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Rezension zu
Quantum

Mit viel Physik: Quantum - David Walton

Von: Dunkles Schaf
20.09.2016

Manchmal, ja, manchmal da komme ich mir dumm vor. Oder zumindest unwissend und uninformiert. Immer wenn ich Krimis lese, in denen sich die Handlung um politische oder geschichtliche Ereignisse dreht über die ich nichts oder fast nichts weiß, aber auch wenn über andere Länder oder Kulturen berichtet wird, die ich nicht kenne. Aber ich sehe das durchaus positiv – man kann schlicht und einfach nicht alles wissen und wie langweilige wäre es, wenn man schon alles wüsste? Ich lerne gerne aus Krimis. Ich muss allerdings zugeben, dass ich selten aus Thrillern lerne. Da ist dann doch der Fokus anders, es geht mehr um Spannung. Aber wenn man sich eben einen Science-Thriller aussucht, dann kommt man nicht umhin, auch hier etwas zu lernen. Oder dumm aus dem Buch zu gehen – so wie ich. Sorry, aber Physik war noch nie meins. Äpfel fallen eben auf den Boden – ja und? Nichtsdestotrotz hat mein Unwissen mich nicht daran gehindert, mich mit „Quantum“ gut unterhalten zu haben. Und spannend ist er obendrein noch. Jacob Kelley ist Physikprofessor an einer kleinen Uni und lebt mit seiner Familie, seiner Frau Elena und seinen drei Kindern, ein beschauliches Leben. Aus der Forschung hat er sich zurückgezogen, auch wenn er durchaus bahnbrechende Erfolge gefeiert hat. Als dann eines Tages sein alter Arbeitskollege Brian Vanderhall vor der Tür steht und behauptet Quantenintelligenzen gefunden zu haben, kann Jacob das nicht glauben, auch nicht, als Vanderhall auf Elena schießt und die Kugel sie nicht verletzt. Vanderhall lässt Jacob und Elena verwirrt zurück. Kurz darauf wird Jacob wegen Mordes verhaftet – an Brian Vanderhall. Doch wie soll das möglich sein? Zu dem Zeitpunkt, als Vanderhall an einem völlig anderen Ort von ihm, Jacob erschossen worden sein soll, waren sie alle in Jacobs Wohnzimmer und sprachen über Quantenintelligenzen. Und dann wird es kompliziert. Noch komplizierter? Ja, genau, noch komplizierter. Ich kanns auch nicht erklären, wobei sich der Autor wirklich Mühe gemacht hat und immer wieder Erklärungen eingebaut hat – er kann wirklich nichts dafür, dass ich ein völliges Unverständnis von Physik habe und schon gar nicht darüber hinaus denken kann. Es war auch keinesfalls langweilig oder belehrend – es war immer gut in die Handlung integriert. Jedenfalls gibt es dann zwei Jacob Kelleys. Einen, der für den Mord an Brian Vanderhall verhaftet wurde und eine Gerichtsverhandlung durchstehen muss. Und einen, der nicht verhaftet wurde, sondern sich versteckt und gleichzeitig versucht, zu lösen, worum sich Brian Vanderhalls Forschung gedreht hat und wo seine Familie ist, die durch einen Vorfall verschwindet. Ich könnte jetzt beginnen zu versuchen zu erklären, warum es plötzlich zwei Jacob Kelleys da sind (er ist übrigens nicht der einzige, der zweimal da ist), aber ich erspar Euch das – ich kann es eh nicht. Aber dieses Konstrukt von den zwei Jacobs – im Buch sind die Kapitel übrigens durch die Bezeichnungen Up-Spin und Down-Spin voneinander zu unterscheiden, was bestimmt auch ein toller Hinweis ist, den ich nicht verstehe – macht die Geschichte unglaublich spannend und abenteuerlich. Die Gerichtsverhandlung offenbart nach und nach Jacobs Erlebnisse, der zweite Jacob sucht derweil das Rätsel dahinter zu verstehen und zu verarbeiten. Abwechselnde Kapitel haben ja schon immer für Spannung gesorgt, da die Handlung in dem einen Strang vom anderen unterbrochen wird usw. Nun haben wir aber zwei verschiedene Stränge mit ein und derselben Person – verwirrend, aber aufregend. Und dann gibt es eben noch nebulöse Schattenwesen, eine Freundin und eine Verräterin, einen Pfarrer und zwei Töchter, also eigentlich drei, aber nur zwei identische. Argh – ich lass das jetzt. Ihr lest einfach das Buch. Basta. Fazit: Von der physikalischen Sicht her für mich völlig unverständlich (ist aber meine Schuld!), aber durch zwei identische Hauptfiguren in Abwechslung und die abenteuerliche Suche nach der Lösung hinter dem Rätsel spannend und unterhaltsam!