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Rezensionen zu
Die Mitternachtsstunde

Pamela Hartshorne

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€ 8,99 [D] inkl. MwSt. | € 8,99 [A] | CHF 11,00* (* empf. VK-Preis)

Bei dem vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Roman aus der Feder der Autorin, jedoch um den ersten, den ich von ihr gelesen habe. In der Geschichte geht es um zwei starke Frauen, die ihren Mann stehen müssen. Während Magd Nell dies im York des 16. Jahrhunderts tut, ist Tess in der Gegenwart dabei ihr Leben neu aufzubauen. Nach der Trennung von ihrem Mann Martin versucht Tess neu Fuß zu fassen, doch Martin lässt sie einfach nicht. Doch nicht nur das, wird sie auch von unheimlichen Träumen heimgesucht, die die Historikerin in das Leben von Nell eintauchen lassen. Wird es den Frauen gelingen den Fängen der Männer zu entkommen? Die Ereignisse spielen auf zwei Zeitebenen, die dicht miteinander verwoben sind. Durch die Geschehnisse führt uns ein beobachtender Erzähler. Gleich zu Beginn bekommt der Leser eine Karte von York gereicht, was für eine bessere Übersicht sorgt. Die Handlung um Tess nimmt einen größeren Raum ein, tut dem Unterhaltungswert des Romans aber keinen Abbruch. Beide Frauen haben ihre Schicksalspäckchen zu tragen und gehen recht unterschiedlich damit um. In Tess konnte ich mich mehr einfühlen, weil ich mich ihr einfach näher fühlte. Ansonsten sind die Charaktere durchweg gut gezeichnet, so dass man sich ein gutes Bild von ihnen machen konnte. Leider nicht so gut gefallen hat mir, dass die Verbindung zwischen den Frauen auf eine Art Reinkarnation beruht, etwas an das ich einfach nicht glauben kann. Ich bin wirklich ein Fan von Zeitreisen, aber mit Wiedergeburt und Co habe ich dann doch so meine Probleme, dafür bin ich dann doch zu sehr Realist. Während mir der Start der Geschichte noch unheimlich gut gefiel, nimmt das Thema "Reinkarnation" einen immer größeren Raum ein, was mir weniger gefiel. Zudem glaubte ich einen historisch angehauchten Roman in den Händen zu halten, doch dem war nur teilweise so. Der Schreibstil der Autorin hat mir gut gefallen und konnte mich wirklich sehr fesseln. Mit ihrer bildhaften Sprache gelang er ihr mir ein detailliertes Bild von Tess und Co vor Augen zu zaubern. Das Ende des Buches war ein absoluter Showdown, der mich teilweise ein wenig geschockt hat, denn das hatte ich nun wirklich nicht erwartet. Leider wird am Schluss nicht geklärt, wo die Verbindung zwischen den beiden Frauen genau bestand, hier ist der Leser also selbst gefordert. Fazit: Für Reinkarnationsfans ein absolutes Must- Read würde ich mal sagen, für alle anderen ein solider Unterhaltungsroman. Ich empfehle ihn bedingt weiter!

