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Rezensionen zu
Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch

Gill Rapley, Tracey Murkett

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€ 22,00 [D] inkl. MwSt. | € 22,70 [A] | CHF 30,90* (* empf. VK-Preis)

Zu Beginn wird man erst eingeleitet, was bedeutet Baby–Led Weaning überhaupt und warum BLW anders ist. Das Buch ist sehr gut aufgebaut und beinhaltet viele Informationen für Eltern die mit der Beikost starten. Es lässt sich sehr gut lesen, finde es aber etwas unstrukturiert gestaltet. Für unsichere Eltern ist dieses Buch genau das Richtige, mit vielen Erzählungen von anderen Eltern. Ein paar Dinge muss man allerdings beachten, manche Lebensmittel sind in Deutschland nicht ganz so typisch und das muss man dann an seine eigene Ernährung anpassen. Wenn man sieht, wie das Baby sich freut, wenn es selbst etwas in die Hand nehmen, zum Mund führen, abbeißen und essen kann, dann fragt man sich, warum man sich vorher so mit Brei füttern abgemüht hat. Es macht einfach Spaß dem Kind dabei zuzusehen. Man sieht richtig wie stolz und zufrieden das Baby nach dem Essen ist. Keine Zähne sind im übrigen scheinbar kein Hindernis bei Abbeißen und Kauen, wenn die Lebensmittel einigermaßen weich angeboten werden. Wenn man den Eindruck hat, dass das Baby nicht genug isst, kann man ja trotzdem zusätzlich Brei-Zwischenmahlzeiten anbieten

