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SPECIAL zu Mark Watson und seinen Romanen

Mark Watson zu »Ich könnte am Samstag«

11 Fragen an Mark Watson

Mark Watson
© Neil Bennett
1. Hallo, Mark. Sie sind Schriftsteller, Fernsehmoderator und Comedian – um nur ein paar Ihrer Tätigkeiten zu nennen -, und Ihr Leben klingt unglaublich aufregend und abwechslungsreich. Was davon macht Ihnen am meisten Spaß – und warum?
Mark Watson: Wenn ich mich für eine Sache entscheiden müsste, wäre es wohl die Schriftstellerei. Eigentlich bin ich ziemlich zurückhaltend und denke gern einsam und allein über große Ideen nach. Doch wie Sie schon angedeutet haben – ich muss mich ja nicht entscheiden. Ich springe zwischen meinen verschiedenen Tätigkeiten hin und her, und sie ergänzen sich ziemlich gut. Wahrscheinlich wäre ich von einer einzigen Sache ziemlich schnell gelangweilt.


2. Heute leben Sie in London, aber Sie wurden in Bristol geboren. Sind Sie auch dort aufgewachsen? Was gefällt Ihnen an Bristol und würden sie es London vorziehen?
Mark Watson: Ja, ich bin tatsächlich dort groß geworden und liebe diese Stadt. Beruflich hat es natürlich seine Vorteile, in London zu wohnen, und aufregend ist es auch – immerhin finden dort gerade die Olympischen Spiele statt. Bristol dagegen ist eine überschaubarere und bescheidenere Stadt – sehr gemütlich, was ich von Zeit zu Zeit ganz entspannend finde. Außerdem empfinde ich für Bristol eine gewisse Sentimentalität, die hier in London nicht so recht aufkommen will.


3. Ich könnte am Samstag, Ihr erster Roman, der in Deutschland erscheint, spielt in London. Haben Sie sich wegen der Authentizität für diesen Schauplatz entschieden? Immerhin wohnen Sie dort.
Mark Watson: Ich habe sogar die letzten Jahre dort verbracht, deshalb war ich der Ansicht, dass ich London am besten beschreiben kann. Da ich kein besonders gutes bildliches Vorstellungsvermögen habe, ist es mir eine große Hilfe, dass ich einfach nur aus dem Fenster sehen muss! Außerdem ist London der ideale Schauplatz für ein Buch, in dem es um die verschiedenen Beziehungen zwischen vielen unterschiedlichen Figuren geht. In London ist alles möglich, und die verrücktesten Gestalten können auftauchen.

4. Ihr Roman beschreibt das Schicksal von elf grundverschiedenen Personen. Haben Sie sich da reale Menschen zum Vorbild genommen, vielleicht Freunde oder Bekannte?
Mark Watson: Meine Figuren haben alle etwas mit Menschen, die ich kenne oder mal getroffen habe, gemeinsam, aber ich würde eine Romanfigur niemals nur einer einzigen echten Person nachempfinden. Da ist mir das Risiko zu groß, dass man sich beim Schreiben nur an dieser Person orientiert und die Kreativität darüber vergisst. Daher lasse ich in meinen Figuren immer mehrere reale Menschen miteinander verschmelzen.


5. Wie lange haben Sie gebraucht, um auf diesen ganz besonderen Kniff – die verhängnisvolle Kettenreaktion von Ereignissen – zu kommen? Haben Sie diesen Einfall während des Schreibens entwickelt oder die Handlung von Anfang an danach geplant?
Mark Watson: Alles hat mit dieser Idee angefangen. Ich wollte schon immer ein Buch über ein Ereignis schreiben, das eine ganze Reihe von Konsequenzen nach sich zieht. Es geht um die Frage, ob man an wichtigen Ereignissen teilnehmen will oder nicht. Danach musste ich mir nur noch eine Geschichte ausdenken, in der die Hauptfigur sich genau mit diesem Problem beschäftigt.