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Während im York des Jahres 1561, die kleine Nell aus gutem Hause, zusammen mit dem Nachbarsjungen Tom aufwächst und ein paar Jahre später beschließt, ihn und nur ihn einmal zum Manne zu nehmen, obwohl dieser, als leider nur zweitgeborener Sohn erst einmal zur See fahren will um sein Glück zu machen, hat im York der Gegenwart die Historikerin Tess ganz andere Probleme. Sie lebt zusammen mit ihrem kleinen Sohn in dem beschaulichen Städtchen, um erst einmal Abstand von ihrer gescheiterten Ehe zu nehmen. Doch ihr „Noch-Mann“ Martin entpuppt sich als eiskalter und berechnender Mensch, der sie niemals gehen lassen will und sie sogar telefonisch in der Nacht terrorisiert. Und selbst von ihrer besten Freundin oder ihrer Mutter kann sie keine Unterstützung erfahren, denn diese sind auf der Seite von Martin und meinen ganz einfach, Tess würde in Bezug auf Martins Charakterzüge und seinem Verhalten maßlos übertreiben. Der einzige Mensch, der ihr Glauben schenkt ist ausgerechnet Tess Ex-Freund Luke, der sich eigentlich nur in der von Tess bewohnten Wohnung eines Freundes aufhält, weil er etwas reparieren möchte. Luke bietet ihr Unterstützung an, weil er sieht, wie Tess Tag für Tag immer blasser und dünner wird; ahnt jedoch nicht, dass der Grund für Tess Unwohlsein noch ein anderer ist. Tess hat seit ihrer Kindheit eine besondere Gabe. Sie kann die Grenzen zwischen der Zeit für eine Weile durchschreiten und sieht manchmal Szenen, die bereits vor vielen Jahrhunderten stattfanden. Diesmal nistet sich jedoch Nells Geist höchstpersönlich in ihrem Kopf ein und so erlebt sie Stück für Stück Nells Erlebnisse am eigenen Körper hautnah mit, was sie fast verzweifeln lässt, denn es ist ihrer Konstitution keinesfalls förderlich, wenn sie tagsüber gegen Martin kämpfen und in der Nacht gegen Nells grausamen Feind bestehen muss… Nachdem ich vor einiger Zeit Pamela Hartshornes Erstlingsroman „Das ferne Echo der Zeit“ las, der mich, als Fan von Reinkarnations- oder Zeitreiseromanen, bereits sehr begeistert hat, war für mich bereits klar, dass ich auch „Die Mitternachtsstunde“ unbedingt lesen wollte. Auch der aktuelle Roman der Autorin wartet mit einer Art Reinkarnationsplot auf, allerdings wird in diesem Buch nicht aufgeklärt ob Tess einst höchstpersönlich ein Leben in der Vergangenheit als Nell führte, oder ob sie allein von Nells verstorbenen Geist geführt wird. „Die Mitternachtsstunde“ ist wie auch „Das ferne Echo der Zeit“ ein Einzeltitel. Beide Romane haben nichts außer ihrem Reinkarnationsplot gemeinsam, doch denjenigen unter euch, die ein Faible für diese Art von Romanen haben sollten, empfehle ich gleich beide Bücher. Während ich beim Erstlingsroman der Autorin noch einige Probleme mit der etwas sperrigen Romanheldin hatte, ist das diesmal etwas anders geartet. Tess hat echte Probleme und wurde praktisch von ihrem tyrannischen Mann fast gebrochen, der sich in ihrer Ehe als waschechter Soziopath entpuppte. Man kann also Tess Zögern sich jemandem anzuvertrauen, sehr gut nachvollziehen, jedoch hätte ich sie dann und wann auch gerne mal geschüttelt, wenn sie, trotz gewisser Zweifel, dann doch ausgerechnet ihrer Mutter und ihrer Freundin ihr Herz ausschüttet, obwohl sie doch genau weiß, dass diese beiden eigentlich auf der Seite ihres Mannes sind. Und dennoch fand ich hier beide Handlungsstränge gleichsam spannend. Sowohl Nells Werdegang wird atmosphärisch dicht und ans Herz gehend erzählt, als auch Tess Versuche, sich gegen ihren Mann zu behaupten, fand ich unglaublich spannend geschildert. Beide Frauen sind starke Persönlichkeiten und doch mochte ich die freche Nell noch einen kleinen Ticken mehr, da sie mit viel Überlegung und Herz agiert und das Leben ihrer Lieben über ihr persönliches Glück stellt, obwohl sie genau die Konsequenzen kennt, die sie erwarten. Aber auch Tom und Luke sind charismatische Romanfiguren und nicht nur schmückendes, blasses Beiwerk, so dass es auch in dieser Hinsicht nichts zu beklagen gibt. Dazu sind die Dialoge der Akteure, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit, von Tiefgang geprägt und auch Tess manchmal spontane Rückführungen fand ich sehr bildhaft und unheimlich erzählt. Zugegeben, der Roman mag vielleicht nichts für reine Happy End Bücher Fans sein, die etwas zart besaitet sind, denn das Leben der Frauen damals war hart und Nell muss einige Schicksalsschläge verkraften, die sich nicht einfach so weglesen lassen. Man leidet also mit der Akteurin mit und hofft bis zuletzt, dass sie glücklich wird. Ob es so kommt, verrate ich an dieser Stelle natürlich nicht, doch zumindest eine der Heldin wird ein Happy End gegönnt. Pamela Hartshornes Schreibstil hat sich zum Vorgängerband, wie ich finde, noch ein wenig gesteigert (obwohl er auch schon zuvor sehr gut war) bzw. ich fand die Charaktere noch ein wenig mehr herausgearbeitet, so dass man sich noch besser in sie hineinfinden konnte. Auch die sehr bildhaften Beschreibungen des elisabethanischen Yorks fand ich atmosphärisch, so dass ich den Roman praktisch fast ohne große Unterbrechungen in einem Rutsch ausgelesen habe. Wer Romane liebt, die mit ein wenig Mystery aufwarten, wie etwa die Romane von Barbara Wood oder Barbara Erskine, sollte hier unbedingt mal einen Blick ins Buch werfen. Es lohnt sich! Kurz gefasst: Atmosphärisch dichter, packender Roman mit Reinkarnationsplot, in dem gleich zwei starke Frauen im Fokus stehen. Mein Lesetipp!

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