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Rezensionen zu
Das Wunder von Marseille

Fahim Mohammad, Xavier Parmentier, Sophie Le Callennec

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Wunderbar

Von: johannes Kißmann

23.05.2022

Wunderbar, weil sicher auch meinungsverändernd und Aufmerksamkeit auf Menschenrechte lenkt

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Meine Meinung: Ein Buch, thematisch aktuell, auch wenn der hier vorgestellte Junge, kein Flüchtling aus dem Kriegsgebiet Syrien ist, sondern aus Bangladesch. Er ist nicht auf der Flucht vor Krieg und Hunger sondern vor Repressalien aus seinem Land, weil er so ein großes und besonderes Talent hat; er ist ein begnadeter Schachspieler, und das seit er 5 Jahre alt ist! Um das Leben seines Sohnes zu retten, entscheidet sich der Vater mit Fahim zu fliehen. Sie haben große Aufmerksamkeit erhalten und nun müssen sie dafür bezahlen. Aber der Preis ist nicht die Anerkennung und die Freude eines Landes über ein Jugendtalent ihres Landes, nein, weit gefehlt, der Preis ist nun die Angst um das eigene Leben, die Trennung eines kleinen Jungen von seiner geliebten Mutter und den Geschwistern, eine ungewisse Zukunft, ob sie sich jemals wiedersehen werden, wie es ihnen in der Fremde gehen wird und wie sie das alles schaffen sollen! Und so begleitet der Leser Fahim und seinen Vater bis nach Frankreich, wo sie über jede Hürde der Bürokratie stolpern werden. Vom Flüchtling zum Asylsuchenden zum Obdachlosen zum Illegalen. Das Geld geht aus, das Dach über dem Kopf wird ihnen weggenommen, sie werden alleine gelassen und sich selbst übergeben, ständig in der Angst ausgewiesen zu werden! Der Vater darf nicht arbeiten, der Sohn muss in die Schule, die Sprache lernen und sich auch um den Vater kümmern, da dieser mit der französischen Sprache einfach nicht zurechtkommt. Ein kleiner Junge wird zur Bezugspersonen für seinen erwachsenen Vormund. Verkehrte Welt! In all diesem ganzen Unglück gibt es ja noch das besondere Talent Fahims, das Schachspielen! Dies ist der Schlüssel zu den Herzen der Menschen. Fahim wird in einen Schachklub aufgenommen und schließt Freundschaft mit dem Schachtrainer Xavier. Ein guter Mann, der sogleich erkennt, was in dem gebeutelten Jungen steckt. Er versucht es aus ihm herauszulocken, doch das erweist sich als das Schwierigste überhaupt! Wie soll ein talentierter Junge, der sich illegal in Frankreich aufhält, getrennt von seiner Familie, im täglichen Überlebenskampf verstrickt, den Kopf soweit frei bekommen und französischer Schach-Jugendmeister werden? Wo er doch einfach nur ein Junge sein möchte, der mit anderen Jungs auf der Straße herumtollen und Fußball spielen möchte... Auf diesem Wege begleiten ihn viele herzliche Menschen, die ihm und seinem Vater helfen, wo sie nur können, sie mit Sachspenden unterstützen, zu Behörden begleiten unvm., sodass am Ende mehrere Träume in Erfüllung gehen können. Während des Lesens wechselten sich verschiedene Gefühle in mir ab. Ich war traurig, betrübt, hilflos, entsetzt, gespannt, glücklich und dann doch noch zufrieden. Aber es bleibt ein Wermutstropfen. Warum? Die Frage zwingt sich mir schließlich doch noch auf, ob die Menschen ihm und seinem Vater so viel Aufmerksamkeit geschenkt hätten, wenn er einfach "nur" ein kleiner Junge mit seinem Vater gewesen wäre, wie viele Millionen auch; ohne Talent, das so außergewöhnlich ist, um beachtet zu werden?! Eins ist gewiss; die französischen Politiker hätten sich nicht nach ihm umgesehen und ihn am Ende für sich benutzen können! So war es eine tolle Sache, einen potentiellen Schachweltmeister zum französischen Schachweltmeister zu machen und ihm ein Bleiberecht zu geben, da es doch Vorteile für die eigene Nation hat; denn, wer will sich nicht mit einem Weltmeister rühmen? Ich wünsche mir, dass dieses und viele andere solcher Bücher die Menschen für die Schicksale anderer Menschen, die sich in Not befinden, ob talentiert oder nicht, sensibilisieren und ihnen die Augen fürs Menschsein öffnen.