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Von dem ganzen Thema mit dem breifreien Essen für die kleinen Racker hatte ich schon während meiner Schwangerschaft mit meiner Tochter (ja unser „Ge(h)fölgchen“) gehört. Als ich nach ihrer Geburt schließlich noch die Möglichkeit hatte ein paar Mal das Stillcafé zu besuchen, bevor das wegen Corona nicht mehr stattfand, habe ich dort die erste Ausgabe des Buches ausleihen können um mir hier schon mal eine bessere Übersicht zu verschaffen, Auch wenn ich nur dazu kam die ersten paar Seiten anzulesen. Da ich von der alten Ausgabe schon sehr überzeugt war und mir der Weg auch wirklich gefiel, war ich höchst gespannt ob ich von der überarbeiteten Neuausgabe ein Rezensionsexemplar erhalten würde, da ich schließlich eher eine Bloggerin für Romane bin. Doch ich hatte wirklich Glück und habe dieses im Frühjahr tatsächlich zugesandt bekommen. Ja ihr habt richtig gelesen, im Frühjahr. Warum ich jetzt erst die Rezension schreibe? Nun das hat mehrere Gründe: 1. Mit einem Kind ist es nicht immer leicht Zeit zu finden (hier werden wohl beinahe alle Mamis nicken und für die paar Super-Mamis, für die das kein Problem zu sein scheint: Ich bewundere und beneide euch aufrichtig um euer Können!!!!) 2. Wollte ich euch eine Rezension bieten, in der ich nicht nur zum Buch und Thema etwas schreibe, sondern euch auch meine Erfahrungen mitteile, die ich mit diesem Weg gemacht habe! Zum Buch selbst: Es ist ein Taschenbuch (wie auch die erste Ausgabe von 2013) und in der Mitte befindet sich ein kleiner Teil mit Fotos von Kindern unterschiedlichen Alters welche zeigen wie diese Essen. Es hat viele Tipps und Wissenswertes in kleinen Kästen stehen, welche in den Kapiteln immer wieder eingestreut sind. Des Weiteren gibt es gut erkennbare Überschriften und Aufzählungen, welche einem die Übersicht erleichtern. Was mir persönlich aber am besten gefallen hat sind die vielen eingestreuten und zum Thema passenden Erfahrungsberichte von Eltern im Umgang mit BLW. Hier wird auch immer aufgeführt wie alt das betreffende Kind ist/war. Im Vergleich zur ersten Ausgabe kann ich sagen, dass sich rein grundsätzlich am Buch nichts geändert hat. Ein paar Angaben der WHO sind aktualisiert. Auch die ein oder andere Tabelle oder kleinere Ergänzung/Änderung innerhalb eines Kapitels gab es schon, aber ich fand den Unterschied nicht besonders gravierend, da man sich ja meistens doch nochmal online zusätzlich etwas schlau macht. Daher finde ich den Preis mit 22 € doch recht happig und hätte mir persönlich das Buch nur gebraucht gekauft, da es das aber so gut wie gar nicht gebraucht gab, hätte ich mich mit der alten Ausgabe zufriedengegeben. Zum Thema BLW im Buch: Mein erster Eindruck: Es ist leider nicht ganz so klar strukturiert, wie ich mir das von einer komplett überarbeiteten Neuausgabe eines Sachbuches gewünscht hätte. Das Buch beginnt mit der Einleitung, welches sehr viel vom ersten Kapitel vorausnimmt und dieses schon sehr ordentlich zusammenfasst. Die erste Hälfte des Buches besteht beinahe zu gleichen Teilen aus den ersten drei Kapiteln. Bis zum dritten Kapitel „Anfangen“ hatte ich aber das Gefühl ständig dasselbe zu lesen. Es kommt mir beinahe so vor, als ob hier mit der Brechstange versucht wird den Leser von BLW zu überzeugen, in dem man sich in einem fort wiederholt. Das muss ich ehrlich zugeben, hat mich so unglaublich genervt, dass ich mich hier schwer tat weiter zu lesen. Für mich hätten die ersten beiden Kapitel locker zusammengefasst werden können und wären immer noch inhaltlich gleich geblieben… Die weiteren Kapitel befassen sich dann mit der Praxis zum BLW und waren nützlich und gut zusammengefasst. Es wird auf alles eingegangen. Auf das eine mehr und das andere weniger aber es gibt sogar ein Kapitel für Babys mit verzögerter Entwicklung (z.B. bei Down-Syndrom). Es liest sich flüssig und ist aufgrund der vielen eingestreuten Erfahrungsberichte und der Gliederungspunkte bei Auflistungen wirklich gut, Abwechslungsreich und informativ. Zum Thema BLW in unserem Alltag: Ich war richtig scharf darauf diesen Weg mit meiner Maus anzufangen und zu gehen. Allerdings muss ich ehrlich gestehen, dass ich das BLW nicht vollständig durchgezogen habe. In meinen Alltag hat es am besten gepasst das ich ihr doch Brei (vor-)gekocht habe. Diesen habe ich aber prinzipiell selbst gekocht und nur für Notfälle ein gekauftes Gläschen erwärmt oder dabei hatte (diese Schmecken übrigens fürchterlich, wenn man mal selbst kocht ist das ein himmelweiter Unterschied, trotz gewürzfrei)! Mein Zeitaufwand hier für den Brei war mit, alle 4 Tage für 2 Stunden am Abend oder Nachmittag vorkochen und abfüllen, echt überschaubar. Meine Maus liebt diese Breie, und isst sie auch heute noch gerne. Aber wir haben ihr sobald sie es geschafft hatte etwas zu greifen immer auch Dinge zum Essen hingelegt, die sie sich raussuchen und/oder selbst nehmen konnte. Allerdings habe ich festgestellt, dass sie am Ende der Mahlzeiten immer MEGA frustriert war, weil sie nicht genug davon zu essen bekommen hat. Alles in allem lief es darauf hinaus, dass ich oder mein Mann, oder wer auch immer am Tisch mit dabeisaß, von ihr regelrecht angebettelt wurde ihr den Brei oder auch anderes wie z. B. Ratatouilles reinzuschaufeln. Aufgrund dieses Verhaltens denke ich nicht, dass ich es ganz falsch gemacht habe. Wir hatten am Anfang nur Bedenken, dass wir nicht erkennen wann sie wirklich satt ist. Aber wir haben dann festgestellt, dass sie erstens ein Allesfresser (sogar Zitrone wird ohne mit der Wimper zu zucken ausgelutscht…) doch vor allem ein Vielfresser ist. Sie verputzt Mengen, welche wir uns teilweise ernsthaft fragen, wo sie diese in ihrem kleinen Magen denn nur unterbringen kann. Aber sie hat tatsächlich eine Grenze und zeigt diese bis heute zuverlässig an. Trotzdem hat mich das Buch immer wieder darin bestärkt ihr alles was geht zum selber essen hinzulegen. Zwischenzeitlich kann sie mit ihren 15 Monaten mit dem Löffel umgehen und auch mit der Gabel wird sie immer geschickter. Essen mit den Fingern bevorzugt sie zwar manchmal immer noch aber sie will auch mit dem Besteck essen. Wir sind denke ich auf dem richtigen Weg für uns und dieses Buch hat mir im Großen und Ganzen bei vielen Dingen weiterhelfen können auch wenn es für uns nicht der optimale Ratgeber war. Ich weiß allerdings nicht, ob es bei diesem Thema überhaupt so etwas gibt. Daher vergebe ich hier nur 3 von 5 Punkten mit der Gewissheit das dieses Buch für andere locker eine 5 von 5 erreichen kann.