6. Ist Ihnen im wahren Leben schon mal etwas Ähnliches passiert? Haben Sie schon mal gedacht, „Verdammt, das passiert jetzt nur, weil ich (nicht) …“
Mark Watson: Dazu fällt mir eine ziemlich schräge Geschichte ein: Meine Frau wurde anfangs nicht zum Studium zugelassen, weil irgendjemand auf die falsche Taste gedrückt und ihr damit die falsche Note für eine Prüfung zugeteilt hat. Sie musste ein Jahr warten, bis sie sich erneut bewerben durfte. Wäre das nicht passiert, hätten wir uns wohl nie kennengelernt. Aber so ist das ja in allen Beziehungen – es ist einfach Glück, dass man sich über den Weg läuft. Trotzdem – schon komisch, wenn man darüber nachdenkt, dass mein Leben ganz anders verlaufen wäre, wenn die Sekretärin die richtige Taste gedrückt hätte.

7. Xavier Ireland, die Hauptfigur Ihres Romans, ist ein fanatischer Scrabble-Spieler. Haben Sie neben Ihren vielen Berufen auch Hobbys, die Sie ebenso leidenschaftlich verfolgen?
Mark Watson: Ich bin sehr sportbegeistert – wenn ich nicht gerade mit meinem kleinen Sohn beschäftigt bin, sehe ich mir ununterbrochen das Sportfernsehen an. Außerdem trinke ich gerne Wein, aber ich weiß nicht, ob das ein Hobby oder eher eine Charakterschwäche ist.

8. Was können die Leser aus Ich könnte am Samstag lernen? Soll einen das Buch optimistisch oder pessimistisch stimmen?
Mark Watson: Na, hoffentlich optimistisch. Schließlich geht es darum, dass jeder Mensch Veränderungen anstoßen kann, selbst wenn er sich dessen gar nicht bewusst ist. Aber ich glaube nicht, dass man aus einem Roman etwas ‚lernen‘ sollte. Es lag jedenfalls nicht in meiner Absicht, den Lesern eine Lektion zu erteilen oder eine bestimmte Moral zu vermitteln. Der Leser hat das Recht, sich seine eigene Meinung zu bilden. Da hat der Autor nichts zu sagen.

9. Sie sind für Ihre Marathon-Vorstellungen bekannt und haben 2010 eine Tournee mit 50 Auftritten vor bis zu 60.000 Zuschauern hingelegt. Was gefällt Ihnen am besten daran, und woher nehmen Sie die Kraft, das durchzustehen?
Mark Watson: Das Schönste daran ist die Vielfalt – man lernt verschiedene Teile des Landes kennen und steht jedes Mal vor einem anderen Publikum. Außerdem reise ich gerne. Wenn es zu anstrengend wird, verlasse ich mich auf meinen Tourmanager Giles, der mir dann mit Rat und Tat zur Seite steht. Er ist so ähnlich wie Murray in Ich könnte am Samstag, hat nur mehr Humor und mehr Glück bei den Frauen.

10. Ist denn schon das nächste Buch in Planung? Wird es eine Fortsetzung von Ich könnte am Samstag (das ja ein offenes Ende hat) werden oder ganz etwas anderes?
Mark Watson: Ich habe meinen nächsten Roman schon geschrieben, und er wird Ende 2012 unter dem Titel Überlebensgroß in Deutschland erscheinen. Es ist eine ziemlich düstere Familiengeschichte über einen Hochzeitsfotografen – teilweise sehr lustig, aber insgesamt viel ernster als Ich könnte am Samstag. Aber ich glaube, dass jeder, der Ich könnte am Samstag gelesen hat, auch von diesem Buch nicht enttäuscht sein wird.


11. Angeblich sind Sie ja Fußballexperte. Daher die letzte Frage: Was ist Ihre Lieblingsmannschaft?
Mark Watson: Bristol City natürlich. Die spielen zwar nur in der zweiten Liga, aber ich bin mit diesem Team aufgewachsen und muss es einfach unterstützen. Außerdem bin ich Fan der englischen Nationalmannschaft, obwohl sie ständig gegen die Deutschen verliert.