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Rezensionen zu
Die Unglückseligen

Thea Dorn

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€ 24,99 [D] inkl. MwSt. | € 25,70 [A] | CHF 34,90* (* empf. VK-Preis)

Faustisches Vergnügen

Von: Martin Lotze aus Greifswald

25.07.2021

Der Autorin gelingt hier eine herausragende Reise durch die Wissenschaft der letzten 2 Jahrhunderte und knallharte Kritik an dem Scheitern der Molekulargenetik in jüngster Zeit.

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Eine teuflische Komödie

Ich bin heute (mit 79 J) nicht mehr als Buchhändler tätig.

Von: Carlos Obers aus Berlin Lichtenberg

27.07.2019

Thea Dorns "Die Unglückseligen" ist ein Unterhaltungs-Roman, für Leserinnen und Leser, die ihre Zeit nicht mit Seichtheiten vergeuden, sie vielmehr mit Esprit zu größtem Vergnügen nutzen wollen. So wie Dante in seiner "Göttlichen Komödie" mit den Torheiten seiner Renaissance-Welt abrechnet, so spießt Thea Dorn den Fortschritts-Fanatismus auf ihre spitze Feder. Durch Mikrobiologie dem Menschen ein Leben ohne Krankheit, Zell-Verfall und Tod zu bescheren: Hybris? Oder ein Ziel aufs innigste zu wünschen? Für diesen Fortschritts-Wahn hat Mephisto, der listenreiche Verführer, nur sein sardonische Gelächter. Und wir lachen mit. Scherz, Satire, Ironie und tiefe, aktuelle Bedeutung. Seit James Joyce "Ulysses" habe ich mich nicht mehr so köstlich amüsiert - bei durchaus nicht leichter Kost. Ihre Bibliothek wird sich freuen.

