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Rezension zu
Ich will dir nah sein

Mäßig spannend mit gelungenem Ende

Von: @__exlibris
23.05.2021

Lester Sharp ist ein Sonderling, der im Fundbüro der Londoner U-Bahn arbeitet. Direkte Beziehungen zu Menschen scheinen ihm nicht möglich. Die Nähe zu ihnen sucht er über oft unbemerkte, abseitige Wege. Als die Tänzerin Erin in die Nachbarwohnung einzieht nimmt seine Besessenheit neue Züge an. Leider kam ich über zwei Drittel des Buches in keinen richtigen Lesefluss, mehrmals habe ich nach einem Kapitel das Buch augenrollend zur Seite gelegt. Dabei sollte gerade ein Thriller doch ein echter Pageturner sein und einen regelrechten Sog entwickeln. Vieles entwickelt sich zu schnell, zu glatt. Ich wünschte, die Autorin hätte die Beschreibung des Fundbüros vernachlässigt - schließlich spielt es für die Geschichte kaum eine Rolle - und hätte dafür mehr Erzählzeit dafür aufgewendet, die Figuren etwas komplexer zu gestalten und der Handlung mehr Raum zur Entfaltung gegeben. Lesters Grenzüberschreitungen konnten mich selten gruseln oder schockieren, obwohl mich einiges an einen wirklich spannenden Tatort mit Lars Eidinger erinnert hat. Leider hat es hier meistens nicht für Gänsehaut gereicht. Ich muss zugeben, ein guter Teil meiner Enttäuschung rührt daher, dass letztendlich das Fundbüro der Londoner U-Bahn nur eine nebensächliche Rolle spielt. Von diesem spannenden Ort hätte ich mir mehr Potential für die Handlung erhofft. Das Ende ist gut gelungen und das Überraschungsmoment definitv geglück, dafür lohnt es sich durchaus, die zeitweise fast träge Handlung davor durchzuhalten.