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Rezensionen zu
Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat

Gavin Extence

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Nice

Von: Vallah

21.06.2017

F***k nices Buch In 4Tagen fertiggelesen Meine Empfehlungen

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Alex Woods wird an der Grenze in Dover mit über hundert Gramm Marihuana und einer Urne voll Asche festgenommen. Nicht die besten Voraussetzungen, aber er weiß, dass er das Richtige getan hat. Wer wissen will, wie das mit einem Vietnam-Veteranen, Temporallappenepilepsie und Kurt Vonnegut zusammenhängt, sollte dieses Buch unbedingt lesen. Der siebzehnjährige Alex Woods könnte ein ganz normaler Teenager sein – wären da nicht die unwahrscheinlichen Ereignisse, die zusammengenommen sein Leben ergeben. Die Geschichte wird auf so entspannte Art aus Alex' Sicht erzählt, dass man gar nicht merkt, wie die Seiten verfliegen. Da es um Alex' Kindheit und Jugend geht, ist die Sprache dem angepasst, sodass selbst komplexe philosophische, astronomische und physikalische Themen auf eine Weise aufgearbeitet werden, die auch Laien ein Verständnis ermöglicht. Die Charaktere sind ebenso liebenswert, wie sie skurril sind: Da haben wir zum einen Alex selbst, dessen Leben durch ein sehr unwahrscheinliches Erlebnis komplett verändert wurde; seine esoterische Mutter und den grimmigen, zurückgezogen lebenden Mr. Peterson, in dem Alex einen Freund findet. Dazu kommen diverse weitere Figuren. Sie alle sind sehr liebevoll gezeichnet, ohne dass sie dabei der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Alex selbst ist kein neunmalkluger Besserwisser, auch er ist durch seine Perspektive begrenzt und trifft daher hin und wieder vielleicht nicht die besten Entscheidungen – ein weiterer Grund, warum uns das Buch so gut gefallen hat. Der Autor schafft es, die Figuren wirklich menschlich erscheinen und handeln zu lassen. Wir möchten nicht spoilern, daher zum Inhalt nur so viel: Es geht um eine besondere Freundschaft, das Erwachsenwerden und darum, seinen Weg zu finden – auch wenn es dafür notwendig ist, schwierige Entscheidungen zu treffen. Ach, und natürlich noch um Moral, Ethik und das Universum an sich. Wer einen actiongeladenen Roadtrip erwartet, wird von diesem Buch enttäuscht sein. Wer sich aber auf Gavin Extences unaufgeregten Stil einlässt, entdeckt eine Geschichte wie eine Schatzkiste: voll Warmherzigkeit, Wissenschaft und Weisheit. Wer "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" und "All die verdammt perfekten Tage" mochte, wird höchstwahrscheinlich auch Alex Woods in sein Herz schließen. Wir haben es getan, deshalb bekommt "Das unerhörte Leben des Alex Woods" von uns 5 von 5 Sternen.

