Leserstimmen zu
Böses Blut

Robert Galbraith

Die Cormoran-Strike-Reihe (5)

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Wow, ganz schön dick und schwer, dieses Buch. Das war mein erster Gedanke, als ich Böses Blut von Robert Galbraith in der Hand hatte. 1200 Seiten sind für einen Krimi ja nicht gerade üblich. Daraus machen andere Autor:innen eine Trilogie. Der nächste Gedanke war: What? Wie konnte ich übersehen, dass Robert Galbraith ein Pseudonym von J.K. Rowling ist?! Tatsächlich habe Harry Potter weder gelesen noch habe ich die Filme je geschaut. Fantasy ist nicht so meins. Trotzdem hat dieser Bezug meine Erwartungshaltung natürlich angehoben. Und ich wurde nicht enttäuscht. Böses Blut ist Band fünf der Cormoran Strike Reihe von Robert Galbraith, was meiner Leselust aber keinen Abbruch tat. Die diversen Hinweise, wie Robin Ellacott und Cormoran Strike Geschäftspartner wurden, machen zwar durchaus Lust auf mehr, um Böses Blut verstehen und genießen zu können, muss man die Vorgänger aber nicht gelesen haben. Dafür ist sicher auch der exzellente Schreibstil verantwortlich. Die Autorin beschwor in meinem Kopf spielerisch leicht Bilder herauf, hat mich die Seeluft riechen und das Kribbeln und die Unsicherheit zwischen Robin und Cormoran spüren lassen. Kurz: Das Buch hat mich wirklich abgeholt. Ausgestiegen bin ich nur bei den allzu grotesken Aufzeichnungen Talbots. Die wirre Mischung aus unterschiedlichen Horoskopen, Tarotkarten und sonstigem Hokuspokus war mir zu viel. Zu solchen Dingen fehlt mir der Bezug. Aber das ist auch schon alles, was ich auszusetzen habe. Böses Blut lohnt sich. Spannende Verwicklungen, sehr lebendig gezeichnete Charaktere und ein Ende, auf das ich definitiv nicht gekommen wäre.

