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Rezensionen zu
Königsschwur

Joe Abercrombie

Die Königs-Romane (1)

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Fesselnde Sprache

Von: JK

15.11.2017

Gettland ist eines der Königreiche rund um die Bruchsee und häufig im Krieg mit seinen Nachbarn. Prinz Yarvi hält nichts von Krieg. Mit einer verkrüppelten Hand geboren, ist es sein Ziel Gelehrter zu werden und mit seinen Ratschlägen den Frieden zu erhalten. Die Vorbereitungen für seine Prüfung sind fast abgeschlossen und er ist kurz davor die königliche Familie für immer zu verlassen, als ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters und seines älteren Bruders ereilt. Nun ist er König von Gettland. So wenig, wie er sich auf dem Thron wünscht, möchten ihn andere dort sehen. Es zählt nur Stärke und an der mangelt es dem jungen Mann. Seine Mutter trifft für ihn die ersten Entscheidungen und so wird auch gleich die Hochzeit mit seiner Kusine Isriun arrangiert. Bevor es zur Eheschließung kommen kann, muss Yarvi noch Rache für die Ermordung seines Vaters an Vansterland nehmen, so zumindest verkündet es seine Mutter. An der Seite seines Onkels Odem setzt er mit einigen Schiffen und Kriegern zur Küste von Vansterland über. Als er von Board geht, ist der Kampf um ein unbedeutendes Dorf schon beendet. Als Yarvi von seinem Onkel wissen möchte, warum die Ermordung einiger Bauern schon der groß angekündigte Rachefeldzug gewesen sein soll, enthüllt dieser seinen wahren Plan. Um den Thron von Gettland zu besteigen, will er Yarvi töten und verkünden, dass er bei der Schlacht um das Dorf zu Tode gekommen ist. Beim Versuch den heimtückischen Angriff abzuwehren stürzt Yarvi in die Fluten der Bruchsee. Odem hält ihn für tot und kehrt als König in seine Heimat zurück. Zwar kann Yarvi sich lebendig ans Ufer retten, doch nun steht er dem König von Vansterland und dessen Truppen gegenüber. Dieser erkennt weder Yarvis royales Blut, noch will er seinen Vater ermordet haben. Um die Situation nicht noch schlimmer zu machen, gibt sich Yarvi nicht zu erkennen und wird als Sklave abgeführt und eine Woche später als Ruderer an eine Schiffsbesatzung weiterverkauft. Nun beginnt für ihn die härteste Zeit seines bisherigen Lebens. Aber ihn treibt ein neues Ziel an: Die Rache an seinem Onkel und die Rückkehr auf seinen Thron. In Königsschwur begleitet der Leser Yarvi bei einer Reise um die ihm bekannte Welt und erlebt mit, wie aus dem schwächlichen, eingeschüchterten Jungen ein entschlossener junger Erwachsener wird, der bereit ist, sich jeder Herausforderung zu stellen. Yarvi wird bewusst, dass er nicht nur nicht so ist, wie sein Vater und sein Bruder, sondern auch nie so sein wird. Stattdessen hat er viel von seiner schlauen Mutter und lernt dies geschickt einzusetzen. Mit Königsschwur hat Joe Abercrombie einen äußerst fesselnden Roman abgeliefert.

