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Rezensionen zu
Das Nebelhaus

Eric Berg

Doro Kagel (1)

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€ 12,00 [D] inkl. MwSt. | € 12,40 [A] | CHF 17,90* (* empf. VK-Preis)

Das Buch, mein erstes, das ich vom Autoren gelesen habe, hat mich tief beeindruckt. Eric Berg schafft es lange, uns Leser im Unklaren über die wirklichen Geschehnisse zu lassen. Wer hat was und warum getan – bleibt lange offen. Die Charaktere haben eine unglaubliche Tiefe und überzeugen mich. Der Plot ist wahnsinnig gut gestaltet und die Geschichte brillant erzählt in einer schönen, ansprechenden Sprache. Der Schreibstil des Autoren, mit seinen verschiedenen Erzählsträngen, ist beeindruckend und fesselnd zugleich. Das Buch kann ich gar nicht mehr aus der Hand legen – also ein wahrer Pageturner! Ich habe mich während des Lesens uneingeschränkt, hervorragend unterhalten gefühlt. Eine packende Geschichte, erzählt auf hohem Niveau. Meine Bewertung: verdiente fünf von fünf möglichen Sternen und eine absolute Leseempfehlung. Ein hochspannender Krimi, der alles beinhaltet, was ich als anspruchsvolle Leserin erwartet habe. Am meisten haben mich die Figuren für sich einnehmen können, die Vielfalt ihrer Gefühle konnte ich förmlich erspüren.

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Wie bei Die Schattenbucht und Das Küstengrab setzt auch hier der Autor erneut auf mehrere Protagonisten und wechselt wieder zwischen zwei Zeitspannen: Die Gegenwart und die Vergangenheit, die hierbei zwei Jahre zurückliegt. Die Gegenwart beschreibt diese Geschichte aus der Sicht der Journalistin Doro Kagel. Für eine gute Story recherchiert sie präzise über diese Mordnacht. Sie nimmt Kontakt zu den damals Überlebenden auf. Zudem besucht sie die Insel Hiddensee und somit den Tatort. Teilweise gelangt sie an ihre Grenzen, denn die Beteiligten und auch die Angehörigen können oder möchten ihr nicht wirklich Auskunft erteilen. Die Vergangenheit wird aus der Sicht der vor zwei Jahren Beteiligten erzählt. Vier Studienkollegen, die unterschiedlicher nicht sein können, treffen sich nach zig Jahren wieder und verbringen ein Wochenende bei einem von ihnen und dessen Frau. Zusätzlich wirkt eine Familie aus der Nachbarschaft mit, wobei die Frau als Haushälterin tätig ist und auch an dem besagten Wochenende für die Gruppe kocht. Die Ex-Clique bestehend aus der depressiven Leonie, der Aussteigerin Yasmin, dem nicht ganz erfolgreichen Autor Timo und dem dekadenten, scheinbar erfolgreichen Architekt Philipp und dessen Frau Vev harmoniert nicht wirklich miteinander und schon bei der Ankunft auf Hiddensee wird ihnen klar, dass das Treffen keine gute Idee war. Ein Wochenende, insgesamt neun Personen, drei Tote und eine Verdächtige. Bis zum Schluss tappt der Leser hierbei nicht nur was den Täter betrifft im Dunkeln, sondern hält der Autor auch fast bis zum Ende hinterm Berg, um wen es sich bei den Getöteten handelt. Und mit dieser Auflösung erfahren wir auch, was sich in der Blutnacht wirklich abspielte. Von den drei bisher gelesenen Büchern dieses Autors ist Das Nebelhaus mein persönlicher Favorit. Die Handlung ist genial und Eric Berg überzeugt mit einem glaubhaften Schreibstil. Als Leser könnte man leicht annehmen, dass es sich um eine Tatsache handelt. Meine Gedanken blieben zudem eine Weile am letzten Absatz hängen, denn Dieser ließ mich nochmal erschaudern.