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Cormoran Strike hat alle Hände voll zu tun: Fälle warten auf die Aufklärung, seine Tante Joan hat Krebs und braucht während der Chemotherapie Unterstützung - und dann ist da noch Anna, die ihn darum bittet, das Verschwinden ihrer Mutter Margot Bamborough zu untersuchen. Das Problem: sie ist 1974 unter mysteriösen Umständen verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Strikes Neugier ist geweckt und zusammen mit Robin macht er sich auf die Suche nach neuen Beweisen, Augenzeugen und Unstimmigkeiten in den damaligen Ermittlungen... „Insofern waren die Rosen nicht nur für Joan, sondern auch eine Botschaft an ihn: Du bist nicht allein, sagten sie ihm, du hast dir etwas aufgebaut, und obwohl es zugegebenermaßen nicht die Familie ist, gibt es doch Menschen, die auf dich warten." S. 733 Die große Stärke des Buches? Der flüssige und angenehme Schreibstil von Rowling. Sie schafft es immer wieder, Welten zu erschaffen und Leser*innen darin gefangen zu nehmen. Auch der Fall selbst hat schöne Momente, denn es ist interessant zu sehen, wie nach 40 Jahren neue Beweise gefunden werden können, alte "Beweise" sich als Lügen herausstellen und sich so langsam ein völlig neues Bild zusammensetzt. Außerdem geht es dieses Mal auch viel um Zwischenmenschliches: die krebskranke Tante, die Scheidung von Robin, die unterdrückten Gefühle zwischen Robin und Strike... Das ist schön, mitzuverfolgen. Zumindest meistens. „Jeder in diesem Zimmer hat schon mal etwas gesagt oder getan, was er im Nachhinein bitter bereut hat. Jeder von uns." S. 561 Denn damit kommen wir schon zu den Schwächen des Wälzers - zumindest das, was ich persönlich als solche empfinde. Zum einen wäre da die schiere Endlosigkeit des Buches. 1200 Seiten! Als ich den Krimi ausgepackt habe, bin ich aus allen Wolken gefallen - so dick hatte ich es nicht erwartet. Und ich liebe dicke Bücher, keine Frage! Aber hier hätte man wirklich vieles einsparen können. Gerade zu Beginn hatte ich oft das Gefühl, ständig auf der Stelle zu treten, einfach nicht vorwärtszukommen... Endlose, detaillierte Beschreibungen der Umgebung, lange Gespräche (die meistens in einer Kneipe stattfinden) - und dann eben sehr oft Privates, was mich oft interessierte, mich aber irgendwann auch denken ließ: "Kann ich jetzt bitte mal etwas über denn Fall erfahren? Ich habe 300 / 400 / 700 Seiten hinter mir und das Gefühl, nichts zu wissen!". Es hat sich teilweise einfach seeeeehr lange gezogen, auch wenn der Cold Case an sich sehr interessant und spannend war. Es war schlichtweg zu viel. Zu viel von allem: Zu viele Seiten. Zu viel Handlung. Zu viele Personen mit zu vielen Hintergrundgeschichten. Ich hatte nach einer Weile ein Gefühl von Überforderung i.S.v. "Wer war das jetzt nochmal? Welche Rolle spielt der oder die? Was hat das mit dem zu tun? Welcher Vorname gehört zu welchem Nachname und welchem Kosename?". Das war anstrengend. Ermüdend. Und hat mir den Spaß am Lesen des Buches genommen. „Wieso verlangten diese Männer von ihr, dass sie deren schmutzige Geheimnisse für sich behielt?." S. 447 Mehrmals war ich versucht, das Buch einfach wegzulegen. Warum ich es trotzdem - ja mich manchmal geradezu durchgequält habe? Wegen des Vorwurfs, dass das Buch transphob sei. Die Äußerungen von J. K. Rowling auf Twitter & Co. halte ich ohne Zweifel für transfeindlich, aber ist es das Buch auch? Gekauft hätte ich es mir nicht, weil ich die Autorin nicht weiter unterstützen möchte, aber als ich das Buch zufällig auf Lovelybooks sah, wollte ich mir dann doch selbst ein Bild machen. Es geht also um den Serienmörder Dennis Creed, ein Psychopath, der mehrere Frauen vergewaltigt und brutal ermordet hat. Er konnte sie überwältigen, indem er sich als Frau verkleidete und so harmlos wirkte. Es wird nicht weiter erläutert, ob Creed Transgender oder queer ist, seine Figur ist einzig und allein darauf ausgelegt, seine Opfer durch die Verkleidung in Sicherheit zu wiegen. Ohne Rowlings vorherigen Aussagen wäre dieser Charakter wohl nicht weiter erwähnenswert, aber so ist er es. Denn ja, im Licht ihrer transphoben Kommentare sieht man Creed anders. Ich habe ihn selbst nicht als Transgender gelesen, eher so, dass er es ausnutzt, seine Opfer zu täuschen. Und das wiederum kann ein schlechtes Licht auf trans Menschen werfen, die ihre Identität leben, während Creed diese ausnutzt wie ein Kostüm, eine Rolle, die er spielt, um damit Schaden anzurichten. Das schürt Angst. Fördert Klischees und Vorurteile. Und ist verletzend. Die Romanfigur Dennis Creed für sich genommen ist meines Empfindens nach nicht transfeindlich, aber zusammen mit Rowlings Aussagen ist sie mehr als bedenklich. Fazit Interessanter Cold Case-Fall, aber leider sehr, sehr langatmig. Auch wenn der Fall selbst spannend und der Schreibstil von Rowling wie immer toll zu lesen war, konnte beides die Langatmigkeit nicht rausreißen. Außerdem ist die Figur von Dennis Creed in Kombination mit Rowlings Aussagen sehr kritisch zu betrachten. https://lucciola-test.blogspot.com/2021/02/books-robert-galbraith-boses-blut.html

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Cold Case

Von: Arh

19.02.2021

"Böses Blur" ist bereits der fünfte Fall für Cormoran Strike, aber sein erster Cold Case. Nachdem ihn in Cornwall eine Frau angesprochen hat und ihn bat ihr bei der Suche nach ihrer Mutter zu helfen ist seine Neugier geweckt. Und so macht er sich mit seiner Arbeitspartnerin Robin Ellacott an die Arbeit... Es geht hier nicht nur um den Fall der vermissten Ärztin aus den siebziger Jahren, der komplett aufgerollt wird und einiges ans Licht bringt. Auch die Beziehung zwischen Strike und Ellacott entwickelt sich weiter und wird vertieft. Spannend erzählt, wird der Leser oft in die Irre geführt bis er auf die Lösung stößt. Das Buch ist mit über 1000 Seiten nicht mal schnell ausgelesen, ein richtiger Wälzer. Aber es lohnt sich auf jeden Fall! Ich mag Bücher, die man nicht an einem Tag ausliest. Schade nur, dass man immer so lange auf den nächsten Fall warten muss. Aber leider schreibt sich so ein Buch ja nicht von heute auf morgen. Das Warten auf eine Fortsetzung hat sich bis jetzt auf jeden Fall immer gelohnt! J.K. Rowling alias Robert Galbraith ist einfach eine gute Schriftstellerin!