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Das Buch schildert die Flucht des jungen Fahim und seines Vaters Nura aus Bangladesch über Ungarn nach Frankreich. Und es ist auch sehr interessant zu erfahren, welchen Widrigkeiten sie ausgesetzt sind, wie sie mangels Sprachkenntnissen immer wieder Probleme mit dem Asylamt und den Gerichten haben. Es ist auch interessant, Geschichten aus der Schachwelt zu erfahren, vor allem, da ich sie nicht erleben durfte: Zwar hatte mich der Verein, in dem ich damals war, gefragt, ob ich mit auf Turniere gehen wolle, was damals jedoch nicht ging, da ich am Wochenende immer arbeitete. Wobei ich ohnehin hoffnungslos untergegangen wäre, sie brauchten nur Füllmaterial für ihre Mannschaft. Trotzdem macht das Buch wütend. Nicht deswegen, weil die beiden immer mehr abrutschen, bis sie obdachlos sind. Sondern weil sich andere für die beiden einsetzen, weil Fahim so gut Schach spielt. Ich konnte bei der Lektüre nicht anders als daran zu denken, dass sie niemanden interessiert hätten, wenn er dies nicht gekonnt hätte. So wie es tausenden anderen Asylbewerbern geht. Ich finde das irgendwie widerlich und heuchlerisch, vor allem, da sich Parmentier als der große Retter darstellt. Zum Schreibstil: Man merkt deutlich, dass zwei Laien am Werk waren. Emotionen wurden bei mir nicht geweckt, auch nicht, als die beiden kein Essen mehr hatten. Gut fand ich die abwechselnde Erzählweise, da Parmentier Fahims Erzählung aus der Sicht eines Erwachsenen einordnet. Fazit So sehr es mich freut, dass Fahim und sein Vater eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis bekommen haben, so sehr hat es mich verärgert, dass er sie nicht aus der Not an sich, sondern wegen seiner Fähigkeiten bekommen hat. Ich empfinde das als ungerecht. Die Geschichte ist nicht sehr emotional beschrieben und ließ mich unberührt.

