Leserstimmen zu
How To Be an Antiracist

Ibram X. Kendi

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Zum Inhalt: Ibrahim X. Kendi ist aktuell der umstrittenste Rassismusforscher unserer Zeit. Wie der Titel schon sagt, geht es in seinem neuesten Buch um den effektivsten Weg, Rassismus zu begegnen. Nicht rassistisch zu sein, genügt nach Kendis Ansicht nicht. Denn im Kern seien auch diskriminierungsfeindliche Ansätze, die die Aufhebung sozialer Benachteiligung fordern, immer noch rassistisch, da sie mit Assimilation einhergehen. Vielmehr zeigt Kendi, dass unsere Gesellschaft einen deutlichen Wandel zum Antirassismus durchlaufen muss. In diese hitzige Diskussion sind zudem autobiographische Anekdoten aus dem Familienleben und der Kindheit Kendis eingebettet, womit der Autor direkte Vergleiche zieht und Beispiele aus dem realen Leben für seine Thesen liefert. Meine Leseerfahrung: "Wie im Kampf gegen eine Sucht erfordert Antirassismus ständige Selbstkontrolle, kontinuierliche Selbstkritik und regelmäßige Selbsterforschung." Ich habe bisher kein aufrichtigeres Buch über Rassismus gelesen, das den Kern der Thematik dermaßen gut erfasst und die unterschiedlichen Facetten von rassistischer Gesinnung so punktgenau definiert. Kendi berichtet als Rassismusforscher überzeugend von Fallbeispielen, die er teilweise mit Anekdoten aus dem eigenen Leben unterstreicht. Angefangen von der Jugend seiner Eltern erzählt er aus der damaligen Zeit und was "Schwarzsein" in Amerika durch die Jahrzehnte bedeutet hat bzw. immer noch bedeutet. Dabei zeigt er auf, dass auch die Schwarzen nicht vor Rassismus gefeit sind. Denn rassistische Gedanken hat jeder, ganz gleich, welche Hautfarbe er hat. Wichtig ist, diese Einstellung zu erkennen und im Ansatz zu ändern. Kendi gibt dafür zunächst genaue Definitionen, woran man beispielsweise biologischen, kulturellen oder verhaltenstechnischen Rassismus erkennt. Auf der anderen Seite wird erklärt, wie ein Antirassist in derselben Position denkt und handelt. Diese Gegenüberstellung zeigt schon für sich, dass Rassismus ein grundlegendes Problem unserer Gesellschaft ist, das ausgemerzt werden muss. Besonders gut gefielen mir die historischen Fakten, die Kendi über die Ursprünge des ersten "Racializen" gibt. Beispielsweise war mir neu, dass die grundlegende rassistische Vorstellung im Sklavenhandel durch spanisch/portugiesische Kolonisatoren erfolgte, um ihre Geschäfte mit nur afrikanischen Menschen zu legitimieren. Dieses Buch gehört daher durchaus in die anspruchsvollere Kategorie der Rassismusliteratur und verlangt viel Aufmerksamkeit beim Lesen. Das Gelesene ist aber äußerst wichtig und nicht nur für die aktuelle Situation in der amerikanischen Gesellschaft relevant. Auch hier in Deutschland müssen wir uns fragen, ob wir alle uns genug Mühe geben, antirassistisch zu sein. Denn das ist notwendig, um Rassismus von Grund auf zu bekämpfen. Neutralität reicht hier definitiv nicht aus. Wer sich intensiv mit dieser Thematik beschäftigt, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Für mich persönlich hat Kendi völlig neue Blickwinkel aufgezeigt und meine Perspektive ein Stück weit verändert. Fazit: Kendi findet in diesem Buch deutliche Worte für rassistische Gesinnung und liefert mutige und resolute Lösungsansätze, die in der Zukunft für viel Diskussion sorgen werden. Zudem ist es äußerst prägend für die persönliche Weiterentwicklung jedes Menschen, um eine vorurteilsfreie Gesellschaft zu schaffen, und hat damit einen wichtigen Platz in der Rassismusliteratur.