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Die Charaktere Yarvi - Unser Protagonist, der eigentlich ein Gelehrter werden sollte ... und dann passiert das, womit er nie gerechnet hat. Und es auch nie wollte. Er wird König von Gettland. Oder eben nur ein halber König, wie er sich selbst immer nennt. Yarvi ist ein junger Mann voller Selbstzweifel, Trauer und Einsamkeit. Und trotzdem nimmt er sein Schicksal an. Dabei verlässt er sich allerdings weniger auf seine Körperstärke (oder mangelnde ... ), als auf seinen messerscharfen Verstand. Der Junge ist ein richtiges Genie. Und er ist stärker, als er selbst denkt. Nichts - Yarvi lernt Nichts auf der Südwind kennen. Ein Sklavenschiff, auf der Nichts die Planken schrubbt und wie ... naja, ein Nichts behandelt wird. Die Schiffsführerin hasst ist. Oder eigentlich hat sie einfach nur unglaublich viel Angst vor ihm. Denn jede Art von Klinge, die in seine Nähe kommen könnte, würde ihren Tod bedeuten. Und auch wenn Nichts wirklich verrückt ist, hinter ihm steckt mehr, als man zunächst vermutet. Es gibt viele Charaktere in diesem Buch, die sicherlich alle eine Nennung wert wären. Allerdings würde ich euch dann leider zu viel spoilern, das will ja keiner ;) Meine Meinung Ich liebe ja High Fantasy. Es gibt nichts schöneres, als neue, mir unbekannte Welten zu entdecken und darin aufzugehen. Königsschwur enthält dabei aber keine Magie, was mich zunächst etwas vorsichtig hat sein lassen. Aber ich muss sagen, sie hat mir kein Stück gefehlt. Aber von Anfang an. Abercrombie ist für dieses Genre wie geschaffen. Er entwickelt Charaktere, die eigensinnig sind und sowohl Schwächen, als auch Stärken haben. Die Aufteilung scheint dabei zwar nicht immer gerecht, aber das ist sie. Und dabei sind sie alle so unterschiedlich. Und ich habe jeden von ihnen lieben gelernt. Seine Welt, rund um Gettland und Vansterland, hat er gut beschrieben. Die Kultur, die man um den Bruchsee findet, wie sie sich in verschiedenen Ländern unterscheidet und eben auch uralte Fehden. Was Abercrombie entwickelt hat, hat mich bis auf die letzte Seite gefesselt. Intrigen, Hass und Loyalität - alles, was zu einem guten Königsroman gehört und dazu noch ein Schreibstil, der einfach unglaublich packend war. Nicht nur, dass Abercrombie hier nicht nur einen Helden geschaffen hat, der nicht wunderschön und total stark ist, nein. Er hat auch einen voller Fehler geschaffen. Einen Helden, der schon fast ein Antiheld ist. Der nach dem geringsten Übel handelt und sich seiner Konsequenzen manchmal erst zu spät bewusst wird. Und es gab natürlich auch Wendungen, die ich vorhergesehen habe. Aber viel wichtiger ist, dass es solche gab, die mich absolut unvorbereitet getroffen haben. Vielen Dank dafür. Für mich ist Königsschwur definitiv ein Bestseller und ich bin froh, dass ich das Buch für Heyne rezensieren durfte. Wenn ihr mal von den Alltagsschnulzen weg wollt, habt ihr hier definitiv etwas, das ihr zur Hand nehmen solltet. 5 Sterne. Eure Caro

