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Wil McCarthy

Zeitflut

Roman

(2)
Paperback
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Was wissen wir eigentlich über die Steinzeit? Nur das, was uns die archäologischen Funde offenbaren. Doch was, wenn die Legende vom Höhlenmenschen nicht mehr ist als – eine Legende? Wenn die Steinzeit stattdessen ein Zeitalter der Bildung und des Fortschritts gewesen wäre? Den beiden Wissenschaftlern Harv Leonel und Tara Mukherjee ist eine bahnbrechende Entdeckung gelungen, eine Entdeckung, die es den Menschen ermöglicht, die Vergangenheit mit eigenen Augen zu sehen. Doch die alte Welt ist in Gefahr, und wenn es Harv und Tara nicht gelingt, sie zu retten, ist das Erbe der Menschheit für immer verloren ...


DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Aus dem Amerikanischen von Norbert Stöbe
Originaltitel: Antediluvian
Originalverlag: Baen
Paperback , Broschur, 448 Seiten, 13,5 x 20,6 cm
ISBN: 978-3-453-32076-5
Erschienen am  08. March 2021
Lieferstatus: Dieser Titel ist lieferbar.

Rezensionen

Unkontrollierbare Zeitreisen

Von: Edith N.

09.07.2021

Die Geschichte beginnt an der Universität von Colorado, Boulder. Harv Leonel, Mitte 40, Professor der Elektrotechnik, hat eine Art Zeitmaschine gebaut. Der Apparat beeinflusst die Gehirnaktivitäten. Das heißt, der Professor reist nicht physisch in die Vergangenheit. Er setzt eine Haube auf, drückt aufs Knöpfchen – und (er)lebt das Leben seiner Vorfahren. Nur leider hat er über diesen Vorgang keine Kontrolle. Was mit einer Momentaufnahme aus dem Arbeitsleben eines Urahns in Schottland anfängt, führt ihn schnurstracks ans Ende der Eiszeit. Es dauert eine Weile, bis Harv sich einen Reim darauf machen kann, wo er ist und in welcher Zeit er sich befindet. Und er wundert sich darüber, dass sein eigenes Bewusstsein aktiv ist, auch wenn er die Welt gerade mit den Augen des Seemanns Manuah sieht. Jetzt wird’s allerdings ein bisschen zäh. Auf rund 150 Seiten wird erst einmal das Leben dieser neolithischen Zivilisation beschrieben, ohne dass man weiß, warum eigentlich und wohin das führen soll. Besonders spannend ist das nicht. Erst gegen Ende des Kapitels gibt’s ordentlich Action. Und nachdem ich den Anhang ausgiebig studiert hatte, ergab die Sache auch so langsam Sinn. (So sollte das aber nicht laufen!) Der Professor landet nach einem Krampfanfall im Krankenhaus und unternimmt fortan unfreiwillig weitere Zeitreisen, ohne an die Maschine angeschlossen zu sein. Während das Krankenhauspersonal und seine Freunde aufgeregt um ihn herumwuseln und sich die Verantwortlichen fragen, wofür er eigentlich die Forschungsgelder verpulvert hat, reist er weiter zurück in die Vergangenheit und fragt sich aus gegebenem Anlass: Sind die Neandertaler der Basis für die Geschichten über Trolle? Und wie lernten die Menschen eigentlich das Sprechen? Schließlich landet Harv in vorsprachlicher Zeit. Der Zeitreisende tut sich schwer, sich in diese Menschen hineinzuversetzen. Hier muss er sehr viel raten und ninterpretieren. Was motiviert einen Kerl von damals, ein Floß zu bauen und übers Meer zu paddeln, zu einem Land, das er bislang nur aus der Ferne gesehen hat? Neugier? Forscherdrang? Abenteuerlust? Wie macht sich überhaupt jemand abstrakte Gedanken, der noch keine Sprache kennt? Geht das jetzt ewig so weiter mit den unkontrollierten Zeitreisen? Oder hört es irgendwann auf und der Professor erholt sich wieder? Bekommt er nun Probleme, weil er die Ressourcen der Universität für etwas verschleudert hat, das wissenschaftlich gesehen gar nichts bringt? Denn wie soll er das, was er auf seinen Zeitreisen erlebt haben will, beweisen? Das kann er nicht. Es könnten auch Halluzinationen gewesen sein. Zugegeben: Es schon ist interessant zu sehen, wie sich Menschen, Sprache und Zivilisation entwickelt haben (könnten). Aber ich hatte die ganze Zeit über das Gefühl, ich lese eine Abfolge von Artikeln aus einem populärwissenschaftlichen Magazin, die jemand auf Romanlänge aufgeblasen und mit einer Rahmenhandlung versehen hat. Ich denke, für diese Geschichte ist ein Roman nicht die optimale Form. Jedenfalls nicht so. Mir wären Kurzgeschichten zu dem Thema oder Sachtexte, gern auch spekulativer Natur, lieber gewesen.