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"Wer wirklich antirassistisch ist, ist auch feministisch. Wer wirklich feministisch ist, ist auch antirassistisch. Antirassistisch (und feministisch) sein heißt, die verschiedenen Race-Gender-Kategorien auf eine Ebene zu stellen und die Ungleichheiten zwischen diesen in der Politik des Gender-Rassismus zu erkennen." - Ibram X. Kendi, "How to be an Antiracist" Ibram X. Kendi setzt sich in seinem Buch "How to be an Antiracist" mit rassistischer Politik bzw. strukturellem Rassismus auseinander, aber auch mit individuellem Rassismus. Er nimmt die Lesenden mit in die verschiedensten Bereiche, in denen Rassismus auftritt, macht aber auch vor dem Zusammenspiel zwischen Rassismus und Kapitalismus, Rassismus und Sexismus sowie Rassismus und Homophobie nicht halt. Das Buch setzt sich aus persönlichen Erzählungen des Autors sowie die Einordnung seiner Erfahrungen in einen größeren Kontext des Rassismus zusammen. Als Leser*in kann man aus diesem Buch sehr viel mitnehmen. Es ist sehr, sehr komplex, lässt kaum ein Thema aus (was oft schwer erträglich war - aber so wichtig!) und gibt so einen wirklich gelungenen "Fahrplan" an die Hand, an dem man sich auf dem doch häufig sehr schweren Weg von der*dem Rassist*in zu der*dem Antirassist*in entlanghangeln kann. Gerade die Kapitel zu Feminismus und Gender waren für mich besonders interessant und heben nochmals hervor, wie wichtig Intersektionalität hier ist. Der Autor stellt seine Aussagen vorwiegend im Bezug auf die USA, die meisten Themen kann man aber problemlos auch auf Deutschland anwenden und so einige Denkansätze auf die eigenen Lebensumstände herunterbrechen. Das Buch ist ein Weckruf, das "Krebsgeschwür" Rassismus in sich selbst zu entdecken und Stück für Stück selbst zu entfernen. Genau so beschreibt es der Autor auch in seinem Buch. Er entkoppelt Rassismus mit weiß-sein und verfährt so auch etwa mit Sexismus und Homophobie. Er "diagnostiziert" bei sich selbst den Rassismus und geht dagegen an und nimmt die Leser*innen dabei durch sein Leben mit. Man muss aber beachten: das Buch eignet sich definitiv nicht für Menschen, die sich zuvor noch nie mit dem Thema Rassismus auseinander gesetzt haben. Dafür setzt es einfach zu viel Vorwissen voraus und ist auch zu weitgreifend und schwer verständlich. Man muss sich für die verschiedenen Kapitel und Themen viel Zeit nehmen, um sie verstehen zu können und einen Mehrwert daraus zu ziehen. An der ein oder anderen Stelle wühlt der Autor mir persönlich zu viel in seiner eigenen Geschichte. Ich hätte mir teilweise weniger Informationen aus seinem Leben und mehr allgemeine Informationen oder einfach etwas konkretere Aussagen gewünscht. So gingen manche Themen für mich fast im Gewühl aus Selbstreflexion und Anekdoten unter. Für meinen Geschmack wären wohl etwas kürzere und knappere Kapitel idealer gewesen, außerdem hat mich die Fülle an Fußnoten und Quellen (über 500) doch auch eher erschlagen als neugierig auf weiterführende Literatur gemacht. Insgesamt möchte ich "How to be an Antiracist" mit den oben genannten Einschränkungen empfehlen. Es ist wichtig, augenöffnend und sehr umfangreich. Wer schon einiges an Informationen zum Thema Rassismus gesammelt hat und noch tiefer in die Thematik einsteigen möchte, sollte hier definitiv einen (langen!) Blick rein werfen. Zum Schluss noch eine kleiner Apell an die Verlage: In "How to be an Antiracist" wurde die männliche und weibliche Form verwendet. Es ist von "Antirassistinnen und Antirassisten" die Rede. Das finde ich toll und ist ein sehr guter Anfang! Zukünftig würde ich mir aber wünschen, dass (mal abgesehen davon, dass für mich Gendern ÜBERALL ein Muss ist) das Gender-* genutzt wird, um auch weitere Geschlechter und Geschlechtsidentitäten typografisch sichtbar zu machen und vor allem auch anzusprechen.