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Im Moment gibt es kaum neue Bücher, die nicht zu einer Trilogie gehören. So auch „Königsschwur“, dem Auftaktband der Königs-Romane-Trilogie. Inhalt: Prinz Yarvi von Gettland ist ein Krüppel, ein Schwächling, ein Niemand. Mit nur einer funktionstüchtigen Hand geboren und von seinem Vater verachtet, muss er sich mit einem bedeutungslosen Diplomatenposten zufriedengeben. Als sein Vater und sein Bruder eines Tages brutal ermordet werden, überwindet Yarvi seine Schwäche und besteigt den Schwarzen Thron von Gettland. Und er legt einen Eid ab: denjenigen, der seine Familie getötet hat, zu finden und zur Rechenschaft zu ziehen! Doch dann wird Yarvi von seinen engsten Vertrauten verraten... Es war mein erstes Buch von Joe Abercrombie und es hat sich gelohnt. Erst nachdem ich das Buch gelesen habe, fand ich die eine oder andere Rezension auf Amazon. Mich interessierte, wie die anderen Bücher des Autoren beurteilt wurden. Dabei musste ich dann lesen, dass für viele Leser dieses Buch enttäuschend sei. Die Bücher der Klingen-Romane seien allerdings viel besser. Mir hat auch schon dieses Buch sehr gut gefallen, da es sich hier mal nicht um die typischen Helden handelt. Yarvi, eine der Hauptpersonen, gilt nur als halber Mann, denn er ist mit einer körperlichen Behinderung zur Welt gekommen. Der Autor hat mit Yarvi, dem Held wider Willen, eine Figur geschaffen worden, in die ich mich gut hineinversetzen konnte. Nein, Yarvi war mir nicht immer sympatisch, aber eine gut geschriebene Figur muss das auch nicht in jedem Fall sein. Stimmig ist sie, aber nicht durchgängig sympatisch. So ging es mir mit fast allen Figuren dieses Buches. Die Geschichte spielt in einer eigenen Welt. In dieser Welt gibt es Magie, die aber nur selten genutzt wird. Ein anderes Fantasy-Element in dem Buch sind die sogenannten Alben, die aber nur als nicht mehr existierendes Volk erwähnt werden und dessen Relikte am Rande eine Rolle spielen. Die Beschreibung der Bruchsee, der Welt, in der Yarvi lebt, hat mich stark an die Wikingerzeit erinnert. Eine raue, kalte und harte Welt, in der bei Überfällen die Menschen auch als Sklaven verschleppt wurden. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich vor kurzem die Serie „Vikings“ gesehen habe, die der Welt in diesem Buch ähnelt. Mich hat das Buch gut unterhalten und ich freue mich darauf die Fortsetzung zu lesen. Die Einschätzung anderer, dass das Buch eher Jugendfantasy ist, kann ich nicht teilen. Für mich fällt unter Jugendfantasy eher die Brotherband-Serie von John Flanagan oder auch Twig. Das ist aber letztendlich Geschmackssache.

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Ich mag nur ein halber Mann sein, aber ich kann einen ganzen Eid schwören. – Aus Königsschwur von Joe Abercrombie Mit Königsschwur liefert Joe Abercrombie uns einen körperlich Behinderten Helden, etwas worauf ich schon lange gewartet habe. Diese perfekten Protas nerven aber auch manchmal^^ Und perfekt ist Yarvi meiner Meinung überhaupt nicht. Er ist völlig überfordert damit König zu sein und trotz seiner guten Taten, tut und denkt er auch manchmal schlecht, sodass meine Sympathie für ihn sich in Grenzen hält – aber sie ist da. Alle Charaktere überzeugten mich und waren authentisch, jedoch bekam man von Yarvis Kameraden nicht so viel mit über deren Denkweisen und Charakterzüge, was ich schade fand. So konnte ich keinen so ganz ins Herz schließen, aber vielleicht kommt das ja noch in Band 2. Man braucht zwei Hände, um gegen jemanden zu kämpfe, aber für den Stich in den Rücken, genügt wohl eine einzige. (Seite 247) Der leichte und nicht gerade detailreiche Schreibstil ist für einen High-Fantasy Roman eher untypisch, da gerade diese doch vor schönen Beschreibungen sonst glänzen und eher schwerere Kost sind. So war mir Joe Abercormbies Erzählweise mal eine willkommende Abwechslung, obwohl ich detailreiches sonst so liebe. Aber zu viel von einem ist ja auch nicht gut. Dieser Stil macht DSC00131Königsschwur zu einer eher leichten Kost, die man in wenigen Tagen verschlingen kann. Die nordisch angehauchte Welt in die uns Joe Abercrombie hier entführt gefällt mir sehr gut und ich denke das ich in Band 2 noch mehr von ihr sehen werde, da sie im ersten Teil eher spärlich beschrieben wurde. Magie oder andere Merkmale der Fantasy fehlen gänzlich, es scheint eher eine Welt wie unsere, nur eben mit anderen Ländern und in einer mittelalterlichen Zeit. Königsschwur hat mir besonders dadurch gefallen, das ich es flüssig lesen konnte und es nirgendwo unnötig in die Länge gezogen wurde. Durch die schnelle Handlung, die sich nicht von irgendwelchen Nebenhandlungen aufhalten lässt, fiebert man gespannt bis zum Ende mit, dass noch die eine oder andere Enthüllung in sich hat – obwohl es Anfangs nicht so scheint. Die überraschenden Wendungen haben mir dafür in der Mitte etwas gefehlt, da es hier alles etwas zu hervorsehbar war. Fazit: Ohne umschweifende Einleitung stürzen wir uns mit Yarvi in ein spannendes Abenteuer und dem Wunsch nach Rache. Eine erlebnisreiche Handlung mit traurigen und überraschenden Momenten erwartet euch mit Königsschwur. Es überzeugt vor allem durch den manchmal echt witzigen und leichten Schreibstil, sowie auch seine Welt.

