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Rezensionen zu
Die Lebenden und Toten von Winsford

Håkan Nesser

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Hound

Von: Ortwin Terörde aus Korbach

29.12.2019

The hound of Baskerville taucht aus dem dichten Nebel auf. Überbrückt fünfzig Jahre meines Lesens.

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Castor überleben

Von: wal.li

17.10.2016

Eines Tages im Spätherbst zieht eine Frau mit ihrem Hund in ein Ferienhaus in Exmoor ein. Sie will ihren Hund Castor überleben, der glücklicherweise noch nicht so alt ist. Doch was hat Maria dazu bewogen, diesen abgelegenen Ort aufzusuchen? Trotz der eigentlich selbstgewählten Einsamkeit lebt sich Maria recht schnell ein und schließt Bekanntschaften. Mit ihrem Hund wandert sie durch die karge Landschaft. In dem Internet-Café lässt sie sich von der Geschichte des Ortes erzählen. Obwohl schon Mitte Fünfzig, hat sie sich ganz gut gehalten, meint sie und als einer der Dorfbewohner sich für sie zu interessieren beginnt, ist sie nicht völlig abgeneigt. Ruhig entfaltet sich die Handlung dieses Romans. Håkan Nesser, der vor etlichen Jahren Kriminalromane geschrieben hat, hat sich inzwischen eher darauf verlegt, Geschichten vorzulegen, die wie eine Charakterstudie herkommen. Wer ist diese Maria Anderson, die ihren Namen geändert hat und die die Einsamkeit sucht. Was hat sie zu verbergen, wieso sucht sie die Einsamkeit. Zunächst macht sie einen verstörten Eindruck, nur der Gedanke, dass sie ihren Hund nicht zurücklassen darf, hält sie aufrecht. Doch nach und nach lebt sie sich ein und beginnt sich wohl zu fühlen. Wenn sie dann selbst beschreibt, was sie zu dem Entschluss gebracht hat, sich in diese Einöde zu begeben, empfindet man eine gewisses Irritiert sein. Wenn man grundsätzlich lieber eher konventionelle Krimis liest, könnte dieser Roman einige Probleme bereiten. So wie der Autor sich in seinen letzten Büchern immer mehr Zeit nimmt, seine Handlung zu entfalten, so kann es geschehen, dass es manchen Leser vielleicht zu langsam voran geht. Gerade auch die Schilderung aus der Sicht Marias birgt die Gefahr, dass es nicht eben leichter fällt, sich in dem Buch zu finden. Da nutzt es auch nicht, dass auch gelungene Passagen zu finden sind. Allerdings kann das vermutlich nicht dem Autor angelastet werden, es wird eher am Leser liegen, der lieber echte Spannungsromane liest. Die sehr gute Lesung von Eva Mattes vermag zwar nicht, dem Geschehen Spannung zu geben, doch immerhin hilft sie, so viel Interesse zu behalten, dass man die Lesung beendet. 2,5 Sterne