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Ibram X. Kendi hat mit „How to be an antiracist“ ein Buch zum Thema Rassismus der anderen Art geschrieben. Es handelt sich um eine Mischung aus autobiographischem Inhalt und Sachbuch, in dem er seine eigene Lebensgeschichte in Hinsicht auf seine eigene Denkweise von seiner Kindheit bis heute aufrollt, analysiert und durch historische Erklärungen, literarische Zitate, Zahlen und Fakten ergänzt. Jedes Kapitel befasst sich mit einem anderen Thema, so werden Bereiche, wie Biologie, Verhalten, Klasse oder Gender angesprochen, jeweils eingeleitet durch Begriffsdefinitionen um den Leser den Einstieg zu erleichtern. In der Regel setzt sich ein Kapitel dann aus einer persönlichen Rahmengeschichte, die das Kapitel einleitet und beendet und zahlreichen Erklärungen und Belegen im mittleren Teil zusammen. Bemerkenswert ist dabei auch die Anzahl von Quellen, die er genutzt hat, insgesamt mehr als 500, die am Ende des Buches nochmal aufgelistet sind. In dieser Hinsicht waren es für mich persönlich jedoch fast etwas zu viele Zitate und weiterführende Hinweise, da sie im einzelnen oft nicht diskutiert und analysiert wurden, sondern oft nur angerissen wurden. Im Fokus des Buches steht natürlich der Rassismus in der USA, vieles lässt sich aber auch sehr gut auf Deutschland übertragen. Das Besondere an „How to be an antiracist“ war für mich die Tatsache, dass sich Kendi, der selbst Schwarz ist, eingesteht früher selbst ein Rassist gewesen zu sein, erklärt warum es seiner Ansicht nach nur Antirassisten oder Rassisten gibt und zeigt wie steinig seine persönliche Wandlung und der Weg zur Einsicht gewesen ist, wobei er auch seine eigenen „Fehler“ nicht beschönigt. Spannend fand ich auch die Bezüge zum Kapitalismus, zur Homophobie und der Politik, die er hergestellt hat. Durch die vielen Begriffe und Konzepte ist es nicht unbedingt geeignet für Leser, die sich noch nie mit dem Thema Rassismus beschäftigt haben, zudem sollte man sich als Leser die Zeit nehmen sich mit den einzelnen Themen und Sätzen zu befassen, die teilweise den Lesefluss etwas beeinträchtigen, da viele Anglizismen auf Grund fehlender Deutscher Übersetzung übernommen wurden und zudem durchgehend darauf geachtet wurde zu gendern, wodurch einige Sätze etwas schwerfällig geworden sind. Insgesamt ist „How to be an antiracist“ ein unglaublich aktuelles und wichtiges Buch, das aufrüttelt, zur Selbstreflexion anregt, auf teils konfrontantive Art und Weise die eigenen Fehler aufzeigt und ein absolutes must read für jeden ist, der sich mit der Thematik tiefgehender auseinandersetzen möchte.

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Das Thema Rassismus ist traurigerweise ja noch immer präsent: Ibram X. Kendi schafft eine gelungene Mischung aus historischen Informationen, eigenem Lebensweg bzw. antirassistischem Prozess und Einblick in die Welt als Person of Color. Für mich persönlich gibt es nur 2 Kritikpunkte: - Das Buch bezieht sich teilweise extrem stark auf die USA, was aber an der persönlichen Geschichte liegt. Es macht damit zwar wütend, man selbst hat aber wenig Anhaltspunkte, um etwas zu ändern. Ein paar Hinweise zur Lage in anderen Ländern hätte ich persönlich noch ganz gut gefunden. - Es werden sehr viele Definitionen erstellt bzw. geklärt, woraus teilweise holprige Wort-Konstellationen entstehen, die zusammen mit der „langen Genderung“ (also Nennung von weiblicher und männlicher Form) teilweise den Lesefluss erschwert und so dem Inhalt ein wenig den Raum stiehlt. Er geht insbesondere darauf ein, dass Rassismus vor allem in institutionalisierter Form, also als rassistische Politik bzw. Machtkonstruktut ein Problem darstellt. Unterschiede werden so zum Vorwand für Herabsetzung, Erniedrigung und Diskriminierung. Hier zieht er auch eine Vebrindung zum Kapitalismus, die mir persönlich mal wieder vor Augen geführt hat, dass die „westlichen Errungenschaften“ und der Wohlstand auf Kosten vieler anderer gehen. Ibram X. Kendi schafft es - im Gegensatz zu vielen anderen Autori:innen, die sich des Themas Rassismus annehmen - sich nicht als Opfer zu sehen. Vielmehr gibt er auch zu, dass rassistische Denkweisen jede:n mal einnehmen und man sich immer wieder darauf besinnen muss, dass wir mit Individuen zu tun haben, nicht mit „Vertreter:innen“ vermeintlicher ethnischer oder sonst wie kategorisierter Gruppen. Letztendlich ein Plädoyer für eine weniger wertende, vor allem nicht in Schubladen denkende Gesellschaft, die noch einiges zu lernen und auch wiedergutzumachen hat. Bücher über (Anti-)Rassismus sind unbequem, aber notwendig. So ging es mir auch mit diesem. Doch das daraus Gelernte ist unfassbar wertvoll.

