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Rezension zu
ONE OF US IS LYING

Verstehe den Hype nicht, denn es fehlt an Besonderheiten und Überraschungen, auch der Täter war leider sehr vorhersehbar...

Von: Kristina aus dem Tintenmeer
23.03.2018

Wer von euch hat noch nie was von „One of us is lying“ gehört? Hand hoch! … Okay, gar nicht so viele. :D Ich weiß nicht mehr genau, wie ich über das Buch gestolpert bin, aber es wurde ja oft auf Blogs vorgestellt und fleißig beworben. Irgendwie wird es mir da wohl ins Auge gesprungen sein … Was mich daran aber so sehr reizte, dass ich es lesen MUSSTE, war der Klappentext. Er klang nach der Serie „Pretty Little Liars“, die ich sehr liebe. Und die Andeutung, dass einer der vier Protagonisten es getan haben muss und somit einer von ihnen lügt, klang perfekt zum Miträtseln und psychologisch interessant. Denn der Jugendthriller wird aus den Sichtweisen aller vier Tatverdächtigen erzählt. Wenn das mal nicht massig Potenzial für Psychospielchen mit anderen Charakteren und vor allem dem Leser bot, dann weiß ich auch nicht! … Und was musste ich da traurigerweise feststellen? GENAU DAS bot es leider NICHT! *heul* Und obwohl ich es (offensichtlich) mag, mit dem Fazit ins Haus zu fallen, beginnen wir doch mal am Anfang, bei den Figuren … Puh, waren die alle glatt und nett und irgendwie langweilig. :( Ich hatte mir gerade bei der Thematik etwas mehr erhofft! Mehr Tiefgründigkeit und dass ich einfach besser in die Gedanken der Charaktere hätte eintauchen können. Stattdessen blieb alles nur an der Oberfläche und wurde viel zu schnell abgehandelt. Ich konnte mit niemandem richtig mitfiebern. Der einzige, der mir interessant erschien, war Nate, unser Drogendealer aka Bad Boy aka Love Interest. Er war mir von Anfang an sympathisch und mit seinen Gedanken am nächsten. Ich wollte wissen, wie er sich entwickelt und was noch alles in ihm steckt. Leider wurde sein Charakter nicht intensiv genug ausgearbeitet und er verfällt irgendwann einer Dame (siehe „Love Interest“), womit dann leider keine Weiterentwicklung mehr stattfand … :/ Ich konnte übrigens beim Lesen keinen Unterschied zwischen den verschiedenen Protagonisten ausmachen, da alle vier Erzählstimmen ABSOLUT GLEICH klangen. So musste ich immer wieder zurückblättern, um zu schauen, wer da gerade mit mir redet. Wie der Klappentext schon verspricht, hütet jeder sein eigenes kleines Geheimnis und das war auf jeden Fall ein interessanter Ansatz! Ich wollte allein schon weiter lesen, um zu erfahren, was jeder von ihnen „verbrochen“ hat. Leider waren die Geheimnisse für meinen Geschmack eher lahm und überdramatisiert. Ich dachte mir nur: „Wie? Das war’s jetzt? Und deshalb so ein Aufriss?“ Meine Hoffnung, dass noch etwas kommen würde, was mich umhaut, wurde leider enttäuscht … Trotzdem war die Spannung von Anfang an da. Ich wollte immer wissen wie es weitergeht und es ließ sich flott runter lesen. Die Sprache ist dem Genre angepasst, jugendlich und locker. Allerdings empfand ich ihn ein bisschen reduziert, es ging alles so schnell: „zack zack, nächste Szene“, dass es mir ein wenig wie ein Drehbuch vorkam (es ist nicht zufällig ein Film geplant)? :D Ich muss aber sagen, ich bevorzuge generell einen emotionaleren Schreibstil mit tiefen Einblicken in die Psyche der Charaktere. Das habe ich hier leider nicht in dem Maße gefunden, wie erhofft. Zum Abschluss noch kurz zur Story, ohne zu viel zu verraten: So wirklich aktiv wurden die Charaktere nicht, sie ließen den Dingen ihren Lauf und gaben sich ihrem neuen turbulenten Alltag hin. Hier hätte ich mir doch mehr Eigeninitiative gewünscht. Ganz zum Schluss erfolgte sie dann, aber für meinen Geschmack zu spät. Die Story schreitet zwar zügig voran, aber mein kriminalistischer Spürsinn wurde zu wenig gefordert (*sagte sie als passionierte „Detektiv Conan“-Guckerin der ersten Stunde* ^^). Bis auf einen einzigen kleinen „Wtf“-Moment gab es keine Überraschungen und ich hatte das Ende GENAU SO ab einer gewissen Stelle vorhergesehen, der Hinweis war doch zu deutlich. Leider behielt ich recht, wer es getan haben muss und so konnte auch das klischeehafte Ende das Ruder nicht mehr rumreißen … :( Fazit: Ich bemühe diesen Hype-Spruch nicht so gern, aber hier drängt er sich mir quasi auf: Ich verstehe den Hype nicht (sorry für alle Fans da draußen, jeder hat seinen eigenen Geschmack!), denn dazu fehlt mir das Besondere, das die Geschichte von anderen, gewöhnlichen Jugendthrillern abhebt. „One of us is lying“ ist solide Genrekost, der es für meinen Geschmack an Tiefgang, psychologischen Hintergründen und Überraschungen mangelt. Und überraschende Wendungen erwarte ich immer in einem Thriller, schließlich macht es keinen Spaß, wenn man schon vor allen anderen die Lösung weiß. Wie heißt es so schön: „Ich sehe die Absicht und bin verstimmt“ (frei nach Goethe) und diese Verstimmung vermieste mir das ganze Buch. *schnief*