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Im September 2010 ereignet sich auf Hiddensee im sogenannten "Nebelhaus" ein Blutbad, das nicht so schnell vergessen wurde. Eigentlich begann alles ganz harmlos. Der erfolgreiche Architekt Philipp Lothringer, der mit seiner Frau Vev und der gemeinsamen Tochter Clarissa auf Hiddensee lebt, hat über das Internet Studienfreunde aus alten Zeiten wiedergefunden und sie zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen. Timo Stadtmüller, Leonie Korn und Yasmin Germinal folgen dieser Einladung gerne - ist es doch schon ewig her, dass sie einander getroffen haben. Dieses Treffen hat jedoch tödliche Folgen. Zwei Jahre später erhält die Journalistin Doro Kagel den Auftrag, über die "Blutnacht in Hiddensee" zu schreiben. Bekannt ist, dass es drei Tote gab und eine Frau so schwer verletzt wurde, dass sie seitdem im Koma liegt. Doch was wirklich auf der Insel geschah, ist bisher noch ein großes Geheimnis, denn der Fall ist offiziell noch immer nicht abgeschlossen. Doro unterscheidet sich von den anderen Journalisten, die bisher über diese schreckliche Tat berichteten, denn Doro interessiert sich für die Schicksale der Menschen, die unmittelbar an der Blutnacht beteiligt waren. Wie nicht anders zu erwarten, stößt sie auf eine Mauer des Schweigens, denn keiner der Überlebenden ist bereit, mit ihr über jene Nacht zu sprechen. Doch Doro wäre nicht Doro, wenn sie nicht dennoch ans Ziel kommen würde. Im Laufe ihrer Recherche schaut sie hinter die Fassaden der einstigen Freunde und langsam aber sicher offenbart sich ihr ein Bild, wer sie im September 2010 waren und tatsächlich öffnen sich langsam aber sich Türen, die ihr die Wahrheit zumindest andeutungsweise offenlegen - und es ergibt sich nach und nach ein Bild, was vor zwei Jahren auf Hiddensee geschah ... Was in der Blutnacht von Hiddensee wirklich geschah! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, wie der Autor es schaffte, mir jederzeit die Szenen bildhaft vor Augen zu führen und auch die Interaktionen der Figuren untereinander empfand ich als sehr reizvoll dargestellte. Die Figuren an sich wurden authentisch erarbeitet. Ins Herz geschlossen habe ich die Figur der Doro, der es hier nicht um eine große Story geht, sondern die wirklich wissen will, wie es dazu kam, dass am Ende eines Treffens unter Freunden drei Menschen tot und einer schwer verletzt war. Sie geht hierbei sehr einfühlsam vor und ist dennoch nicht bereit, alles für bare Münze zu nehmen, was man ihr erzählt. Den Schreibstil empfand ich als teils doch etwas zu detailliert erarbeitet, kann aber als abschließendes Fazit sagen, dass mir das Buch spannende Lesestunden bereitet hat.

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Doro Kagel hat einen Auftrag übernommen, mit dem sie sich nicht so richtig anfreunden kann und es dauert einige Zeit bis sie sich dazu überwindet mit der Arbeit zu beginnen. Und als ob sie es geahnt hätte, bereitet ihr der Fall zunehmend Bauchweh. Normalerweise berichtet sie über aktuelle Mordfälle und Gerichtsverfahren. In diesem Fall ist es anders, denn die Tat liegt schon zwei Jahre zurück. Entsprechend mühsam ist es neue Fakten zu sammeln. Sie beschließt diejenigen, die die Katastrophe überlebt haben, zu interviewen um so vielleicht zu neuen, bisher nicht gezogenen Schlüssen zu kommen. Vor allem geht es ihr aber auch darum, darüber zu berichten wie es den Überlebenden heute geht und was das Erleben der Blutnacht aus ihnen gemacht hat. Im Wechsel mit den Recherchen von Doro Kagel gibt es Rückblenden, die das damalige Geschehen schildern. So weiß der Leser oft etwas mehr als die Journalistin, die vieles nur vermuten kann. Dies steigert nicht nur die Spannung, sondern führt dazu dass man ständig auf eine falsche Spur gebracht wird. Die einzelnen Charaktere sind glaubhaft und authentisch dargestellt, so dass die Tat und wie es dazu kommen konnte schlüssig nachvollziehbar ist. Fazit Sehr spannend und von einer beeindruckenden Atmosphäre, die einen von der ersten Seite bis zum überraschenden Ende, gefangen hält.