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Eine spannende und bunte Reise zur Wiege der Menschheit

Von: brigitta

25.03.2021

Inhalt: Harv Leonel hat entdeckt, dass eines unserer Chromosomen ein gigantischer Datenspeicher ist. Hier ist die Geschichte des Individuum gespeichert, aber auch die Geschichte der Menschheit. Um diesen Speicher auszulesen, entwickelte Harv eine Mischung aus Lesegerät und Zeitmaschine, das die gespeicherten Informationen Les- und Erfahrbar macht. Harv ist auch der erste Proband, im Selbstversuch erprobt er seine Erfindung. Im zweiten Anlauf befindet sich Harvs Bewusstsein in einer unbekannten Zeit und unbekannten Kultur. Es ist die Zeit der Sintflut doch die Sintflut ist noch lange nicht das Ende der Reise .... Fazit: Mich hat die Beschreibung des Klappentextes fasziniert und ich war sehr gespannt, wie der Autor die Idee umsetzt. Ich finde Will McCarthy hat das ziemlich geschickt hinbekommen. Es werden keine virtuellen Reisen unternommen, oder gar eine physische Reise, sondern es beschränkt sich auf "Kopfkino". Das Bewusstsein von Harv reist an die Orte, die auf seinem Y-Chromosom gespeichert sind. Der Mensch, bzw. die Frau besitzt einen "Datenspeicher", in dem das "Woher" abzulesen ist. Es sind die Mitchondrien. Männer haben keine Mitochondrien, deswegen musste Will McCarthy den Speicher auf ein Chromosom legen, das auch im männlichen Körper verfügbar ist, denn seine Hauptfigur ist ein Mann. Die Idee an sich ist sehr faszinierend. Was wäre, wenn die Geschichten unserer Ahnen wirklich abrufbar, lesbar wären? Wenn wir in die Zeit und an die Orte reisen könnten, die im Leben unserer Ahnen eine Rolle spielten? Harv kann es und es zieht ihn immer tiefer in die Erdgeschichte hinein. Diese "Wanderung" durch die Geschichte passiert in Form lebendiger Beschreibungen von Harvs Erlebnissen. Insgesamt sind es vier geschichtliche Episoden, die Harv "bereist". Hier hat mir die erste Episode am besten gefallen. Sie spielt um die Zeit der Sintflut und mutet wie eine bunte historische Geschichte an. Die nächsten Episoden führen Harv zu den Neandertalern und noch weiter zurück. Für mich war "Zeitflut" eine gelungene Umsetzung des Themas "Zeitreise". Anders als erwartet, aber die Beschreibungen und Geschichten der Ur- und Vorzeiten haben mir sehr gut gefallen.

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Vita

Wil McCarthy, geboren 1966 in Princeton, New Jersey, lebt mit seiner Familie in Denver, Colorado. In seinem Beruf als Ingenieur bei Lockheed gehörte er zu den Männern, die bei Raketenstarts »Lenkungssysteme startklar« melden. Als Science-Fiction-Autor wurde er durch zahlreiche brillante Kurzgeschichten bekannt, denen mehrere Romane folgten. Er machte die Idee der programmierbaren Materie in seiner SOL-Trilogie populär, zu der er auch wissenschaftlich arbeitete. Heute leitet er eine Solarenergie-Firma und ist als Kolumnist für Syfy tätig.

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Norbert Stöbe, 1953 in Troisdorf geboren, begann schon als Chemiestudent zu schreiben. Neben seiner Tätigkeit als Chemiker am Institut Textilchemie und Makromolekulare Chemie der RWTH Aachen übersetzte er die ersten Bücher. Sein Roman New York ist himmlisch wurde mit dem C. Bertelsmann Förderpreis und dem Kurd-Lasswitz-Preis ausgezeichnet. Seine Erzählung Der Durst der Stadt erhielt den Kurd-Lasswitz-Preis und die Kurzgeschichte Zehn Punkte den Deutschen Science Fiction Preis. Zu seinen weiteren bekannten Romanen zählen Spielzeit, Namenlos und Der Weg nach unten. Norbert Stöbe ist einer der bekanntesten deutschen Science-Fiction-Schriftsteller. Er lebt als freier Autor und Übersetzer in Stolberg.

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