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Rezensionen zu
Anger is an Energy

John Lydon

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Wut macht Mut

Von: Werkberg

25.11.2019

John Lydon, Bandleader der »Sex Pistols« und von »Public Image Limited«, berichtet in seiner bereits zweiten Biographie von seinem abwechslungsreichen Leben in der Musikbranche. Als Kind bekam er Meningitis und verlor neben seinem Gedächtnis für kurze Zeit im Alter von 7 Jahren auch die Fähigkeit zu sprechen. Dieses Ereignis beschreibt er als Grundmotivation sich durch Songtexte mitzuteilen. Außerdem schreibt er in der Biographie gegen die britische Klatschpresse sowie ehemalige Bandkollegen an, die ihm die Butter (haha) vom Brot nehmen wollen. Die Biographie liest sich wie ein Versuch der Richtigstellung aller Unannehmlichkeiten, die John Lydon je begegneten. Das lässt ihn einerseits kleinlich und nachtragend wirken und ermöglicht andererseits einen sehr genauen Blick auf seine Haltung, zu der man sich so gut ein eigenes Urteil bilden kann. Neben Schimpftiraden auf Journalisten, Politiker, andere Bands und Polizisten ist dieses Buch auch eine Liebeserklärung an seine Frau Nora und seinen besten Kumpel Rambo. Gegen die Zweifel an seinem Können finden sich in »Anger is an energy« auch Passagen, in denen sich John Lydon schamloser Selbstüberhöhung hingibt, was angesichts seiner Erfahrungen fast nachvollziehbar und irgendwie sympathisch scheint. Leider wirkt es, als stellte sich John Lydon als Adressat die große Gesellschaft vor, die ihn seiner Meinung nach immer missverstanden hat und vor der er sich rechtfertigen möchte. Stattdessen wird »Anger is an Energy« sicher vor allem von Fans gelesen, denen er ruhig ein bisschen mehr Vertrauen entgegenbringen könnte.Das Buch ist in einem sehr formlosen Stil, als lockeres Gespräch an der Bar geschrieben, die Chronologie seiner Diskographie dient dabei aber als roter Faden. Obwohl es sich um stolze 656 Seiten handelt, ließ sich »Anger is an Energy« schnell durchlesen. Leider wirkt die Übersetzung ins Deutsche oft holprig, so heißt es schon im ersten Satz »Wut ist Energie« (statt Kraft/Antrieb…). Andere englische Textzeilen oder Kapitelüberschriften werden gar nicht übersetzt und die flotte englische Umgangssprache klingt stellenweise, wie so oft im Deutschen, hölzern und unnatürlich oder veraltet. Danke für das Rezensionsexemplar.

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