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Das Buch Taschenbuch: 496 Seiten Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (erschienen am 21. November 2016) Sprache: Deutsch ISBN: 978-3734100987 Genre: Roman, Gegenwartsliteratur Hier könnt ihr es kaufen. Kurzmeinung: Freundschaft entsteht einfach so – das können wir hier in dem Buch super miterleben. Ein schöner Roman über eine außergewöhnliche Freundschaft zweier unterschiedlicher Menschen. Klappentext: Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft, eines ungewöhnlichen Helden und einer unmöglichen Reise Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen. Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte. Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat … Mein Fazit Inhalt: Der junge Alex wird von einem Meteoriten am Kopf getroffen und überlebt dies mit nur einem leichten Schaden an seinem Gehirn. Er muss von nun an mit Epilepsie durchs Leben gehen und wird auch aufgrund seiner dennoch vorhandenen Intelligenz nicht gerade gut von seinen Klassenkameraden behandelt. Er versucht seine Konflikte ohne Gewalt zu lösen, doch eines Nachmittags passiert das Unausweichliche. Als er versucht vor seinen Peinigern wegzulaufen, landet er im Gewächshaus von Mr Peterson. Die Jungs machen dieses kaputt und am Ende muss Alex dafür grade stehen. Doch aus seiner Strafe wird eine tiefe Freundschaft, die zwischen Mr Peterson und ihm entsteht. Die beiden könnten zwar nicht unterschiedlicher sein, dennoch verbindet sie etwas: Die Liebe zum Lesen. Und so kommt es, dass Alex fast sein halbes Leben lang jedes Wochenende bei Mr Peterson verbringt und sie zusammen sogar einen Buchclub gründen. Doch dann stellt sich irgendwann heraus, dass Mr Peterson eine unheilbare Krankheit hat, die ihm nur noch zwei bis drei Jahre Lebenszeit gönnt und hier stellt Alex sich nun selbst vor eine seiner härtesten Proben… Meine Meinung: Das Buch war am Anfang ein wenig langwierig, doch nach einer gewissen Geduld muss ich zugeben, dass es mir mehr und mehr Freude bereitet hat. Ich konnte mich gut in Alex hineinversetzen und konnte viel über seinen Humor und seine Ironie lachen. Auch finde ich hat Gavin Extence den Charakter des Jungen sehr schön präsentiert. Er ist anders als die andren, sehr speziell und doch liebenswürdig. Auch die Geschichte über diese ungewöhnliche Freundschaft und über das Ende dieser ist sehr schön durchdacht und ehrlich. Traurig, aber wahr und für viele vielleicht ein Trost. Alles in allem fand ich das Buch nach einer Weile sehr schön und möchte es euch nur ans Herz legen. Ich bedanke mich hiermit beim Bloggerportal für das Rezensionsexemplar. Bewertung Handlung * * * * * / 5 Romantik * * * * / 5 Charaktere * * * * * / 5 Schreibstil * * * * / 5 Gesamt * * * * / 5

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Alex Woods ist zehn Jahre alt, als das Universum es auf ihn absieht - im wahrsten Sinne des Wortes, denn ein Meteorit stürzt genau ins Kinderzimmer und auf seinen Kopf. Nach zwei Monaten Koma und verschiedenen Operationen ist klar, dass Alex weiteres Leben nicht den konventionellsten Weg gehen wird. Gesegnet mit Epilepsie, einer hellseherisch begabten Mutter und dem Wissen, dass selbst die unwahrscheinlichsten Dinge eintreten können, ist er nicht unbedingt der beliebteste Klassenkamerad. Als er dann durch Zufall den zurückgezogenen und sehr misslaunigen Mr. Peterson kennen lernt, schließen aber genau die beiden eine Freundschaft, die dazu führen wird, dass Alex sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche an der Grenze in Dover gestoppt wird ... Manchmal finde ich deutsche Titel echt doof. Dieser sehr sperrige, wenn auch witzig gemeinte Titel hier zum Beispiel wird dem Buch eigentlich nicht gerecht. "The Universe vs Alex Woods", wie das Original heißt, hat etwas viel schmissigeres und trifft den Erzählton des Romans haargenau. Ich habe das Buch trotz zur Zeit sehr quengelig-anhänglichem Baby innerhlab von zwei Tagen verschlungen, weil einen Alex einfach sofort einfängt. Seine Erzählhaltung ist unprätentiös, selbstironisch und sehr, sehr detailverliebt. Mir hat vor allem auch gefallen, wie man direkt Lust gemacht bekommt, sich auch mal selbst durch das Werk Kurt Vonneguts zu lesen, der jetzt auch direkt auf meiner Leseliste nach vorne katapultiert wurde ;-) Ich hätte bei dem Klappentext nicht direkt erwartet, dass es hier um Sterbehilfe und auch sehr ernste Töne geht, das hat mir extrem gut gefallen, denn Extence nähert sich dem nicht etwa durch einen moralischen Zeigefinger an, sondern gnaz im Stil des Buchs mit einem gewissen Hang zum Sarkasmus, zum Selbstzweifel und zur Tragikomik. Alles in allem also ein richtig gutes Buch, das ich jedem empfehlen würde, der ein bisschen mehr Biss und Gedankenmaterial haben möchte als es andere aktuelle Romane hergeben.