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Zuerst einmal sei gesagt, dass ich eigentlich ein großer Håkan Nesser Fan bin, aber dieses Hörbuch konnte mich leider nicht restlos überzeugen! Ich war voller Erwartung, als ich dieses Hörbuch zum Rezensieren bekommen habe. Hab es mir fast für einen besonderen Moment aufgehoben und dann auch im Bad angefangen. Gemütlich in der Wanne mit Lush Badebombe und einer Kerze! Ich hab dann nach den ersten zwei Stunden gehört (natürlich nicht alles im Bad ;)) und abgebrochen, da es super langatmig war. Ich hab dann nochmal von Anfang an angefangen, da meine Aufmerksamkeitsspanne sich etwas verflüchtigte, was wohl auch sehr viel über das Buch aussagt. Naja, da ich Håkan Nesser wirklich sehr mag und seine Bücher als Jugendliche geliebt habe, hab ich dem ganzen noch ne 3. Chance gegeben und nochmal gehört. Um ehrlich zu sein, hätte Nesser das Buch nicht geschrieben, hätte ich wahrscheinlich aufgegeben. Das Buch ist übrigens in der Ich-Erzählung geschrieben. Kurz zur Story: Man erfährt von Maria Anderson (was nicht ihr richtiger Name ist, wie man später erfährt), die mit ihrem Hund Castor seit kurzem in England lebt und immer ausgedehnte Spaziergänge mit ihm macht. Dies ist alles sehr genau und sehr oft beschrieben und sie scheint ihren Hund wirklich zu lieben, den sie auch nicht überleben möchte. Auch wird die Landschaft Englands und die dort umherziehenden wilden Ponys und das Heidekraut sind sehr gut beschrieben. Nesser kann wirklich gut beschreiben und man sieht die Landschaft direkt vor seinem inneren Auge erscheinen. Maria erinnert sich zurück und man erfährt später, dass ihr Ehemann - ein Literaturprofessor - eine Kellnerin vergewaltigt haben, oder zumindest sein Sperma auf ihren Bauch gespritzt haben soll. Ihr Ehemann Martin meint, dass er sie nicht vergewaltigt hat, sondern alles auf freiwilliger Basis passiert sei. Doch Maria hat diese Studentin auch einmal heimlich getroffen und ist nach diesem Treffen überzeugt, dass sie die Wahrheit sagt und wirklich von ihrem Mann vergewaltigt worden war. Martin verschwindet dann auf einer Urlaubsreise in Polen und Maria spinnt immer wieder etwas zusammen im Sinne von "was wenn man einen Mord in Polen beginge...." und möchte dann zusammen mit ihrem Hund untertauchen, würde das letzte Mal in Berlin ihr ganzes Geld abheben und würde dann gen England untertauchen. Teilweise sind die Monologe Marias sehr undurchsichtig und verworren, ja fast schon etwas wirr. In England wird Maria von einer Kollegin (Maria war in Schweden Moderatorin im "Affenstall") in England wiedererkannt, doch Maria verstellt sich und gibt sich als Engländerin aus, dennoch hat Maria Angst, denn würde die Polizei etwas herausfinden (was zwar offensichtlich ist, ich aber dennoch nicht verraten möchte), so wird sich die Kollegin wieder an diese Begegnung erinnern. Nach dieser Begegnung fängt Maria an ihr Aussehen zu verändern (spät aber doch!). Die ganze Aufklärung, warum Maria untertaucht erfährt man dann natürlich später, wo das ganze Buch auch etwas Fahrt aufnimmt. Der Schluss war überraschend, wirkte für mich aber auch irgendwie gekünstelt und etwas unschlüssig. Ich weiß, dass vielen das Buch wirklich gut gefallen hat, aber es war nicht "mein Nesser". Ich hab das Hörbuch übrigens beim Ausmisten des Kleiderschranks fertig gehört und bin froh, dass es mir da durch geholfen hat :D. Zugutehalten muss man ihm die landschaftliche, bildhafte Beschreibung! Er beschrieb einzelne Orte wirklich sehr detailreich!

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Hakan Nesser schreibt erstklassig

Von: HKn aus Berlin

15.07.2015

Ich freue mich jedes Mal auf Nessers neue Werke. Auch dieses ist wieder erstklassig, wenn auch phasenweise sehr detailliert. Habe es dennoch verschlungen und habe am Ende mit der Erzählerin und Hauptfigur gefühlt. Das schafft Hakan Nesser jedes Mal: man taucht komplett ein in seine Romane!

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Leider etwas zäh

Von: Ritja

20.04.2015

Dieses Hörbuch lässt mich schwanken. Einerseits bin ich ein Fan von Hakan Nessers Geschichten und freue mich über jedes neue Werk, andererseits hat mich diese Geschichte tatsächlich phasenweise etwas gelangweilt. Die Story ist nicht so spektakulär, aber typisch Nesser gut gestrickt. Es dauert diesmal nur recht lang, bis man zum Kern der Geschichte kommt. Die erste CD empfand ich als anstrengend und nicht so begeisternd. Vielleicht lag es an den Tagebuchaufzeichnungen oder an den recht wenigen und wenn sehr langsamen Geschehnissen. Die Rückblenden in das Leben ihres Mannes, dessen Schaffen und Schreiben waren manchmal zäh und ermüdend. Gut fand ich die Rolle, die sie einnahm, ihre Überlegungen, ob man ihre Spuren nachvollziehen kann und wie sie ihr Leben neu sortiert. Mit Beginn der zweiten CD nahm die Geschichte an Fahrt auf und man konnte wieder den Nesser-Stil erkennen. Für ein Hörbuch fand ich die Geschichte jedoch recht zäh und langatmig. Die Hauptfigur Maria Anderson und deren Lebensgeschichte waren trotz allem recht interessant. Durch die vielen kleinen Nebenstränge und die recht großen Ausschweifungen gingen die interessanten Stellen etwas unter, was ich schade fand. Das Ende war etwas anders als erwartet und doch passte es recht gut. Trotzdem muss ich zugeben, hatte ich mir etwas anderes unter dem Titel vorgestellt und fand dieses Buch/Hörbuch nicht so gelungen, wie die anderen Bücher von Hakan Nesser.