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Bei unserem zweiten Sohn startete ich ganz routiniert mit Beikost in Breiform. Mit Liebe selbstgekocht! Das Resultat: Er hat erst einmal alles ausgespuckt. Experimente mit den verschiedensten Breisorten, sowie Versuche mit gekauften Gläschen im Urlaub waren vergebens. Er mochte einfach keinen Brei. Noch weniger wollte er sich füttern lassen! Irgendwann stellten wir fest: Unser Sohn ist ein BLW-Baby! Dann musste ich ebenfalls feststellen: Ich war eigentlich überhaupt keine BLW-Mama! Es war doch immer so einfach gewesen, Brei vorzukochen und einzufrieren. BLW war für mich Neuland, an das wir uns erst einmal herantasten mussten. Fazit: "Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg" von Gill Rapley und Tracey Murkett ist ein tolles Buch für alle, denen es genauso geht, die sich neu an das Thema "Baby-led Weaning" herantasten. Man kann es sozusagen als „BLW-Bibel“ bezeichnen.

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Mein eigener Zwerg ist soweit, dass wir den Anfang mit der Beikost schon gewagt haben. In “Baby-led Weaning” sind die Grundlagen diesem Beikostweg sehr gut beschrieben. Diese Neuauflage wurde aktualisiert und komplett überarbeitet. Sehr gelungen finde ich auch die Kennzeichnung “klimaneutral – Druckprodukt” das zwar nichts mit dem Inhalt zu tun hat aber dennoch eine Erwähnung verdient hat. In der vorderen Klappe finden sich Vorteile von diesem Beikostweg. In der hinteren Klappe befindet sich eine Nährstofftabelle. Der Inhalt gliedert sich wie folgt: Einleitung Was ist Baby-led Weaning? Wie funktioniert BLW? Anfangen Erste Lebensmittel Nach der ersten Zeit Gesunde Ernährung für alle Mit BLW aufwachsen Zum Schluss Anhang Auch einige Erfahrungsberichte sind hier zu finden. Optisch ist der Inhalt eher schlicht gehalten und doch sind hier einige Informationen und die Erfahrungsbericht hervorgehoben. Die Einleitung sowie die Erklärungen sind gut verständlich und leicht nachvollziehbar. Hier finden sich unter anderem Übersichten zur groben Vorstellung was das Baby in welchem Alter kann. Besonders wichtig fand ich den Bereich über die geeigneten und ungeeigneten Lebensmittel. Sehr eindrucksvoll war der Bereich mit den farbigen Abbildungen von Babys und deren “Essverhalten”. Dieser Beikostweg ist kein neuer und doch fühlt es sich fast so an. Mir haben die Vorteile dieses Weges sehr zugesagt und von einem Nachbarn habe ich erfahren das sein Enkel, der ebenfalls den BLW Weg bestritten hat, ein ganz anderes Gefühl für die Lebensmittel und auch dem “konsum” hat. Die Informationen sind schlüssig und gerade die Erfahrungsberichte sind sehr gelungen. Für mich ist dieser Beikostweg ein sehr guter Weg der sich auch gut umsetzten lässt. Fazit: Mir hat “Baby-led Weaning” sehr zugesagt. Die Informationen lassen sich gut umsetzen und die Erfahrungsberichte sind unglaublich gelungen und geben sehr gute Einblicke. Wichtige Hinweise sind optisch leicht hervorgehoben und lassen sich in diesem schlichten Design gut finden. Auch die farblichen Abbildunge ergänzen dieses Grundlagenbuch sehr gut. Ich kann “Baby-led Weaning – Das Grundlagenbuch” absolut empfehlen.

