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Rezensionen zu
Das letzte Wort

Alena Graedon

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Anana Johnson, genannt Ana, lebt in New York City, in einer nahen Zukunft, von der uns nur eine einzige Erfindung trennt: die Brain-Computer-Interface, an der man heute noch vergeblich forscht. In Ananas Welt gibt es ein Gerät namens Mem. Es tut, was unsere Intellefone tun: im Internet surfen, telefonieren, Programme ausführen. Nur steuert man das Mem nicht mit einem wischenden Finger, sondern mit dem Kopf. Man setzt einen Bügel auf, genannt Crown, und schon spricht das Mem mit den Gedanken seines Benutzers. In dieser hypermodernen, neu technologisierten Welt ist Anas Vater ein Dinosaurier: Er verwendet kein Mem und arbeitet als Chefredakteur des New American Dictionary of the English Language, des letzten Wörterbuchs, das in Amerika noch gedruckt erscheint. So weit die Vorgeschichte. Am Anfang des Buches ist Anas Vater verschwunden, und es passieren komische Dinge mit der Sprache. Die Menschen vergessen Wörter. Eine Krankheit greift um sich. Und die Firma Synchronic - die verdächtig an Google oder Apple erinnert - scheint an beidem irgendwie schuld zu sein. Ana sucht ihren Vater, kämpft mit der Wortgrippe, und versucht herauszufinden, warum die neue Auflage des Wörterbuchs nicht zum Termin erscheint, sondern im Keller verbrannt wird. Wie mir das Buch gefallen hat? Ausgezeichnet. Ana ist eine sympathische und glaubwürdige Hauptperson. Der Großteil der Geschichte ist aus ihrer Sicht geschrieben. Zwischendurch gibt es Auszüge aus dem Tagebuch von Horace alias Bart, einer recht tiefgründigen Figur. Außerdem treffen wir einen komischen alten Kauz, einen gefährlichen Russen, einen skrupellosen Geschäftsmann, einen aufgeblasenen Exfreund und eine geheime Gruppe von Widerstandskämpfern. Alena Graedon warnt mit diesem Roman davor, das Denken in Geräte auszulagern und einer einzelnen Firma das Monopol auf unser Leben zu geben. Die Warnung kommt an. An der Stelle, wo Ana die Technologie hinter den Mems und das Virus hinter der Wortgrippe erklärt, war ich erleichtert: Eine solche Brain-Computer-Interface kann es nicht geben, genausowenig wie ein solches Virus. Die Autorin ist ein Stück weggegangen von dem, was wirklich möglich ist. Allerdings nicht weit. Ist Das letzte Wort etwa das 1984 und das Brave New World unseres Zeitalters?

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Wer kennt das nicht? Mitten im Gespräch, mitten im Satz, stockt man, da einem das passende Wort nicht einfällt. Es liegt einem auf der Zunge, aber von dort will es einfach nicht weg. In Zeiten der schnellen Internetverfügbarkeit hat man das Wort schnell, nach einer Suche auf seinem Smartphone, gefunden. Auch strittige Gespräche oder fehlende Informationen können so schnell bereinigt bzw. ergänzt werden. Doch diese Wortfindung hat auch ihre Tücken. In vielen Nachrichtensystemen wie SMS oder Whatsapp werden automatische Vorschläge schneller geladen als es einem lieb ist. So entstehen manchmal witzige und falsche Wörter in einer digitalen Konversation. Doch was ist, ein paar Jahre, Jahrzehnte weiter gesponnen, wenn die Systeme mit dem Gehirn verbunden sind und automatische Wortergänzungen einem blitzschnell über seine MEM in den Mund gelegt werden. Wäre das nicht sensationell? Eine Revolution. Auch wenn man ein paar Cent dafür bezahlen würde, automatisch abgebucht, würde es einen doch nicht arm machen. Den Einzelnen nicht arm, aber den Konzern der dieses verkauft, sehr reich. Ausserdem lauern noch andere Gefahren. „So ist es zu unserer gegenwärtigen Krise gekommen: Unser Sprachvermögen – und vielleicht auch Denkvermögen – wird so ernsthaft beschädigt, dass selbst für so simple Dinge wie das Lesen von Schlagzeilen, das Erzählen von Gutenachtgeschichten oder ein Gruß an die Familie zu Thanksgiving diese Woche die Unterstützung eines technischen Geräts notwendig ist.