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Meine Meinung: Die Beschreibung des Buches hört sich genauso an, wie ich meine Bücher gerne mag. Dunkel, mit manipulativen Charakteren und Fantasy. Schon nach seinem Erscheinen stand das Buch auf meiner Wunsch- und Leseliste. Ich habe das Buch auch innerhalb weniger Tage fertiggelesen. Allerdings war es ein beschwerlicher Weg. Das Buch wird aus der personalen Erzählperspektive im Präteritum von Yavri erzählt, dem halben Prinzen, der zum halben König wird, da ihm die Hälfte seiner Hand fehlt. Yavri ist einer dieser Charaktere, die dreidimensional wirken sollen, aber ihre vermeintlichen Ecken und Kanten machen sie nur noch perfekter. Von Yavris Prinzdasein bis hin zu seiner Sklavenzeit macht er eine Entwicklung durch, in der er immer perfekter wird, bis ganz zum Schluss. Leider konnte ich mich überhaupt nicht mit ihm identifizieren und er hat mich die meiste Zeit über genervt. Als Leser wird man sofort in das Geschehen geworfen. Anhand von Yavris Gedanken und den Dialogen zwischen den Charakteren wird der Leser langsam in das Setting eingeführt. Zum Teil ist die Einführung dennoch etwas langatmig, da man sehr viele Informationen in sehr kurzer Zeit bekommt, sodass man sich erst einmal sortieren muss. Trotz den vielen Informationen werden einige Dinge nicht aufgeklärt, sondern nur nebenbei genannt. Ich vermute, dass im nächsten Band diese Ansätze aufgenommen und weiter ausgeführt werden können. Die Nebencharaktere sind wie zu oft interessanter als der Protagonist. Daher fand ich es schade, dass der Leser nur Häppchen von ihnen zu sehen bekommt. Aber ein Wiedersehen könnte wohl möglich sein. Jedenfalls hoffe ich das. Bei High Fantasy gehören epische Kämpfe und nervenzerreißende Spannung einfach dazu. Durch die Durchschaubarkeit von vielen Wenden und Plotelementen, war ich nicht oft überrascht. Zudem kommt noch dazu, dass viele der Kämpfe eher unrealistisch ablaufen oder für mich nicht nachvollziehbar sind, weshalb ich kaum mitfiebern konnte. Der Schreibstil ist nicht sehr metaphenreich und eher ziemlich klar und zielorientiert. Schade eigentlich, da dadurch das Setting im Hintergrund bleibt und der Leser sich seine Umwelt nicht besonders gut vorstellen kann. Bewertung: Ein solides High Fantasy Buch, gerade für Einsteiger in dieses Genre geeignet. Für ältere Fantasy-Hasen bietet das Buch leider keine neuen Entdeckungen, weshalb sie schon auch auf der Strecke bleiben könnten. Dennoch ein gutes Buch, das man lesen kann und das auf eine Verbesserung im Folgeband hoffen lässt.

