Leserstimmen zu
Die Schatten

Guillermo del Toro, Chuck Hogan

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New Jersey 2019: Die junge FBI - Agentin Odessa Hardwick wird mit ihrem erfahrenen Kollegen und Mentor Walt Leppo zu einem grausamen Mordfall gerufen. Ein Familienvater hat nach einem Amoklauf auch seine gesamte Familie bis auf die kleine Tochter ermordet. Als die Agenten das Haus betreten, will sich Leppo um das Kind kümmern, attackiert es dann jedoch mit einem Messer, woraufhin seine Kollegin ihn erschießen muss. Da Odessa glaubt, im Moment seines Todes einen Schatten zu bemerken, der den Körper ihres Kollegen verlässt, beginnt sie zu recherchieren und stößt auf pensionierten Agenten Earl Solomon, der in den frühen 1960ern einen ähnlich mysteriösen Fall hatte… Drehbuchautor und Regisseur Guillermo del Toro und Autor Chuck Hogan sind ein mittlerweile bewährtes und gut aufeinander eingespieltes Team. Bereits mit der Strain-Trilogie, die später auch als TV-Serie adaptiert wurde, erzielten sie einen großen Erfolg. Mit Die Schatten - Die Blackwood-Aufzeichnungen folgt nun, etwa 10 Jahre nach ihrer ersten Zusammenarbeit, der Start einer neuen Buchreihe. Auch hier zeigt sich, dass sich die sehr bildhafte Kreativität des Filmemachers und das sprachliche Können des Schriftstellers sehr gut ergänzen. Natürlich kann man Hogan vorwerfen, kein literarischer Feingeist zu sein und Del Toro in seinem inhaltlichen Aufbau eindeutig auf eine gute filmische Umsetzbarkeit schielt, aber das ist prinzipiell erstmal nicht verkehrt. So haben wir mit Die Schatten - Die Blackwood-Aufzeichnungen einen sehr temporeichen, bildhaft geschriebenen Mystery-Thriller, der sich mit Okkultismus, Dämonen und dem Übernatürlichen auseinandersetzt und dies in eine sehr dynamische und actionreiche Geschichte verpackt, die auf verschiedenen Zeitebenen spielt. Die Figuren sind auf einem ausreichenden Niveau skizziert, bieten aber noch genug Möglichkeiten, in den höchstwahrscheinlich folgenden Geschichten weiter ausgebaut zu werden. Auch die Geschichte, die ein wenig an den alten Denzel Washington-Film Dämon erinnert, ist spannend und unterhaltsam erzählt, lässt aber noch bewusst den Spielraum für weitere Geschichten und wirkt dadurch ein bisschen, wie der Pilotfilm zu einer kommenden Serie. Mich hat Die Schatten - Die Blackwood-Aufzeichnungen gut unterhalten, auch wenn man aus literarischer Sicht natürlich schon weitaus filigraneres gelesen hat. Hätten wir gerade Sommer, würde ich es als perfekte Urlaubslektüre bezeichnen. Die Schatten - Die Blackwood-Aufzeichnungen 1 (Originaltitel: The Hollow Ones - John Silence Book 1, USA 2020) erscheint bei Heyne als geprägtes Paperback mit Klappenbroschur und schwarz gefärbten Seitenrändern in einer Übersetzung aus dem Amerikanischen von Kristof Kurz. Mit Die Schatten - Die Blackwood-Aufzeichnungen liefern Guillermo del Toro und Chuck Hogan einen so faszinierenden, spannenden wie kurzweilig- unterhaltsamen Einstieg in eine neue Mystery-Reihe, deren Figur des Okkultismus-Ermittlers Hugo Blackwood (der offensichtlich an den Esoteriker und Theosophen Algernon Blackwood angelehnt ist) deutlich interessanter ist, als die FBI - Agentin Odessa Hardwick. Ein Roman mit viel Potenzial, bei dem man gespannt sein kann, wie es sich entwickeln wird.

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