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Sehr spannend

Von: Nikmaxkatze

10.02.2021

Ich habe auch die anderen Krimis von Robert Galbraith gelesen aka J.K.Rowling und muss sagen, dass dieser sich gut an die Vorgänger anschließt. Die Geschichte ist sehr spannend und lässt sich leicht lesen! Und auch das Zwischenmenschliche kommt nicht zu kurz!

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Das ist mein erstes Buch aus der Cormoran Strike Reihe. Aber man kann die Bücher ganz unabhängig voneinander lesen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir grundsätzliche Informationen gefehlt haben. Man muss sich bewusst machen, dass das Buch 1200 Seiten hat, das ist natürlich nicht Jedermanns Sache. Die Geschichte an sich ist hochspannend. Der Fall ist super inszeniert und als Leser kann man richtig mitraten. Viele handschriftliche Notizen und Auszüge aus Büchern helfen dabei. Natürlich gibt es auch einige Hinweise, die sich hinterher als belanglos oder irreführend herausstellen. An und für sich passierte mir im Buch ein wenig zu viel, sodass zwar immer der Fokus auf dem Fall lag, aber das Drumherum mich schon auch mal verwirrt hat und es ein wenig unübersichtlich machte. Man kann trotzdem sehr schlecht aufhören zu lesen, weil es einfach ungemein spannend ist.

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Gewaltig gut!

Von: Ro_Ke

03.02.2021

Meine Meinung: Der neue Fall für Cormoran Strike wurde bereits vor Veröffentlichung lautstark mit dem Vorwurf konfrontiert, das sich darin, bzw. insbesondere in der Darstellung des Täterbildes, das transphobe Meinungsbild der Autorin J. K. Rowling widerspiegelt und es wurde sogar dazu aufgerufen, dieses Werk sowie den Verlag zu boykottieren. Wie man hier sieht, habe ich mir eine eigene Meinung gebildet und empfinde diese Vorwürfe als völlig haltlos. Wer die überraschende Auflösung des Falles kennt, wird dem sicher zustimmen können. Es stellt sich vielmehr die Frage, ob/wie es diesem Krimi wohl gelingen wird, über die genreuntypische Länge von knapp 1200 Seiten, durchgehend die Spannung aufrechtzuerhalten und dabei einen Unterhaltungswert zu liefern. Da es neben dem Cold Case auch zu weiteren Ermittlungen kommt, gibt es im Verlauf der Handlung gleich mehrere interessante Spannungsebenen und auch mit ihren Privatleben bieten Cormoran und Robin einzelne und gemeinsame Entwicklungen, die ich bis zu den letzten Zeilen sehr gebannt verfolgt habe. Wie in den Vorgängerbänden werden einzelne Schauplätze, Räume oder scheinbar "unwichtige" kleinere Szenen sehr ausführlich/detailliert beschrieben, was diesen ein sehr klares und lebendiges Bild verleiht. Mir hat dieser "ganzheitliche" Blick auf das Geschehen und die Figuren sowie ganz besonders die umfassende Darstellung der Detektivarbeit sehr gefallen und ich habe das "entschleunigte" Lesen absolut genießen können. Fazit: Ein Krimi, der es tatsächlich schafft, über 1200 S. bestens zu unterhalten! An mancher Stelle zwar ausschweifend aber dafür sehr lebendig.

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Tolle Krimi-Serie

Von: Doris67

02.02.2021

Ich habe vorher keines der Bücher um Cormoran Strike gelesen. Aufgrund des angenehmen Schreibstils findet man sich schnell ein. Spannende fast 1000 Seiten, die mit kürzer vorkamen!

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Dieses Buch - mit stolzen 1200 Seiten - ist mein erstes tausendseitiges im Jahr 2021. Und es ist wirklich gelungen! Ein spannender Roman über einen Fall, der vor 40 Jahren passiert ist. In vielen Fällen bin ich kein Fan von solchen "cold cases", aber in diesem Fall ist es der Autorin wirklich gut gelungen, die Geschichte spannend wieder aufzurollen und nebenher noch eine Menge Inhalte einfließen zu lassen, die mein Schottlandherz höher schlagen lassen. Außerdem zeichnet die Autorin ihre Charaktere gelungen (weiter): besonders Comoran wandelt und entwickelt sich von einer zur anderen Klappe des Hardcover-Umschlags. Doch da gibt es noch eine Sache: Hinter dem Pseudonym Robert Galbraith steckt die Potter-Autorin Joanne K. Rowling. Rowling hat im vergangenen Jahr einen Skandal rundum eine transphobische Äußerung hinter sich bringen müssen und in diesem Zusammenhang ist auch ihr Pseudonym echt … skandalös: Robert Galbraith Heath war ein Psychiater, der in den 1950 eine Konversationstherapie entwickelt hat. Fraglich, warum man sich von einer solchen Person den Namen leiht.

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