizen. Sie sammelte Erinnerungsstücke, Fotos, Dokumente aus dem Archiv, Raritäten vom Flohmarkt, trug diese zusammen und erzählt uns auf diesem Wege, unglaublich fesselnd, ein Stück Historie. Das Resultat ist einzigartig und ein absolutes MUST READ! Mit ihrem Graphic Memoir "Heimat" schafft Nora Krug ein großes Stück Erinnerungskultur und verknüpft ihre eigene mit der, leider so wahren und grausamen, Zeitgeschichte. Ich persönlich empfinde ähnlich wie Nora Krug. Auch ich kann das latent mitschwingende Gefühl von einer diffusen Schuld nicht ablegen, auch wenn ich, mit meinen 36 Jahren, weder den Krieg noch die Nachkriegszeit aktiv miterlebt habe. Ich fühle mich manchmal heimatlos, weil mein Gefühl von Identität inkongruent zur momentanen Realität in Deutschland ist. Ich schäme mich dieser Tages so unsagbar das rassistische Populisten Gehör finden und an Aufschwung gewinnen und es gruselt mich, wie stumpfsinnig die Menschheit doch zu sein scheint. Insofern kommt für mich das Buch von Nora Krug genau zur richtigen Zeit und ich wünsche "Heimat" eine riesengroße Leserschaft!!!

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