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Sprachlich virtuos!

Von: Kate

06.02.2016

Dies ist ein Krimi, bevor die erste Seite gelesen ist: Hinter dem Pseudonym, das verschweigt der Klappentext, verbirgt sich ein vielgelesener Autor von historischen Romanen. Da uns diese hier nicht interessieren, nehmen wir ihn beim Wort: Eric Berg also, ihn werden sich Krimiliebhaber merken müssen. Bergs erster Versuch im Krimigenre beginnt als triviale Fabel und endet als rasanter Thriller. Auf der zauberhaften Ostseeinsel Hiddensee treffen beim erfolgreichen Architekten Philipp Lothringer, der sich inmitten in die Dünen einen Glaspalast für Frau und Kind gebaut hat, drei Jugendfreunde ein, allesamt irgendwie verkrachte und problematische Naturen, die übers Internet nach 15 Jahren wieder zueinander gefunden haben. Das Treffen endet grauenhaft und wird als „Blutnacht von Hiddensee“ in die Analen eingehen. Zwei Jahre später, pünktlich zum Gedenktag, soll eine Journalistin, passionierte Mutter eines erwachsenen Sohnes, aber wenig passioniert für einen undankbaren Brotberuf, den Fall wieder aufrollen. Widerwillig nimmt sie die Recherchen auf. Unwissend – und am Anfang auch eher desinteressiert wie die Ich-Erzählerin, nähert sich der Leser der verborgenen Geschichte, und nach und nach tun sich die Abgründe menschlicher Existenzen auf. Genau dieses ist es, was Berg auszeichnet: Er vermag auf eine Weise zu erzählen, dass sich Seite für Seite jenes Grauen entfaltet, das man als „Furcht vor etwas Unheimlichen, Drohenden“ bezeichnet hat, und das letztlich nichts anders ist als die Nachtseite der menschlichen Natur. In unterschiedlichen Graden ist das Böse auf der kleinen Insel vorhanden. Es ist eine scheinbare Harmonie, in der die dort beheimateten Menschen miteinander leben. Und so bedarf es nur besonderer katalysierender Konstellationen, etwa eines tragischen Zufalls oder einer psychischen Extremsituationen und das Böse entlädt sich in furchtbaren Dimensionen. In diesem Fall ist es die Liebe. Sie ist die eigentliche, gut versteckte, aber unerbittliche Regisseurin des Geschehens, und sie tritt in ganz unterschiedlichen Masken auf, manchmal kaum erkennbar, manchmal schaurig schön. Die Lösung des Kriminalfalls findet sich dort, wo sie am wenigsten vermutet wird, doch letztlich überrascht sie nicht. Aber dieser Effekt allein macht „Das Nebelhaus“ nicht zu einem Leseereignis. Es ist vor allem Bergs sprachliche Virtuosität, die das Geheimnis auch artifiziell in einer sorgsam bedachten sprachlichen Konstruktion verbirgt und offenlegt: Kontexte werden symbolisch vermittelt, Redewendungen sprengen die Oberflächen auf und geben Verborgenes preis. Eric Berg. Ein Name, den sich Krimifreunde merken müssen.