“ Heutige Internetkonzerne bedienen sich beim Kunden schon aufgrund ihrer Monopolrolle. Google, Facebook, Ebay, Amazon um nur ein paar zu nennen, verändern das Bild der Welt, die Gesellschaft und auch die Wirtschaft rasch. Dadurch werden diese Konzerne zu den Hauptakteuren und können die Preise in ihren Segmenten bestimmen. In der nahen Zukunft, im vorliegenden Roman, ist es der Konzern Synchronic, der das sogenannte MEM herausbringt. Mit dem Gehirn verbunden, ahnt es blitzschnell, was seinem Benutzer gut tut. Die richtige Musik wird automatisch zu Hause aufgelegt, ein Taxi herbeigerufen, ohne dass man daran denken oder sich irgendeiner Art der Kommunikation bedienen muss. Praktisch, oder? Doch was bleibt auf der Strecke? „Seit Bücher nicht mehr gedruckt werden und wir statt zu lesen nur noch Datenstreams konsumieren und uns eher simsen als schreiben – seit Mems die Könige wurden – hat der Durchschnittsbenutzer sehr viel weniger Bedarf an echten Bedeutungen.“ Worte sind wichtig für die Kommunikation. Worte haben Bedeutung und können nicht so einfach ausgetauscht werden. Selbst neue Wörter die aus dem Leben, aus der Gesellschaft entstehen, geben Auskunft über eine veränderte Welt wieder, in der die alten Wörter nicht richtig greifen. „Worte sind Flaschenzüge durch die Zeit, wie ich gelernt habe. Portale in fremde Gedanken. Seltsame Riten. Verschandelte Herzen. Ohne Worte sind wir Waisen der Geschichte – unsere Leben und Gedanken ausgelöscht.“ Alena Graedon geht sogar noch weiter: „Vermutlich will ich nur sagen, dass Sprache zwar groß, sperrig und in ständiger Veränderung begriffen ist – mit anderen Worten, Sprache ist wie die Liebe -, doch im Gegensatz zu Dr. D. denke ich nicht, dass sie größer ist als wir. Ich glaube, es ist unsere Pflicht, sie zur Geschlossenheit zu zähmen, die unruhigeren Tendenzen zu unterdrücken, ihre Bedeutung zu verifizieren und – vor allem – ihre Effizienz, ihr Potenzial zur Überbrückung von Subjektivität zu testen. (Wir sollten Sprache wirklich wie Liebe behandeln).“ Doch das soll jetzt keine philosophisch wissenschaftliche Abhandlung über Wörter, Bücher oder Kommunikation werden, zurück zum Buch. Ana und ihr Vater Doug Johnson arbeiten an der Auflage eines der letzten Bücher, ein Lexikon. Die gedruckte Auflage ist höchstens dreistellig, Bücher sind ein aussterbendes Produkt, kaum jemand liest sie noch, die MEM von Synchronic beherrscht den Markt. Doug Johnson verschwindet plötzlich von der Bildfläche ohne eine Nachricht zu hinterlassen. Zeitgleich bringt Synchronic eine Weiterentwicklung der MEM, den Nautilus auf den Markt. Ein Apparat der über die DNA mit dem Körper verbunden ist. Ana sucht verzweifelt ihren Vater und kommt einer Geheimverschwörung auf die Spur. Durch den Nautilus und den Wortaustausch, will Synchronic den kompletten Markt beherrschen und ihr Vater hat das herausgefunden. Zeitgleich wird bei manchen Menschen eine Aphasie, ja sogar eine sogenannte ‚Wortgrippe‘ mit Fieberschüben, Wortaussetzern, die bis zum Tode führen, festgestellt. Der Virus breitet sich schnell über die ganze Welt aus. Hat Nautilus etwas damit zu tun? „Der Trick, die Bedeutungen von Wörtern zu vertauschen, ist einer der ältesten. Man denke nur an Freiheit und Demokratie. …Letztendlich ist es ein Problem der Kurzsichtigkeit. Eine Abhängigkeit von dem, was als Nächstes kommt. Die Menschen sind so besessen von der Zukunft, dass sie sie erfinden, dass sie die Nachrichten erschaffen, ihre eigene Auswertung erdichten. Wir tun das bereits seit Jahren.