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Einen Tag lang König, einen Winter als Sklave, ein Leben für die Rache. Dieser Text steht auf dem Buchrücken und hat sofort mein Interesse geweckt, außerdem stehen Empfehlungen von George RR Martin und Patrick Rothfuss auf dem Buch, wenn dies kein gutes Buch verspricht, dann weiß ich auch nicht. Allein diese 3 Sätze haben bei mir eine Erwartungshaltung an den Roman geschürt, da sie so aussagekräftig sind. Leider würde ich dann enttäuscht von diesem "Fantasy-Epos", ich würde es im High Fantasy Bereich Ansiedeln, aber nur weil es in einer ausgedachten Welt spielt. Diese ist zwar sehr anschaulich durch die Karte ( ich liebe Karten) und auch durchweg interessant und gut durchdacht, so weit man dies nun schon sagen kann. Aber wo sind die Fantasy Elemente? In dieser Welt gibt es viele Götter, oder doch nur eine, da sind sich die Gelehrten nicht so sicher. Aber zu Gesicht bekommt man sie nicht. Ich brauch nicht unbedingt einen Drachen, um zu sagen, das ist Fantasy, aber irgendwas Magisches wäre schon schön gewesen. Der Narr schlägt zu. Der Weise lächelt, beobachtet und lernt. Und schlägt dann zu. Seite 113. Yarvi ist die Hauptperson des Buches und für mich nicht gerade ein großer Sympathieträger. Zu erst dachte ich er wäre der Typ Underdog, um sein Erbrecht betrogen, nach Rache lüstern, gelangt er zu wahrer stärke. Er hat sich zwar entwickelt und dies nicht zu knapp, aber irgendwie ist er doch er selbst geblieben. Was ich hier nicht unbedingt positiv fand. [Vorsicht Näheres eingehen auf die Handlung] Er will unbedingt wieder auf den Thron, ja aber warum. Weil er denkt, er wäre ein guter König, ähm nein, weil er sein Volk beschützen möchte, auch wieder nein, denn dieses lässt er bereitwillig ermorden. Außerdem weiß er, wie hart es als Rudersklave ist und trotzdem gibt er den Befehl, die Männer sollen noch härter rudern, anstatt das er ein ordentliches Essen für sie anordnen oder Kleidung. [ Ende] Dieses Verhalten fand ich einfach nicht in Ordnung. Und so verhält sich für mich auch kein wahrer König, wobei diese Welt wohl eh durch Grausamkeit und Sklaverei glänzt. Die Wut des Narren macht ihn zu ihrem Sklaven....Die Wut des Weisen ist sein Werkzeug. Seite 25 Dies war mein erstes Buch von Joe Abercrombie und sein Schreibstil hier konnte mich nicht völlig überzeugen. Oft waren mir seine Beschreibungen zu ausufernd und es gab für meinen Geschmack zu oft Vergleiche. Dafür hat mir die von ihm geschaffene Welt sehr gut gefallen. Doch wirklich packen konnte er mich nicht. Die Rache Gefühle von Yarvi kamen für mich nicht gut genug raus, da habe ich eine alles verzehrende Rache erwartet und nicht immer mal wieder ein paar Sätze. Yarvi konnte mich als Charakter nicht überzeugen, dafür fand ich Nichts ( ja das ist ein Name) sehr interessant, ich hatten dann auch schnell eine Vermutung, die sich auch bestätigt hat. Dieser Moment hat mir dann sehr gefallen, aber die Emotionen kamen dann doch wieder nicht richtig bei mir an. Das Buch hätte man meiner Meinung nach auch gut als Einzelband stehen lassen können, auch wenn es schade um den Weltenentwurf gewesen wäre. Band 2 werde ich trotz meiner Kritik lesen, da ich gespannt bin, was noch kommt und ob Yarvi sich nicht doch nicht etwas zum Helden mausert. Fazit: Konnte meiner Erwartungen nicht völlig erfüllen. Interessanter Weltentwurf, bei dem ich etwas die Fantasy Elemente vermisst habe. Hauptcharakter konnte mich nicht überzeugen, sein Handel war mir manchmal zu wider. Trotzdem interessante Storyline, die mir gefallen hat.