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Ich hatte durchaus meine Zweifel als ich das Buch gesehen habe. Ich wusste erst mal nicht genau ob es sich um eine Biografie handelt oder nicht, wobei ich da durchaus vom Namen des Autors ausgegangen bin, dass es eine sein könnte und ob ich mit dem Buch klar komme, da es sich hier um Schach dreht und ich damit nicht sehr vertraut bin. Entgegen aller Zweifel hat mir die Biografie doch sehr gut gefallen und teilweise ist es wirklich bewegend was Fahim und sein Vater alles durchmachen mussten. Allein und getrennt von der restlichen Familie reisen sie quer über den Erdball und landen schließlich in Frankreich wo es ihnen ein ums andere Mal schwer gemacht wird eine Aufenthaltserlaubnis zu bekommen. Was die beiden tagtäglich erlebt haben inklusive der ganzen nervigen Bürokratie, alle Achtung! Ich hätte wahrscheinlich längst die Nerven verloren. Das einzige was Fahim in dieser schweren Zeit hilft ist der örtliche Schachclub in Crétail dem er beitritt und wo Fahim und Nura Xavier kennenlernen, der ihnen wo es nur möglich ist unter die Arme greift. Ich finde es schlimm, wenn Kinder so etwas durchmachen müssen, kann aber gut nachvollziehen, dass es für Nura ebenso schwer gewesen ist. Weitab von seiner Frau und den anderen beiden Kindern, kaum der französischen Sprache mächtig und seine einzige Kontaktperson und Übersetzer ist sein Achtjähriger Sohn. Schlimm ist auch der Grund warum sie aus Bangladesch flüchten mussten. Vater und Sohn und auch Xavier waren mir sehr sympathisch und ich denke mal das Flüchtlingsthema ist immer noch sehr aktuell. In diesem Buch erlebt man mal hautnah mit was Menschen in solchen Situationen durchleben müssen. Das kann man sich manchmal gar nicht vorstellen. Vor allem auch, weil diese Geschichte noch gar nicht so lange her ist und in einem Zeitraum von 2008 bis 2012 geschehen ist. Die Erzählweise des Textes hat mir gut gefallen, einerseits wurde aus Fahims Sicht das Alltagsleben in den Flüchtlingsunterkünften geschildert sowie im Schachclub, auf der anderen Seite gab es zusätzlich einige Kommentare von Xavier, der erzählt wie Nura und Fahim auf ihn gewirkt haben, wie er ihnen zur Seite stand, ihnen half wo es nur ging und über sein Leben als Schachtrainer. Amüsant fand ich es auch, wenn Xavier immer mit einem Zitat geantwortet hat und er nimmt oftmals kein Blatt vor den Mund. Das gefällt mir. Fahim fand ich sehr tapfer und mutig. Traurig ist aber auch, dass er im Prinzip keine nennenswerte Kindheit gehabt hat. Zum Schluss geht es natürlich viel um das Schachspielen und die Meisterschaften. Fahim ist wirklich ein guter Spieler, aber man merkt, dass er eben auch ein Kind ist und nicht immer wirklich bei der Sache ist. Ich war ganz froh, denn selbst für einen Laien wie mich war dieser Teil des Buches gut erklärt, so dass ich nicht mit Fachbegriffen oder allzu detaillierten Spieltaktiken überfordert wurde. Hier hat die Co-Autorin Sophie Le Callennec ganze Arbeit geleistet. Fazit: Eine rührende Vater-Sohn-Geschichte fernab der Heimat Bangladesch und ihrem tagtäglichen Kampf in einem fremden Land eine neue Heimat zu finden. Wer mal einen kleinen Einblick in das Leben von Flüchtlingen erhalte möchte, sollte unbedingt reinlesen.

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Fahim spielt um sein Leben

Von: hessen liest

04.05.2015

Fahim lebt mit seiner Familie in Bangladesch und er liebt seit seinem vierten Lebensjahr das Schachspiel. Im Alter von fünf Jahren spielt er schon besser als die meisten Erwachsenen und gewinnt zahlreiche Preise. Als es in Bangladesch zu einem Umbruch kommt wird ihm genau dies zum Verhängnis und er läuft Gefahr entführt zu werden. Sein Vater sieht nur noch einen Ausweg um Fahim zu retten, er flieht mit ihm nach Europa. Sie bleiben in Frankreich und geraten dort in die Mühlen der Bürokratie, werden von einer Unterkunft in die nächste gesteckt bis schließlich der Asylantrag abgelehnt wird und Fahims Vater als Illegaler im Freien, ohne Geld, leben muss. Fahim war gleich zu Beginn des Aufenthalts in Frankreich in einem Schachklub, wo er in seinen Lehrer Xavier einen Freund und Förderer gefunden hat. Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, aus der Sicht von Fahim und aus der Sicht seines Förderers Xavier. Es schildert den Werdegang eines Flüchtlings mit all seinen Härten, aber auch über die Schachturniere wird viel geschrieben. Obwohl ich selbst keine Ahnung von Schach habe, haben mir auch diese Abschnitte sehr gut gefallen. Vor allem die Weisheiten die Xavier von sich gegeben hat haben mich beeindruckt. Das Flüchtlingsdrama ist ja ein ganz aktuelles Thema und vielleicht sollten ein paar mehr Leute dieses Buch lesen um sich in die Gedanken und Sorgen eines Flüchtlings hinein versetzen zu können. Wobei man sagen muss das Fahim und sein Vater bei allem Unglück auch viel Glück hatten indem sie durch seine Erfolge beim Schach so gut unterstützt wurden. Schon alleine alles hinter sich zu lassen, auch die geliebte Mutter und die Geschwister, sich in ein fremdes Land zu begeben, ohne die Sprache zu verstehen, das erfordert schon viel Mut und zeigt, wie verzweifelt die Menschen in der Heimat waren um sich zu einem solch schwerwiegendem Schritt zu entschließen. Das Buch ist durch die einfache Sprache auch sehr gut für etwas größere Kinder geeignet.

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