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Rezensionen zu
Friday Black

Nana Kwame Adjei-Brenyah

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€ 20,00 [D] inkl. MwSt. | € 20,60 [A] | CHF 28,90* (* empf. VK-Preis)

In neun Kurzgeschichten, die mal realistischer und mal dystopischer daherkommen, beschreibt der Autor das Leben als person of color im heutigen Amerika. Mit kraftvollen Worten und noch viel kraftvolleren Szenarien bewegt er die Lesenden dazu, sich ernsthafte Gedanken über verschiedene Themen zu machen, die für viele nicht-weiße Menschen an der Tagesordnung stehen, während sie für mich als weiße Cis-Frau sehr fern liegen. Es geht um Diskriminierung vor dem Gesetz und in Institutionen, es geht um Ungleichheiten bei der gesundheitlichen Versorgung, um erschwerte Zugänge zur Bildung und mangelnde Zukunftsperspektiven. Jede der einzelnen Kurzgeschichten hatte einen eigenen Stil und eigene Metaphern, und während ich einige der Geschichten wirklich grandios fand, konnten mich zwei nicht so richtig überzeugen, eine davon habe ich tatsächlich glaube ich auch nicht zu 100% verstanden. Trotzdem halte ich dieses Buch für extrem lesenswert. Es regt zum Nachdenken an, es hat mir neue Perspektiven eröffnet und auf unbequeme Weise darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig es ist, die bestehenden Ungleichheiten nicht aus dem Auge zu verlieren, was leicht geschieht, wenn man von einem Problem nicht direkt betroffen ist. Wer also auf der Suche nach einer künstlerischen Verarbeitung der Problematik ist, sich zeitgleich aber auf inspirierende Weise mit wichtigen Themen auseinandersetzen möchte, dem kann ich diese Kurzgeschichten-Sammlung wirklich sehr ans Herz legen!

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Aktueller denn je

Von: Julia

01.02.2021

Gerade habe ich den Bestseller von Alice Hasters gelesen. Denn Rassismus in der heutigen Zeit ist leider allgegenwärtig. Alltagsrassismus. Nicht erst seit der Black Live Matters Bewegung nach dem Tod von Georg Floyd. Zwischendurch habe ich schon einmal in Friday Black hinein geblättert. Hier hat der Afro-Amerikaner Nana Kwame Adjei-Brenyah 12 Kurzgeschichten aufgeschrieben. 12 fesselnde, unfassbare, realistische und manchmal komische Kurzgeschichten über das Leben als dunkelhäutiger Mann im heutigen Amerika. Ein paar Parallelen gibt es auch zu Alice Hasters. So wichtig!

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In 12 Short Storys beschreibt der Autor, ein US-Amerikaner mit ghanaischen Eltern, die heutigen Probleme der USA. Es geht um Rassismus, die Klassengesellschaft, Konsumwahn, Gewalt, Optimierungsdruck und dystopische Zukunftsszenarien. Die Handlung und Atmosphäre ist schonungslos und größtenteils düster mit wenigen witzigen und positiven Szenen. Ein wichtiges, aufrüttelndes Buch, das für mich gerade in der derzeitigen Situation nicht ganz einfach zu lesen war. Mehrere Geschichten spielten in der Shopping Mall und waren sich sehr ähnlich, da hätte mir mehr Abwechslung gut gefallen. Ansonsten fand ich das Buch toll geschrieben und sehr fesselnd.

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Black Mirror in Buchform

Von: Svensonliest

11.11.2020

Zu Friday Black habe ich bisher recht gemischte Stimmen gehört und es fühlt sich an, als würde ich alle vereinen. Wo die einen schreiben, dass sie wahnsinnig begeistert von der Tiefe der Kurzgeschichten waren, schreiben andere, dass es teils zu kryptisch war. Manche fanden gewisse Storys zu verstörend und Düster, wieder andere waren total vom Humor angetan. Ich finde, dass das Buch alles vereint hat, ohne zu überladen zu wirken. Ich mochte das kryptische, mochte, dass ich selbst bei einer zwei-Seiten-Kurzgeschichte angehalten war, darüber nachzudenken. Vorallem die erste Geschichte “Die Finkelstein five” war unheimlich ausdrucksstark und blieb mir bis zum Schluss in Erinnerung - leider ist das aber auch mein Kritikpunkt: Keine andere kam an die erste ran, keine andere konnte mich so überzeugen wie diese. Ab ungefähr der Mitte war mir teils nicht nach lesen zumute, einfach weil ich es nichtmehr so gut fand, weil die erste Geschichte meine Erwartungen an alle anderen so hochgeschraubt hat, dass diese nichtmehr erfüllt werden konnten. Trotzdem: Ein wahnsinnig lesenswertes Buch. Erinnert mich etwas an Black Mirror, falls euch das was sagt. Definitiv so verstörend ist es allemal.

