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Rezension zu
Resilienz

Psychische Widerstandskraft stärken

Von: Mias Anker
15.09.2020

Ich interessiere mich sehr für das Thema, wusste vor dem Buch allerdings nicht, dass man sowas wie psychische Widerstandskraft erlernen kann. Umso erfreuter war ich, dass das Buch tatsächlich hält, was es verspricht! Zum Förmlichen Der Schreibstil ist leicht und flüssig, die Kapitellänge kurz und einfach gehalten. Die Autorin redet nicht viel um den heißen Brei, und kommt schnell zum Punkt. Auch sehr mag ich die direkte Anrede der Autorin, z. B. "Stellen Sie sich vor, sie würden ..." oder "Versuchen Sie ...". Den einzigen Nachteil sehe ich darin, dass sie eine bestimmte Zielgruppe anspricht, nämlich arbeitenden Menschen in Konzernen oder Firmen. In ihren Beispiel sind also Szenarien, wie Meetings oder Büros die Rede. Ideal für Menschen, die tatsächlich in dieser Branche arbeiten, aber auch etwas seltsam für Menschen wie mich, die jenseits des stressigen Bürojobs psychische Widerstandsfähigkeit zu erlernen versuchen. Der Inhalt Das Buch ist keine Geschichte, sondern ein Appell an die Leser*innen. Ziel ist es, in einen Dialog mit sich selbst zu kommen. Je offener man mit sich selbst ist, desto klarer sieht man die Dinge. Tut man dies nicht, können (psychische) gesundheitliche Konsequenzen folgen. Die meisten Menschen behandeln nämlich die körperlichen Symptome, wie Kopf-oder Bauchweh und nicht, das, was sie auslöst, zum Beispiel Stress, Konflikte, usw. Doch je mehr die Dinge angenommen werden, desto stärker wird die Resilienz. Und wird die Resilienz gestärkt, wird auch das Leben leichter, da viel besser mit Stress, Konflikten, Probleme, Traumata und Weiterem umgegangen werden kann. Was ich aus dem Buch mitgenommen habe Da ich bereits viele Bücher gelesen habe, die psychische Belastbarkeit behandeln, beispielsweise Stefanie Stahls "So stärken Sie ihr Selbstwertgefühl" gab es vieles, das mir schon bekannt war. Ein Aspekt - und ich kann ihn mir gar nicht oft genug vor Augen führen - war das Thema AKZEPTANZ. Wir müssen die Dinge akzeptieren, um weiterzumachen. Wir müssen akzeptieren, dass "es" so ist. Wir müssen akzeptieren, dass "es" sich nicht ändern lässt und dann können wir weitermachen. Tun wir das nicht, treten wir weiterhin auf der Schwelle. Ein weiterer großer Aspekt war das Thema Zulassen (von Gefühlen). Dinge, auch unangenehme oder negative müssen erst zugelassen, bevor sie losgelassen werden. Die meisten präferieren jedoch einen anderen Weg, weil sie glauben, dass dieser der leichte ist. Negative Emotionen wie Scham oder Wut wollen gar nicht erst zugelassen werden. Sie verschwinden aber nicht, sondern werden nur verdrängt. Was ich auch ganz spannend fand, war die Tatsache, dass viele sich in einer Opferrolle sehen und deshalb nicht weiterkommen. Ich muss zugeben, dass auch ich mich oft in einer Situation gefunden habe, in der es mir einfacher fiel, das Opfer zu sein, und jemand anderem die Schuld zu geben. Diese Einstellung sorgt jedoch nur dafür, dass wir auf der Stelle treten. Auch wenn wir tatsächlich das Opfer in einer Situation sind, müssen wir die Situation akzeptieren, die Gefühle zulassen und uns selbst retten. Es wird nämliche niemand kommen und das für uns übernehmen. Ich könnte noch viel mehr erzählen, aber das würde den Rahmen sprengen. Fakt ist, dass ich dran glaube, dass psychische Widerstandsfähigkeit erlernt werden kann, wenn man AKTIV etwas dafür tut. Von nichts kommt nämlich nichts.