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Cover: Das Cover sieht gut aus und passt perfekt zur Geschichte. Darauf ist eine Stadt, ein Meteorit und viele Sterne zu sehen. Dieses schicke Hardcoverbuch hat natürlich auch ein Lesebändchen. Meinung: Das unerhörte Leben des Alex Woods ist ein Buch mit viel Tiefgang und ohne Kitsch und Liebe. In diesem Roman gibt es viele Stellen zum Nachdenken und auch einige Wortwechsel zum Schmunzeln. Der Schreibstil ist flüssig und locker. Trotz einiger komplizierter Fachausdrücke sind trotzdem auch diese Passagen gut zu lesen. Mir hat das Lesen dieses Buches Spaß gemacht. Erzählt wird aus Sicht von Alex. Alex ist der Hauptprotagonist in diesem Roman. Er erzählt uns seine Geschichte und wie alles dazu kam, so wie es jetzt ist. Er fängt damit an als er zehn war. Alex ist von Anfang an anders als andere Jungs in seinem Alter. Seine Interessen weichen sehr von denen der anderen ab was ihn zum Außenseiter macht. Spätestens nachdem er zu Hause von einem Meteoriten am Kopf getroffen wurde und es dazu viele Schlagzeilen in der Presse gibt, wird sein Leben noch merkwürdiger als es so schon war. Er wächst bei seiner Mutter auf die ein sehr unkonventionellen Job hat wo sie regelmäßig anderen die Karten liest. Alex Mutter ist mir nicht sehr sympathisch gewesen, konnte mich dann aber zum Schluss doch noch von sich überzeugen. Mit Mr. Peterson lernt Alex einen richtigen Freund kennen. Mr. Peterson ist ein meistens schlecht gelaunter älterer Mann bei dem Alex zuerst Strafarbeit leisten muss. Es scheint so als wenn Alex dem alten Mr. Peterson ziemlich auf die Nerven geht mit seiner vielen Fragerei, aber schon bald merkt er dass Alex nicht so ist wie andere in seinem Alter und schließt ihn in sein Herz. Es ist schon erstaunlich dass Alex sich so gut mit Mr. Peterson versteht und mit ihm seine Freizeit verbringt. Alex lernt viel von ihm. Die Beiden unterhalten sich viel über Literatur, Mr. Petersons früheres Leben und Alex übernimmt einige Arbeiten bei ihm. Von ihm lernt Alex auch das Wichtigste überhaupt: wie man richtig lebt und Entscheidungen immer bestmöglich treffen sollte, immer mit dem Hintergedanken dass man nur dieses eine Leben hat. Ohne vorher schon zu viel zu verraten, geht es in diesem Buch um Sterbehilfe. Alex ist zu diesem Zeitpunkt 17 Jahre alt und trifft eine mutige Entscheidung auch im Sinne seines Freundes und macht diesem sein Leben noch für einige Zeit länger lebenswert als dieser es vorher gedacht hat. Sterbehilfe ist ein schwieriges Thema zu dem jeder seine Meinung haben darf. Ich finde dass es dazu kein richtig oder falsch gibt. Mir hat dieses Buch gefallen und es hat mir besonders Spaß gemacht zusammen mit Alex Mr. Peterson kennen zu lernen. Fazit: Das unerhörte Leben des Alex Woods ist ein unterhaltsamer Roman in dem es um einen besonderen Jungen, Freundschaft und Sterbehilfe geht. ich vergebe 5 von 5 Sterne.