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Lassen Sie sich durch den Buchtitel nicht täuschen: In diesem Roman gibt es jede Menge zum Lachen, Staunen, Wundern. Thea Dorn ist ein teuflisch gutes und rundum wahnwitziges Meisterwerk gelungen: Die Humangenetikerin Johanna sucht einen Weg zur Unsterblichkeit. Sie trifft den 1776 geborenen Physiker Johann Ritter. Allerdings leidet der verschrobene Einsiedler unter dem „Joch“ seiner Unsterblichkeit. Diese kuriose Ausgangssituation sorgt für geniale Dialoge und überraschende Wendungen. Der Clou: Ein allwissender Erzähler kommentiert das Geschehen in mittelalterlichem Jargon. Ist es ist der Beelzebub höchstselbst? Er nutzt die Gunst der Stunde, um ein paar Vorurteile aus der Welt zu schaffen … Die ehrgeizige und vernunftbegabte Molekularbiologin Johanna plant die Menschheit von ihrem größten Übel zu befreien: der Sterblichkeit. Was ihr mit Zebrafischen und Mäusen bereits im Ansatz gelungen ist, steht plötzlich in Menschengestalt vor ihr an einer Supermarktkasse: Johann Ritter, ehemaliger Physiker, vor 250 Jahren geboren. Zu Johannas Verwunderung ist ihr Gegenüber von seiner Unsterblichkeit alles andere als begeistert. Ritter hat sich in die Wälder zurückgezogen, der Wissenschaft abgeschworen und bereits mehrere Selbstmordversuche hinter sich. Kurz: Er ist des Lebens „müde“. Dafür hat Johanna kein Verständnis. Sie will das Geheimnis seiner Langlebigkeit ergründen. Liegt es an den galvanischen Experimenten, die er früher an sich selbst durchgeführt hat? Handelt es sich um eine genetische Mutation? Ist er gar mit dem Teufel im Bunde? Als alle Tests und Versuche nichts bringen, greift die verzweifelte Wissenschaftlerin zu immer abstruseren Methoden… Leben und Tod sind die zentralen Kernthemen von Thea Dorns Roman. Die Autorin, Dramaturgin und Moderation hat ein Magister in Philosophie und scheut sich nicht, zum großen Wurf auszuholen. Macht das Dasein überhaupt Sinn, da wir ohnehin alle sterben müssen? Oder ermöglicht gerade das Wissen um unsere Endlichkeit, dass wir all die leidenschaftlichen, abenteuerlichen Momente unserer Existenz auskosten können? Brauchen wir die Nacht, um den Tag zu schätzen? Und wäre es nicht sinnvoller, dem Leben mehr Tiefe als Länge zu geben? Glaube scheint eine Rolle zu spielen, Harmonie mit sich und der Welt, zumindest für den Pfarrerssohn Johann Ritter. Vor allem in der Vergangenheit hat ihm seine alterslose Existenz einigen Ärger eingebracht, ihn zu Exorzisten, Quacksalbern und in Irrenanstalten geführt. Seine Familie hat sich abgewendet, seitdem geistert er durch die Welt, wechselt ständig den Wohnort und schafft es kaum mit der Technisierung Schritt zu halten. Was zu kuriosen Missverständnissen führt – Stichwort: „Apfelkasten“ (aka Apple-Notebook)! Wie schnell der Wunsch nach ewigen Leben in Wahn umschlagen kann, zeigt ein Immortality-Kongress zwischen Smoothie-Fans und Kryotechnik-Jüngern. Fürwahr eines der komödiantischen Highlights des Buches. Es ist kein Zufall, dass die beiden Hauptdarsteller denselben Namen tragen. Johann und Johanna symbolisieren die Dualität der Welt: Leben und Tod, Vernunft und Emotion, Atheismus und Spiritualität. Auch sprachlich bewegen sie sich auf gänzlich verschiedenen Ebenen. Während Johanna klare Ansagen macht, ergießt sich Johann in verbalen Ergüssen, ausgeschmückt in den Schiller-nsten (oder Goethe-sken) Lautmalereien seiner einstigen Freunde aus Weimar. Mit ihrem untrüglichen Sinn für Situationskomik lässt Thea Dorn beide Pole genussvoll aufeinander krachen. Das ist großes Kino und eine Lust zu lesen! Am Faszinierendsten ist sicherlich die Sprachgewandtheit der Autorin: Ein Exorzismus in schwäbischer Mundart! Eine Teufelsanbetung aus Sicht einer vorwitzigen Fledermaus! Wo gibt es solche Szenen zu lesen? Thea Dorn lustwandelt mühelos von der Wissenschaftssprache rund um DNA-Codes über die Liebeslyrik der Sturm-und-Drang-Zeit und gipfelt gar in der „Ars Goetia“, den Schriften über die 72 Dämonen, welche von König Salomon angebetet wurden. Comics, lexikalische Einträge, Musikstrophen – verschiedene Textformate in unterschiedlicher Typografie sprengen jeglichen formalen Romanaufbau. Sie denken, Sie hätten schon alles gelesen? Sie denken, es gibt keine neuen Wege mehr in der Literatur zu beschreiten? Dieser Roman mit Anleihen an Goethes Faust wird Sie rasch eines Besseren belehren. Hinreißend komisch, tiefgründig, doppelzüngig: „Die Unglückseligen“ ist ein Glücksfall für Liebhaber der nicht ganz alltäglichen Literatur.

