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Rezension zu
Die Schokoladenvilla – Goldene Jahre

Ein Roman mit historischem Feeling

Von: Breathtakingbookworld
05.10.2020

Inhalt Nach dem Tod ihres Vaters zieht Serafina vom pulsierenden Berlin nach Stuttgart. Bis zu ihrem 21. Geburtstag, wird sie bei ihrem Bruder Victor wohnen, den sie aber kaum kennt. Schon bald merkt sie aber, dass Victor überhaupt nicht so schlimm ist wie sie dachte und sie entwickelt schnell eine tiefere geschwisterliche Bindung. Und nicht nur das, auch Stuttgart schließt sie immer mehr ins Herz. In Karl findet sie einen guten Freund, der ihr das Leben zeigt und doch mehr von ihr möchte, als scheint. Und dann gibt es noch Anton. Karls Zwillingsbruder, der ihm so ähnlich sieht, sich aber in Inneren komplett von seinem Bruder unterscheidet. Er liebt die Musik, ist ruhig und tiefsinnig. Serafina spürt vom ersten Moment an ein Prickeln und Schmetterlinge im Bauch wenn sie an ihn denkt. Ihr Glück scheint perfekt. Aber der Schein trügt. Serafina wird erpresst. Mit etwas, was wenn es jemals herauskommt, ihren Ruf in der Gesellschaft ruinieren wird. Gemeinsam mit ihrer neuen Freundin Lilou, einer Französin angestellt bei Josephine Baker. Und auch die geliebte Schokoladenfabrik der Rothmanns hat Schwierigkeiten. Immer wieder kommt es zu komischen Unfällen und Manipulationen. Wer steckt dahinter? Meine Meinung: Der Schreibstil ist super angenehm und leicht verständlich. 700 Seiten fliegen nur so hinweg und man versinkt ab Seite 1 sofort in der Welt der Rothmanns und ihrer Schokoladenfabrik. Das Cover passt gut zur Story. Mein Fall ist es nicht zu 100%, aber das ist Geschmackssache. Durch Serafina hat man gemerkt, dass die Zeit seit Band 1 vergangen ist. Man steckt mitten in den 1920er Jahren. Die Welt blüht auf und auch Serafina hatte eine Aufbruchsstimmung in sich. Bis ich sie so richtig ins Herz geschlossen habe, hat es allerdings etwas gedauert, weil sie manchmal ziemlich pessimistisch ist. Trotzdem ist mir ihre Geschichte ans Herz gegangen und nach ein paar Schwierigkeiten, fand ich sie cool, sympathisch und lustig. Anton, der auch schon in Band 1 mein Lieblingszwilling war, hat mich begeistert. Er war sehr zwigespalten, da er einerseits Gefühle für Serafina hatte, die ihn überwältigt haben, andererseits wollte er die Sicherheit seiner Verbindung zu Elise nicht aufgeben. Deswegen hätte ich ihn manchmal zwar gerne geschüttelt, aber lange böse sein konnte ich ihm nicht. Er beweist Mut und Stärke im Laufe des Buches. Er ist klug, süß und tiefsinnig. Also ganz anders als sein Bruder, der ein Kleiner Macho ist. Karl, mochte ich widererwarten auch echt gerne. Er hat Schwung und Witz in die Story gebracht. Er war zwar ein echter Frauenheld, aber man hat gemerkt, dass Sarafina ihm wichtiger geworden ist. Mit ihm hat sie viele Abenteuer erlebt. Ich hab von ihm viel mehr erfahren, als von Anton, der ja der eigentliche männliche Hauptcharakter ist. Elise hätte jeder schon aus dem Grund hassen sollen, weil sie der Grund für die Unmöglichkeit der Beziehung war. Bei mir war es ganz anders. Sie war so nett und sympathisch, ich mochte sie vom ersten Augenblick an und auch ihre Geschichte hat mich gefesselt. Toll fand ich auch ihre Entwicklung zur selbstständigen und mutigen Frau. Und ihr Ende hat mir besonders gut gefallen. Auch Victor und Judith kommen wieder vor. Gealtert, reifer und glücklich zusammen, meistern sie alle Probleme die die Schokoladenfabrik aufweist und auch in ihrer Familie sind sie die Ruhepunkte. Ich fand es so toll, sie wiederzutreffen und bin so glücklich, dass nach Band 1 alles genauso gut weitergegangen ist. Im Schlepptau haben sie auch ihre Tochter Viktoria, die ein wahrer Wirbelwind ist und die Story gewaltig aufheitert. Natürlich gibt es auch noch viele andere Charaktere, die eine Rolle hier in diesem Buch spielen. Aber es sind wirklich viele und die sollte man besser persönlich kennenlernen. Stuttgart in den 1920-ern war erfrischend und cool. Das Lebensgefühl der Menschen damals, kam in dem Roman echt gut raus und ich habe mich gefühlt, als wäre ich in einer Zeitreise gefangen. Das Setting ist also klasse Band 1 hat mir echt mega gefallen, Band 2 fand ich dagegen etwas schwächer. Es gab viele verschiedene Handlungsstränge, die fantastisch und logisch miteinander verbunden waren, aber der Hauptstrang und vor allem die Liebesgeschichte zwischen Anton und Serafina waren ziemlich verspätet. Während jeder andere Strang weitergewachsen ist und immer mehr dazukam, passierte bei den Beiden gar nichts. Und wenn, dann sehr langsam. Natürlich kann man es damit begründen, dass damals alles langsamer lief, aber bis Anton das erste Mal aufgetaucht ist sind fast 150 Seiten vergangen. Allgemein taucht er nur sehr selten auf, was ich schade finde. Ich hätte gerne öfter seinen Alltag oder seine Gedanken gelesen. Für mich hat es lange den Eindruck gemacht, als wären Serafina und Karl das Liebespaar, da die Beiden ständig zusammen waren. Ansonsten mochte ich es gerne wie die Entwicklung von statten ging. Mir war es zwar der Handlungsstrang in dem Lilou nach Serafinas Erpressern sucht manchmal etwas langatmig, weswegen ich dort auch oft abgeschweift bin. Es gab auch die ein oder andere Überraschung, mit der ich so nicht gerechnet hätte. Was ich besonders mag ist, dass man auch erfahren hat, was zwischen den Büchern passiert ist. Inklusive ihren Erfahrungen während des Krieges. Und auch die Epiloge in diesen Büchern liebe ich, da sie für mich besonders sind und immer ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit in mir auslösen. Fazit: In der Schokoladenvilla leben authentische, reale und wunderbare Charaktere. Der ganze Roman ist so, wie ich es mir in den 1920-ern vorgestellt habe. Inklusive des Gefühls, das sich beim Lesen ausbreitet. Leider hab ich auch ein paar Kritikpunkte. In manchen Dingen fand ich die Handlung etwas langatmend und „enttäuschend“. Ich freue mich aber schon jetzt, in die Schokoladenvilla zurückzukehren und Viktoria auf ihrer Geschichte zu begleiten. Alles in allem ein toller historischer Roman mit echtem Feeling.