“ Der Roman wird immer gut wenn die Charaktere ihre philosophische Sicht der Dinge erzählen. Gedanken zu Wörtern, der Gesellschaft: „Durch Zufall hat das gedruckte Buch uns anhaltende Konzentration, abstraktes Denken und Logik gelehrt. Unsere natürliche Tendenz ist, der Ablenkung nachzugehen – den Horizont beständig nach Angreifern abzusuchen und neue Wege einzuschlagen, Bücher brachten uns dazu, dies Aufmerksamkeit nach innen zu richten, immer prächtigere Schlösser in dem stillen Königreich unseres Geistes zu erbauen. Durch diesen Prozess der Reflexion und des tiefgründigen Denkens haben wir uns weiterentwickelt.“ Doch passiert dies leider viel zu wenig. Die Geschichte wird aus der Sicht von Ana, eine Frau Ende zwanzig erzählt, die gerade ihren Freund verlor und dem Leser hysterisch und schwafelnd die Suche nach ihrem Vater erzählt, sich dabei viel zu oft in unwichtigen Dingen verliert. Manche Kapitel sind aus der Sicht ihres Kollegen erzählt, der in Ana verliebt ist, aber durch die Wortgrippe verliert er seine Fähigkeit sinnvolle Sätze zu schreiben. Manche Logiklöcher tun sich munter in der Erzählung auf und so wird die ganze gute Idee langsam und wortgewaltig im Wortmeer begraben. Alleine die Idee bewahrt die Geschichte noch vor dem Ertrinken und am Ende schafft es Alena Graedon trotzdem noch, das Buch ins Trockene zu bringen. „Worte funktionieren nicht immer. Manchmal kommen sie schlecht weg. Gespräche können zu Konflikten führen. Diplomatie kann scheitern. Manche Unterschiede bleiben trotz aller Gespräche unvereinbar. Menschen machen leere Versprechungen, halten ihr Wort nicht, sagen Dinge, die sie nicht glauben. Doch Verbindung mit uns selbst und anderen ist der einzige Weg, wie wir leben können.“ Ein paar gute Ideen sind zu verzeichnen, aber das alleine macht noch keinen guten Science Fiction Roman aus. Diese Autorin sollte man trotzdem im Auge behalten, sie wird bestimmt noch für die eine oder andere Überraschung sorgen.

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Wie war das noch in der Zeit, in der es weder Internet noch Smartphones gab? Wissen wurde mündlich und schriftlich weitergegeben, Lexikazyklen thronten in den Wohnzimmerschränken in ihren edlen Einbänden und luden den Wissensdurst zum Nachschlagen ein. Recherche war mühselig und doch konnte man sich das Erarbeitete und Eingeprägte auf Dauer merken. Und vor dieser Zeit? Als man erst Lesen lernte und sich in Büchern vertiefte, bevor man seinen ersten Kinofilm zu Gesicht bekam? Als das schriftliche Wort noch sehr viel mehr Macht hatte und die Phantasie anregte? Wie war das früher, als man sein Gehirn noch trainierte, als Wissen nicht einfach so zur Verfügung stand? Schaut man sich unsere heutige Zeit an, so werden unsere Gehirne von Jahr zu Jahr, ja gar von Monat zu Monat fauler. Wer kennt schon noch seine eigene Handynummer auswendig oder die der wichtigen Personen in seinem Leben? Will man etwas wissen, dann googelt man es, erfährt die Antwort auf eine flüchtige Frage in knappen Sätzen und vergisst wenig später, was man dort gesehen hat. Wir machen uns immer abhängiger von Technik und verlernen dabei, was uns eigentlich ausmacht und wozu wir eigentlich fähig sind. Wer sein Gehirn nicht trainiert, wird kein leistungsstarkes Denkorgan haben. Wenn ganze Generationen dies unterlassen, so stellt