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Würdest du für die Unsterblichkeit deine Seele verkaufen „Blicken Sie sich um auf der Welt! Wie mögen Sie da ernstlich noch behaupten, der Mensch sei fortgeschritten auf dem Wege der Natur- und Selbsterlösung? Botschaften jagt ihr von einem Erdteil zum anderen; ihr durchfliegt die Lüfte, durchmesst das Weltall, lässt die Nacht heller leuchten als den Tag – allein zu welchem Zwecke? Herrscht eine neue Harmonie, ein neues Glück? Nicht minder elend seh ich die Menschen denn zu meinen frühen Tagen. Nie zuvor nicht lag Natur so stumm, so leblos, so zergliedert da, und deine wachere Menschheit – gleich einer Horde Büffel trampelt sie dumpfwütig über alles hinweg. Dein Fortschritt: Hat einen einzigen Grashalm er zum Sprechen gebracht? Wisst ihr dem Tautropfen zu lauschen, wenn er des Morgens sich vom Blatte löst? Darf eine einzige Naide sich freuen, weil der Mensch sie mit wissender Hand zu sich hat emporgehoben, und beide nun versöhnt in neuer Eintracht einander forterkennen?“ Thea Dorns Roman „Die Unglückseligen“ ist ein Roman von dieser und vergangener Zeit, ein Roman der Romantik und der Gegenwart, verknüpft durch die Genforschung. In den Hauptrollen des an „Faust“ erinnernden Romans, ein 42-Jähriger Physiker, eine Molekularbiologin und der Teufel, die alle drei verschiedene Sprechweisen haben, die der Autorin unheimlich gut gelingen; wie gut also muss sich Thea Dorn in die Protagonisten eingelebt haben um so gut zu schreiben, als ob sie in den zwei Zeiten gelebt hätte. Sie schafft es, ein wirklich ernstes Thema intelligent und humorvoll zu verpacken. Handlung (dem Verlagstext entnommen): Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdigen, alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben – nach Deutschland. Ihre Protagonisten verkörpern das Trio Ritter – Tod – Teufel, der Physiker Johann Wilhelm Ritter, der sich tatsächlich auch wie ein Ritter verhält und dem Teufel persönlich sind die Namen bereits gegeben, was ich sehr interessant fand, ist die Tatsache, dass der Nachname der Molekularbiologin (Mawet) im Hebräischen Tod bedeutet. Fakt am Rande: der wahre Johann Wilhelm Ritter (geboren 1776 in Schlesien / gestorben 1810 in München) war auf der Suche nach Antworten, besessen davon, alles zu verstehen und sogar bereit, dafür grausame Experimente am eigenen Leib durchzuführen. Im Roman scheitert er aus unerfindlichen Gründen daran und lebt bereits 240 Jahre.. inzwischen hat er sogar seine Meinung geändert, er ist der Überzeugung, dass der Mensch gewisse Grenzen nicht überschreiten sollte, doch Dr. Johanna Mawet will neue wichtige Erkenntnisse für ihre Forschungen, egal welche Konsequenzen es hätte. »Im Leben hatte er sterben, im Tode leben wollen. Jetzt wusste er weder, was das eine noch das andere war.« (Teil 1, Kapitel II, Seite 35) »Die früheren Forscher waren blind für das Leben im Unsichtbaren. Glauben Sie nicht, dass die Natur sich freut, wenn der Mensch nun wirklich zu begreifen beginnt, wie kunstvoll sie im Innersten funktioniert?« »Funktioniert!«, äffte er sie nach. »An dies Wort habt ihr Professionisten euer Herz gehängt! Anstatt den Weltatem zu fühlen, der alles durchströmt, seht ihr Teile bloß und meint gar noch, ihr gewönnet etwas, wenn’s immer kleinere und kleinere Teile werden, die ihr sichtbar macht. Ich sage dir, was ihr gewinnt: Den Lebenstod vollendet ihr, der mit Descartes und Newton hat begonnen. Kein Klingen von Sphären hört ihr mehr, nur eines Uhrwerks Rattern und Klappern, und seid’s erst zufrieden, wenn ihr selbst das noch zum Verstummen gebracht.« (Teil 1, Kapitel VI, Seite 127 / 128) Johanna will auf alle Fälle Ritters Genom entschlüsseln, um seiner Unsterblichkeit auf die Schliche zu kommen. Zu Johannas Glück ist der Physiker in sie verliebt und lässt sich überreden, mit ihr nach Deutschland zu kommen und ihr Versuchskaninchen zu werden. Daher spielt der erste Teil des Romans in den USA und der zweite in Deutschland. Nach unzähligen Experimenten kommt es jedoch zu einem Umdenken seitens der Molekularbiologin. Die recht neutral gehaltene Erzählform von Thea Dorn wird öfter von der drinnen Hauptperson, dem Teufel, unterbrochen, dieser spricht den Leser direkt an, ebenso auch Johanna und Ritter, doch beide können ihn nicht hören. Der Teufel kommentiert jederzeit die Handlung, gibt Hintergrundwissen, um die Ereignisse auch ja richtig zu stellen und behält seine Meinung auch nicht für sich. Für ihn käme der Erfolg Johannas, als Sieg über Gott gleich, denn dieser wäre für die Menschen überflüssig, wenn die Angst vor dem Tod nicht mehr existiert. Der Teufel ist es auch, der das erste und letzte Wort hat, doch wen von unseren beiden Hauptcharakteren er erhört müsst ihr selber lesen 🙂 Ich war auf jeden Fall begeistert von der Geschichte und kann sie jedem empfehlen, der diese Thematik interessant findet und dem auch schon Goethes Faust gefallen hat. Zudem hätte man wirklich kein besseres Titelbild auswählen können als „Death and the Maiden“ von James C. Christensen, diese erinnert an die Hauptfigur Johanna Mawet und da ihr Name bereits Tod bedeutet, bekommt das Bild eine weitere sehr interessante Bedeutungsebene. Auch hätte für diesen Roman wohl kein passenderes Titelbild ausgewählt werden können als »Death and the Maiden« von James C. Christensen. Sieht man darin die Hauptfigur Johanna Mawet und erinnert, dass ihr Name Tod bedeutet, so bekommt das Bild noch einmal eine weitere Bedeutungsebene. Thea Dorns Roman »Die Unglückseligen« ist im Februar 2016 im Knaus Verlag erschienen – gebunden, 560 Seiten, EUR 24,99, ISBN 978-3813505986.

