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Rezension zu
Altern. Sterben. Tod.

Ein äußerst informatives Buch mit Grenzen

Von: Sandra Hauser
24.03.2019

Oliver Müller hat mit diesem Buch ein gigantisches Kompendium rund zum Thema Altern, Sterben, Tod vorgelegt. Es berücksichtigt neueste Erkenntnisse in zahlreichen Gebieten der Biologie, Chemie und Medizin. Dadurch ist es ein leicht lesbares, auch für Laien gut verständliches Einführungs- und Nachschlagewerk für alle, die sich persönlich mit diesem Thema auseinandersetzen wollen, aber auch Menschen, die beruflich viel mit diesen Themen konfrontiert werden. Mit diesem Charakter eines Kompendiums ist jedoch gleichzeitig ein Problem verbunden, das dieses Buch meines Erachtens zu wenig offenlegt bzw. erst gar nicht zu erkennen scheint. Im Untertitel wird deutlich genannt, dass es hier um die "Sicht der Naturwissenschaften" handelt. Hier wird eine Einigkeit suggeriert, die es in dieser Form nicht gibt. Z.b. geht der heutige Mainstream der Naturwissenschaftler davon aus, dass Bewusstsein/Seele das Produkt von Gehirnfunktionen sei - es könnte aber genauso gut nur ein Empfänger"gerät" sein, und auch von dieser These gibt es genügend Anhänger. Außerdem hat die naturwissenschaftliche Sicht Grenzen. Es ist die "Es-Sprache", die objektive Sprache des Sicht- oder Messbaren. Neben ihr gibt es jedoch noch die subjektive "Ich-Sprache", die Sprache des Wahrgenommenen und Erlebten, und die "Du-Sprache", die Sprache des intersubjektiven Raums, in der wir unsere Sichtweisen und Wahrnehmungen austauschen. Wenn so etwas existentiellem wie der Seele, des Bewusstseins oder des Sterbeprozesses die Rede ist, so ist es meiner Ansicht nach gefährlich einseitig und reduktionistisch, sich nur der "Es-Sprache" zu bedienen. Es führt dazu, dass die naturwissenschaftliche Sichtweise mit einer materialistischen Sichtweise, der der Autor offensichtlich anhängt, gleichgesetzt wird: Nur, was sich messen lässt, was von außen sichtbar ist, gilt dann als real. Das Sterben selbst und der Tod wird jedoch immer nur von innen heraus erlebt werden. Ich finde es deshalb ein Ärgernis dieses Buches, dass es sich anmaßt, über die Seelenlehre eine Aussage treffen zu können, denn der ganze Bereich des Inneren (subjektiv und intersubjektiv), der hier als einziger auskunftsfähig wäre, wurde ja von vornherein ausgeklammert. Wer nach etwas wirklich "tröstlichem" (so Klappentext) sucht, sollte sich nach einer anderen Lektüre umschauen - die übrigens keineswegs unwissenschaftlich sein muss, aber dem Innenraum der Menschen Bedeutung zumessen sollte, wie z.B. Bücher von Peter Fenwick oder Bernard Jakoby u.a.

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