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Das Nebelhaus von Erik Berg blanvalet Verlag Taschenbuch 9,99€ 416 Seiten Inhalt: "Was geschah in der »Blutnacht von Hiddensee«? Seit Jahren haben die Studienfreunde Timo, Philipp, Yasmin und Leonie sich aus den Augen verloren. Als sie sich im Internet wiederbegegnen, verabreden sie sich für ein Wiedersehen auf Hiddensee. Doch das Treffen endet in einem grauenvollen Verbrechen: In einer stürmischen Septembernacht werden drei Menschen erschossen, eine Frau wird schwer verletzt und fällt ins Koma. Zwei Jahre nach dem Massaker beginnt die Journalistin Doro Kagel, den Fall neu aufzurollen. Nach und nach kommt sie den tatsächlichen Geschehnissen jener Nacht auf die Spur und bald keimt in ihr ein schrecklicher Verdacht auf …" Meine Meinung: Durch die Recherche der Journalistin Doro Kagel wird der Leser zur Blutnacht von Hiddensee geführt. Da diese sich jährt möchte die Zeitung einen ausführlichen Report darüber bringen. 3 Tote und eine Frau liegt im Koma, so die Bilanz. Die Polizei ermittelt erfolglos. Doro besucht schließlich die scheinbare Mörderin- die im Koma liegt. Sie gerät immer tiefer in die Fronten zwischen Hass, Liebe, Freundschaft und Vergebung hinein. In Ich-Form wird die Ermittlung von Doro sehr nüchtern und doch detailgetreu beschrieben. Es wird auf blutige Szenen verzichtet und doch eine so fesselnde Spannung aufgebaut, dass der Leser dieses Buch quasi in einem Zug durchlesen muss. Stetige Wendungen machen das Buch und dessen Handlung undurchschaubar und unheimlich interessant 5 von 5 Herzen <3 <3 <3 <3 <3

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Das Nebelhaus hat mich lange im Nebel stehen lassen. Ich hatte keine Ahnung, wer der Mörder ist und wurde am Schluss sehr überrascht. Insgesamt bietet es alles, was ein guter Krimi braucht. Aber leider von allem nur ein bisschen. An der Story ist nichts auszusetzten, es ist bis zum Schluss wie bei Cluedo - nur dass man hier weiß, mit was und wo gemordet wurde. Nicht aber, wer getötet hat. Die Erzählweise aus Gegenwart und Vergangenheit verflechtet Eric Berg gekonnt bis zum Finale. Aber trotz dieser Ahnungslosigkeit baut sich keine rechte Spannung auf, was wahrscheinlich auch dazu geführt hat, dass ich so lange an dem Buch gelesen habe. Ein weiterer Punkt, sind die Figuren: richtig angesprochen oder gefallen hat mir keiner der Protagonisten, vielleicht weil sie nicht näher beschrieben wurden. Das kann natürlich alles so gewollt sein, sind ja auch einige Personen auf die knapp 400 gebracht worden. Nichtsdestotrotz fehlt mir da was. Das durchaus überraschende Ende ist ein bisschen zu kurz geraten, der Weg dahin ein bisschen zu lang. Fazit Die Geschichte ist clever gestrickt, schockierend, ich hatte keinen Schimmer, wer der Mörder ist , überraschendes Ende, alles schlüssig und nachvollziehbar, aber irgendwie.. ist der Funke nicht übergesprungen. Kann man das so sagen? Zu viel hat mir zwischen den Zeilen gefehlt, deshalb 3 Eselsohren.