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Thea Dorn kannte ich als Autorin bisher noch nicht. Der Klappentext klang für mich aber sehr interessant, deswegen habe ich mich sehr auf die Lektüre des dicken Hardcoverbuches gefreut. Auch das Buchcover finde ich sehr gelungen. Man sieht darauf eine blond gelockte, nackte Frau, die ein Skelett umarmt. Auf Skelett und Frau ist in weißen Buchstaben der Buchtitel „Die Unglückseligen“ gedruckt. Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Tieren um unsterbliche Zellen und eine Möglichkeit für ewiges Leben zu finden. Ihre Forschungen führen sie in die USA, wo sie auf einen etwas seltsamen, skurrilen Mann trifft, der vorgibt, der Physiker Johann Ritter zu sein. Dieser wurde allerdings bereits im 18. Jahrhundert geboren… Sollte er nicht schon lange gestorben sein und was hat es mit dem Mann auf sich, der angeblich über 200 Jahre alt sein soll? Handelt es sich hier um einen Spinner oder gibt es wirklich Menschen, die das unendliche Leben haben? Johanna schließt mit Johann schon bald eine Freundschaft und möchte mehr über den Mann, seine Geschichte und sein Leben herausfinden. Ein Gentest beweist schließlich, dass der alte Mann scheinbar die Wahrheit spricht… Das Buch ist sprachlich bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Auch ich war am Anfang nicht sicher, ob mir dieser Roman gefallen würde, denn nach den ersten Seiten war er für mich schon etwas seltsam und konfus. Zuerst wollte ich gar nicht mehr weiterlesen, habe mich dann aber dazu gezwungen und ich muss sagen, für mich hat es sich gelohnt. Thea Dorns Sprache ist gewöhnungsbedürftig und man braucht meiner Meinung auch etwas an Vorbildung um dem Buch so richtig folgen zu können. Johanna spricht in der Sprache des 21. Jahrhunderts, Johann in der Sprache der Romantik, wobei ich sagen muss, dass sich beides im Werk prima ergänzt. Man sollte auch Goethes „Faust“ gelesen haben um besser mit der Thematik klarzukommen. Und auch des Englischen sollte man mächtig sein, denn Dialoge werden auch in dieser Sprache geführt. Auch wenn ich anfangs beinahe zu lesen aufgehört habe, habe ich mich als „Faust“-Fan doch dazu gezwungen weiterzuschmökern. Das war auch gut so, denn ich fand das Buch sehr interessant und spannend. Deswegen vergebe ich volle Punktzahl: fünf Sterne. Ein anspruchsvoller Roman, der nichts für Menschen ist, die leichte Unterhaltung bevorzugen.

