Rezensionen zu
Die Telefonzelle am Ende der Welt

Laura Imai Messina

(18)
(2)
(0)
(0)
(0)
€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

melodisch wie japanische Geschichtenerzähler

Buchhandlung beim Augarten Inh. Dr. Lieselotte Stalzer

Von: Lieselotte Stalzer aus Wien

24.02.2021

In ein schlichtes Cover verpackt, erzählt Laura Imai Messinas Roman von einem Ort im Nordosten Japans, Otsuchi. Die japanische Küstenstadt wurde 2011 von einem Erdbeben und dem nachfolgenden Tsunami besonders hart getroffen. Nahezu jeder Bewohner verlor damals zumindest einen ihm nahestehenden Menschen. Auf einer Anhöhe, in einem stimmungsvollen Garten mit Blick auf den Pazifischen Ozean, steht eine weiße Telefonzelle. In dieser wiederum befindet sich ein altes, nicht angeschlossenes Wähltelefon, mit dem Trauernde Verbindung zu ihren Verstorbenen aufnehmen können. Yiu, eine Radiomacherin, hat durch den Tsunami ihre Mutter und ihre kleine Tochter verloren. Während sie eine Sendung über Trauer moderiert, wird ein Zuhörer zugeschaltet, der auf die Frage, wie er über den Verlust hinwegkommt, von diesem Telefon des Windes erzählt. Yiu nimmt spontan Urlaub und fährt von Tokio an die Küste, um den Garten aufzusuchen. „An jenem ersten Tag in Bell Gardia war es Yiu lieber, erst einmal nur zuzusehen und zu schauen, was passierte. In dem Garten flüsterte es ohne Unterlass, als fänden auf dieser Partitur von begrüntem Land die Stimmen aller Nachbardörfer zu einem einzigen Chor zusammen.“ Bereits beim ersten Mal lernt sie den Arzt Takeshi kennen, der den Tod seiner Frau verarbeiten muss. „Sie verabschiedeten sich mit einer Herzlichkeit, die keinem von beiden übertrieben schien. Vielmehr spürten beide, dass sie einander in gewisser Weise gefunden hatten, wie zwei Gegenstände, die in den Tiefen einer wohlgefüllten Tasche zufällig nebeneinanderliegen.“ „Die Telefonzelle am Ende der Welt“ ist ein romantisches Buch, eine Liebesgeschichte mit philosophischen Wurzeln und mit Respekt vor Verlust, Trauer und den Toten. Die in Japan lebende und verheiratete italienische Schriftstellerin Laura Imai Messina erzählt mit leisen und doch eindringlichen Worten; melodisch wie japanische Geschichtenerzähler gelingt es ihr, die Angst vor dem Tod eines geliebten Menschen zu nehmen. Obwohl es nie einfach ist, über den Tod zu sprechen, macht sie Leserinnen und Lesern mit folgenden Worten Mut: „Yiu begriff, dass das Unglück immer Fingerabdrücke des Glücks auf sich trägt, und dass auch die Menschen, die uns beigebracht haben, zu lieben und gleichermaßen glücklich und unglücklich zu sein, solche Fingerabdrücke auf unserem Inneren hinterlassen haben.“ Auch aufgrund der zurückhaltenden und einfühlsamen Übersetzung von Judith Schwaab ein lesenswertes Buch im Frühjahr 2021.

Lesen Sie weiter

Absolut fesselnd

Bücher Friedrich Pustet GmbH & Co. KG

Von: Bücher Pustet aus Augsburg

23.02.2021

Eine berührende Geschichte über Verlust mit überaus feinfühlig beschriebenen Figuren. Gelungene Unterhaltung.

Lesen Sie weiter

Genau das richtige in diesen Zeiten

Buchhandlung Winnemuth eK

Von: Julia Erlen aus Hann. Münden

15.02.2021

Ich will nicht zu viel verraten, außer, dass ich das Buch von der ersten Seite an sehr gemocht habe. Ich finde es poetisch und sehr lebensbejahend. Genau das richtige in diesen Zeiten.

Lesen Sie weiter

zu Herzen gehend

Buchhandlung Kreutzer am Markt

Von: Thomas Urmoneit aus Schwabach

13.02.2021

Ein wunderschönes, tiefgründiges und zu Herzen gehendes Buch.

Lesen Sie weiter

Rundum ein richtig schönes und hoffnungsvolles Buch!