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»Ich will damit sagen, dass der Tod die einfachste Sache der Welt ist. Nur das Sterben ist schrecklich.« (S.348) Erster Satz: Sie griffen mich in Dover auf, als ich wieder einreisen wollte. Verlagstext: Die Geschichte einer unerwarteten Freundschaft, eines ungewöhnlichen Helden und einer unmöglichen Reise Alex Woods ist zehn Jahre alt, und er weiß, dass man sich mit einer hellseherisch begabten Mutter bei den Mitschülern nicht beliebt macht. Und dass die unwahrscheinlichsten Ereignisse eintreten können – er trägt Narben, die das beweisen. Was Alex noch nicht weiß, ist, dass er in dem übellaunigen Mr. Peterson einen ungleichen Freund finden wird. Der ihm sagt, dass man nur ein einziges Leben hat und immer die bestmöglichen Entscheidungen treffen sollte. Darum ist Alex, als er sieben Jahre später mit 113 Gramm Marihuana und einer Urne voller Asche in Dover gestoppt wird, einigermaßen sicher, dass er das Richtige getan hat … An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim Bloggerportal der Randomhouse Verlagsgruppe und insbesondere beim Blanvalet Verlag für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplares bedanken. Meine Meinung: Gavin Extence mausert sich mehr und mehr zu einem meiner Lieblingsautoren. Nachdem mich „Libellen im Kopf“ total begeistert hatte, stand es ausser Frage, dass ich auch sein Erstlingswerk lesen werde. Und auch mit dieser Geschichte hat Extence genau in mein Herz und meinen Geschmack getroffen. Die Geschichte beginnt eigentlich kurz vor Ende, als Alex in Dover von der britischen Polizei aufgegriffen wird, 113 Gramm Marihuana im Handschuhfach und die Urne mit der Asche seines Freundes Isaac Peterson auf dem Beifahrersitz. Den Anweisungen des Zollbeamten – gefälligst aus dem Wagen auszusteigen – kann Alex nicht gleich Folge leisten, da er die ersten Anzeichen eines Epileptischen Anfalls abzuwenden versucht. Nicht zuletzt deswegen wird er auf das Dover Police Departement verfrachtet und mit allerlei vermeintlichen Beweismitteln konfrontiert. Es wird von ihm verlangt, bitte schön die ganze Geschichte wahrheitsgetreu und der Reihe nach zu erzählen. Und das tut er gegenüber uns Leser zumindest auch. »Manchmal, wenn Leute eine lückenlose Erklärung verlangen, ist völlig klar, dass sie genau das nicht wollen. Was sie wollen, ist eine Bestätigung dessen, was sie längst zu wissen glauben.« (S.24) Und so erzählt Alex von seinem Unfall als zehnjähriger, der seine Epileptischen Anfälle auslöste, aber auch von all den Schwierigkeiten in der Schule, die sein Anderssein nur noch mehr in Stein meisseln. Und Alex ist anders, das merkt man als Leser sofort. Aufgrund seines Unfalls (ein Meteorit, der durch das Dach seines Hauses schlägt und ihn am Kopf trifft) leidet er an Temporallappen Epilepsie und merkt ziemlich schnell, dass es ganz spezifische Auslöser für seine Anfälle gibt. Mit Hilfe von Meditation gelingt es ihm, sich anbahnende Anfälle abzuwenden. Aufgrund des Unfalls hat Alex auch ein grosses Interesse an Themen der Astrophysik und der Neurologie, so dass er ettliche Bücher zu diesen