dies für unsere Zukunft eine schlechte Prognose dar. Zeigen uns Filme wie “Idiocracy” dieses Szenario noch eher lustig auf, so beschäftigt sich “Das letzte Wort” genau mit diesem Thema, jedoch in weitaus ernsterer Art und Weise. Eine Zukunft, die unserer gar nicht so fern ist und in welcher bereits heute auftretende Probleme zugespitzt dargestellt werden. Menschen, ganze Länder, die abhängig von Geräten und Programmen sind, die ihr Leben diktieren und das Denken verlernen lassen. Letztendlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Sprache darunter nicht nur leidet (was sie heute schon tut), sondern gravierende Einbuße aufweist. Doch was sind wir ohne Sprache und Literatur, ohne Worte? Ohne Worte sind wir Waisen der Geschichte – unsere Leben und Gedanken ausgelöscht. (Zitat aus dem Buch, Seite 11) Anana Johnson lebt in dieser Welt. Ihr Vater ist ein Relikt und gibt das letzte analoge Wörterbuch Amerikas heraus, legt Wert auf Schrift und Sprache und weigert sich vehement ein Mem zu nutzen. Mems sind Weiterentwicklungen unserer heutigen Smartphones, die ihrem Besitzer das Leben ungemein erleichtern und eine Symbiose mit ihrem Wirt eingehen. Das Mem überwacht und regelt und kümmert sich um Probleme und Gelüste, bevor man diese selbst wahrgenommen hat. Kurz vor der Veröffentlichung der dritten Ausgabe des Wörterbuchs verschwindet Anas Vater spurlos und fast zeitgleich beginnen die Menschen ihre eh schon nur noch simple Sprache zu verlieren und in einem unverständlichen Kauderwelsch zu brabbeln. Ein Virus greift um sich und die Tochter des Herausgebers sieht sich auf der Suche nach ihrem Vater schnell in Machenschaften verwickelt, die den Untergang der Zivilisation bedeuten könnten. “Das letzte Wort” ist zuallererst wunderschön geschrieben. Als Buchliebhaber ziehen bereits die ersten Seiten ein magisches Augenmerk auf die verwendete Sprache, die vielfältig dargestellt ist und den eigenen Wortschatz anzureichern vermag. Dies wird immer wieder mit Gedankengängen gewürzt, die anschaulich und treffend sind und unserer heutigen Zivilisation mehr als nur ein Problem vor Augen führt. Wer sich an wortgewaltiger Sprache, unterschiedlichen Erzählstilen und philosophischen Anmerkungen erfreuen kann, ist mit diesem Buch in seiner dystopischen Zukunftsversion mehr als gut beraten. Leider mangelt es diesem doch auch recht umfangreichen Buch jedoch auch an etwas. Die Autorin verliert sich zuweilen in ihrer Sprache und dem Philosophieren und vergisst darüber hinaus Spannung zu erzeugen. Zudem wird gerade die Protagonistin doch sehr naiv und abhängig von den Männern in ihrem Leben dargestellt, was sie jedoch gar nicht nötig hätte. Generell bröckelt der Charakterausbau etwas bis teilweise sehr, so dass der Realismus der Geschichte alleine durch den mahnenden Fingerzeit auf unser selbstverständliches Nutzen der Technik und dem selbstverständlichen Unnutzen unserer hauseigenen Fähigkeiten erzeugt und nicht durch seine Charaktere gestützt wird. Dies fand ich äußerst schade, da die Grundidee mehr als erschreckend und gut ist und spannender umgesetzt ein wirklich gutes Buch ausgemacht hätte. “Das letzte Wort” von Alena Graedon ist daher meiner Meinung nach durchaus interessant und empfehlenswert für Leser, die sich an Sprache ergötzen können und sich schon heute fremd in der Gesellschaft fühlen, weil diese immer niveauloser und seichter zu werden scheint. Wer keinen Spannungsroman sucht, sondern ein aufmerksam zu lesendes Buch mit wunderschönen Sätzen, einem Science-Ficiton-Anteil, dessen Fiktion fast schon Realität geworden ist, der ist hier goldrichtig.