Heinrich Hugendubel GmbH & Co. KG

Von: Anja Sabrowsky aus Mainz

11.02.2021

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist zwar auf der einen Seite ein trauriges Thema, aber es hat mich nicht deprimiert. Im Gegenteil, es ist immer etwas Hoffnung zu spüren. Aus etwas Verlorenem kann wieder etwas Neues und Schönes entstehen. Auch zeigt einem diese Geschichte, dass jeder seine Trauer anders verarbeitet und man sollte das respektieren. Mir haben auch die kurzen Zwischenkapitel mit den Zusatzinfos gefallen. Die Post-Its von flüchtigen Gedanken und Erinnerungen. Auch das Glossar mit den japanischen Begriffen ist für mich eine echte Bereicherung. Rundum ein richtig schönes und hoffnungsvolles Buch!

Lesen Sie weiter

Dieser Roman entführt uns in eine andere Kultur und handelt von einer Telefonzelle, die es tatsächlich gibt. Sie steht in einem Garten an der japanischen Küste und hat überhaupt keinen Anschluss. Dennoch wird sie viel besucht, denn hier sprechen trauernde Menschen mit ihren toten, vermissten oder verschwundenen Angehörigen. Es ist die (Liebes-)Geschichte von Yui und Takeshi, die einander dort bei ihrem ersten Besuch kennenlernen. Beide kommen aus Tokyo und nehmen jeweils eine stundenlange Autofahrt in Kauf, um zu diesem besonderen Ort zu gelangen. Die Radiomoderatorin Yui hat bei dem Tsunami 2011 ihre Mutter und ihre kleine Tochter verloren, Takeshis Frau ist an Krebs gestorben, er hat noch eine kleine Tochter, die seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr spricht. Erzählt wird von der behutsamen Annäherung der beiden Hauptfiguren, die einander zuerst gute Freunde werden, die einmal im Monat gemeinsam die weite Reise machen und während der Fahrt einander besser kennenlernen. Der Roman erzählt die Geschichte fortlaufend in den jeweils ungeraden Kapiteln, in den geraden gibt es interessante Exkurse, mal wichtig und mal weniger wichtig, aber immer unterhaltsam und wissenswert, Fußnoten ähnlich. Im Anhang befindet sich auch noch ein Glossar der japanischen Begriffe, die verwendet werden, sodass der Leser Einblicke in die japanische Kultur erhält. Mit hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist durchdrungen von der Melancholie, die das Thema Trauer mit sich bringt, hat aber dennoch eine ruhige und positive Grundstimmung, die mich nach der Lektüre glücklich zurücklässt.

Lesen Sie weiter

Die Kraft des Lebens

Buchhandlung Manfred

Von: Dagmar Rose aus Leverkusen

04.02.2021

Die Telefonzelle am Ende der Welt ist ein real existierender, wunderbarer Ort, der Menschen bei ihrer Trauerbewältigung hilft, jedem auf seine ganz eigene Art. ‚VORSICHT Spoiler!’ Wir begleiten vor allem Yui, die beim Tsunami einen großen Verlust erlitten hat, und sich Stück für Stück durch diesen wundersam aufgeladenen Ort aus ihrer Alltagsbewältigung heraus wagt und sich Menschen öffnet, die ihren Alltag positiv verändern. Sie lässt sich auf die Entwicklung ein, die sie in ihrer Resilienz stärkt, auch wenn es ein langsamer Prozeß ist. In den Zwischenkapiteln erfährt der Leser liebenswerte Details, meist in Listenform, die die Personen des Romans im Leben verankern. Eine zarte Geschichte, die Hoffnung gibt. Unbedingt lesenswert!

Lesen Sie weiter

Berührend auch ohne Tränen

Buchhandlung Moller e.K. Inh. Susanne Kinne

Von: Leonie Hensel aus Bad Lauterberg

03.02.2021

Dieses Buch beschreibt mit größter Sensibilität, ohne auf die Tränendrüse des Lesers zu drücken, wie verschieden Menschen Verluste erleben und mit ihnen umgehen. Unterschiedliche Charaktere, alle mit viel Charme, lassen den Leser nicht mehr los. Wunderbar geschrieben und wunderbar umgesetzt. Wird in unserer Buchhandlung einen Sonderplatz erhalten.

Lesen Sie weiter