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Yarvi hat eine Ausbildung zum Gelehrten durchlaufen und steht kurz vor seiner Prüfung. Ein Ziel, auf das er sich sehr freut, denn denken und lernen ist genau das, was er kann. Anders, als man es vom Sohn eines Königs erwartet, ist er kein Kämpfer. Eine seiner Hände ist verkrüppelt, Schwert oder Schild zu halten erfordern von viel Kraft und Geschick, wovon er weder das eine noch das andere besitzt. Den Weg zum Thron hat er sich deshalb aus dem Kopf geschlagen. Doch dann ändert sich plötzlich alles. König Uthrik,von Gettland, sein Vater, und sein Bruder werden in eine Falle gelockt und ermordet. Das Königreich sinnt nach Rache. Der einzige Rächer, der vorhanden ist, ist Yarvi, blass, schmächtig und ein Krüppel. Man braucht zwei Hände, um gegen jemanden zu kämpfen, aber für den Stich in den Rücken genügt wohl eine einzige. Fast 10 Jahre ist es her, dass ich Abercrombies Roman "Kriegsklingen" gelesen und für so gut befunden habe, dass ich weitere Bücher des britischen Autors lesen wollte. Bis heute hat es angedauert. Und nun bin ich so begeistert vom ersten Band seiner neuen "Shattered Sea"- Trilogie, dass ich dem Roman die volle Punktzahl vergebe und ihn zum Lesehighlight meines Monats Juni gewählt habe. Warum? Mit Yarvi, seinen Gefährten und Königin Laithlin, hat er Figuren geschaffen, die sich durch Charakter und gut durchdachte Wesenszüge auszeichnen. Figuren, die trotz ihrer teils abstoßenden oder absonderlichen Art, sofort die Sympathien des Lesers erwirken und ihn so mitnehmen in eine extrem spannende Geschichte. Allen voran Yarvi, der leicht aus der Haut fährt, einen teils falschen Kampfgeist besitzt und nicht im entferntesten das ist, was allgemein unter einem sympathischen Protagonisten versteht. Und dennoch konnte er mich vom ersten Moment an fesseln. Ich bin ihm bereitwillig in jeden Kampf, jedes Abenteuer gefolgt, entsetzt, gerührt und vielfach überrascht von Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. "Kriegsklingen" ist für mich ein perfekter Auftakt für eine vielversprechende Trilogie, die - glücklicherweise!! - schon im August in der deutschen Übersetzung fortgesetzt wird.