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Meine BLW- Bibel

Von: Kinderphysiotherapiemaike

06.03.2021

BABY-LED WEANING Das Grundlagenbuch Der stressfreie Beikostweg von Gill Rapley und Tracey Murkett, im Köselverlag erschienen, ist für mich DIE BLW- Lektüre schlechthin für alle, die tiefer einsteigen, genau verstehen und auf alles eine Antwort haben möchten. Ich habe die ältere Auflage zum Beikoststart meines 1. Sohnes verschlungen und freue mich sehr, dass pünktlich zum Beikoststart des 2. Kindes die Neuauflage erschienen ist. Einige Kapitel wurden anders aufgebaut, einige Themen sind komplett neu dazu gekommen. So gibt es also neben den Basics rund um Begriffserklärungen, die Geschichte von BLW und Aufzählung der Vorteile sowie Funktionsweise nun auch einen kurzen Abschnitt über BLW bei Frühgeborene und BLW in besonderen Fällen (z.B. bei Muskeltonusstörungen), was mich als Kinderphysiotherapeutin besonders gefreut hat. Ebenso sind die Sicherheitshinweise besonders beleuchtet und neben vielen Hinweisen zum BLW-Start und die ersten Lebensmittel sowie die weitere Entwicklung des Essens gibt es in der Neuauflage auch das Thema BLW in Kita und Betreuung, das den Eltern sehr viel Druck nehmen kann. Eine weitere Neuerung im Kapitel „Gesunde Ernährung für alle“ stellt das Thema bio einkaufen und die optimale Zubereitung dar. Die Erfahrungsberichte, die bei den verschiedenen Themen immer wieder einfließen, lassen diesen Ratgeber lebendig werden. Für mich war dieses Buch meine „BLW-Bibel“ und der Start in einen spannenden Abschnitt in meiner 1. Mutterschaft: der „Essentwicklung“ hin zum Familientisch!

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„...ein sehr breiter Rand (einer Tasse) ist für das Baby so, als müsste ein Erwachsener aus einem Eimer trinken.“ S. 183 Bei meinem kleinen Bub steht aktuell das Thema Beikost an, daher ist dieses Buch gerade ein toller Begleiter. Begonnen mit dem Thema was Baby-led Weaning (BLW) überhaupt ist, zu praktischen Tipps zur Umsetzung und Gefahren, dieses Buch bietet tolle Grundlagen zum Thema BLW. Es enthält sogar Bilder einiger Babys beim Essen und hat super viele Erfahrungsberichte in allen Kapiteln. Am Ende jeden Kapitels ist nochmal das Wichtigste zusammen gefasst und man muss beim nochmaligen Lesen nicht unnötig blättern, sondern kann ganz entspannt alles Wichtige auf einer Seite nachlesen. Am Ende gibt es auch ein Register, um gezielter suchen zu können und eine Nährstofftabelle. Zu Beginn stellte ich BLW sehr infrage, denn ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, wie ein Kind ohne Zähne feste Nahrung verarbeiten soll und sich dazu auch nicht verschluckt. Diese Sorgen wurden bereits zu Beginn behandelt und fachlich erklärt, warum man sich als Baby sogar eher an Brei verschluckt und nicht an fester Nahrung. Für mich hört sich dieser Weg sehr gut und stressfrei an, sodass wir auf jeden Fall in den kommenden Wochen mit BLW starten werden. Dieses Buch wird mir dabei wahrscheinlich eine große Hilfe sein.

