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Rezension zu
Das Leben ist zu kurz für irgendwann

Witzig und nett, aber kaum Tiefgang

Von: lefra
25.05.2021

Schwere Kost oder sanfte Unterhaltungslektüre? Ciara Geraghty wagt mit „Das Leben ist zu kurz für irgendwann“ einen Drahtseilakt zwischen gleich zwei schweren Krankheiten, einer allesentscheidenden Veränderung und amüsanter Unterhaltungslektüre für zwischendurch. "Terry und Iris sind beste Freundinnen und würden durchs Feuer füreinander gehen. Aber Iris ist krank. So krank, dass sie sich heimlich entschließt, ihr Leben in der Schweiz zu beenden, solange sie es noch kann. Als Terry feststellt, dass Iris auf dem Weg dorthin ist, zögert sie keine Sekunde. Mit ihrem betagten Dad im Auto holt sie Iris gerade noch am Hafen von Dublin ein. Die drei begeben sich auf eine abenteuerliche Reise durch England und Frankreich, und was die schlimmsten Tage in Terrys Leben hätten werden können, werden ihre besten. Denn durch Iris entdeckt sie ungeahnte Seiten an sich – und dass es ein Geschenk ist, unser Leben zu leben, jeden Tag und bis zum letzten Tag." Die Kombination der Themen Multiple Sklerose, Demenz und Sterbehilfe scheint zunächst nahezu erschlagend, doch wurde hier der Fokus auf eine unterhaltsame, witzige Darstellung der sehr sympathischen Charaktere gelegt. Iris, MS-Patientin mit folgenschwerem Plan ist ein echtes Unikum und bringt eine gehörige Portion Lebendigkeit und Freude in die Geschichte. Auch unfreiwillig witzige Moment aufgrund der Demenz von Terrys Dad kommen nicht zu kurz. Terrys persönliche Entwicklung zwischen Ereignissen, denen sie schutzlos ausgeliefert ist bis hin zu Momenten der Erkenntnis, dass ihr Leben in ihrer Hand liegt und nur darauf wartet gestaltet zu werden wirken aufrichtig und geben dem Leser das Gefühl sie an die Hand zu nehmen und auf ihrem Weg zu begleiten. Leider kamen mir die Aspekte der Krankheiten und auch die letztendlichen Entwicklungen in der Schweiz zu kurz. Diese sehr schweren Erkrankungen wurden hier so extrem romantisiert, dass kaum etwas von ihnen übrig blieb. Gerade die Demenz von Terrys Vater wäre besser in einem separaten Roman aufgehoben gewesen, als hier an den Rand gedrängt und zur Bedeutungslosigkeit verdammt. Auch wenn es natürlich unterhaltsam bleiben soll ist es bei einer derartigen Themenwahl doch wichtig diese auch gebührend rüberzubringen. Jemand, der nicht bereit ist dies zu lesen würde ohnehin nicht zu einem derartigen Roman greifen. Alles in allem witzig und leicht zu lesen, keine schlechte Lektüre, allerdings fehlte mir der Tiefgang.

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