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Rezension zu
Für Akkie!

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

So berührend & zart, stark und doch so zerbrechlich!

Von: Sandra @Buechernische
01.03.2015

Dieses Jugendbuch ist kein gewöhnliches Buch, ich würde es nach meinem Empfinden auch gar nicht als Jugendbuch bezeichnen. Ich behaupte, dass durchaus auch ein junger Mensch zwischen 8 Jahren und der empfohlenen Altersgrenze von 12 Jahren die Intention dieses Buch verstehen wird. Vielmehr verbirgt sich hinter diesen zarten 192 Seiten ein Stück Literatur, das mit sehr sensiblen, einfühlsamen Worten in die Welt eines schwer kranken Mädchens eintaucht und aus der Sicht jener quirligen 12jährigen schreibt, wie es sich anfühlt, gegen eine heimtückische Krankheit namens Leukämie zu kämpfen. Mit dem Eintreffen ins Krankenhaus öffnet sich die Tür zu einem beängstigenden Universum - einem Universum, in dem fremd klingende Worte auf Stationstafeln sie kalt anstarren, die Luft ist erfüllt von sterilen Gerüchen. Ja - selbst die Blicke ihrer Eltern und Mitschüler sind plötzlich so seltsam fremd. Doch die Protagonistin dieses Buches ist auf ihre Art einzigartig, tapfer und verliert zu keinem Zeitpunkt den Lebensmut, den Willen zu kämpfen. Würde ich »Für Akkie!« nun meiner Tochter in die Hand drücken, wäre sie mit Sicherheit ebenso berührt wie ich, aber sicher nicht verstört. Einige Begriffe kann man als Elternteil unterstützend erklären, aber das Meiste ergibt sich einfach aus dem Kontext. Sie würde sicherlich eine Träne vergießen, denn dieses Buch ist auch traurig. Das hatte ich aber nach dem Lesen des Klappentextes aber ehrlich gesagt auch nicht anders erwartet. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt; so hoffte ich inständig und betete ich für diese kleine, zierliche Person, Seite um Seite. »Für Akkie!« hat einen biografischen Background, denn das Mädchen, um das es in diesem Buch geht und deren Name geändert wurde, erlebte all dies am eigenen Leibe. Ihr Lehrer Jacques Vriens, der Autor dieses Buches, hat sich nach fast 10 Jahren im Einvernehmen mit Ankes Eltern dazu entschieden, deren Lebensgeschichte zu Papier zu bringen. Es ist ein sehr persönliches Buch, eine Herzensangelegenheit des Autors, denn er mochte das Mädchen sehr. Erst mit einer gewissen Distanz zum Erlebten konnte sich Ankes Lehrer dazu durchringen, diese Geschichte niederzuschreiben. Er bediente sich der schriftstellerischen Freiheit, änderte das eine oder andere inhaltliche Detail etwas ab, doch ich fühlte die Wogen der gelebten Erinnerung, die den Autor beim Verfassen dieses kleinen Buches bewegten. Es ist eine Geschichte von Tapferkeit, starkem Lebenswillen und warmer Herzensgüte. Es ist eine Erinnerung an ein junges Mädchen, das geliebt wurde und vermisst wird. Die Worte klingen im Ohr nach, sie hinterlassen ein Echo im Herzen und bleiben nachhaltig im Gedächtnis. Ganz besonders gerne erinnere ich mich an die Bilder und Briefe ihrer Klassenkameraden, welche im Buch abgesetzt in Kursivdruck abgebildet sind. Es sind so einfach Worte, aber sie gehen so tief... Akkie ist eine äußerst sympatische Persönlichkeit, ich habe sie von der ersten Minute an in mein Herz geschlossen und begleitete ihren Weg mit Schmunzeln, aber auch mit Tränen in den Augen. Es ist nicht eines dieser "Ich bin schwer krank und dies ist meine Leidensgeschichte"-Bücher, es ist vielmehr ein Zeugnis wahrer Lebensfreude, auch in dunklen Stunden. Wer betroffen ist, selbst krank ist und einen langen, oft steinigen Weg vor sich hat, wird aus diesem Buch etwas für sich mitnehmen können - ein Stück Hoffnung und ein wenig Mut. Die Natur stellt uns oft auf die Probe, verlangt uns das Äußerste ab. »Für Akkie!« zeigt uns, dass jede Minute des Lebens kostbar und lebenswert ist. Eindrucksvoll und bewegend schildert Vriens, wie Akkies Umfeld auf so unterschiedliche und vielfältige Weise damit umgeht, dass das Energiebündel um ihr Leben kämpft. Facettenreich und mit sehr viel Einfühlungsvermögen begleitet Jacques Vriens sowohl die Protagonistin als auch Freunde und Eltern auf ihrem Weg und zeigt uns den harten Kampf gegen eine schwere Krankheit, getragen von einem schnörkellosen Schreibstil. Angst und die Furcht vor dem Tod begleiten alle Beteiligten und ich wünschte mir nichts sehnlicher, als dass der zarte Körper den Kampf gegen den Krebs nicht verlieren möge. Es ist ein Ringen um die Zeit, die dem Mädchen noch bleibt. Ihre Klassenkameraden kämpfen in Gedanken für Akkie und geben ihr Kraft, ganz gleich, ob sie gerade einen guten Tag hat, oder ob ihr vor Wut und Verzweiflung die Tränen über die Wangen laufen. Dem Autor ist die Gratwanderung zwischen der agilen, fußballbegeisterten Sportskanone und dem zerbrechlichen, kranken Mädchen im Krankenbett perfekt gelungen. Ich merkte deutlich, wie wichtig es ihm war, uns Akkies Geschichte persönlich vorzustellen und wie sehr ihm daran gelegen war, sein Versprechen einzulösen. Ich danke ihm dafür! Mein Fazit: Ein sehr gefühlvolles, facettenreiches Buch rund um ein tapferes, junges Mädchen, das kämpft - für sich, für die Liebe zum Fußball, für ihr Leben und gegen den Tod. Ein Buch, das neben einem John Green, einer Jenny Downham oder einem Boris Koch unbedingt gelesen werden möchte! Leseempfehlung für alle, ob Groß oder Klein!

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