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Als ich mir dieses Hörbuch ausgesucht habe wusste ich Gott sei Dank noch nicht wie sehr es mich persönlich berühren würde, dazu aber später :-( Das Titelbild hat mich gleich angesprochen und als ich den Klappentext gelesen habe, was ich bei Hörbüchern ja nicht immer tue, dachte ich mir das dieses Hörbuch interessant ist. Auch die Sprecherin war mir bis dato gänzlich unbekannt, hat sich im Nachhinein aber als wahrer Volltreffer für diesen Titel erwiesen. Thea Dorn ist mir seit vielen Jahren bekannt. Sie hat lange Zeit eine Literatursendung im TV gemacht, ich weiss allerdings nicht mehr wie sie hieß und ob sie vielleicht noch läuft. Aber ich kann mich noch sehr gut an Thea Dorn erinnern. Die Art und Weise wie sie diese Sendung moderierte hat mir damals mehr als gut gefallen. Dadurch habe ich mich natürlich auch für ihre Bücher interessiert. Mein erster Titel von ihr war der preisgekrönte Titel “Die Hirnkönigin” aber ganz ehrlich? Ich bin damit überhauptnicht eins geworden, gerne lese ich ja blutig und es darf auch mal etwas “schräg” sein, aber das war mir dann doch irgendwie zu …. Aber zurück zu diesem Titel, der als Hörbuch ungekürzt daher kommt. Über 18 Stunden ist schon ein gewaltiges Werk, das hat man mal nicht so eben weg gehört. Die Sprecherin hat eine gute und tolle Art zu lesen. Man sch schnell einhören und bekommt aufgrund der Sprache und der Klangfarbe der Stimme recht schnell mit ob gerade Johanna oder Johann hier einen Auftritt hat. Die Betonung ist in meinen Augen gelungen und mir war die Stimme über die ganze Zeit angenehm und gut verständlich. Grundsätzlich ist das Thema nicht nur ein großer literarischer Stoff, ganz ehrlich wer hat noch nicht über das Leben und das Sterben nachgedacht. Wäre es wirklich schön, das ewige Leben? Als Johanna auf Johann trifft, denkt sie erst sie hat es mit einem verwirrten alten Mann zu tun. Im Laufe der Zeit kommt Johanna hinter das Geheimnis von Johann Ritter. Der Physiker behauptet 1776 geboren zu sein. Das kann Johanna natürlich nicht einfach so glauben und sie nimmt eine Blutprobe um das Alter zu bestimmen. Das Ergebnis macht sie fassungslos. Leider bleiben ihre Forschungen nicht unbeobachtet und so beschliesst das ungleiche Paar nach Deutschland zu gehen. Dort beginnen die beiden gemeinsam zu forschen. Zum Ende der ungewöhnlichen Geschichte spielt Die Stadt Jena und eine Krebserkrankung eine große Rolle. Dies hat leider einen ganz persönlichen Hintergrund genau zu der Zeit des Hörens für mich gehabt. Daher ist dieses Hörbuch quasi ein “Schicksalshörbuch” für mich und ich bin mir nicht sicher ob ich ein Zweithören in nächster Zeit schaffe, das liegt aber nur an unserem familiären Schicksal welches sehr stark mit beiden Themen verbunden ist. Mich hat die Sprache fasziniert allerdings kann man dieses Roman wirklich nicht mit ihren anderen Büchern vergleichen würde ich meinen… Ich bin mir aber ganz sicher, das die Meinungen über dieses Hörbuch ziemlich auseinander gehen werden. Dieses Hörbuch ist ganz sicher nicht massentauglich. Thea Dorn ist schon eine besondere Autorin, deren Art nicht wirklich einfach ist, aber in meinen Augen schon etwas Besonderes.

