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Rezension zu
Sitzen ist fürn Arsch

Etwas für Bewegungsmuffel

Von: Stephan Lendi aus Meilen
07.07.2017

„Wer länger sitzt, ist früher tot!“ So provokativ mutet die Rückseite des Werkes „Sitzen ist fürn Arsch“ von Dr. Vivien Suchert an. Der Mensch sei zum Stehen gemacht, Sitzen führt nur zu Rückenbeschwerden, Übergewicht, Diabetes, Herzkrankheiten und sogar Krebs. Provokation? Oder bitternötiges Umdenken? Am Beispiel von „Ottfried“ zeigt die Autorin, dass in der Steinzeit mehr Bewegung den Alltag dominierte als heute. Die Suche nach Nahrungsquellen erforderte körperliche Fitness, denn die Zeiten waren gefährlich: das Wetter, wilde Tiere und körperliche Erschöpfung forderten unzählige Leben. Wer mit dem Rest des Stammes nicht mithalten konnte, wurde zurückgelassen – Survival of the fittest in seiner rudimentären und primitivsten Form. Über die amischen Alltagsathleten und die Entwicklung der Landwirtschaft zeigt die Autorin auf, dass Bewegung stets den Alltag dominierte, nur eben bis zur industriellen Revolution. Dann stellte sich Bequemlichkeit ein, der Body Mass Index und der Körperfettanteil stiegen an, die Bewegung wurde reduziert und der Mensch tappte in die Sitzfalle. Was die Autorin in ihrem Werk beschreibt, ist nichts anderes als die Ratio, weshalb sich der Mensch bewegen sollte, weshalb er es in diesem heutigen Alltag zu wenig tut und weshalb er es mehr tun sollte. Die historischen Herleitungen werden durch witzige Anekdoten ergänzt. Die Autorin unterlässt es auch nicht, Tipps zu geben, wie Ziele gesetzt werden können und wie mit Tagesplänen Bewegung in den Alltag integriert werden kann. Dabei verlässt sie sich auf SMART-Ziele, wie jeder andere sinnvolle Ratgeber auch. Obwohl das Werk nichts Neues bringt, ist es jedoch solides Wissen, so gut und packend erzählt, dass es den einen oder anderen Bewegungsmuffel zumindest im Alltag etwas bewegt.