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Rezension zu
Neighbor Dearest

Ein wirklich tolles Buch!

Von: Julia | Bücherfantasie
23.07.2018

"Neighbor Dearest" war in keinem Fall das Buch, was ich im Vorfeld erwartet hatte. Zwar habe ich den Vorgängerband "Stepbrother Dearest" nicht gelesen (Stiefbruder-Geschichten sind einfach nicht meins), da die Bücher aber auch als eigenständige Romane gelesen werden können, habe ich mir den Auftaktband absichtlich gespart. Ich dachte eigentlich, dass "Neighbor Dearest" genau das ist, was auf dem Klappentext steht: prickelnde Leidenschaft, Gefühlschaos und ein unwiderstehlicher Badboy. Dass in diesem Buch eine wunderschöne Liebesgeschichte entsteht, die auch noch einen tiefgründigen und emotionalen roten Faden hat, hätte ich nicht gedacht. Dementsprechend haben mir die Geschichte und die Handlungen auch wesentlich besser gefallen, als angenommen. Schließlich ist es ein enormer Unterschied, ob man ein Erotik-Buch erwartet oder eine schöne Liebesgeschichte. Ich fand es toll, wie Penelope Ward die Beziehung zwischen Damien und Chelsea gestaltet und langsam Stück für Stück aufgebaut hat. Dass sie eben nicht direkt auf den ersten Seiten zusammenkommen oder schon im Bett landen und dass man als Leser trotzdem die Spannung und die Verbindung zwischen ihnen spürt. Chelsea und Damien kommen erst ab Seite 240 zusammen, aber das fand ich persönlich nicht zu lang oder zu langweilig. Sie lassen sich Zeit, bauen eine gemeinsame Anziehung auf und können einfach nicht voneinander lassen – obwohl sie es beide versuchen. Die Autorin hat das meiner Meinung nach interessant ausgearbeitet und den Leser definitiv am Gefühlschaos von beiden teilhaben lassen. Ich persönlich konnte ab der ersten Seite mit Chelsea mitfühlen. Wie bereits erwähnt, kenne ich den ersten Band der Reihe nicht und damit auch Elecs Geschichte nicht. Deshalb ist es mir wohl auch viel leichter gefallen, ihn in die Schublade Idiot zu stecken und Chelseas Kummer und ihren Schmerz über die Trennung zu verstehen. Sie versucht lange diese Trennung aufzuarbeiten, die Gründe zu verstehen und mit der Vergangenheit abzuschließen. Damien ist ihr dabei ein guter Freund, hilft ihr über die letzten Hürden des Abschlusses und zeigt ihr – manchmal auch auf unverschämte Weise – dass das Leben auch nach einer Trennung weitergeht. Während man aufgrund der Ich-Perspektive alle Gefühle und Gedanken von Chelsea kennt (und diese auch mühelos nachvollziehen kann), bleibt Damiens Gefühlslage oft im Dunkeln. Ich habe schnell gemerkt, dass ihn irgendein Geheimnis umgibt, das er nicht mit Chelsea teilen möchte. Trotzdem hat mich die Wendung und die Aufklärung mehr als überrascht – und sehr bewegt. Viele unerwartete Wendungen hatte "Neighbor Dearest" zwar nicht, aber diese war absolut gelungen. Zumindest hat sie alle meine Vorurteile Damien gegenüber ausräumen können. Denn im Endeffekt ist er gar kein Badboy, wie es der Klappentext verkündet, sondern genauso ein einfühlsamer, vorausschauender Mann, der seine Liebsten nur beschützen möchte. Zum Schluss möchte ich die beiden Hunde – Dudley und Drewfus – noch hervorheben, die einen besonderen Touch in die Geschichte gebracht haben. Ich fand es witzig, dass die Autorin es schafft, die beiden Rottweiler in die verschiedenen Szenen einzubinden und das auch noch auf eine Art und Weise, dass sie auch mir ans Herz gewachsen sind. Irgendwie gehören sie am Ende doch zur Familie. Fazit "Neighbor Dearest" ist ein wunderschönes Buch, in dem die Liebe, aber auch Verlust und Zukunftsängste im Vordergrund stehen. Die Autorin hat alle Facetten toll miteinander verbinden können und so ein unterhaltsames Werk geschaffen, das ich kein einziges Mal aus der Hand gelegt habe. Meine Erwartungen an das Buch wurden in jedem Fall übertroffen.