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Mit gerade mal knapp 1000 Einwohnern ist die kleine Ostseeinsel Hiddensee nun wahrlich kein Ort, an dem Verbrechen auf der Tagesordnung stehen – schon gar nicht ein blutiger Amoklauf, dem vier Menschen zum Opfer fallen. Dementsprechend ist die „Blutnacht von Hiddensee“ auch zwei Jahre nach den Morden immer noch in den Köpfen der Öffentlichkeit präsent – für die Journalistin Doro Kagel Anlass genug, zum unerfreulichen „Jubiläum“ der Tat die Geschehnisse dieser Nacht noch einmal gründlich aufzuarbeiten, denn der genaue Ablauf dieses schrecklichen Verbrechens ist immer noch ungeklärt. Die mutmaßliche Mörderin von drei Menschen versuchte sich damals selbst das Leben zu nehmen und liegt seitdem im Koma, sodass der Fall bisher nicht offiziell abgeschlossen werden konnte. Die Berliner Reporterin möchte in ihrem Artikel den Schwerpunkt nun vor allem aber auf die Opfer der Tat legen und nimmt zu diesem Zweck Kontakt mit Überlebenden und Angehörigen der Beteiligten auf, um die Wahrheit ans Tageslicht zu fördern. Autor Eric Berg erzählt seine Geschichte in „Das Nebelhaus“ dabei auf zwei verschiedenen Zeitebenen, die sich kapitelweise abwechseln. Handlungsstrang Nr. 1 schildert die Ermittlungen der Journalistin, der zweite hingegen protokolliert die Ereignisse der Tage vor der Blutnacht und sorgt für eine Begegnung mit allen Beteiligten der Tragödie. Freunde der Island-Krimis von Yrsa Sigurdardottir werden sich bei dieser Erzählweise schnell heimisch fühlen, denn nicht nur vom Stil sondern auch vom Setting erinnert „Das Nebelhaus“ ein wenig an ihren Grusel-Thriller „Geistesfjord“, allerdings setzt Berg den Schwerpunkt ein wenig anders und auf einen eher bodenständigen Krimiplot ohne unheimliche Schauereinlagen. Sein Konzept geht dabei durchaus auf: Durch die ständig wechselnden Perspektiven ist die Geschichte zum einen abwechslungsreich, zum anderen baut der Autor so sukzessiv Spannung auf, da sich aus den Zeitsprüngen immer wieder kleine Cliffhanger ergeben. Ein weiterer cleverer Kniff: Eric Berg lässt zumindest in Teilen bis zum Ende offen, welche Figuren letztlich der Blutnacht zum Opfer gefallen sind, was das Ermitteln der Täterschaft noch ein wenig anspruchs- und reizvoller macht. Und da die Charaktere alle grundverschieden sind und sich demnach auch eine Vielzahl von Mordkonstellationen und -motiven ergibt, bietet das Buch so wirklich viele Möglichkeiten zum Miträtseln. Allerdings sind diese Figuren leider auch ein wenig schablonenhaft geraten und wirken allesamt etwas überspitzt: Es gibt den spaßbefreiten Spießer, die gelangweilte Ehefrau, die unberechenbare Borderline-Kandidatin, den träumerischen Künstler, den verrückten Hippie – das hat ein bisschen was von einem unterhaltsamen Krimi-Gesellschaftsspiel, ist in dieser übertriebenen Zusammenstellung aber eher wenig realistisch. Zudem offenbaren sich im Verlauf der Geschichte leider immer wieder einige Ungereimtheiten, die das Lesevergnügen doch merklich trüben. Dies beginnt schon beim arg gezwungenen Anlass für das Wiedersehen der früheren Studienfreunde – denn eigentlich gibt es gar keinen – und setzt sich bei vielen nicht nachvollziehbaren Handlungen und Verhaltensweisen der Charaktere fort: Ob Angehörige von Mordopfern, die sensationsgierige Reporter nur allzu bereitwillig zu sich einladen; eine Mutter, die eine offenkundig gestörte Frau mit Waffe in einem Haus mit ihrer kleinen Tochter wohnen lässt; Freunde, die es offenbar nicht weiter besorgniserregend finden wenn eine von ihnen eine Pistole zum gemeinsamen Wiedersehen mitbringt – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Ähnliches gilt für die Auflösung, die zwar überraschend und in Teilen sogar schockierend ist, aber zugleich auch sehr unglaubwürdig und willkürlich erscheint. Hier entsteht der Eindruck, als hätte der Autor für einen möglichst großen Überraschungseffekt einfach die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten gewählt, egal ob diese Erklärung nun stringent ist oder eben nicht – zudem hätte z.B. ein simpler Schmauchspuren-Test das Verbrechen von Anfang an ohne Probleme aufklären können. So ist „Das Nebelhaus“ zwar insgesamt ein spannender Kriminalroman mit einer durchaus verzwickten Story, der zudem erfreulich viel Raum zum Miträtseln bietet, allerdings muss man immer wieder über oben erwähnte Unstimmigkeiten oder Klischees wie die überzeichneten Charaktere, den obligatorischen Sturm zum Finale oder abreißende Mobilfunkverbindungen zum ungünstigsten Zeitpunkt hinwegsehen, um an dieser Geschichte uneingeschränkt Freude haben zu können – und das gelingt leider beim besten Willen nicht immer. Mit der auf dem Buchcover abgedruckten Zitat „Das ist richtig gut gemacht“ von WDR2-Literaturkritikerin Christine Westermann kann ich somit nicht ganz übereinstimmen, aber „Das Nebelhaus“ ist zumindest im Großen und Ganzen gut gemacht – zum ganz großen Wurf fehlt hier allerdings noch ein bisschen.

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