Themengebieten verschlingt und ein kleiner Experte wird. Als Erwachsener möchte er logischer weise auch entweder Neurologe oder Astrophysiker werden. In der Schule hat es Alex schwer, passt er doch in jede der vielen Kategorien, die ihn als Aussenseiter abstempeln, er trägt die „falschen“ Klamotten, hat eine alleinerziehende Mutter und interessiert sich doch tatsächlich für den Schulstoff, insbesondere die Naturwissenschaften und Mathematik. »In der Mittelstufe, besonders am Anfang, wird Vielfalt nicht geschätzt. In der Mittelstufe ist anders zu sein das schlimmste Verbrechen, das man begehen kann. Eigentlich ist anders zu sein in der Mittelstufe das einzige Verbrechen, das man begehen kann.« (S.99) Als Folge einer fiesen Mobbing Attacke seiner Mitschüler lernt Alex den miesepetrigen und einzelgängerischen Mr. Peterson kennen. Dieser lebt in einem alten Haus mit Garten, baut auf seinem Dachboden Marihuana an und liest für sein Leben gern die Romane von Kurt Vonnegut. Über diese Liebe zur Literatur entspinnt sich eine zarte Freundschaft. Als Mr. Peterson dann an einem progressiven Leiden erkrankt, wird diese Freundschaft auf eine harte Probe gestellt und Alex muss wohl die bisher schwierigste Entscheidung in seinem noch jungen Leben treffen. Gavin Extence erzählt einmal mehr eine unglaublich feinfühlige und intelligente Geschichte, die sich eines schwierigen und kontrovers diskutierten Themas annimmt. Unter vielem anderen geht es nämlich um die Frage des selbstbestimmten Lebens und Sterbens, um das Recht, in Würde zu Sterben. Trotz aller Ernsthaftigkeit, die dieses Thema beinhaltet, streut Extence immer wieder diesen unvergleichlichen britischen Humor ein und erzählt so seine Geschichte sehr gefühlvoll, freundlich, manchmal gar äusserst traurig aber immer voller Hoffnung. »Für uns ging es niemals um den Tod, sondern immer nur um das Leben. Die Gewissheit, dass es einen Ausweg gab […], war der Schlüssel zu Mr. Petersons Weiterleben.« (S. 360) „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ ist wahrlich kein Buch über den Tod, sondern vielmehr über das Leben und die Freundschaft. Was macht Freundschaft aus? Welches sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben? Wie entscheide ich, was richtig ist? Extence gibt seinen Lesern so einiges an Stoff zum nachdenken. So leicht und locker, wie das Buch begonnen hat, so philosophisch und ethisch dicht bepackt endet es. Auch mit seinem Debütroman konnte mich Gavin Extence begeistern und mitreissen. Ich mag seinen Humor und seinen lockeren Schreibstil, mit dem er es vermag, schwere Themen leicht zu verpacken. Er ist definitiv ein Autor, den ich auf meinem Radar behalten werde. Fazit: „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ ist ein einfühlsam und intelligent geschriebener Roman über die Würde des Lebens und das Recht in Würde zu Sterben. Auch wenn das eigentliche Thema erst sehr spät im Buch thematisiert wird, so ist die Geschichte keineswegs langatmig oder wirkt in die länge gezogen. Dies ist unter anderem Gavin Extence‘ Schreibstil und seinem britischen Humor zu verdanken, den ich einfach liebe.