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Als ich anfing, Thea Dorns Roman zu lesen, kam mir schon nach wenigen Seiten folgendes in den Sinn: "Wäre dieses Buch ein Kleid, wäre es Haute Couture." Schon auf den ersten Seiten war ich von ihrer Sprache, dieser so ungewöhnlichen Mischung aus den beiden Erzählerstimmen in einen merkwürdigen Bann gezogen, aus dem ich mich kaum noch entwinden konnte. Die Geschichte liest sich erst mal etwas abstrus. Denn wenn eine deutsche Wissenschaftlerin auf einen über 200 Jahre alten Ritter trifft und das Ganze vom Tod kommentiert wird, dann klingt das entweder nach totalem Bullshit - oder nach einem einmaligen Leseerlebnis. Für mich war es Letzteres. Johanna Mawet, Wissenschaftlerin - genauer gesagt, Molekularbiologin - durch und durch, hat nur ein einziges Forschungsziel - sie will die Sterblichkeit abschaffen. An diesem Ziel forscht die Molekularbiologin seit Jahren mit eiserner Verbissenheit. Bei einem Forschungsaufenthalt in den USA trifft sie auf einen merkwürdigen Mann, ziemlich abgewetzt, gleichzeitig jung und alt wirkend, der nicht nur seltsam spricht, sondern sie außerdem für den Teufel hält. Als die beiden sich näher kennenlernen, offenbart er ihr, dass er aus Deutschland stammt, Johann Wilhelm Ritter heißt, Physiker ist - und 1776 in Schlesien geboren wurde. Damit wäre er über 200 Jahre alt - und vielleicht der Schlüssel zu Johannas Forschungen. Thea Dorn lässt zwei Welten aufeinander prallen - die der modernen Wissenschaftlerin und die des Physikers aus dem 18. Jahrhundert. Abwechselnd lässt sie beide aus der jeweiligen Sicht erzählen, was sich sehr eindrucksvoll im Sprachstil ausdrückt. Ritters Sprache wirkt dabei nicht nur antiquiert, sondern ebenso authentisch, sowohl in Ausdrucksweise als auch in Weltsicht. Für Johanna hingegen wählt sie eine moderne Sprache, voller Ausdrücke aus den Bereichen Genetik und Wissenschaft. Einen größeren Kontrast könnte die Autorin so nicht schaffen. Einfaches Nebenbeilesen ist hier nicht angezeigt, ich muss ständig wach im Kopf bleiben, mal in Johannas und dann wieder in Ritters Kopf springen, ständig zwischen den beiden Perspektiven hin und her wechseln. (Wahrscheinlich habe ich deshalb auch verhältnismäßig lange gebraucht, um Die Unglückseligen zu beenden - einen ganzen Monat nämlich. Ich musste es immer wieder beiseitelegen und sacken lassen. Auch nachdem ich es beendet hatte.) Dazwischen wird das Ganze immer wieder kommentiert - ich vermute mal, vom Tod selbst, auch wenn sich der Erzähler nie namentlich vorstellt, aber wer sonst sollte sich trauen, solch eine Geschichte so kompromisslos zu kommentieren, so distanz- und respektlos. Letztendlich geht es aber um einen viel tieferen Konflikt als den zwischen Johanna und Ritter. Ist Unsterblichkeit erstrebenswert? Johanna mag das vielleicht ohne mit der Wimper zu zucken mit Ja beantworten, aber für Ritter steckt mehr dahinter, als bloß ewiges Leben. Er hat mittlerweile alle seine Freunde und Familie verloren, er sieht sich immer wieder mit dem Verlust seiner Liebsten konfrontiert und ist schlicht und einfach lebensmüde. Aber er kann nicht sterben. Im Grunde genommen sind Johanna und Ritter aber trotz aller augenscheinlicher Unterschiede gar nicht mehr so verschieden, wenn man zum Kern ihrer Persönlichkeiten vordringt. Wenn man alles Lagen aus Selbstschutz und eigenbrötlerischem Getue, aus Workaholictum und Kostümierung langsam entfernt, dann kommen zwei Menschen zum Vorschein, die sich ziemlich ähnlich sind. Beide sind einsam. Vom Leben gezeichnet. Getriebene. Und dann ist es gar nicht mehr so erstaunlich, dass sich die beiden zusammentun und immer mehr zueinander finden. Thea Dorn hat einen sprachlich anspruchsvollen und außergewöhnlichen Roman geschrieben, in dem sie zwei Welten in Hochgeschwindigkeit aufeinander prallen lässt. Es kommt, wie es kommen muss, zur Kollision - mit allen Verletzungen und Kollateralschäden, die so ein Aufprall eben mit sich bringt. Mich als Leser eingeschlossen - ich bin und bleibe schwer beeindruckt. Mein erster Eindruck blieb bis zum Schluss bestehen. Haute Couture - auf den ersten Blick meist völlig konfus nicht zueinander passend, nicht immer leicht zu begreifen - aber letztendlich hohe Kunst.