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Im November mietet eine 55-jährige Schwedin unter dem Namen Maria Anderson mit ihrem Hund Castor für sechs Monate ein Haus in dem britischen Heidestädtchen Winsford. Als sie dort angekommen ist, blickt sie auf ihr bisheriges Leben als Frau des Schriftstellers Martin Holinek zurück, der sich im Oktober noch mit seinem Verleger Eugen Bergman getroffen hat, mit dem er ein vielsprechendes Projekt diskutierte. Darin spielen die Sommer Ende der 1970er, die Martin in Griechenland innerhalb einer Schriftsteller-Kommune um das promintente Autorenpaar Tom Herold und Bessie Hyatt verbracht hat, eine zentrale Rolle. In der Abgeschiedenheit der englischen Heide, in der sich Maria bald mit dem einheimischen Mark Britton anfreundet, geht Maria Anderson die handschriftlichen Aufzeichnungen ihres Mannes zu den offensichtlich so interessanten Jahren durch, aber davon abgesehen geht es der Schriftsteller-Gattin vor allem darum, mit ihrer Vergangenheit abzuschließen, die einige tragische Höhepunkte zu verzeichnen hat. Was an ihr aber vor allem nagt, ist die auch in den Medien diskutierte Vergewaltigung, derer ihr Mann angeklagt wurde. „Ich hatte auf diesem polnischen Strand mein altes Leben abgestreift; so beiläufig, wie man den Knochen eines Hähnchens bricht, hatte ich einen Schlussstrich darunter gezogen. Hatte jede Lebensbedingung bis in ihre kleinsten Bestandteile hinein verändert. Oder etwa nicht? Wenn man so wollte, konnte man natürlich genauso behaupten, dass es Martin war, der diesen Schlussstrich herbeiführte, als er in einem Hotel in Göteborg diese Kellnerin vergewaltigte – oder zumindest sein Sperma auf ihrem Bauch hinterließ.“ (S. 180f.) Anderson verfolgt einen teuflischen Plan. Sie beantwortet über Martins Mail-Account seine Mails und lässt seine Kontakte glauben, dass er mit seiner Frau in Marokko an seinem neuen Werk arbeite. Doch dann wird Maria Anderson mit Vorkommnissen konfrontiert, die sie an ihrem Vorhaben zweifeln lassen: erst findet sie im Abstand von wenigen Tagen zwei tote Fasane vor ihrer Tür vor, dann verschwindet ihr Hund spurlos. Und irgendwie fühlt sich die Schwedin von einem Unbekannten verfolgt … Dass der schwedische Erfolgsautor Håkan Nesser mit „Die Lebenden und Toten von Winsford“ keinen konventionellen Krimi abliefert, wird schon nach wenigen Seiten deutlich, als sich die Ich-Erzählerin, die sich unter falschem Namen in der südenglischen Moor- und Heidelandschaft von Exmoor niederlässt, vorstellt und sukzessive die Vergangenheit in ihren Erinnerungen heraufbeschwört. In dieser Hinsicht braut sich einiges zusammen, denn wie sich herausstellt, musste die 55-Jährige in ihrem Leben einige bittere Pillen schlucken. Und wie sich das Puzzle allmählich zusammenfügt, wird auch verständlich, warum es die Schwedin in die Einöde des entfernten England gezogen hat, und er erklärt ihre Handlungsweise. Nesser erweist sich dabei als sorgsamer Erzähler, der sich viel Zeit nimmt, seine Ich-Erzählerin einzuführen, zwischen Gegenwart und verschiedenen wegweisenden Episoden aus der Vergangenheit zu wechseln, um allmählich Licht in das nebelverhangene Dunkel zu bringen. Klassische Krimi-Fans mögen von dem unkonventionellen Plot vielleicht gelangweilt werden, aber Liebhaber skandinavischer Spannungsliteratur dürften die stimmungsvoll erzählte Geschichte, bei der die psychischen Befindlichkeiten der Erzählerin wunderbar mit der unheimlichen Landschaft korrelieren, mehr als zu schätzen wissen.

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