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Irgendwann in der näheren Zukunft. Das geschriebene Wort ist fast ausgestorben – die Menschen sind abhängig von den sogenannten Mems (so eine Art weiterentwickelte Tablets). Die Mems sind so intelligent, dass sie unaufgefordert agieren und zum Beispiel Taxis rufen oder Wörter vorschlagen, wenn sie merken, dass dem Besitzer im Gespräch ein Wort nicht einfällt – der sogenannte Wortaustausch. Die Firma Synchronic Inc., die die Mems vertreibt, plant eine Weiterentwicklung auf den Markt zu bringen – das Nautilus, das direkt auf die Haut aufgebracht wird und optimalerweise mit einem implantierten Mikrochip interagiert. Eine neue App soll die Markteinführung begleiten und alle User zum mitmachen animieren: Sie können die Wörter zu festgelegten Bedeutungen neu erfinden und Geld gewinnen. Doch Synchronic Inc. hat etwas teuflisches mit in die App programmiert: Ein Virus, die sogenannte Wortgrippe, greift um sich. Menschen vergessen zunehmend Wörter und der Wortaustausch, eine weit verbreitete App auf den Mems, die jeder bei sich trägt, liefert den Usern die von den Spielern gespeicherten falschen Wörter aus dem Gewinnspiel. Dies führt dazu, dass die Menschen sich nicht mehr verständigen können, da keiner die neuen Wörter kennt. Zudem gibt es körperliche Symptome ähnlich einer Grippe, die Todesfälle nehmen zu. Ana und Doug Johnson arbeiten für das letzte Lexikon, das noch als Printausgabe herausgebracht wird. Kurz vor der Veröffentlichung verschwindet Doug, Anas Vater. Hat Synchronic Inc. etwas damit zu tun? Eine unglaubliche Suche beginnt, und Ana lernt die Gegenbewegung Diachronic Society kennen, die die Aufrechterhaltung des geschriebenen Worts verfechten und versuchen, Synchronic Inc. zu stoppen und Anas Vater zu retten ... Meine Meinung: Eigentlich spannend – leider „verliert“ man vor allem in der ersten Hälfte des Buches durch sehr ausschweifende philosophische Betrachtungen in Form des Tagebuchs von Anas heimlichem Verehrer sehr oft den Faden und der Spannungsbogen wird unterbrochen. Weiterhin schwächelt die Story in der Logik : Wie soll ein Computervirus bzw. Sprachprobleme tödlich verlaufende Grippeerkrankungen hervorrufen ? Die „logische“ Erklärung, die dem Leser hier Aufschluß gibt, fehlt. Zumindest der Handlungsverlauf wird in der zweiten Buchhälfte flüssiger, wodurch das Lesen dann zunehmend Spaß macht, während die letzten 50 Seiten dann wieder sehr ausschweifend und philosophisch werden. Eigentlich schade, aus den 570 Seiten hätte man definitiv mehr rausholen können, denn der grundlegende Gedanke ist nicht schlecht und wie Romane wie z.B. „der Circle“ von Dave Eggers bewiesen haben, der sich ja mit einer ähnlichen Thematik beschäftigt, kann das Thema auch sehr viel atemberaubender angegangen werden. Fazit: Gerne lesen – macht auf jeden Fall nachdenklich und ich kann die Moral aus der Geschichte nur unterstützen in der heutigen Zeit, in der immer mehr „Nichtleser“ und „Fernsehjunkies“ groß werden: Vergesst das geschriebene Wort nicht – lest Bücher, Zeitschriften, schreibt selber!!! Lesen bildet! Aber: Wer auf seichte Unterhaltung aus ist, sollte sich für ein anderes Buch entscheiden – hier muss mitgedacht werden.

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