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Rezension zu
Die Farbe von Zitronen

Schöne, einfühlsame Geschichte über Verlust, Trauer und Erinnerung

Von: miss_lia48
15.06.2021

INHALT: Eisha bekommt von ihrer Mutter im Atelier ein Stück Ton. Erst weiß sie noch nicht genau, was sie daraus formen soll. Als sie den Ton mit ihren Händen knetet, erinnert sie die Form plötzlich an letzten Sommer, als sie noch gemeinsam mit Papa Zitronen gepflückt hat. Doch der Vater ist nun nicht mehr bei ihr… Als ihre zitronengelbe Form nach einiger Zeit in zahlreiche Stücke zerspringt, kommt die Traurigkeit wieder in ihr hoch. Doch Mama hat da eine tolle Idee, wie aus den Scherben etwas Neues und Schönes entstehen kann… MEINUNG: Ein wunderbares, leicht philosophisches Bilderbuch, welches Kinder vor allem auf der Gefühlsebene abholt und damit u. a. ihr Einfühlungsvermögen und Mitgefühl fördern kann. Eisha vermisst ihren Vater, der nicht mehr da ist. Ihre getonte Form erinnert sie an schöne gemeinsame Erlebnisse mit ihm. Und als die Tonform zerbricht, kommt die Trauer wieder in ihr hoch. Es wird auch thematisiert, wie sich ihre Trauer anfühlt: „Was Eisha fühlt, ist schwer zu beschreiben - vielleicht als wäre da etwas, das zu schwer ist, um es zu tragen. Etwas, das für immer so bleibt.“ Ihre Form, die Eisha gerne hat, zerbricht in Stücke, sie ist traurig darüber - ein schöner, kindgerechter Vergleich zum Verlust eines geliebten Menschen. Zum Glück hat die Mutter großes Verständnis. Die anschließende Lösung zeigt auf, dass trotz des Schmerzes über den Verlust, etwas Neues, Schönes entstehen kann. Und vielleicht auch, dass man die einzelnen Erinnerungen trotzdem immer noch bei sich tragen kann. So würde ich es zumindest interpretieren, es gibt hier sicherlich kein Richtig oder Falsch. Um die Zusammenhänge verstehen zu können, würde ich (wie auch der Verlag) das Bilderbuch bei Kindern ab 4 Jahren einsetzen. Die großflächigen Bilder im Buch beinhalten viele grafische Formen und Muster. Sehr clever gemacht! Denn dies passt hervorragend zum Inhalt des Buches, in dem Formen eine große Rolle spielen. Die warme Farbgebung lädt zum Wohlfühlen ein, wodurch das Buch trotz der Thematik nicht düster wirkt. Dadurch, dass die Bilder nur wenige Details haben (z. B. häufig keine Augen, Nase, Mund, Ohren), bleibt die Fantasie den Kindern überlassen, was die Vorstellungskraft und Kreativität anregen kann. Wenig Text, Bilder und Details sorgen dafür, dass die Aufmerksamkeit gekonnt auf den Inhalt gerichtet wird und auch Platz für eigene Gefühle, Interpretationen und Gedanken bleibt. Weniger ist manchmal mehr! Abgebildete BIPoCs (Black, Indigenous and People of Color) mit unterschiedlicher Hautfarbe unterstützen die Vielfalt bei Bilderbüchern. Etwas irritiert hat mich, dass das, was Eisha tont und bemalt (und Form und Farbe einer Zitrone hat), im Buch stets „Form“ oder „Tonform“ genannt wird. Das wirkte etwas befremdlich, bzw. so nüchtern auf mich. Ich musste die ganze Zeit denken: Ein Kind würde sein selbsterschaffenes Gebilde so nicht nennen! Vermutlich sollte damit jedoch die endgültige Interpretation der Form offengelassen und dem Betrachter überlassen werden. Trotzdem wirkte das hier auf mich nicht ganz rund, was aber mein einziger kleiner Kritikpunkt bleibt. FAZIT: Insgesamt eine einfühlsame, leicht philosophisch angehauchte Geschichte über Verlust, Trauer und Erinnerung sowie die Erkenntnis, dass trotzdem wieder Neues und Schönes entstehen kann. Für Kinder ab 4 Jahren zu empfehlen. 4,5/5 Sterne!

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