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Rezension zu
ONE OF US IS LYING

Konnte meine Erwartungen nicht erfüllen

Von: Peter
31.03.2018

Der Klappentext gibt meiner Meinung einen guten Einstieg, ohne zu viel zu verraten, daher zitiere ich ihn hier: "Eine Highschool, ein Toter, vier Verdächtige ... An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv..." Ich liebe klassische Krimis zum Mitkombinieren, dementsprechend habe ich mich auf dieses Buch gefreut, auch wenn ich sicherlich nicht unbedingt zur eigentlichen Zielgruppe dieses Romans gehöre. Die Geschichte wird chronologisch und abwechselnd aus der Perspektive einer der vier Hauptfiguren erzählt. Eigentlich eine reizvolle Idee, um die Spannung hochzuhalten, den Leser ggfs. in die Irre zu führen und alle Verstrickungen und Geheimnisse erst nach und nach preiszugeben. Leider ist die Umsetzung gründlich misslungen: die Erzählstimmen der vier Hauptpersonen lassen sich durch Stil und Ausdruck kaum unterscheiden, was stellenweise sehr irritierend ist und den Lesefluss bisweilen sogar hemmt. Auch klingen viele Gedanken auffällig mehr nach einer erwachsenen Perspektive als nach 17jährigen Highschool-Schülern, die zumindest in zwei Fälle auch nicht gerade durch herausragende Intelligenz auffallen. Mehrfach hatte ich den Eindruck, dass die erwachsene Autorin als Erzählerin spricht und nicht ein Schüler kurz vor dem Abschluss. Auch wenn ich das Buch nicht im Original gelesen habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass dies (allein) auf die Übersetzung zurückzuführen ist. Insgesamt sind die Charaktere sehr klischeehaft, was ich erstmal nicht unbedingt als schlecht empfinde, da mir solche Stereotypen aus Filmen und Serien vertraut sind und einen gewissen Reiz haben. Echte Nähe oder gar Identifikation mit den vier Hauptfiguren wollte sich dennoch nicht einstellen, was zum einen an der schon angesprochenen mangelnden sprachlichen Unterscheidbarkeit, zum anderen aber auch an der flachen Ausarbeitung liegt. Dementsprechend vorhersehbar wird das Ende, je weiter die Handlung voranschreitet, was ich gerade bei dieser Art von Krimi besonders Schade finde. Möglich, dass jüngere und/oder unerfahrenere Leser größeren Gefallen an diesem Roman finden, mir waren Handlung und Charaktere eindeutig zu flach, zu stereotyp und daraus resultierend auch zu vorhersehbar. Mit der reproduzierten Klischee-Highschool-Welt hätte ich gut leben können, wenn nicht literarische Fehler das Lesevergnügen derart stark beeinträchtigt hätten.