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Als Mutter macht man sich plötzlich ganz viele Gedanken und wenn es dann auch noch an den Beikoststart geht, kommen immer wieder viele Sorgen und Fragen auf. Mein erster Sohn hat ganz „normal“ Brei bekommen, den habe ich aber schon damals selbst gekocht, das war mir immer wichtig und ich habe das auch nie groß in Frage gestellt. Beim zweiten Kind habe ich gedacht, es klappte gut warum soll ich es also anders machen, doch ich habe ein Freundin deren Tochter mit Baby-led Weaning ganz wunderbar zurecht gekommen ist und deswegen wollte ich es gerne ausprobieren. Der Wunsch eine Mahlzeit gemeinsam einzunehmen war bei uns immer groß und durch das Füttern mit Brei irgendwie immer etwas „stressig“, vielleicht auch selbst gemacht. Durch dieses Buch kam ich wunderbar in die Thematik rein und fand es vor allem so toll, dass hier ganz viele Alltagsbeispiele bzw. Erfahrungen von anderen Eltern mit gezeigt werden. Schritt weise wird man hier an das Thema heran geführt und bekommt wertvolle Tipps, Lebensmittel die erlaubt sind und nicht erlaubt sind aber auch eine hilfreiche Nährstofftabelle. Ich fand es schön alles auszuprobieren und es ist ein großer Bestandteil unsers Alltags geworden. Mein kleiner Mann hat ganz viel Spaß dabei sein Essen zu entdecken und auch wenn vieles auf den Boden landet finde ich es viel besser als „stumpf“ zu füttern. Fazit Ein tolles Buch um sich damit vertraut zu machen aber auch alles umsetzen zu können, ich habe hier auch ein wunderbares Nachschlagewerk für mich entdeckt und finde den Aufbau des Buches auch sehr gelungen. Kann ich mit bestem Gewissen weiterempfehlen.