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Alex Woods ist ein aussergewöhnlicher junger Mann. Er hat eine ganz spezielle Art, die Welt zu sehen und mich hat es hervorragend unterhalten einen Blick in ein fremdes und so anders tickendes Hirn zu werfen. Alex denkt rational, pragmatisch und er geht alles mit einem naturwissenschaftlichen Ansatz an, hat jedoch aber das Herz am rechten Fleck. Ich bewundere seinen inneren moralischen Kompass, dem er ohne Rücksicht auf Verluste folgt und das ob seiner jungen Jahre. Sein Leben verändert sich im wahrsten Sinne des Wortes schlagartig, als er mit 10 Jahren von einem Meteoriten getroffen wird. Eine Folgeerscheinung dieses Zusammenstoßes ist eine schwere Epilepsie-Erkrankung, die fortan sein Leben bestimmt. Das Schicksal meint es gut mit ihm und zwischen ihm und einem älteren Herren entsteht eine ungeplante aber tiefe Freundschaft. Das Buch hat mich zum lachen aber auch weinen gebracht. Es ist philosophisch, lustig, tiefgründig und traurig zugleich. Eine durchaus gelungene Mischung. 5 von 5 Sternen.

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GAVIN EXTENCE - The Universe Versus Alex Woods (Hodder and Stoughton Ltd.) Der, mit 34 Jahren noch recht junge britische Autor Gavin Extence, hat mit seinem 2013 im englischen Original erschienenen Debüt Roman „The Universe Versus Alex Woods“ (zu Deutsch: „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ / hierzulande 2014 im Limes Verlag erschienen) die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft skizziert und damit einen Bestseller gelandet. Der, aus einem kleinen englischen Dorf, mit dem markanten Namen Swineshead/Lincolnshire stammende Schriftsteller und leidenschaftliche Schachspieler Extence, hatte ein goldenes Händchen für einen atypischen, sensiblen Plot über Toleranz, Moral, Ethik und Würde. Der siebzehn jährige Alex Woods, von Zürich kommend, wird im Auto seines alten Freundes Mr. Peterson, an der Grenze in Dover angehalten. Nicht ganz Herr seiner Sinne, kann Alex den Anweisungen des Zollbeamten - nämlich schleunigst aus dem Fahrzeug auszusteigen - aufgrund des Anflugs eines epileptischen Anfalls nicht gleich Folge leisten und wird nicht zuletzt deswegen von einer Streife in das Dover Police Departement gebracht. Dort konfrontiert man ihn mit diversen, vermeintlichen Beweismitteln und nimmt ihn in die Mangel. 113 g. Marihuana hat man dem Handschuhfach entnommen und eine Urne mit Mr. Petersons menschlichen Überresten auf dem Beifahrersitz gefunden! Nun soll er erst mal der Reihe nach alles erzählen und ganz von vorne anfangen, was er dem Leser gegenüber dann auch tut. Alex erzählt von seinem außergewöhnlichen Unfall als zehnjähriger, aufgrund dessen er die epileptischen Anfälle hat, von seinem schwierigen Leben, mit all den Ärgernissen mit denen sich ein abseitiger, jugendlicher Einzelgänger herumschlagen muss, von seiner Freundschaft zu Mr. Peterson und der schlimmen Nachricht, die jener eines Tages erhält. "The Universe Versus Alex Woods" dreht sich hierbei unter anderem um die Frage, wie das Umfeld reagiert, wenn ein Mensch selbstbestimmt leben und selbstbestimmt sterben möchtet. Daraus entspinnt sich eine feinfühlige, empathische, sensible, intelligente und lebensnahe Geschichte, die teilweise recht nüchtern erzählt, aber umso lesens- und liebenswerter ist. Trotz aller gebotener Ernsthaftigkeit bei diesem Thema, streut Gavin Extence immer wieder unterschwelligen Humor in seine Geschichte ein und lockert diese dadurch bewusst auf. Gefühlvoll, freundlich, traurig, aber auch schwungvoll und immer voller Hoffnung erzählt der Autor von den Schwierigkeiten und den Proben, auf die diese außergewöhnliche Freundschaft immer wieder gestellt wird. „The Universe Versus Alex Woods“ ist eine charmante Erzählung über ein Leben in Würde und das Recht in Würde zu sterben. Ein Buch, das nachdenklich macht und den Leser daran erinnert und dazu animiert, sich wieder mehr auf die wichtigen Dinge des Leben zu konzentrieren und zu versuchen, immer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wer hierbei allerdings Action und Spannung erwartet, liegt mit diesem entschleunigenden, imposanten Werk definitiv falsch. Es geht eher darum, was wahre Freundschaft ausmacht, nämlich immer für einander da zu sein. Egal in welcher Situation. Alex und Mr. Peterson werden im Laufe der Geschichte zu Komplizen ihrer gemeinsamen Verschwörung. „The Universe Versus Alex Woods“ ist definitiv kein Buch über den Tod, es ist vielmehr ein Buch über das Leben. Der Autor beweist wahrlich Fingerspitzengefühl und baut eine unterschwellig spürbare Spannung auf, die einen quasi dazu zwingt Seite um Seite weiterzulesen. Eine wirklich schöne, geistreiche, herzliche und von emotionaler Intelligenz getragene Geschichte. Der zweite Gavin Extence Roman wird voraussichtlich im November 2016 im Limes Verlag erscheinen und trägt den Titel „Libellen im Kopf“. Er begleitet ein junges Mädchen bei ihrem bodenlosen Sturz in die mentale Versehrtheit. Meine Wertung: 87/100

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