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„Friday Black“ ist einer der Überraschungserfolge des Jahres 2020 und liegt seit Frühjahr dieses Jahres in deutscher Übersetzung vor. Die zwölf, teils drastischen Kurzgeschichten des jungen afroamerikanischen Autors sind jedoch von unterschiedlicher Qualität… Interessant zu lesen ist der Band jedoch allemal, vor allem in diesen aufwühlenden Zeiten von #blacklifematters und Ereignissen, wie dem Mord an George Floyd in Minneapolis, der die USA nicht zur Ruhe kommen lässt. Manche dieser Geschichten sind seltsam belanglos, einige bleiben dafür umso stärker haften, etwa, wenn Adjei-Brenyah in einer Geschichte von einem Mann erzählt, der versucht seine Blackness auf einer Skala von 1 bis 10 einzuordnen, getrieben von dem Ansinnen diese zu senken oder der Beschreibung alltäglicher Situationen, wie etwa den erniedrigenden Taschenkontrollen beim Verlassen eines Geschäftes. Neben dem allgegenwärtigen Rassismus geht es in den Short-Stories um Konsumkritik, Gewalt und Unterdrückung, oftmals in einer dystopischen Welt. Wie bereits eingangs erwähnt, sind nicht alle Geschichten von gleicher Qualität, aber allein nur der wortgewaltigen Sprache und dem Ideenreichtum wegen, lohnt sich die Lektüre dieses kraftvollen Debüts.

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Die ersten drei Kurzgeschichten versprachen Kohäsion - einen roten Faden - und ich war gespannt auf das Netz aus Rassismus, Gewalt und Konsum und wie sich diese Schnittpunkte bedingen. Aber dann gab es doch klare cuts. „Das Krankenhaus, wo“ und „Durch den Blitz“ zB waren Geschichten, die mir überhaupt nichts gegeben haben, weil sie zu spekulativ waren. Die Geschichten über Konsum waren eindrucksvoll, aber auch wiederholend, was für mich die Frage aufwirft, warum es nötig war alle drei Geschichten mit einzubinden. Andersrum, haben mich „Die Finkelstein Five“ und „Zimmer-Land“ sofort abgeholt und begeistert. Ich denke, dass in Kurzgeschichten oft experimentiert wird, was nicht immer in voller Stärke bei jedem Leser ankommt. So auch bei mir. Trotzdem war es ein starkes Debüt mit fesselnden Schreibstil. Ein Roman von Adjei-Brenyah würde mich sehr interessieren.

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Ich bin, ehrlich gesagt, immer noch ein wenig sprachlos. Dieses Buch hat mich bis in meine Träume verfolgt. Bei „Friday Black“ handelt es sich um eine Kurzgeschichtensammlung, die sich mit vielen gesellschaftskritischen Themen befasst. So geht es um Rassismus, Konsumwahn, Abtreibung, Mord und vieles mehr. Teilweise sind die Geschichten sehr dystopisch und in der Regel immer verstörend. Die Geschichten waren dennoch nicht immer einfach zu verstehen und ich bin mir nicht bei jeder sicher, ob ich sie alle korrekt verstanden habe. Trotzdem ist es auch genau das, was mir so gut gefallen hat. Man muss auch im Nachhinein noch drüber nachdenken. Es ist nichts, was man mal eben so nebenbei lesen kann. Einige Geschichten haben mich auch stark an die Serie „Black Mirror“ erinnert. Die meisten waren allerdings auch sehr brutal, also ist es vermutlich wirklich nicht für jeden was. Von mir gibt es also 4/5 ⭐️!

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Dystopie vs. Zukunftsvision

Von: lesestress

08.10.2020

„Emmanuel hatte angefangen, die Grundlagen seiner Schwarzheit zu lernen, noch bevor er schriftlich dividieren konnte: zu lächeln, wenn er wütend war, zu flüstern, wenn er am liebsten geschrien hätte.“ In seinen „Friday Black. Storys“ entführt Autor Nana Kwame Adjei-Brenyah Leser*innen in die (nicht immer allzu ferne) dystopische Zukunft: Zwölf eigenständige Kurzgeschichten vermitteln eindringliche Perspektiven zwischen brutalen Gewalteskapaden und Momenten des Fantastischen – übergeordnet in die Themen Rassismus, Gewalt und Konsum. Jede einzelne Geschichte versteht sich als eine Kritik an der Gesellschaft selbst und das überspitzte Handeln aller Protagonist*innen führt somit zu einer düsteren und eindringlichen Verzerrung, die teilweise sogar komisch anmutet – pechschwarz und bitterböse, wie der Titel selbst. Vielschichtig, abwechslungsreich und originell gestaltet Adjei-Brenyah seine Erzählungen und bannt Leser*innen wortgewandt inmitten der Handlungen. Sein klarer Stil ist geradezu hypnotisch-eindringlich und regt in seiner Distanziertheit zum Nachdenken, wie auch den Wunsch zum Auswerten der Geschehnisse an – was ich an dieser Stelle entschieden empfehlen möchte. Einige Texte sind extrem verstörend, andere auf wunderbare Art skurril und grotesk. In jedem aber, steckt das Potenzial, um ergründet zu werden. Ich selbst bin den Geschichten zusammen mit @coffeecakesandbooks auf die Spur gegangen, habe diskutiert und interpretiert und wurde teilweise ernüchtert, manchmal erheitert und wenige Male ratlos zurückgelassen. „Friday Black. Storys“ ist ein kraftvoller, doch nicht perfekt balancierter Kurzgeschichtenband. Trotzdem sind einige seiner Texte so stark angelegt, dass ich darüber leicht hinwegsehen konnte und mich bereits auf das nächste Buch von Nana Kwame Adjei-Brenyah freue (wenn seine Kurzgeschichten schon so stark sind, wie großartig würde dann sein erster Roman sein?). Klare Leseempfehlung für Fans von Kurzgeschichten und Dystopien, aber auch allen Menschen, die gern ihre Perspektive ergänzen und diverser Lesen möchten!

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