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Rezension zu
Ein anderer Planet

Blick der Musikerin auf ihre Zeit als Jugendliche in der Vorstadt

Von: Burgherr
05.11.2021

Tracey Thorns "Bedsit Disco Queen" habe ich schon seit Jahren auf meiner Leseliste. Dort ist das Buch immer noch, aber durch die Lektüre von "Ein anderer Planet" ist dort ein ganzes Stück nach oben gewandert. Tracey Thorn könnte man vor allem als Sängerin von Everything But The Girl und durch ihre Kollaborationen mit Massive Attack (u. a. "Protection") kennen. Ihre Memoiren in Form von "Bedsit Disco Queen" stellten ihr Debüt als Autorin dar. Daraus entwickelte sich eine regelmäßige Tätigkeit als Kolumnistin. "Ein anderer Planet" (als "Another planet" erstmals 2019 erschienen) ist ihr drittes Buch. In diesem reist sie tatsächlich (im Jahr 2016) und durch den Rückgriff auf ihre Tagebücher aus den Jahren 1976 bis 1980 in ihren Geburtsort Brookmans Park in Hertfordshire. Brookmans Park ist ein recht typischer Vorort Londons. Dieser hat sich in den letzten 40 Jahren nicht maßgeblich gewandelt. Umso spannender ist Thorns Sicht auf ihre eigene Entwicklung. Sie vergleicht Vorstadt- mit Stadtleben, beschreibt recht typische Probleme einer Heranwachsenden (inklusive Pubertät) und geht auf die Rolle und Herausforderungen von Frauen im Musikbusiness ein. Der letztgenannte Aspekt stellt m. E. die Daseinsberechtigung dieses Werks da. Vorstadtleben- und Coming of age-Romane gibt es sicherlich schon in ausreichender Zahl. Aber der doch recht nüchterne Blick einer "Insiderin" bietet interessante Perspektiven. Dabei berichtet sie weniger von eigenen Erfahrungen als von denen anderer musikalischer Größen der Zeit. Ansonsten sollten man sich keiner Illusion hingeben: Das Tagebuch an sich eines Teenagers Ende der 70er Jahre bietet wenige Highlights.

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