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Das doch etwas altertümlich anmutende Cover hätte mich als jungen Leser eher nicht angesprochen, jedoch wollte ich mir durch die vielen guten Rezensionen selbst ein Bild von „Die Unglückseligen“ machen. Thea Dorn kannte ich als Autorin nicht, doch auch von ihr hatte ich bisher nur Gutes gehört. Das Thema ist meiner Meinung nach sehr spannend. Es geht um die Unsterblichkeit und wie man sie mit der modernen Biologie erreichen kann. Man lernt Johanna kennen, die seit Jahren an diesem Thema forscht und überall auf der Welt unterwegs ist. Sie ist ein wenig unterkühlt und bedient sich ausschließlich ihres Verstandes. Trotzdem ist sie nicht unsympathisch. Auf einer ihrer Forschungsreisen trifft sie auf Ritter, einen deutschen Physiker, der auch wirklich gelebt hat. Hier geht’s zu seinem Wikipedia-Artikel, aus dem im Buch auch zitiert wird. Thea Dorn verwebt also die Realität in ihrem Werk mit fiktiven Elementen. Mir ist vor allem die gewöhnungsbedürftige Sprache aufgefallen. Dabei ging es mir ein wenig so als würde ich Englisch lesen. Es braucht ein wenig, bis man wieder sein normales Lesetempo erreicht hat. Deshalb habe ich auch fast eine Woche an „Die Unglückseligen“ gelesen, anfangs fiel mir das Umdenken schwer. Viele wichtige Ereignisse werden nur angedeutet und Frau Dorn bedient sich unterschiedlicher Stilmittel und Erzählperspektiven. Die Hauptgeschichte um Johanna und Ritter wird durch Einschübe, DNA-Sequenzen und Briefe aufgelockert. Doch hier möchte ich nicht zu viel verraten. Es dauert ein bisschen, bis man sich in die Geschichte hineingefunden hat. Etwa ab der Hälfte des Buchs möchte man es dann aber nicht mehr weglegen. Johanna macht im Laufe der Geschichte einen ziemlichen Charakterwandel durch. In Thea Dorns Buch ist nichts vorhersehbar. Und so kommt auch das Ende ziemlich unerwartet. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass es durchaus gelungen ist. Jedoch erfährt man nicht so richtig, was mit Ritter und Johanna passiert, es bleibt offen. Und dies bildet einen runden Abschluss zu der verwobenen und komplizierten Geschichte, in der auch mehr angedeutet als gesagt wird. Fazit Ein gutes Buch, das sich dem Thema der Unsterblichkeit teils mit Humor, teils mit Verzweiflung nähert. Ich gebe eine eindeutige Leseempfehlung, aber mit einer winzigen Einschränkung. Wenn man in der Schule bei Genetik nicht aufgepasst hat, wird es vielleicht an einigen Stellen Verständnisprobleme geben.

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