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Rezensionen zu
Wilde Reise durch die Nacht

Walter Moers

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Hier bin ich nun, die Frau, die eigentlich keine Quarantänebücher / Selbstisolationstipps / Ablenkungsmöglichkeiten in Zeiten des bösen C-Wortes vorstellen wollte – und stelle einen solchen vor. Walter Moers ist eine große literarische Liebe von mir und ich freue mich täglich an seinen Kunstwerken in meinem Regal. Eines, an das ich mich lange nicht herangetraut habe, ist dieses: Wilde Reise durch die Nacht. Eine Geschichte, die nicht in Zamonien spielt, der Moers keinen fiktiven Autor zuspielt, noch dazu eine Kunstgeschichte, hangelnd an Gemälden von Gustave Doré. Ein gänzlich anderes Thema, als ich es gewöhnt bin von diesem Genie, das einen Kontinent für mich Wirklichkeit werden ließ. Geplagt von schlechtem Gewissen, einem Autoren nicht seine von mir selbst zugedachte Wirkungsfähigkeit abzusprechen, habe ich mich diesem Roman gewidmet – und muss ihn empfehlen. Wie konnte es auch anders kommen? Natürlich ist es ein phantastischer, absurder, existenzialistisch angehauchter, seltsamer, gedankenmachender, sprachlich vorzüglicher Roman rund um den jungen Gustave, der für den Tod unmögliche Aufgaben bewältigen muss. Darin findet, ja, begegnet er sich selbst – und das mit zwölf Jahren! – und wächst über sich hinaus. Er muss eine Jungfrau retten, die keiner Rettung bedarf, die ungewöhnlichsten Riesen der Literaturgeschichte besiegen und seinen größten Ängst wortwörtlich ins Auge blicken. Moers flicht die Empfindungen eines unschuldigen, aufstrebenden Künstlerjungen in eine Welt hinein, die für Kinder normalerweise keinen Raum bietet und macht daraus das größte Abenteuer für Erwachsene, das uns aus der Realität heraus und in die Sphären seines so wunderbar wiedererkennungswerten und doch abwechslungsreichen Universums katapultiert. Moers ist hier der Künstler und bringt uns seine Welt noch einmal ganz anders nahe. Gelesen wird das Hörbuch von Dirk Bach, seinerzeit eine der begabtesten Stimmen in der Hörbuch-Branche, meiner bescheidenen Meinung nach. Wie er spricht, wirken die Figuren real, wie in einem grandios sonderbaren Kammerspiel zusammengewürfelt und echt. Fließend fesselt er seine Zuhörenden an die Geschichte und bringt noch selbst einen großen Funken Kreativität in die gesamt betrachtet großartige Produktion mit ein. Er beweist, was das Vorlesen besonders machen kann und demonstriert sein unfassbar großes Spektrum an sprachlicher Ausgefeiltheit. Und gerade jetzt: Was brauchen wir mehr als eine besonders gute, fesselnde und besondere Ablenkung? Mir hat es unfassbar gut getan, mich einfach dieser Stimme hinzugeben, die mit mir das große Ganze entdeckt und zeigt, was mit Kunst möglich ist, und wie sie uns heilen kann.

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Früher mochte ich Walter Moers nicht. Da waren einerseits die Comics vom kleinen A*schloch, da fand ich schon den Namen so unnötig demonstrativ provokant. Da waren andererseits die Käpt'n Blaubär Filme im Kinderprogramm, die mir viel zu albern waren. Aber dann habe ich "Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär" als Hörbuch in der Bücherei entdeckt und ihm eine Chance gegeben. Schon nach wenigen Sekunden hat mich die Stimme von Dirk Bach in die verrückte Geschichte hineingesogen und bis zum letzten Ton gefesselt. Seitdem höre ich alles, was Walter Moers geschrieben und Dirk Bach gelesen hat. Wie schade, dass er so früh schon gestorben ist. *schnief* Jetzt habe ich also die "Wilde Reise durch die Nacht" gehört und es war wieder der absolute Wahnsinn! Walter Moers hat diesmal eine spannende Abenteuergeschichte entlang der Bilder Gustave Dorés komponiert, die der unvergleichliche Dirk Bach mitreißend vorliest. Klassische Motive werden mit modernem Humor und Ironie elegant verknüpft. Man kann die Geschichte einfach als Unterhaltung nebenbei hören oder sich auf den philosophischen Tiefgang einlassen. Die Soundqualität ist natürlich wieder perfekt! Ist ja auch vom Hörverlag. Mehr will ich nicht verraten. Einschalten, fallen lassen, genießen!

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