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Im Buch „How to be an Antiracist“ erzählt Ibram X. Kendi in bewegender Art und Weise vom seinen eigenen Erfahrungen von Rassismus und arbeitet dabei auch ganz klar heraus, dass niemand, selbst er als Afroamerikaner, nicht davor gefeit ist, rassistisches Gedankengut zu hegen. Ganz im Gegenteil zur landläufigen Meinung. Auch damit räumt dieses Buch auf eine fesselnde Art und Weise mit einer schonungslosen Selbstreflexion des Autors selbst auf und lässt dem Leser nur noch wenig Raum für ein „Verkriechen in der Komfortzone“, wohin wir wohl alle gerne entschwinden wollen würden, Anbetracht dieses durchaus unbequemen Themas... Ein wirklich empfehlenswertes Buch, wenn man mehr über das Themenfeld ‚Rassismus‘ erfahren möchte und ein für alle mal mit falschen Klischees abschließen will.

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Ein bisschen zuviel „Denglisch“

Von: Susanne

26.10.2020

Mit „How to be an Antiracist“ hat Ibram X. Kendi zweifelsohne ein sehr interessantes, lehrreiches und zum Nachdenken anregendes Werk geschaffen. Sehr gut hat mir gefallen, dass sich seine Biografie wie ein roter Faden durch das Sachbuch zieht. Auch kommt viel Geschichtliches vor - hier habe ich einiges gelernt. Was mir gar nicht gefallen hat ist die deutsche Übersetzung. Viel zu viel „Denglisch“ (Gleichstellung aller Races, racial Gruppen, Color-Blindheit etc.). Außerdem hat sich mir die Frage gestellt, warum „Schwarz“ normal geschrieben wurde, „weiß“ aber klein und kursiv.... Und bei dem bisher mutigsten Buch über Rassismus erwarte ich doch wenigstens in den historisch belegten Zitaten, dass das Wort Neger nicht mit N* umgangen wird.......

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Dieses Buch gibt tiefen Einblick in die Geschichte der Vereinigten Staaten und wie der Rassismus tief in den Strukturen und der Politik lebendig gehalten wird. Ibram erzählt seine Entwicklung vom Rassist zum Antirassist. Er selbst schwarz musste im Laufe seines Aufwachsens feststellen, daß er selbst rassistisches Gedankengut pflegt. Eine anspruchsvolle Lektüre, um selbst mit allen Facetten, mit wichtigen Fachbegriffen und Antirassistischen Bezeichnungen, sich auf den Weg zum Antirassisten zu machen.Ibram lässt uns an seinem Leben teilhaben und seine private Erfahrungen decken sich mit seinen Erfahrungen die er selbst mit Rassismus machen muss. Ein Buch das einem sehr tief aufrüttelt und jeder lesen sollte. Es ist ein Buch, daß uns aufrüttelt und sensibel macht für Themen die viele Jahre zur Heilung benötigen und alle Menschen auffordert Antirassist zu werden. Es reicht nicht mehr nichts zu tun. Wir alle müssen dafür aufstehen um eine Transformation zu beginnen.

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In dem Buch werden Aspekte zum Thema Rassismus behandelt über die ich mir persönlich noch keine Gedanken gemacht habe. Das Buch regt zum Nachdenken und Hinterfragen an. Beispiele aus der persönlichen Lebenssituation des Autors lockern auf und verdeutlichen die Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit dieses brisanten Themas. Allerdings bezieht sich das meiste auf die USA, dem Lebensort des Autors. Auch manche Begriffe sind (bewusst) nicht übersetzt worden. Daher denke ich, dass dieses Buch in der Originalsprache zu lesen noch ein wenig besser wäre. Etwas schwierig finde ich auch die "Bandwurmsätze" - stellenweise erstrecken sie sich fast über die Länge einer halben Seite und man muss den Satz mehrfach lesen um den Sinn zu verstehen.

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