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Rezension zu
Das Mädchen mit dem Stahlkorsett

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Tolle, leider ein wenig oberflächlich umgesetzte Idee

Von: Dana
11.03.2015

Die Protagonistin Finley landet durch unglückliche Umstände in einem Herrenhaus bei einem kleinen Freundekreis, der Verbrecher jagt und sie mit einer Mischung aus Skepsis und Faszination betrachtet und außerdem hinter ihr Geheimnis kommen will. Darunter Griffin, der auch nicht ganz normal ist und sich an dem Mord seiner Eltern rächen will. Der Fokus liegt auf Finleys außergewöhnlichen Kräften, sprich übermenschliche Stärke und sensiblere Sinne, die in der Regel mit ihrer dunklen Seite einher gehen. Die dunkle Seite Finleys wird geweckt, wenn sie oder ihr nahe stehende Menschen bedroht werden. Kommt euch das irgendwoher bekannt vor? Mir fallen jedenfalls spontan zwei Beispiele ein ... Die Auflösung dahinter ist aber recht faszinierend, wenn auch nicht ganz einleuchtend. Finley selbst schwankt immer ein wenig zwischen dem zurückhaltenden, liebenswürdigen Mädchen und der unberechenbaren, Paroli bietenden Kämpferin, was möglicherweise auch den Zwiespalt zwischen ihren Seiten verdeutlichen soll, den man dennoch besser ausarbeiten hätte können. Dennoch ist Finley aber eben ungewöhnlich stark und kann sich selbst wehren. Griffin ist der stereotypische, reiche, vertrauensselige und charmante Junge, der uns bereits in unzähligen Büchern schonmal begegnet ist. Dazu hat sich die Autorin gleich den passenden Gegenpart erdacht, nämlich den undurchschaubaren Finsteren. Als wäre das wirklich nötig gewesen, zumal dem Leser von Anfang an klar ist, wem die letztendliche Sympathie des Mädchens gilt. Zu meiner Erleichterung rückt die nicht ganz so geglückte Liebesgeschichte mit dem allseits beliebten Dreieck nicht allzu sehr in den Vordergrund. Auch die anderen Charaktere folgen weitgehend bekannten Schemen, am meisten Tiefe bietet wohl noch Sam. Der beste Freund Griffins leidet unter gewissen Komplexen, die eine Herausbildung von Ecken und Kanten begünstigen. Die Handlung ist zum Glück nicht ganz so stereotypisch, was auch durch das Genre bedingt ist. Teilweise ist sie ein wenig vorhersehbar, sodass der Leser hinter das "große Geheimnis" eher kommt als die handelnden Charaktere. Generell ist die Idee dahinter ziemlich gut, die Umsetzung leider aber oft eher oberflächlich. Die Story wird anders als von mir erwartet nicht nur von Finley sondern auch von Griffin, Sam und Emily erzählt, was zu Einblicken in die Probleme und Leben dieser anderen Charaktere sowie der vollen Spannbreite der Handlung führt. Der Schreibstil ist dabei sehr fesselnd. Steampunkt ist neu für mich, aber diese Kombination aus dem viktorianischen London und fortschrittlicherer Mechanik war eine interessante Abwechslung. Die Autorin bringt dabei auch immer wieder kleine zeitgenössische Details ein und passt auch ihre Sprache der Zeit an Die ersten hundert Seiten werden von einem Prolog eingenommen, von dem man merkt, dass er unabhängig von der eigentlichen Geschichte geschrieben wurde. Zwar gibt es immer einige übergreifende Details, aber auch kleine Widersprüche, zum Beispiel merkt Finley in der eigentlichen Handlung wiederholt an, sie wäre nur einmal als Bedienstete auf einem Ball gewesen, in dem Prolog ist sie aber durchaus auf einer Abendveranstaltung - und nicht als Bedienstete. Der Prolog wird weitgehend von Finley erzählt, abgesehen von einem Absatz, der meiner Meinung nach auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Alles in allem ist der Prolog aber durchaus unterhaltsam und bietet interessante Einblicke in Finleys Vorgeschichte, auch wenn Finley hier auf mich selbstbewusster als in der späteren Handlung wirkte. Fazit: Fesselnde, unterhaltsame Steampunk - Story mit leichten klischeehaften Elementen und einer Protagonistin, die mit ihrer dunklen Seite kämpft.

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