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Joe Abercrombie hat sich in der Fantastik bisher vor allem mit seiner "Klingentrilogie" und einer Handvoll Einzelromanen aus der selben Welt einen Namen gemacht. Nach insgesamt sechs mächtigen Wälzern kommt sein neues Buch, der Start einer neuen Trilogie, äußerlich regelrecht bescheiden daher. Immerhin schmückt sich der Band äußerlich neben dem üblichen Schwertmotiv mit begeisterten prominententen Leserstimmen von Patrick Rothfuss (Der Name des Windes) und George R. R. Martin (Das Lied von Eis und Feuer). Kann so ein Buch schlecht sein? Mal sehen. Die Handlung dreht sich um den Königssohn Yarvi, der eigentlich kein Anwärter auf den Thron ist, sondern eine Gelehrtenausbildung anstrebt. Als sein Vater und Bruder jedoch heimtückisch ermordet werden, muss er widerwillig den Schwarzen Thron von Gettland besteigen und mehr oder weniger selbst regieren. Sein missgebildete Hand und fehlendes Talent zum Kämpfen machen es ihm nicht leichter, als König akzeptiert zu werden. Wenig später wird Yarvi selbst von einem engen Vertrauten verraten und als Sklave verkauft. Doch auch in dieser scheinbar ausweglosen Situation gibt er nicht auf, sondern schmiedet einen Racheplan, der sich gewaschen hat. So weit, so spannend. Eigentlich eine Geschichte, die man gut und gerne über tausend Seiten auswalzen könnte, doch der Autor hat sich anders entschieden. Die Geschichte spielt sich auf in diesem Genre relativ bescheidenen dreihundertdreiundsechzig Seiten ab, wodurch nie Langeweile aufkommt. Abercrombie spart sich einen wortreichen Prolog, sondern katapultiert den Lesern nach wenigen einführenden Absätzen direkt in die Handlung. Das ist erfreulich, birgt im Allgemeinen aber oft auch die Gefahr von dramaturgischer Hektik. Glücklicherweise hat man kaum Zeit allzu viel darüber nachzudenken, denn die dicht verwobene Geschichte prescht ohne zu viele Schnörkel mutig voran. Auf weitere Handlungsstränge muss man sich nicht konzentrieren, der Fokus bleibt permanent beim Hauptcharakter, was einen überaus angenehmen Lesefluss ermöglicht. Eigentlich fällt kein einziges Kapitel durch unnötige Längen oder Nebenhandlungen auf, was beinahe ein Novum in der postmodernen Fantasy darstellt. An einzelnen Stellen möchte man womöglich noch mehr über die Hintergründe und Geschichte der von den Helden bereisten Länder erfahren. Immer wieder wird von den "Alben" und ihrem vorgeschichtlichen Vermächtnis gesprochen, ohne dass näheres dazu erklärt wird. Auch die unterschiedlichen Kulturen werden nur angerissen, Details tauchen zwar auf, werden aber meist nicht vertieft. Das muss nicht negativ sein, als Fan des Autors weiß man aber, dass er genau diese Dinge auch problemlos kann. Besonders gefällt das "nordische Feeling", das sich von der ersten bis zur letzten Seite ausbreitet. Schon die in der Klappenbroschur eingedruckte Landkarte skizziert raue zerklüftete Landschaften, die sich um "Die Bruchsee" herum gruppieren. Auch die Namensgebung, von der Königsstadt "Thorlby"* bis hin zu Flüssen wie dem "Rangheld" spricht eine eindeutige Sprache. Die zeitgenössische Fantasy bemüht sich oft darum, viele möglichst unterschiedliche Kulturen zu präsentieren, hier ist das jedoch nicht unbedingt nötig. Die Handlung bleibt zu jeder Zeit spannend, denn schon Yarvi ist ein vielseitiger Charakter, den seine Gegner und auch der Leser immer wieder unterschätzen. Stellenweise fühlt man sich an das von allerlei Widrigkeiten geprägte Leben eines Tyrion Lennister erinnert, doch die Hauptfigur ist eigenständig genug um den Vergleich auszuhalten. Davon lebt das Buch, auch als abgebrühter Genrefan kann man ohne weiteres mitfiebern. Denn auch das Ende des Buches hält die eine oder andere Überraschung bereit ... Übertriebene Gewalt und Freizügigkeit fehlt übrigens völlig. Ja, es gibt auch noch andere Eigenschaften, die einen Roman spannend machen. Im August erscheint im selben Verlag der zweite Band der Reihe, der in der englischen Originalausgabe über fünfhundert Seiten haben soll. Auf Deutsch werden das einige mehr sein, also sind eine detailliertere Beschreibung von Yarvis Welt und sehr viele weitere Abenteuer durchaus noch möglich. "Ich mag nur ein halber Mann sein", sagte Yarvi, der damit kämpfte, das Schwert wieder in die mit Schaffell gefütterte Scheide zu schieben. "Aber ich kann einen ganzen Eid schwören."** Originaltitel: Half a King Seitenzahl: 368 Format: 13,6 x 20,6 cm, Broschur Verlag: Heyne Fantasy *"bý(r)" ist eine altnordische Endung für Ortsnamen und bedeutet soviel wie "Hof" (vgl. http://www.koeblergerhard.de/an/an_b.html und W. Baetkes "Wörterbuch der altnordischen Prosaliteratur") **Abercrombie, Joe. Königsschwur, S. 51. Heyne, München 2015

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