Sie haben sich erfolgreich zum "Mein Buchentdecker"-Bereich angemeldet, aber Ihre Anmeldung noch nicht bestätigt. Bitte beachten Sie, dass der E-Mail-Versand bis zu 10 Minuten in Anspruch nehmen kann. Trotzdem keine E-Mail von uns erhalten? Klicken Sie hier, um sich erneut eine E-Mail zusenden zu lassen.

Rezension zu
Die Einwilligung

kennt die Liebe ein Alter?

Von: litterarumnebula
19.07.2020

"Ich bin vor kurzem vierzehn geworden. Er wird bald fünfzig. Na und?" Mit diesen Worten startet V. in die Liebesbeziehung mit G. M. einem bekannten französischen Schriftsteller. Wie falsch sich das anhört ist jedem klar, nur ihr damals nicht. Vom Vater verlassen freut sie sich über die Aufmerksamkeit eines älteren Mannes, findet dort endlich Liebe, die sie so dringend sucht. Oder zumindest glaubt sie das. Langsam und bedacht kappt G. M. alle ihrer Beziehungen zu gleichaltrigen, bis sie fast alleine steht und niemand ihr hilft aus der Beziehung zu fliehen. "Das Stockholm-Syndrom ist mehr als ein Gerücht." Keine Schminke, keine Schokolade, ihr jugendliches, fast kindliches Aussehen soll sie behalten, was Pädophil bedeutet, lernt sie viel zu spät und wie falsch das ist auch. Seine Bücher, in denen er sich mit Liebschaften zu Kindern brüstet, darf sie nicht lesen. Nur die harmlosen. Am Ende sieht sie eher sich als Ungeheur als ihn. Ich weiß nicht genau wie ich dieses Buch beschreiben soll. Noch nie haben mich 114 Seiten so aufgewühlt. Man fühlt mit V., versteht ihr Denken und Handeln und möchte sie am liebsten von diesem Mann wegziehen. Mich überraschte die Ehrlichkeit mit der die Autorin berichtet. Von der Liebe, der Beziehung und dem Leid, dass sie noch Jahre verfolgte, ebenso wie G. M. selbst es ebenfalls tat. 5 / 5 Sternen. Aber definitiv keine Leseempfehlung für jeder man. Ich möchte hiermit eine Triggerwarnung für Missbrauch jeglicher Form aussprechen, auch mir ist das Lesen nicht immer leicht gefallen. "Solange mir nicht bewiesen werden kann - mir, wie ich jetzt, heute, bin, mit meinem Herzen und meinem Bart und meinem beginnenden körperlichen Verfall -, dass es im unendlichen Lauf der Dinge kein Jota ausmacht, wenn ein minderjähriges nordamerikanisches Mädchen namens Dolores Haze von einem wahnsinnigen ihrer Kindheit beraubt wird, [...] sehe ich kein anderes Mittel gegen mein Elend als die schwermütige und sehr punktuelle Linderung, ihm künstlerischen Ausdruck zu geben." - Vladimir Nabokov, Lolita