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Leider gehören auch wir zu den Eltern, bei denen das mit dem Essen regelmäßig zu einem Drama wird, weil meine Tochter einfach ein richtig schlechter Esser ist. Da sie ein sehr zierlicher Typ war und immer noch ist, fällt es mir auch schwer, das Thema entspannt anzugehen. Was ich rückblickend zumindest mal versuchen würde, wäre Baby led weaning (BLW), also eine babygeleitete Beikosteinführung. Ob das bei uns geklappt hätte, weiß ich natürlich nicht, aber das Konzept, das auch in "Baby-led Weaning - Das Grundlagenbuch: Der stressfreie Beikostweg. Komplett überarbeitete und aktualisierte Neuausgabe" von Gill Rapley und Tracey Murket (Köser Verlag) erklärt wird, klingt für mich sehr nachvollziehbar und sinnvoll. Schließlich wissen wir mittlerweile alle, dass jedes Kind sein eigenes Tempo hat und so eben auch beim Essen. Warum also nicht das Kind bestimmen lassen, wann Flasche und Brust weichen dürfen? Ich bin mir durchaus dessen bewusst, dass es gute Gründe gibt, das nicht so zu machen und, dass sicherlich auch nicht alle Kinder freiwillig auf den bequemen Versorgungsweg  mit Milch verzichten wollen. Bei uns war ein ganz großes Problem, dass meine Tochter noch mit 20 Monaten oft keine Geduld hatte, etwas zu kauen oder Dinge wieder hochgewürgt hat. Dass sie mit 8, 10, 12 oder auch 16 Monaten irgendwas halbwegs Festes gekaut und geschluckt hätte - schwer vorstellbar. Aber nach der Lektüre des Buches bin ich trotzdem absolut überzeugt von dem Ansatz. Das klingt alles so stressfrei und entspannt. Man bietet dem Kind sobald es sitzen kann an, am Tisch dabei zu sein und sich am Essen zu bedienen (Fingerfood). Es werden keine speziellen Kindersachen aufgetischt, sondern man bietet das an, was man selbst isst. Nudeln, Brot, gedünstetes Gemüse, Rohkost, Obst. Dass davon in den ersten Monaten kaum was im Bauch landet und man regelmäßig ein Schlachtfeld hat, ist dann eben so ein bisschen der Haken daran. Dafür soll man später dann ein deutlich entspannteres Familienessen genießen können, weil man weder Brei zubereiten, noch das Kind füttern muss. Mit den zunehmenden motorischen Fähigkeiten, nimmt auch die Menge dessen zu, was das Kind sich selbst einverleibt und die tägliche Milchmenge wird so sukzessive reduziert. Neben der Erklärung dazu, was BLW ist, wie es funktioniert, wie man es angeht und worauf man achten muss, gibt es viele Erfahrungsberichte von Müttern. Die meisten davon haben mehrere Kinder und es beim ersten eben auch "klassisch" gehandhabt, weswegen sie den großen Unterschied und den Vorzug zum BLW besonders deutlich schildern können. Wir erfahren, welche Lebensmittel sich gut eignen, wie die Versorgung des Kindes gewährleistet wird, welche Entwicklungen sich in welcher Zeit einstellen und, wie man das Kind in seinem Lernen unterstützen kann. Ich persönlich lerne, dass ich mir viel zu viele Sorgen gemacht habe, mir, meinem Bauchgefühl und der Ernährung mit Milch zu wenig vertraut und dafür viel zu sehr auf mein Umfeld gehört habe, das mich zur Beikosteinführung gedrängt hat. Hätte ich das Buch vorher gelesen, ich hätte mir den Stress geschenkt und nicht nach dem vierten, sondern eben erst nach dem sechsten Monat mit Beikost angefangen. Ich hätte nicht stundenlang versucht so ein doofes halbes Gläschen Karotte in mein Baby zu kriegen, das doch viel weniger Kalorien hat als Milch. Ich hätte geduldiger gewartet bis sie wirklich von sich aus nach dem Essen greift und hätte mein Umfeld angehalten, sich da rauszuhalten. Aber jetzt sind wir eben da, wo wir jetzt sind. Wie gesagt, rückblickend, während ich meine Tochter mühsam dazu bringe wenigstens ein paar Löffel zu essen, indem ich sie füttere und ihr gut zurede, klingt das einfach zu gut, um möglich zu sein. Und nach heute (ich war zuvor nach der Lektüre absolut euphorisch, dass dieses Prinzip auch bei uns funktioniert hätte) - einem Tag, an dem Madame mit ihren mittlerweile 2 Jahren wieder alles (!) an Essen abgelehnt hat, habe ich dann aber doch wieder gewisse Bedenken. Ich glaube, dass der Ansatz bei Kindern prinzipiell funktioniert, wenn diese nicht extrem mäkelige Esser sind oder solche Probleme beim Kauen/ Schlucken haben wie wir sie hatten. Das jetzt noch auszuprobieren, ist leider etwas spät, aber ich kann nur allen Eltern, die den Wechsel von Milch zu fester Nahrung noch vor sich haben, absolut Mut zusprechen, es zumindest zu probieren. Jeder Löffel, den ihr eurem Kind später nicht geben müsst, ist für euch eine Entlastung und fürs Kind ein Schritt in Richtung Selbstbestimmtheit. Dafür hätte ich liebend gerne auch einmal mehr den Esstisch geputzt.

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