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Rezension zu
Der Winter des Propheten

Ein sehr gelungener Auftakt

Von: Nordic-Crime.de
20.05.2021

Die schwedische Diplomatin Ylva Grey verbringt mit ihrem Geliebten Anders Krantz eine Nacht in einem Hotel in Sarajevo. Als dort am nächsten Morgen eine Bombe explodiert, entkommt Ylva dem Attentat nur knapp. Anders wird dabei allerdings getötet. Am Boden zerstört will sie unbedingt herausfinden, wer für dieses Verbrechen verantwortlich ist. Hilfe bekommt Ylva aus einer Ecke, aus der sie es zunächst nicht erwartet: Anders Sohn Elias will ebenfalls mehr über die Umstände wissen, die zum Tod seines Vaters geführt haben. Dabei hat er genug eigene Sorgen, doch die stellt er für den Moment zurück. Als sie bemerken, dass von Anders Arbeitsplatz wichtige Unterlagen verschwunden sind, beginnen die beiden zu ahnen, dass mehr hinter dem Attentat steht. Doch was soll hier vertuscht werden und wer sind die Hintermänner? Elias und Ylva begeben sich auf eine heikle und gefährliche Mission. Kritik: Wieder buhlt ein Name um die Aufmerksamkeit der deutschen Leser, der bisher nicht zur ersten Riege der nordischen Schriftsteller gehörte: Håkan Östlundh. Seines Zeichens erfolgreicher schwedischer Drehbuch- und Krimiautor. Im Piper-Verlag sind vor einigen Jahren Titel seiner Fredrik-Broman-Reihe erschienen. Mit „Der Winter des Propheten“ wendet er sich jetzt vom klassischen Krimi ab und dem Thriller zu und legt den Auftaktband einer Trilogie vor. Ein Auftakt, der richtig viel verspricht. Mit dem Bombenattentat hat der Roman gleich zu Beginn einen ersten Spannungshöhepunkt. Natürlich ist es nicht ganz einfach, nach so einem Beginn das Level zu halten, zumal sich Håkan Östlundh anschließend Zeit nimmt, um seine Figuren, allen voran Elias Krantz und Ylva Grey ausführlich vorzustellen. Allerdings macht der Autor das sehr geschickt. Er verliert sich nicht in ellenlangen psychischen Beschreibungen, sondern bettet die jeweils individuelle Lebensgeschichte seiner Protagonisten hervorragend in die Handlung ein. Dabei kommt ihm sicher auch seine Erfahrung als Drehbuchautor zu Gute. Insbesondere Elias kann von Seite zu Seite beim Leser punkten, zumal man seine Trauer sehr gut nachvollziehen kann. Diese Charaktere bindet er in einen Plot ein, der einiges zu bieten hat. „Der Winter des Propheten“ spielt mit den Gefühlen der Leser und der Figuren. Viele Hintergründe scheinen unklar, Spuren laufen ins Leere und mehr und mehr schält sich heraus, dass hier eine internationale Verschwörung am Werk ist. Das alles verleiht der Handlung jede Menge Komplexität, die dem Plot aber guttut. Die Story gipfelt in ein packendes Ende, das den Leser berührt und noch nachhallt, auch wenn man das Buch schon beendet hat. Mein Fazit: Håkan Östlundh legt mit „Der Winter des Propheten“ einen überaus lesenswerten Auftakt seiner Thriller-Trilogie vor. Obwohl die düstere Stimmung und die Jahreszeit in der die Geschichte spielt, eher in die zweite Jahreshälfte passt, kann man den Roman als Urlaubslektüre einplanen. Eine sich steigernde Handlung mit vielen überraschenden Wendungen und zwei glänzend herausgearbeitete Charaktere sorgen dafür, dass man diesen Thriller gerne liest und ihn, einmal begonnen, nur schwer aus der Hand legen kann.