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Rezension zu
Ich und Earl und das sterbende Mädchen

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

[Rezension] “Ich und Earl und das Mädchen” von Jesse Andrews

Von: Buchstabenträumerin
24.12.2015

Was soll ich bloß zu diesem Buch sagen? Es hat mich unfassbar zwiegespalten zurückgelassen. Es ist das dümmste und nervigste Buch, das ich seit langer Zeit gelesen habe und gleichzeitig ehrlich und echt und am Ende sogar richtig schön. Wie das geht? Hier erfahrt ihr es… Zur Geschichte muss nicht viel gesagt werden. Greg ist an der Highschool und hat außer Earl, mit dem er Amateur-Filme dreht, keine Freunde. Da bittet ihn seine Mutter, die an Leukämie erkrankte Rachel zu besuchen und aufzumuntern. Greg sträubt sich zwar, fügt sich dann jedoch in sein Schicksal. ⇓ Im Grunde ist unser der Protagonist der Geschichte, Greg, ein Idiot. Er ist ein pubertierender Junge, dessen Monolog der Leser von Anfang bis Ende über sich ergehen lassen muss. Greg ist jämmerlich, lahm und macht sich selbst und alles was er tut, fortwährend schlecht. Das fängt direkt auf der ersten Seite an: was er im Buch schreibt sei schlecht, er sei Rachel ein schlechter Freund gewesen, hätte keinerlei Erkenntnisse aus dieser Zeit gewonnen und der Leser solle nicht zu viel erwarten. Überhaupt sei der Leser reichlich dumm, ein so schlechtes Buch zu lesen. Da fragt man sich doch: Ja, warum noch mal soll ich das Buch lesen? Es ist ermüdend. Mehrmals war ich kurz davor, das Buch aus der Hand zu legen, weil ich so wütend über Greg wurde. In seinen Gedanken dreht sich alles um das, was Jungs in der Pubertät eben so interessiert, er macht schlechte Witze, die Schule nervt – alles ist so negativ! Noch nie hat mich ein Protagonist so aufgeregt. Dennoch hegte ich die leise Hoffnung auf einen Wendepunkt. Und tatsächlich – fast am Ende des Buches kam er. Gregs Freund Earl entpuppt sich vollkommen unerwartet als guter Menschenkenner und sagt Greg die Meinung. Das tat gut, denn er sprach mir dabei aus der Seele. ⇑ Es folgt zwar nicht die sofortige Erkenntnis seitens Greg, doch der Leser erfährt immerhin mehr über seine Beweggründe, das Buch zu schreiben. Und die allerletzte Seite hat mich schlussendlich mit “Ich und Earl und das Mädchen” versöhnt. Einen Vergleich mit John Green lehne ich allerdings nachdrücklich ab. Dazu berührt mich Jesse Andrews Roman nicht annähernd genug. Was man der Geschichte aber lassen muss – so unerträglich sie weitestgehend auch sein mag -, ist der Mut und die Offenheit, einen unsympathischen Charakter in die Welt zu setzen. Es ist eine Art Anti-Buch zu den zahlreichen rührenden und feinfühligen Jugendbüchern zum Thema Krebs. Fazit “Ich und Earl und das Mädchen” ist ein Buch, das ganz anders ist, als man es erwartet. Es hat Ecken und Kanten und hat mich enttäuscht. Es hat aber auch den Mut, die Geduld des Lesers bis zuletzt auf die Probe zu stellen. Mein Rat: Wer das Buch lesen möchte, sollte es auch bis zum Ende lesen.

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